Medal of Honor

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Dieser Artikel behandelt die amerikanische Ehrenmedaille. Für die gleichnamige Spieleserie siehe Medal of Honor (Spieleserie).
Medal of Honor
Verliehen von Vereinigte Staaten von Amerika
Art Orden
Voraussetzung Angehörige der amerikanischen Streitkräfte
Verliehen für auffallenden Heldenmut
Status Wird verliehen
Daten
Stiftungsjahr 1862
Stifter Abraham Lincoln
Erstmals verliehen Sezessionskrieg
Letzte Verleihung 13. Mai 2014
Verleihungen 3.482[1]
Postum verliehen 627
Unterschiedliche Personen 3.463[1]
Rangfolge
Nächstniedrigere Auszeichnung Distinguished Service Cross
Navy Cross
Air Force Cross
Von links nach rechts die Medal of Honor der Army, Navy/Marine Corps/Coast Guard und Air Force

Die Medal of Honor (deutsch: „Ehrenmedaille“) ist die höchste militärische Auszeichnung der amerikanischen Regierung. Das Ehrenzeichen wird vom Präsidenten der Vereinigten Staaten im Namen des Kongresses an Mitglieder der amerikanischen Streitkräfte verliehen, die sich durch

“conspicuous gallantry and intrepidity at the risk of his or her life above and beyond the call of duty while engaged in an action against an enemy of the United States”

„auffallende Tapferkeit und Furchtlosigkeit bei Lebensgefahr weit über die Pflichterfüllung hinaus im Gefecht gegen einen Feind der Vereinigten Staaten“

– United States Department of the Army[2]

ausgezeichnet haben. Durch diese Verleihungsbestimmungen wird die Medal of Honor häufig posthum verliehen.

Mitglieder aller Teilstreitkräfte sind berechtigt, die Medaille zu empfangen, und es gibt drei Versionen (jeweils eine für Heer und Luftwaffe sowie eine gemeinsame für Marine, Marine Corps und Küstenwache). Dann wird die Medaille dem Empfänger, oder im Falle einer posthum verliehenen Ehrung, dem nächsten Verwandten, vom Präsidenten der Vereinigten Staaten präsentiert. Dieser tut dies im Auftrag des Kongresses und soll die Dankbarkeit der amerikanischen Bürger zum Ausdruck bringen. Wegen ihres besonderen Status wird der Medaille besonderer Schutz nach 18 USC 704 (b) gewährt, u. a. was das unberechtigte Führen anbelangt (strafbar als Vergehen bis zu 6 Monate Freiheitsstrafe und/oder Geldstrafe).[3]

Da das Ehrenzeichen im Namen des Kongresses verliehen wird, wird es manchmal auch fälschlicherweise Congressional Medal of Honor genannt.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Medaille wurde erstmals am 21. Dezember 1861 durch Genehmigung von Abraham Lincoln im Sezessionskrieg eingeführt und war die erste Auszeichnung, die ohne britisches Vorbild war. Sie sollte die Moral von Marinesoldaten heben und wurde damals auch nur an solche vergeben. Eine Medal of Honor erhielt derjenige, „der sich selbst durch seine Tapferkeit im Einsatz von den anderen abhob“. Wenig später wurde die Medaille auch von der US Army eingeführt und 1904 durch ein eigenes Band ergänzt, welches ihre Waffengattung kennzeichnete. Die US Air Force erhielt ebenfalls ein eigenes Band, jedoch erst im Jahre 1965. Die erste Medal wurde an Privat Jacob Parrott am 25. März 1863, als erstem einer 6-köpfigen Gruppe, für den Andrews-Überfall am 12. April 1862, verliehen. Die erste militärische Aktion, die mit einer Medal of Honor ausgezeichnet wurde, ereignete sich am 13. Februar 1861 in Arizona, diese wurde aber erst am 24. Januar 1894 verliehen. Colonel Bernard John Dowling Irwin hatte mit lediglich 14 Mann eine Übermacht von Indianern in die Flucht geschlagen und dabei noch 60 Kameraden aus der Gefangenschaft befreit. 1865 wurde Dr. Mary Edwards Walker für ihren Einsatz als Sanitäterin während der Ersten Schlacht am Bull Run als bis heute einzige Frau mit der Medal of Honor ausgezeichnet.

