Meat Loaf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Meatloaf)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Meat Loaf (2009)

Meat Loaf (engl. für: „Hackbraten“, „Fleischklops“; * 27. September 1947 in Dallas, Texas; geboren als Marvin Lee Aday, seit 1984 Michael Lee Aday[1]) ist ein US-amerikanischer Rocksänger und Schauspieler.

Leben und Werke[Bearbeiten]

Marvin Lee Aday wurde am 27. September 1947 als Sohn eines Polizisten und einer Lehrerin geboren und hatte schon früh Kontakt zur Musik. So sang seine Mutter im örtlichen Gospel-Quartett namens Vodiodo. Er selbst hörte die Werke von Bob Dylan, den Rolling Stones, des Kingston Trios und Mahalia Jackson. Zu seinem alkoholkranken Vater hatte er ein problematisches Verhältnis. Dieser war gewalttätig und ging sogar mit einem Messer auf ihn los. Trotzdem widmete er Bat Out of Hell seiner Mutter und seinem Vater. Den Spitznamen „Meat“ bekam er im Alter von zwei Jahren von seinem Vater aufgrund seines Übergewichtes; nachdem er dann mit 13 Jahren seinem Footballtrainer auf den Fuß getreten war, bezeichnete ihn dieser als „Meat Loaf“. Wie er zu seinem Spitznamen kam, wird auch in dem Lied Tear Me Down auf Couldn’t Have Said It Better erwähnt.

Nach dem Krebstod seiner Mutter verließ er 1967 seinen Vater und trampte nach Los Angeles, wo er diverse Rockbands gründete, die teilweise in den Vorprogrammen von The Who, Joe Cocker und Iggy Pop spielten. Jedoch hatte er damit keinen Erfolg und hielt sich als Parkplatzwächter über Wasser. Ein Mann, von dem Meat Loaf dachte, er würde ihn einstellen, fragte, was er außer Parkplatzwächter sonst noch mache und Meat Loaf sagte ihm, er sei Sänger, worauf ihn der Mann zu einem Vorsingen zum Musical Hair einlud. Dieses verlief erfolgreich und er bekam eine Rolle in dem Stück. Daraufhin wurde das Plattenlabel Motown auf ihn aufmerksam, wo man ihm ein Duett mit Stoney (bürgerlich Cheryl Murphy) vorschlug, was er akzeptierte. So entstand 1971 das Album Stoney and Meat Loaf. Um das Album zu promoten, gingen sie auf Tour mit Jake Wade and the Soul Searchers, waren Vorgruppe für Richie Havens, Bob Seger, Alice Cooper und Rare Earth.

Nach der Tour schloss sich Meat Loaf wieder der Mannschaft von Hair an, dieses Mal am Broadway. Nachdem er einen Agenten angeheuert hatte, sang er für das Musical More Than You Deserve. Während des Vorsingens traf Meat Loaf zum ersten Mal auf den Musical- und Songwriter Jim Steinman, der für seinen Kompositionsstil bekannt war, der laut Steinman selbst Gospel und Rock’n’Roll sowie Soul mit Richard Wagner verbände. Das Titellied fand sich später auf dem Album Dead Ringer wieder. Im Winter 1973, nach einer kurzen Produktion von Rainbow, erhielt Meat Loaf das Angebot, in der US-amerikanischen Adaption des Musicals The Rocky Horror Show mitwirken zu dürfen. Er nahm das Angebot an und verkörperte im Folgejahr die Rolle des „Eddie“ in den Aufführungen im Club The Roxy in West Hollywood.

