Mežotne

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Mežotne (dt.: Mesothen)
Wappen fehlt
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Mežotne (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Semgallen (lettisch: Zemgale)
Verwaltungsbezirk: Bauskas novads
Koordinaten: 56° 26′ N, 24° 3′ O56.44111111111124.05388888888928Koordinaten: 56° 26′ 28″ N, 24° 3′ 14″ O
Einwohner: 359 (1. Jan. 2004)
Fläche:
Bevölkerungsdichte:
Höhe: 28 m
Webseite: www.mezotne.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:
Mesothen.jpg
Schloss Mesothen, Blick vom Ufer der Lielupe

Mežotne (deutsch: Mesothen) ist ein Ort in Lettland circa 10 Kilometer westlich von Bauska (deutsch: Bauske) und ungefähr 40 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Riga (lettisch: Rīga). Sie liegt in der historischen Landschaft Semgallen (lettisch: Zemgale) am linken Ufer der Lielupe (deutsch: Kurländische Aa) in der Nähe der Grenze zu Litauen.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon Ende des 10. Jahrhunderts wurde auf einem der beiden Hügeln am Ufer der Lielupe eine Burg errichtet. Der Ort taucht als „Medsuna“ auf einer arabischen Landkarte von 1154 auf. Im Jahr 1220 wurde die Burg der Aufständischen Semgaller vom Schwertbrüderorden belagert und eingenommen. 1225 bis 1251 residierte der neu ernannte Bischof von Selien hier. Nach seiner Niederlage 1236 in der Schlacht von Schaulen (litauisch Šiauliai) wurde der Orden mit dem Deutschen Orden vereinigt und das Gebiet kam an den deutschen Orden.

Der letzte Ordensmeister Gotthard Kettler führt das Gebiet 1561 als weltliches Herzogtum Kurland und Semgallen unter polnische Lehnshoheit. Nach dem Aussterben der Kettler-Dynastie 1737 kam Ernst Johann von Biron an die Macht und die Stadt wurde nach der dritten polnischen Teilung russisch. In der Phase zwischen 1921 und 1940 und seit 1990 gehört die Stadt zu Lettland.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Landschaftspark am Lielupe-Ufer
  • Das klassizistische Schloss wurde vom russischen Hofarchitekten Giacomo Quarenghi (1744–1817) für Charlotte von Lieven, Gouvernante der Kinder Alexander und Konstantin des Zaren Pauls, des I., entworfen und von 1797 bis 1802 erbaut. Land und Geld für diesen Bau erhielt Charlotte aus Dankbarkeit von Katharina, der Großen, Mutter des Zaren Paul. Das Schloss Mesothen wurde von der Familie Lieven bis zum Jahr 1921 bewohnt und im Zuge der Agrarreform enteignet. Nach verschiedenen Zerstörungen, so in den Jahren 1919 und 1944, wurde es zwischen 1958 und 1996 restauriert und dient heute der lettischen Regierung als Repräsentationsgebäude. In einigen Bereichen ist auch ein Hotel eingerichtet, Besichtigungen des Schlosses sind ganzjährig möglich.
  • Burgruine

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.