Die Kriterien für die Vergabe der Auszeichnung wurden nach dem Ende des Ersten Weltkrieges verschärft. Die Auszeichnung wird seitdem nur noch an Soldaten verliehen, die extremen Heldenmut zeigten, der über die normale Pflichterfüllung weit hinausgeht. Dieses Kriterium wird zumeist erst dann als erfüllt betrachtet, wenn ein Soldat im Kampf gegen den Feind die Erfüllung des Auftrags oder die Sicherheit seiner Kameraden vor den Erhalt des eigenen Lebens setzt („at the risk of his life above and beyond the call of duty“). Durch dieses Kriterium wird die Medaille überdurchschnittlich oft, jedoch nicht immer, postum verliehen. Seit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden rund 62 % aller Medals of Honor an gefallene Soldaten verliehen.

Seit 2003 wird zusätzlich zur Medaille auch die Medal of Honor Flag verliehen, eine Flagge mit himmelblauem Hintergrund, goldenem Rand und dreizehn weißen fünfzackigen Sternen. Sie soll das geflossene Blut getöteter ausgezeichneter Soldaten versinnbildlichen und die Ehre einer solchen höchsten Auszeichnung zusätzlich unterstreichen. Die erste derartige Flagge wurde 2005 an die Familie des im Irak getöteten Paul Ray Smith zusammen mit der Medal of Honor übergeben.

Die letzte Verleihung fand am 15. Oktober 2013 an Captain William D. Swenson statt, er erhielt die Medal of Honor für seinen Einsatz im Krieg in Afghanistan.

Aussehen[Bearbeiten]

Seit der Einführung 1862 hat die Medal of Honor einen stetigen Wandel im Aussehen erfahren. Die gegenwärtige Armeemedaille besteht aus einem Goldstern der von einem Kranz umgeben ist. Darüber ist ein Balken mit einem Adler und dem Wort “Valor” (deutsch: „Mut“). Die Medaille wird durch einen Haken einem hellblauen Seidenhalsband angehängt, das 30 mm breit und 552 mm lang ist.

Es gibt eine Version der Medaille für jede Teilstreitkraft des Verteidigungsministeriums: die Armee, Marine und Marineinfanterie sowie Luftwaffe. Vor 1965 erhielten Mitglieder des U.S. Army Air Corps, U.S. Army Air Forces und der U.S. Air Force die Armeeversion der Medaille, da das Luftwaffendesign erst dann eingeführt wurde.

Verleihungskriterien[Bearbeiten]

Medal of Honor Flag

Generell gilt für die Verleihung das Kriterium, dass der Empfänger sich durch außergewöhnliche Tapferkeit ausgezeichnet haben muss, genauer:

"Conspicuous gallantry and intrepidity at the risk of his or her life above and beyond the call of duty while engaged in an action against any enemy of the United States; while engaged in military operations involving conflict with an opposing foreign force; or while serving with friendly foreign forces engaged in an armed conflict against an opposing armed force in which the United States is not a belligerent party."

„Auffallende Tapferkeit und Furchtlosigkeit bei Lebensgefahr weit über die Pflichterfüllung hinaus bei einer Handlung gegen einen Feind der Vereinigten Staaten; während die Person in Militäreinsätzen beschäftigt ist, eingeschlossen Konflikte mit einer gegnerischen fremden Macht; oder indem die Person mit verbündeten Auslandskräften dient, die in einer bewaffneten Auseinandersetzung mit einer bewaffneten Macht sind, mit der die Vereinigten Staaten sich nicht im Krieg befinden.“

– United States Department of the Army, festgelegt am 25. Juli 1963[2]

Zusammengefasst hat der US-Kongress im Juli 1963 folgende Kriterien festgelegt, nach denen eine Verleihung der Medaille beschlossen wird:

  • Der Soldat muss sich in einem Gefecht mit einem Feind der USA befinden oder
  • der Soldat muss sich in einer militärischen Operation befinden, die einen Konflikt mit einer anderen Streitmacht beinhaltet oder
  • der Soldat muss sich, indem er in einem verbündeten Militär dient, in einem bewaffneten Konflikt gegen eine feindliche Streitmacht befinden, wobei die USA keine kriegsführende Macht darstellt.

In jedem Fall muss der Soldat dem US-Militär angehören. Staatsangehörigkeit ist dabei jedoch nicht von Belang.

Es gibt zwei Wege, für die Ehrenmedaille nominiert zu werden: Zum einen kann ein Vorgesetzter den jeweiligen Soldaten für eine Auszeichnung vorschlagen. Dies ist der Regelfall. Zum anderen kann auch ein Mitglied des Kongresses eine Verleihung vorschlagen.

Mit dem Orden verbundene Privilegien[Bearbeiten]

Medal of Honor auf Display
  • Inhaber des Ordens erhalten einen Ehrensold. Im Jahre 2011 betrug er 1.237 US-Dollar pro Monat[5] und wurde am 1. Dezember 2012 auf 1.259 US-Dollar pro Monat[6] angehoben.
Aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten wird dieser Betrag unregelmäßig angehoben.
  • Inhaber des Ordens erhalten einen 10-%-Zuschlag zu ihren Pensionen.
  • Unteroffiziere und Mannschaften erhalten einen besonderen Zuschuss zu den Kosten der Uniform.
  • Inhaber des Ordens haben bevorrechtigten Anspruch auf Mitflugmöglichkeiten bei militärischen Lufttransportflügen.
  • Sie dürfen außerdem auch nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst die Uniform nach eigenem Ermessen, mit einigen wenigen Einschränkungen, tragen. Andere Ehemalige dürfen die Uniform nur zu ganz bestimmten festlichen Anlässen tragen.
  • Die Kinder eines Trägers der Medal of Honor haben grundsätzlich immer Anspruch auf Teilnahme am Auswahlverfahren außerhalb der normalen Quoten für die Militärakademien der USA.

Unabhängig von diesen rechtlich verbrieften Sonderrechten werden Inhaber des Ordens nach amerikanischer militärischer Tradition von allen Soldaten der Streitkräfte – unabhängig von Rang und Dienstgrad – zuerst gegrüßt. Diese militärische Tradition der US-Streitkräfte entspricht vergleichbaren Traditionen in europäischen Armeen, z. B. dem Brauch in den alten deutschen Armeen vor der Bundeswehr, nach dem die Träger des Pour le Mérite oder des Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes grundsätzlich und ohne Ansehen von Rang und Dienstgrad Anspruch auf militärische Ehrenbezeugung hatten.

Ehrensold[Bearbeiten]

Jahr Ehrensold erhöht am
1916–1961 10 $ 27.04.1916
1961–1978 100 $ 16.09.1961
1979–1993 200 $ 01.01.1979
1993–1998 400 $ 01.12.1993
1998–2003 600 $ 01.12.1998
2003–2004 1.000 $ 01.09.2003
2004–2005 1.027 $ 01.12.2004
2005–2006 1.069 $ 01.12.2005
2006–2007 1.104 $ 01.12.2006
2007–2008 1.129 $ 01.12.2007
2008–2011 1.194 $ 01.12.2008
2011–2012 1.237 $ 01.12.2011
seit 2012 1.259 $ 01.12.2012

Statistik[Bearbeiten]

Beispiel für einen Gedenkstein: Darrell Lindsey

Insgesamt wurden bis heute 3481 Medaillen an 3462 verschiedene Personen verliehen, davon 9 unbekannte, 627 davon posthum. 19 Soldaten erhielten die Auszeichnung zweimal; 14 von ihnen für zwei verschiedene Kampfhandlungen, die fünf anderen erhielten sowohl die Army als auch die Navy Medal of Honor. (Seit Februar 1919 ist dies nicht mehr möglich). Seit Ende des Vietnamkrieges wurden bis heute vierzehn Medaillen verliehen, darunter elf posthum. Von den 193 in Friedenszeiten verliehenen Medaillen wurden 187 an Soldaten der Navy, fünf an Soldaten des Marine Corps und eine an den Air-Corps-Reservisten Charles Lindbergh für seine Atlantiküberquerung vergeben.