Ungefähr zur selben Zeit arbeiteten Meat Loaf und Jim Steinman an Bat Out of Hell, das eigentlich ein Musical namens Neverland werden sollte, in dem eine klassische Peter-Pan-Geschichte in die Rockerszene versetzt wurde. Die Idee rückte aber nach und nach in den Hintergrund und so konzentrierten sich die beiden auf einen Plattenvertrag. Nach langer Suche und vielen Ablehnungen entschied sich Cleveland International Records, der Platte eine Chance zu geben. Bat Out of Hell wurde am 21. Oktober 1977 veröffentlicht. Es steht auf Platz 7 der Liste der meistverkauften Musikalben, wobei der Verkauf erst 1978 richtig ansprang. Bis AC/DC 1980 Back in Black herausbrachten, war es das meistverkaufte Rockalbum und in Australien das bestverkaufte überhaupt. Mit mittlerweile 41 Millionen Exemplaren war es 88 Wochen in den US-Charts und 395 Wochen sowie 16 Wochen in den Top-Ten der UK-Charts vertreten und trägt seither den Guinness-Weltrekord als „The Longest Charting Record“. Die zugehörige Single war in 28 Ländern Platz 1.

Während der Vorbereitung zu Bat Out of Hell übernahm Meat Loaf 1976 den Leadgesang auf dem Ted-Nugent-Album Free for All.

Nach der mehrjährigen Welttournee widerfuhr Meat Loaf am Anfang der 1980er eine schwere Stimmerkrankung, die er sich durch den schweren Erfolgsdruck und eine stressige Tour einhandelte, wodurch er sein Karriere-Ende befürchten musste. Das war ein Grund, warum er das Album Renegade Angel nicht wie geplant einsingen konnte. Jim Steinman sang das Album unter dem Titel Bad for Good 1981 schließlich selbst, da er Meat Loafs Genesung nicht abwarten wollte. Als Meat Loafs Stimme wiederhergestellt war, überließ ihm Jim Steinman einige Lieder, die von Bad For Good übrigblieben, für das Nachfolgealbum Dead Ringer (1981), das in England auf Platz 1 kam. Das Titellied Dead Ringer for Love, ein Duett mit Cher, erreichte Platz 5 in England und hielt sich insgesamt 19 Wochen in den Charts. Zwei weitere Singles wurden ebenfalls ausgekoppelt: I’m Gonna Love Her For Both Of Us und Read ’Em And Weep.

Es kam zum Bruch der Partnerschaft mit Jim Steinman und zum Streit mit Meat Loafs Manager. Aufgrund der vertraglichen Verpflichtung, ein weiteres Album zu veröffentlichen, erschien 1983 das Rockalbum Midnight At The Lost And Found, das jedoch kommerziell floppte. Das 1984er Album Bad Attitude war ein gescheiterter Versuch, Meat Loaf vor dem völligen Bankrott zu bewahren. Lediglich die Singleauskoppelung Modern Girl war ein kleiner Hit. Das Album enthielt zwei alte Lieder von Jim Steinman.

Die Plattenfirma und das Management kündigten die Zusammenarbeit, was bei Meat Loaf zu einem Nervenzusammenbruch führte und er verfiel dem Alkohol. Nach einer erfolgreichen Entziehungskur erschien 1986 das Album Blind before I Stop, mit Frank Farian als Produzenten, das jedoch wegen eines unglücklichen Arrangements ebenfalls mehr als floppte. Meat Loaf: „Frank hat einige komische Sachen mit den Liedern gemacht.“ Trotzdem singt Meat Loaf das Titellied bis heute hin und wieder bei Live-Konzerten.

Erst 1987, im Rahmen erster Ideen für Bat Out of Hell II: Back Into Hell, versöhnten sich Meat Loaf und Jim Steinman wieder. Nichtsdestoweniger war das Verhältnis zwischen den beiden während der Arbeiten gespannt, da Jim Steinman kreative Probleme hatte und sich die Veröffentlichung immer wieder verzögerte. Schließlich griff er auf einige „Konserven“ zurück, was dem Erfolg jedoch keinen Abbruch tat.

