Meddersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Meddersheim
Meddersheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Meddersheim hervorgehoben
49.7769444444447.6183333333333160Koordinaten: 49° 47′ N, 7° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 13,15 km²
Einwohner: 1323 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55566
Vorwahl: 06751
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 064
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Webpräsenz: www.meddersheim.de
Ortsbürgermeisterin: Renate Weingarth-Schenk (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Meddersheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Meddersheim aus südlicher Richtung fotografiert

Meddersheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Meddersheim liegt im Tal der Nahe zwischen Idar-Oberstein und Bad Kreuznach, südlich des Ortes beginnt das Nordpfälzer Bergland.

Zu Meddersheim gehören auch die Wohnplätze Lohmühle, Schliffgesmühle und Am Meisenheimer Pfad sowie das „Felke-Kurhaus Menschel“ (Englischer Hof).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In Meddersheim wurde schon in keltischer und römischer Zeit gesiedelt. Verschiedene Funde von Überresten eines römischen Gutshofes an der Römerstraße, umfangreiche Fundamente und eine antike Wasserleitung bezeugen dies.

Bis ins 13. Jahrhundert gehörte das Dorf Meddersheim den Erzbischöfen von Mainz, danach ging es in den Besitz der Wildgrafen auf der Kyrburg über, in dieser Hand blieb es bis zu den Revolutionskriegen Ende des 18. Jahrhunderts. Immer teilten sich mehrere Herrschaften die Lehens-,und Zehntrechte. Die Franzosen übernahmen 1798 auf dem Linken Rheinufer die französischen Verwaltungsstrukturen, Meddersheim wurde Sitz einer Mairie im Kanton Meisenheim, der zum Saardepartement gehörte und die Gemeinden Meddersheim, Kirschroth und Staudernheim umfasste. Spätestens unter Napoleon wurde die Realteilung eingeführt. Das führte zur Zersplitterung der Betriebe und vielfach zur Verelendung der Klein- und Kleinstbauern. Nach dem Ende der französischen Herrschaft (1814) wurde Meddersheim 1816 dem Oberamt Meisenheim zugeteilt und Sitz einer Oberschultheißerei. Somit war Meddersheim mit dem Oberamt Meisenheim Exklave von Hessen-Homburg geworden.

1869 kam das Gebiet an Preußen, Meddersheim gehörte nun zum Kreis Meisenheim im Regierungsbezirk Koblenz in der Rheinprovinz. 1919 wurden die Bürgermeistereien Meddersheim und Merxheim zusammengelegt. 1940 wurde das Amt Meddersheim (Bezeichnung seit 1927) dem Amt Sobernheim zugeteilt, aus welchem dann 1969 in die Verbandsgemeinde Sobernheim entstand.

In der Lehmkaut waren bis in die 1960er Jahre die Reste einer Backsteinbrennerei zu sehen. Hier wurden vor Ort Feldbrandsteine gebrannt. In der ehemaligen Töpferei des Andreas Gottfried wurden bis 1968 Töpferwaren hergestellt.

Der hier in den magereren Böden der Schiffelheiden umfangreich angebaute Flachs wurde in einer großen, vermutlich genossenschaftlich organisierten Flachsdarre geröstet. Im Bereich der Brechkaut und der Brechlöcher gab es größere Feuergewölbe. An deren Ende befand sich der Heißluftschacht von ca. 2 x 3 m, auf dem der Flachs geröstet wurde, um ihn dann zu brechen und zu hecheln.

Die ehemaligen Hirtenhäuser der Hütegemeinschaft gibt es seit den 1950er Jahren nicht mehr. Zeitweise waren fünf Mühlen und eine Schweinemast in der Gemarkung Meddersheim verzeichnet. Am Ilsberg befand sich ein Steinbruch. Die roten Tonschiefer-Sandsteine wurden etwa bis Ende des 18. Jahrhunderts verbaut. Danach fanden gelb-graue Bruchsandsteine aus umliegenden Dörfern Verwendung.

In der Reformation wurden die Einwohner Meddersheims unter der damaligen Landesherrschaft evangelisch. Bei der Kirchenrenovierung der Evangelischen Martinskirche von 1964 wurde der barocke Zaun um den Altar entfernt. Die Kirche wurde über Generationen simultan genutzt. Während der katholischen Messe wurde die Zauntür verschlossen. Einige Epitaphien, ein deckenhoher Sakramentsschrein im gotischen Chor und eine Stummorgel zeugen mit dem Bilderzyklus an der Empore vom Wohlstand dieses Wein-, Bauern- und Handwerkerdorfes.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Meddersheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 754
1835 ~ 800
1871 868
1905 745
1939 718
1950 845
Jahr Einwohner
1961 744
1970 747
1987 1.163
1997 1.311
2005 1.388
2012 1.323

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Meddersheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG UWG Gesamt
2009 3 3 5 5 16 Sitze
2004 3 2 7 4 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau auf silbernem Roß der golden nimbierte, rot gekleidete St. Martin, der mit silbernem Schwert den roten Mantel dem auf der Erde sitzenden Bettler zuteilt; im linken Obereck ein goldenes Schildchen, darin ein roter, blau gekrönter Löwenkopf.“

Die Martinsszene entstammt einem alten Gerichtssiegel. Der Löwe verweist auf die Linie Salm-Kyrburg der Wild- und Rheingrafen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kultur- und Naturdenkmale[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Meddersheim gehört zum Weinbaugebiet Nahe. Weit über die Grenzen des Landkreises hinaus ist Meddersheim für sein Weinfest bekannt. Die örtlichen Winzer bieten ihre Weine jeweils am letzten Wochenende im August auf dem Dorfplatz an. Dort beginnt das Fest traditionell mit dem Anstich und kostenlosen Weinausschank aus dem Weinfass Meddersheim durch den amtierenden Ortsbürgermeister. Außerdem versorgen die örtlichen Vereine die Gäste mit alkoholfreien Getränken und Speisen. Dieses Fest zieht jedes Jahr Hunderte von Menschen in das Weindorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meddersheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 17 (PDF; 2,2 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen