McMurdo-Sund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage des McMurdo-Sunds, englische Kartenbeschriftung

Der McMurdo-Sund (englisch: McMurdo Sound) ist eine Meeresbucht, deren Küste sich annähernd 450 km entlang des antarktischen Viktorialandes erstreckt. Die Bucht liegt zwischen der Ross-Insel im Süden und der Coulman-Insel im Norden. Auf ersterer befindet sich die größte Forschungsstation der Antarktis, die US-amerikanische McMurdo-Station.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Ozeanboden mit verschiedenen wirbellosen Bodenlebewesen bei Explorer's Cover, New Harbour

Entdeckt wurde der McMurdo-Sund am 17. Februar 1841 durch den Briten James Clark Ross.[1] Nach ihm ist eine Insel im Süden des „Sundes“ benannt. Bereits ein Jahr später erhielt die Bucht ihren Namen nach dem britischen Leutnant Archibald McMurdo (1812–1875), der sich auf der Polarexpedition als Offizier an Bord der HMS Terror befand. Gleichzeitig wurde ein Vulkan auf der Ross-Insel nach dem zweiten Expeditionsschiff Mount Terror benannt.

Der McMurdo-Sund geriet in den nächsten Jahren nicht in Vergessenheit. Da er zu den wenigen Küstenabschnitten der Antarktis gehört, die jahreszeitlich eisfrei sind, begannen am Sund viele berühmte Polarexpeditionen. Robert Falcon Scott erforschte den Sund auf seiner Polarexpedition 1903 ebenso wie Ernest Shackleton 1908.

1955 wurde von den USA auf der Ross-Insel die McMurdo-Station errichtet. Mit mehr als 200 Forschern Winterbesatzung ist sie die größte der Antarktis. Neuseeland hat ebenfalls eine Forschungsstation auf der Insel errichtet, die Scott Base. Beide Stationen liegen nur einen Kilometer voneinander entfernt an der Südspitze der Insel, dem Kap Armitage.

Eisberge[Bearbeiten]

Das aus dem Eisberg B-15 hervorgegangene Bruchstück B-15 A

Das McMurdo-Sund gehört zu den wenigen Küstenabschnitten der Antarktis, die zu bestimmten Zeiten im Jahr eisfrei sind. In den letzten Jahren wurde in den internationalen Massenmedien über den Sund berichtet, da bis zu 200 km lange Eisberge den Meeresabschnitt versperrten. Im Dezember 2000 brach der 11.600 km² große Eisberg B-15 vom Ross-Schelfeis. ab. Dies ist bis heute der größte jemals gemessene Eisberg. Da sich in den letzten Jahren immer häufiger solche Eisberge bilden, sehen Forscher darin ein Indiz für die globale Erwärmung.

Wegen der vielen Eisberge und bedingter Eisfreiheit sowie vieler Pinguinkolonien ist der Sund nicht nur für die Forschung interessant, sondern auch für Naturfilmer und -fotografen. Auch hat sich in den letzten Jahren ein kleiner Tourismusbetrieb entwickelt.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • GEO-Ausgabe 11/2006, Thema Antarktis: „McMurdo-Sound – An expedition at the end of the world“, London 1999

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Clarke Ross: Voyage of Discovery and Research in the Southern and Antarctic Regions, during the Years 1838–1843, Vol. I, John Murray, London 1847, S. 244–245

-77.666666666667165Koordinaten: 77° 40′ S, 165° 0′ O