Mit der Veröffentlichung von Bat Out of Hell II (Back into Hell) feierte Meat Loaf 1993 ein Comeback und wurde für das Lied I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That) mit einem Grammy ausgezeichnet. Drei Jahre später brachte er das Album Welcome to the Neighbourhood (Hauptlied: I’d lie for you (And that’s the truth)) heraus.

Wegen mangelnder Versorgung mit Liedern von Seiten Jim Steinmans zog Meat Loaf für das Album weitere Liedermacher heran, vor allem Diane Warren, von der auch das Hauptlied stammt. Danach gönnte er sich bis zum Erscheinen von Couldn’t have said it better (2003) (dem seiner Meinung nach besten Album seit Bat out of Hell) eine musikalische Pause, um sich intensiver der Schauspielerei, seinem zweiten Standbein, zu widmen. Gleichwohl brachte er 1999 Storytellers heraus, ein Live-Mitschnitt, bei dem er, interaktiv mit dem Publikum, (sitzend) Hintergründe und Anekdoten zu seinen Liedern erzählte und diese dann sang. Damit ging er auch auf Tour.

Meat Loaf live (2004)

Es folgte Meat Loaf – Live with the Melbourne Symphony Orchestra (2004), für das er seine größten Hits zusammen mit dem Melbourne Symphony Orchestra in philharmonischer Orchestration live aufnahm.

Auf dem Kommentar-Teil der DVD zu Bat out of Hell live with the Melbourne Symphony Orchestra versprach er, dass jene Musiker wieder auf der Bühne stehen werden, wenn Bat III erscheinen werde. Eine Welttournee, so Meat Loaf, würde es jedoch nicht mehr geben.

Im Oktober 2006 erschien Bat Out of Hell III: The Monster Is Loose. Im Gegensatz zu den beiden ersten Bat-Alben war diesmal Liederschreiber Jim Steinman nur am Rande involviert. Die Hälfte der Lieder stammte aus seiner Feder, arrangiert und produziert wurden sie allerdings von Desmond Child, der auch am Schreiben des Liedes beteiligt war. Gäste auf dem Album (entweder als Liederschreiber oder als Gastmusiker) sind unter anderem Nikki Sixx von Motley Crue, John 5 (ehemals mit Marilyn Manson), Brian May und Steve Vai.

Eine erste Singleauskopplung ist der Titel It’s All Coming Back to Me Now, ein von Jim Steinman geschriebenes Lied, das dieser bereits mehrfach aufgenommen hat, am erfolgreichsten in der Version von Céline Dion. Als Duett-Partnerin wurde Marion Raven engagiert. Im Juni und Oktober 2007 war Meat Loaf wieder in Deutschland auf Tour.[2]

Am 23. April 2010 erschien Meat Loafs neues Studioalbum "Hang Cool Teddy Bear". Die erste Singleauskopplung des Albums war der Titel "Los Angeloser". Am 2. Dezember 2011 wurde sein nächstes Studioalbum "Hell in a Handbasket" veröffentlicht.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2012 sprach sich Meat Loaf für den republikanischen Kandidaten Mitt Romney aus und sang gemeinsam mit Randy Owens, John Rich und Big Kenny bei einer Wahlkampfveranstaltung.[3]

Im Dezember 2012 kündigte Meat Loaf an, dass die im Jahr 2013 absolvierte Last at Bat Farewell Tour seine große Abschiedstournee darstelle und er danach nicht mehr vorhabe Live auftreten zu wollen.

