Medea-Klasse

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Flagge
Medea-Klasse
Die HMS Melampus
Die HMS Melampus
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 4
Bauwerft

John Brown & Company, Clydebank, BauN°429/430
Fairfield Shipbuilding & Eng. Co.,
Govan, BauN° 500/501

Kiellegung ab April 1914
Stapellauf 16. Dezember 1914 bis
27. März 1915
Dienstzeit

1915–1921

Verbleib ein Kriegsverlust 1916
drei 1921 zum Abbruch verkauft
Technische Daten
Verdrängung

Standard: 1040 ts

Länge

über alles: 83,4 m (273.5 ft)

Breite

8,1 m (26.5 ft)

Tiefgang

3,2 m (10.5 ft)

Besatzung

80 Mann

Antrieb

Yarrow-Dampfkessel,
Brown-Curtis-Dampfturbinen
25.000 PSw auf 3 Wellen

Geschwindigkeit

32 kn

Bewaffnung

3 × 4"-102 mm-Mk.IV-Geschütze
1 × Pom-Pom Mk.II-Flak
4 × 21 in-533 mm-Torpedorohre (2×2)

Treibstoffvorrat

270 t Heizöl

Die Medea-Klasse war eine Klasse von Zerstörern, die bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs für die Griechische Marine im Bau waren. Sie wurden von der Royal Navy übernommen und für den Kriegseinsatz fertiggestellt. Alle Schiffe wurden auf Grund ihrer Herkunft nach Gestalten der griechischen Mythologie benannt.

Entwurf[Bearbeiten]

Die Boote der Medea-Klasse wurden nach einem privaten Entwurf gebaut, der den zeitgleich konstruierten diversen Bauten der M-Klasse grob ähnelte. Sie besaßen drei Schornsteine, von denen der vordere größer war. Ungewöhnlich war, dass der Hauptmast höher ausfiel als der Vormast, was zu einem unverwechselbaren Erscheinungsbild führte. Die drei 4″-Geschütze verteilten sich auf das Vorderdeck, den Platz zwischen dem ersten und zweiten Schornstein und das Achterdeck. Jeweils zwei Schiffe liefen bei John Brown & Company in Clydebank und bei Fairfield Shipbuilding and Engineering Company in Govan vom Stapel.

Einsatz der Boote[Bearbeiten]

Nach ihrer Fertigstellung kamen die Boote der Medea-Klasse zur 10.Zerstörerflottille der „Harwich Force“. Am 24. März 1916 sicherte die Harwich Force einen weiteren Angriff auf eine Luftschiffbasis von der HMS Vindex,[1] der sich irrtümlich gegen Hoyer, an der Küste Schleswigs hinter Sylt, richtete, wo die Briten die Luftschiffhallen vermuteten, die sich tatsächlich wenig weiter von der Küste in Tondern befanden. Am 25. März 1916 flogen zwei Sopwith Baby[2] und drei Short 184 einen Angriff auf den Luftschiffhafen. Sie fanden ihr genaues Ziel jedoch nicht; nur zwei Maschinen kehrten zur Vindex zurück.[3] Auf der Suche nach den fehlenden Flugzeugen und deutschen Vorpostenbooten rammte der Zerstörer HMS Laverock nahe List (Sylt) die HMS Medusa, die bei schwerer See nach Abbringen der Besatzung sank. Sie war das einzige Schiff der Klasse, das im Weltkrieg verloren ging.

Bei Kriegsende war die Melpomene bei der 6.Zerstörerflottille der „Dover Patrol“ im Einsatz, während Medea und Melampus in Tees bzw. Harwich U-Boot-Flottillen zugeordnet waren.

Schiffe der Klasse[Bearbeiten]

  • HMS Medea – Am 8. April 1914 bei John Brown & Company als Kriti unter BauN°429 auf Kiel gelegt, am 30. Januar 1915 vom Stapel gelassen und im Mai 1915 fertiggestellt. Am 9. Mai 1921 an Ward, Milford Haven, zum Abwracken verkauft(Oktober 1922 eingetroffen).
  • HMS Medusa – 1914 bei John Brown & Company als Lesbos unter BauN°430 auf Kiel gelegt, am 27. März 1915 vom Stapel gelassen und 1915 fertiggestellt. Am 25. März 1916 nahe List (Sylt) durch HMS Laverock gerammt, sank Medusa beim Abschleppen in schwerer See. Die britischen Zerstörer sollten die deutschen Vorposten angreifen. Sie gehörten zur Begleitung des Seeflugzeugträgers HMS Vindex, dessen Flugzeuge die Luftschiffhallen von Tondern angriffen.
  • HMS Melampus – 1914 bei Fairfield Shipbuilding and Engineering Company als Melampus unter BauN°500 auf Kiel gelegt, am 16. Dezember 1914 vom Stapel gelassen und am 29. Juni 1915 fertiggestellt. Am 22. September 1921 an Cohen zum Abwracken in Deutschland verkauft.
  • HMS Melpomene – 1914 bei Fairfield Shipbuilding in Govan als Samos unter BauN°501 auf Kiel gelegt, am 1. Februar 1915 vom Stapel gelassen und am 16. August 1915 fertiggestellt. Am 9. Mai 1921 an Ward, New Holland, zum Abwracken verkauft.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vindex in der englischsprachigen Wikipedia (ehemalige Isle of Man-Fähre, 2950 tn.l., 23 kn, vorne Startdeck, 3. November 1915 erster Landflugzeugstart von einem Schiff der Royal Navy)
  2. Sopwith Baby in der englischsprachigen Wikipedia (einsitziges Seeflugzeug, 160 km/h, 2,25 h Ausdauer)
  3. J. M. Bruce: The Sopwith Tabloid, Schneider and Baby. In: FLIGHT magazin, 22. November 1957