Stargarder Land (Weinbauregion)

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Der Eichenberg von Schloss Rattey

Das Stargarder Land ist seit 1. Januar 2005 ein weinrechtlich bestimmtes Weinbaugebiet in Mecklenburg-Vorpommern.[1] Es ist das nördlichste Weinbaugebiet in Deutschland und darf "Deutsche Weine ohne Herkunftsbezeichnung" (früher Tafelwein, geändert durch EU-Weinrechtsänderung vom 1. August 2009) anbauen. Es entspricht territorial dem Landweingebiet Mecklenburger Landwein [2]. D.h., dass der Landwein der Region unter der Bezeichnung Mecklenburger Landwein vermarktet wird. Die Weinanbaufläche beträgt nur 3,7 Hektar und ist damit weitaus kleiner als alle anderen deutschen Weinbaugebiete. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine alte Tradition im Weinbau. In Schwerin, Güstrow und Neukloster wurden bereits im 13. Jahrhundert Reben kultiviert. Erst im Jahre 1853 wurde der gewerbliche Weinbau eingestellt, als der Weinberg von Crivitz bei Schwerin gerodet wurde.

Schloss Rattey mit seiner Rebfläche

Das Gebiet ist mit insgesamt etwa 19.000 Rebstöcken der Sorten Regent, sowie Huxelrebe, Ortega, Phoenix, Müller-Thurgau und Elbling bestockt. Betreut werden die 4,5 Hektar großen Rebflächen in Rattey vom am 1. April 1999 gegründeten Verein der Privatwinzer zu Rattey mit 520 Mitgliedern (September 2006), der auch ein Winzerfest und die Wahl einer Weinkönigin organisiert. Die kleinere Rebfläche von 0,25 Hektar in Burg Stargard, wo es schon von 1508 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Weinbau gab, betreut ein dortiger Winzerverein mit 25 Mitgliedern.

Die weinrechtlichen Grundlagen zur Einrichtung des Weinbaugebietes beruhen auf der 11. Verordnung zur Änderung der Weinverordnung vom 4. März 2004, die nach der Zustimmung des Bundesrates in der Sitzung vom 13. Februar 2004 erlassen wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stuart Pigott, Andreas Durst, Ursula Heinzelmann, Chandra Kurt, Manfred Lüer, Stephan Reinhardt: Wein spricht Deutsch. 1. Auflage. Scherz, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-502-19000-4.
  • Stefan Schmidt, Alexander Schmidt, Karl-Heinz Schmidt: Weinbau im Schatten von Burgen und Schlössern. Vom alten und neuen Weinbau im Stargarder Land und in Mecklenburg-Vorpommern. Weinoasen in Norddeutschland. Verlag Steffen, Friedland 2012, ISBN 978-3-941681-23-1.
  • Die EU-Weinmarktordnung 9. August 2009.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesverordnung zur Durchführung des Weinrechts vom 15. August 2006 (GVOBl. M-V 2006, S. 688)
  2. § 2 Nr. 13 der Weinverordnung 1995

Weblinks[Bearbeiten]

53.573113.6153Koordinaten: 53° 34′ 23″ N, 13° 36′ 55″ O