Media vita in morte sumus

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Media vita in morte sumus ist der Beginn einer lateinischen Antiphon, die Notker I. zugeschrieben wird, aber wahrscheinlich schon um das Jahr 750 im Fränkischen Reich entstanden ist. Sie lässt sich etwa mit „Mitten im Leben sind wir des Todes“ übersetzen. Die traditionelle Übersetzung lautet: „Inmitten des Lebens sind wir vom Tode umfangen“ bzw. „Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“. Es steht für den Vergänglichkeitsgedanken speziell in der Barock-Zeit, siehe dazu auch Vanitas. Verwendung fand es zudem in Hartmanns von Aue mittelhochdeutscher Verserzählung „Der arme Heinrich“ (v. 93f.).

Die Antiphon wurde u. a. von Martin Luther 1524 ins Deutsche übertragen, siehe Wikisource Wikisource: Mytten wir ym leben synd. Sie findet sich im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 518, man vergleiche im Gotteslob Nr. 654.

Die bayerischen Guglmänner verwenden die Phrase als ihren Wahlspruch.

Ein Echo dieses Gedankens finden wir auch in Rilkes berühmtem, oft als Grabspruch verwendeten Kurzgedicht „Schlußstück“ („Der Tod ist groß […] Wenn wir uns mitten im Leben meinen | wagt er zu weinen | mitten in uns“).

Weblinks[Bearbeiten]