Verleihungen nach Truppengattung[Bearbeiten]

Auszeichnungen U.S.
Army
U.S.
Marines
U.S.
Navy
U.S.
Air Force
U.S.
Coast Guard
einfach 2409 296 739 18 1
doppelt 4 7 8 0 0
gesamt 2413 303 747 18 1

Verleihungen nach Konflikt[Bearbeiten]

Konflikt / Frieden Jahr Empfänger
Besetzung der Dominikanischen Republik 1916–1924 3
Besetzung von Veracruz 1914 55 + 2
Besondere Rechtsprechung
Unbekannte Soldaten WWI
1922–1923 4
Boxeraufstand 1899–1901 58 + 1
Friedenszeit 1866–1870 9
Friedenszeit 1871–1898 98 + 4
Friedenszeit 1901–1911 47 + 1
Friedenszeit 1915–1916 8
Friedenszeit 1920–1940 18
Haiti 1915 6
Haiti 1919–1920 2
I. Weltkrieg 1914–1918 119 + 5
II. Weltkrieg 1939–1945 467
Indianerkriege 1622–1924 424 + 2
Irak-Krieg 2003–2011 4
Korea Expedition 1871 15
Koreakrieg 1950–1953 137
Krieg in Afghanistan 2001–heute 9
Militärintervention Nicaragua 1912–1933 2
Moro-Rebellion 1907–1912 5
Philippinisch-Amerikanischer Krieg 1899–1902 88
Sezessionskrieg 1861–1865 1522 + 4
Schlacht von Mogadischu (UNOSOM II) 1993 2
Spanisch-Amerikanischer Krieg 1898 112
Vietnamkrieg 1955–1975 249
Summe: 3463 + 19

(rot markiert doppelte Empfänger)

Liste der Träger der Medal of Honor[Bearbeiten]

Unterartikel: Liste der Träger der Medal of Honor

Mehrfach ausgezeichnet[Bearbeiten]

Folgende 19 Personen erhielten die Medal of Honor zweimal:

Verwandte Träger[Bearbeiten]

Es gibt bisher nur zwei Vater-Sohn-Paare, die jeweils eine MOH bekommen haben:

Des Weiteren gab es bisher 5 Brüderpaare, die eine MOH bekommen haben:

  • John C. Black und William Black
  • Charles und Henry Capehart
  • Antoine und Julien Gaujot als einziges Brüderpaar, das nicht im selben „Konflikt“ ausgezeichnet wurde: Antoine im Philippinisch-Amerikanischen Krieg und Julien während der Mexikanischen Expedition, genauer für eine Aktion 1911 während der Mexikanischen Revolution, welches gleichzeitig die einzige Aktion von friedenssichernder Natur war, die ausgezeichnet wurde.
  • Harry und Willard Miller, für dieselbe Aktion.
  • Allen und James Thompson, für dieselbe Aktion.

Unbekannte Träger[Bearbeiten]

1921 wurde ein unbekannter amerikanischen Soldat geehrt, der im Amphitheater auf dem Nationalfriedhof in Arlington begraben liegt. Die Ehrung erfolgte stellvertretend für alle gefallenen amerikanischen Soldaten des Ersten Weltkrieges.

1922 wurden vier unbekannte Soldaten (je ein belgischer, englischer, französischer und italienischer), 1923 wurde außerdem noch ein unbekannter rumänischer Soldat mit der Medal of Honor geehrt. Die Ehrung erfolgte stellvertretend für alle gefallenen Soldaten dieser Länder.

1948 wurde der unbekannte amerikanische Soldat des Zweiten Weltkriegs geehrt, der im Amphitheater auf dem Nationalfriedhof in Arlington begraben liegt.

1957 wurde der unbekannte amerikanische Soldat des Koreakrieges geehrt, der im Amphitheater auf dem Nationalfriedhof in Arlington begraben liegt.

1973 wurde der unbekannte amerikanische Soldat des Vietnamkrieges geehrt, der im Amphitheater auf dem Nationalfriedhof in Arlington begraben liegt. Obwohl dieser später als First Lieutenant Michael Blassie identifiziert wurde, gilt diese Medal of Honor weiterhin als an einen unbekannten Soldaten verliehen, da sie stellvertretend für alle gefallenen Soldaten des Vietnamkrieges verliehen wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Medal of Honor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Congressional Medal of Honor Society: Medal of Honor Statistiken (englisch). Abgerufen am 12. Februar 2013.
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDepartment of the Army: Section 578.4 Medal of Honor. In: Code of Federal Regulations (englisch) Title 32, Volume 2. United States Government Printing Office, 1. Juli 2002, abgerufen am 23. Juli 2006.
  3. en:Office of the Law Revision Counsel: 18USC704(b). In: US Code Collection. Cornell Law School, abgerufen am 20. Juli 2006.
  4. Mark Mayo Boatner: Military Customs and Traditions. D. McKay, New York 1956.
  5. benefits.va.gov
  6. benefits.va.gov