Schauspielerei[Bearbeiten]

Als Schauspieler trat Meat Loaf bereits vor der Veröffentlichung von Bat Out of Hell in dem Musical-Film The Rocky Horror Picture Show als „Eddie“ (1975) auf. Seither hat er in einer Vielzahl von Filmen (unter anderem Roadie, Fight Club, Wayne’s World, The Mighty – Gemeinsam sind sie stark, The 51st State, Spice World) und Fernsehserien mitgewirkt. Zudem hatte er einen Auftritt in der Krimiserie Nash Bridges, und zwar in Episode 30 in der Rolle des Kleinkriminellen Charlie Pep. „Ich habe mich immer mehr als Schauspieler denn als Musiker gesehen“, erklärte er in einer VH1-Reportage über sein Schaffen.[4] 2006 spielte er in dem Film Kings of Rock – Tenacious D (von und mit der gleichnamigen Band) den Vater von Jables (Jack Black). 2009 hatte er Gastrollen in den Fernsehserien Dr. House und Monk, 2010 in der Folge The Rocky Horror Glee Show der zweiten Glee-Staffel.

Familie[Bearbeiten]

Am 23. Februar 1979 heiratete er seine Freundin Leslie G. Edmonds,[5] nachdem er sie nur drei Wochen zuvor in einem Aufnahmestudio kennengelernt hatte. Mit ihr hat er eine Tochter, Amanda Aday, geboren am 21. Januar 1981.[6] Außerdem brachte seine Ehefrau eine Tochter, Pearl Aday, mit in die Ehe.

Aday sagte in einem Interview auf die Frage, ob er nicht überstürzt geheiratet habe: „Wenn Du nach 3 Wochen noch nicht weißt, ob Du die Person heiraten willst, wann dann?“ Die Ehe wurde 2001 geschieden.[7]

Musikstil und Erscheinung[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Der Komponist und Wagner-Liebhaber Jim Steinman konzipierte den typischen theatralisch-bombastischen Meat-Loaf-Stil als Mischung aus dem Rock ’n’ Roll der 1950er und Artrock, einer Spielart des Progressive Rock der 1970er. Häufig werden auch, wegen des doch starken Richard-Wagner-Bezugs, die Begriffe „Rock Opera“ oder „Wagnerian Rock“ („Wagner-Rock“) gebraucht.

Vom Rock ’n’ Roll kommt das meist sehr rasche Tempo der Lieder sowie die Besetzung eines Klaviers zu der ansonsten im Hard Rock gebräuchlichen Zusammenstellung E-Gitarre solistisch (derer meist zwei), E-Bass und Schlagzeug. Das Klavier spielt meist das harmonische Gerüst.

Vom Artrock kommen die Anlehnungen an die Klassik, so die überdimensionale Länge der Stücke, die zwischen fünf und 15 Minuten beträgt, die Verwendung von Leitmotiven, die ständigen Tempo-, Dynamik- und Instrumentationswechsel, (es gibt Stellen, in denen nur Klavier und Sänger spielen bzw. singen, wohl in Anlehnung an das Kunstlied) und vor allem die Texte, die häufig sehr dramatisch sind. Ein Beispiel hierfür bietet der Solo-Track Heaven can wait, mit dem Meat Loaf einen Grammy gewann.

Texte[Bearbeiten]

Bei Bat Out of Hell handelt es sich um eine Art „Rockmärchen“, in dem sich ein Mann am Morgen von seiner Geliebten verabschiedet (ähnlich dem Tagelied) und dann auf der Fahrt verunglückt. In romantischer Weise überlebt aber sein Herz und fliegt davon.

Auch I’d Do Anything for Love trägt in seinen Ausführungen äußerst dick auf. Mit dem ganzen Universum und sogar dem Jüngsten Gericht proklamiert der Protagonist der Geliebten seine Liebe, die in der Coda das Lied zu einem Duett werden lässt.

Mit dieser pathetischen, häufig künstlich erzeugten Dramatik gehört das Schaffen Meat Loafs zur Popkultur der späten 1970er Jahre, dem „Krieg der Sterne-Zeitalter“, und ihrem Hang zum „Popmärchen“. (Star Wars erschien wie Bat Out of Hell im Jahr 1977).

Auftreten[Bearbeiten]

Passend dazu bestand Meat Loafs „konzertsaalmäßige“ Kostümerie in der Anfangszeit aus schwarzem, später rotem Frack und Rüschenhemd als Zeichen für „Hohe Kunst“ und „Klassizität“. Auch heute noch kann es vorkommen, dass Kronleuchter über der Bühne hängen, wie z. B. bei Bat Out of Hell Live. Das steht dem Klischee des Rockers mit schwarzem Lederdress und martialischer Kulisse gegenüber.

Als Markensymbol bei Live-Konzerten erhalten hat sich das rote (bzw. zeitweise weiße und bei traurigen Liedern schwarze) Seidentuch, das Meat Loaf bis heute benutzt. Einer Anekdote zufolge soll seine Freundin und spätere Frau ihm während eines Auftritts in einer New Yorker Spelunke vor seinem Durchbruch ein rotes Frottee-Tuch auf die Bühne gegeben haben, damit er sich den Schweiß abwischen könne. Er habe das aber nicht verstanden und das Tuch in seine Performance eingebaut. Das habe ihm so gut gefallen, dass er dabei geblieben sei und lediglich zu „edleren“ Stoffen gewechselt habe. Eine andere Anekdote, die zu erklären versucht, warum dieses Tuch auf dem Cover zu Bat und in dem Videoclip wie ein Band aussieht, behauptet, beim Foto-Shooting für die Rückseite des Plattencovers von Bat Out of Hell habe Meat ein rotes Stirnband mit Knoten tragen sollen. Das war ihm jedoch zu lästig, so dass er es in die Hand nahm. Auch beim Videodreh bestand er darauf, es in der Hand zu behalten. Aus optischen Gründen sei er dann jedoch auf ein Tuch umgestiegen.

Einfluss[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Jim Steinmans selbsternannter „Wagnerian Rock“ vermochte die Rockmusik wenig zu beeinflussen, vor allem da er sehr viele historisierende Elemente enthält. Oberflächliche Ähnlichkeiten mit späteren „opernhaften“ Bands (Nightwish und anderen) können als zufällig gelten. Dennoch findet man besonders auf den neueren Alben des All-Star-Metal-Projekts Avantasia von Tobias Sammet bei vielen Songs Einflüsse von Meat Loafs Stil hinsichtlich der Arrangements, des Songaufbaus oder der verwendeten Chöre.

Auch enthält das Video zu Marc Terenzis Lied You complete my Soul auffallend viele Elemente, die an Meat Loaf erinnern. Das Grundkonzept ist der einsame abtrünnige Biker, der nach langer Odyssee durch eine öde, feindselige Welt am Ende doch noch mit seiner Geliebten zusammenfindet. Beide besitzen jeder eine Hälfte eines herzförmigen Talismans, dessen Vereinigung die beiden vor Frevel bewahrt und auch am Schluss vor dem Tod rettet. Vor allem das Video zu Meat Loafs Lied I’d lie for you ist ähnlich konzipiert.

Kritik[Bearbeiten]

In Interviews nennt Meat Loaf den Rock in einem Atemzug mit den Klassikern Mozart oder Beethoven, sieht sie als „Mini-Theaterstücke“, die es bei jeder Aufführung neu zu inszenieren gilt:

„Wenn ich auf der Leinwand in einer Rolle zu sehen bin, möchte ich, dass man sich selbst darin erkennt. Und genauso sollte man sich in ein Lied hineinfühlen können.“

Er nennt in diesem Zusammenhang sogar Shakespeare:

„Für mich ist es nicht einfach so, dass ich ein altes Lied wieder einmal vorführe – das hat mit meiner Schauspielerei zu tun. Der Augenblick zählt. Die Leute fragen mich: ‚Wie kriegst Du das jeden Abend hin?‘ Aber Hey: Wie spielt man jeden Abend ‚Richard den Dritten‘?“

Das beste Beispiel eines richtiggehenden Rock-Schauspiels ist hierbei wohl Paradise by the Dashboard Light, der sechste Titel aus Bat Out of Hell, wo ein junger Mann seine Freundin (gespielt 1977 von Ellen Foley, heute von Patti Russo) zum Beischlaf mit ihm bringen will, ihr aber erst, auf ihr beharrliches Einfordern hin, ewige Treue schwören muss.

Auch Dead Ringer for Love (Titellied des Albums Dead Ringer) ist ein solcher „Rock-Sketch“:

Ein junger Mann auf Sauftour sieht in einer Bar eine Frau, auf die er scharf ist und baggert sie zu einem One-Night-Stand an. Nach diversen Abwehrreaktionen ihrerseits (zumal sie eigentlich bereits einen festen Freund hat) entschließt sie sich dann doch, auf die Avancen einzugehen.

Passenderweise hat Meat Loaf als Partnerin Cher gewinnen können, die ihrerseits auch Interpretin und Schauspielerin ist (beispielsweise Die Hexen von Eastwick), und auch der Videoclip wurde erstmals explizit szenisch konzipiert, also besagte „Anmache“ des Burschen (Meat Loaf) in einer Bar seiner „Angebeteten“ (Cher) und deren beiden Cliquen, wie überhaupt das Album Dead Ringer im Ganzen als spielfilmlanges (trashiges) Promovideo umgesetzt wurde.

Entsprechend schreibt er seine Lieder in den seltensten Fällen selbst (was er, wie er selber zugibt, auch gar nicht vermag), sondern findet sich – wie ein Schauspieler in das Stück oder Drehbuch – jedes Mal von neuem in die Lieder ein:

„Ich bin nicht Sänger – ich bin Schauspieler: Ich muss in einem Augenblick aufleben, einen Augenblick erschaffen. Ich muss eine Seele erschaffen, ein Universum für dieses Lied – all diese Dinge muss ich erschaffen. Indem ich das vollbringe, tauche ich hinab in die Charaktere und suche nach den Existenzen, von denen ich erzähle.“

Bei Meat Loaf ist Rock nicht mehr wie ursprünglich eine Rebellion, mit der sich die Jugend gegen das Establishment auflehnen könnte, es ist l’art pour l’art, Kunst um der Kunst willen. Seine Lieder üben keinerlei Gesellschaftskritik, sind keine Selbstbekenntnisse, kein Ausdruck von ehrlich empfundener Wut, Trauer und Verzweiflung.

Mitunter wird dabei mit Polemik nicht gespart:

So bezeichneten ihn international renommierte Zeitschriften wie Newsweek als „postpubertären Heldentenor“ (Meat Loaf hatte noch etwa im Alter von 30 Jahren eine Stimme, die vier Oktaven umfasste und ihm den Namen „The Voice“ einbrachte) und eine Kritikerin mit Namen Julie Burchill als „das Endprodukt aus 200 Jahren McDonalds (in Anspielung an sein Übergewicht), das „einem all die Rock-Klischees wie einen Chloroform-Wattebausch ins Gesicht (drückt), bis man sich übergeben möchte.“ Die Zeitschrift Rolling Stone hörte aus dem als musikalisch und verbal überfrachtet bezeichneten Debütalbum Bat Out Of Hell, wo „Motorräder in ölgeschwängerter Ekstase kopulieren“, eine „halbwüchsige Libido heraus, die „seine lüsternen Motoren aufheulen lässt, ein Libretto, das mit Clearasil auf den Badezimmerspiegel geschrieben wurde. Er singe sich „durch alle Emotionen, von King Kong über den einsamen Liebhaber bis zum fuchsteufelswilden Rachekünstler“, so die New York Times. Der Pomp seiner Live-Konzerte würde ausreichen, so Kritiker David Sinclair, „jeden Konzertbesucher zum Vegetarier zu machen“ (Anspielung auf seinen Künstlernamen).

Jedoch war die Idee des „Philharmonic Rock“, also ausgedehnte symphonisch orchestrierte Rockballaden, 1977 tatsächlich revolutionär. Meat Loaf hat das mit den Liedern Heaven can wait, Two out of Three ain’t bad und For crying out loud auf dem ersten Bat Out of Hell-Album umgesetzt.

Gewichtig ist vor allem der Vorwurf, dass die Alben Meat Loafs stets voller „Konserven“ sind. So ist Bat Out of Hell eigentlich nur eine Transkription von Jim Steinmans Musical Neverland, das der Versuch war, Peter Pan in die Rockerszene zu versetzen – ohne Erfolg, weshalb es zum Rockalbum umgeschrieben wurde. Auch das Nachfolgealbum Dead Ringer enthält das Lied More Than You Deserve aus dem gleichnamigen 1974er Musical (ebenfalls Steinman). Bat Out of Hell II: Back Into Hell schließlich besteht zur Hälfte aus alten Liedern, meist aus Bad for Good, das Steinman einst eigenhändig aufnahm (und Meat Loaf damit verärgerte). Steinman versucht mit solchen „Wiederverwertungen“ sein langsames Schaffenspensum zu kompensieren (für Bat Out of Hell II brauchte er zum Beispiel sechs Jahre).

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Meat Loaf/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[8] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1971 Stoney & Meatloaf Erstveröffentlichung: Oktober 1971
(mit Shaun Murphy)
1977 Bat Out of Hell 11
(67 Wo.)
9
(474 Wo.)
14
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 1977
1981 Dead Ringer 8
(31 Wo.)
1
(46 Wo.)
45
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. September 1981
Verkäufe: + 300.000
1983 Midnight at the Lost and Found 26
(9 Wo.)
7
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. April 1983
Verkäufe: + 60.000
1984 Bad Attitude 24
(18 Wo.)
8
(16 Wo.)
74
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 1984
Verkäufe: + 60.000
1986 Blind Before I Stop 51
(5 Wo.)
21
(3 Wo.)
28
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. September 1986
Verkäufe: + 60.000
1993 Bat Out of Hell II: Back Into Hell 1
(48 Wo.)
1
(30 Wo.)
1
(36 Wo.)
1
(59 Wo.)
1
(55 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 1993
Verkäufe: + 7.970.000
1995 Welcome to the Neighbourhood 10
(22 Wo.)
44
(1 Wo.)
10
(12 Wo.)
3
(27 Wo.)
17
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. November 1995
Verkäufe: + 2.000.000
2003 Couldn’t Have Said It Better 8
(9 Wo.)
58
(4 Wo.)
44
(10 Wo.)
4
(14 Wo.)
85
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. September 2003
Verkäufe: + 100.000
2006 Bat Out of Hell III: The Monster Is Loose 2
(18 Wo.)
5
(7 Wo.)
3
(13 Wo.)
3
(10 Wo.)
8
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Oktober 2006
Verkäufe: + 4.000.000[9]
2010 Hang Cool Teddy Bear 4
(7 Wo.)
11
(4 Wo.)
4
(7 Wo.)
4
(5 Wo.)
27
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. April 2010
Verkäufe: + 60.000
2011 Hell in a Handbasket 29
(… Wo.)
49
(… Wo.)
5
(… Wo.)
100
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. September 2011

Videografie, Filme[Bearbeiten]

Filmbiografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrizia Kurz, Ralph Isenbarth: Meat Loaf. Phönix aus der Hölle. Eine Biographie. Edel Company, Hamburg 1994, ISBN 3-927801-84-4.
  • Andreas Fallscheer: Meat Loaf. Zsolnay, Wien 1994, ISBN 3-552-05141-4.
  • Meat Loaf, David Dalton: To Hell And Back. An Autobiography. Virgin, London 2000, ISBN 0-7535-0443-X (engl.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meat Loaf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Meat Loaf – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]