Medizinische Mikrobiologie

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Die Medizinische Mikrobiologie ist ein Zweig der Mikrobiologie und befasst sich mit den krankheitserregenden (pathogenen) Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Protozoen).

Unterteilungen[Bearbeiten]

Man unterscheidet die Humanmedizinische Mikrobiologie (Krankheitserreger des Menschen) und die Veterinärmedizinische Mikrobiologie (Krankheitserreger der Tiere). Außerdem kann nach der taxonomischen Gruppe der Krankheitserreger unterschieden werden: Medizinische Bakteriologie, Medizinische Virologie, Medizinische Mykologie (Pilze), Medizinische Parasitologie.

Im Vordergrund steht die Erforschung der Struktur und Physiologie der Krankheitserreger (Pathogene), der Wechselbeziehungen zwischen den Pathogenen und ihren Wirten, die Erfassung und der Nachweis der Pathogene (Diagnose) sowie die Therapie und die Prävention der durch Mikroorganismen verursachten Krankheiten.

Da eine Infektion des Wirts mit den Krankheitserregern Voraussetzung für die Manifestation der betreffenden Krankheit ist, spricht man von Infektionskrankheiten.

Der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie[Bearbeiten]

Nach einem absolvierten Medizinstudium besteht in Deutschland die Möglichkeit, als Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie tätig zu werden. Hierfür bedarf es einer fünfjährigen Weiterbildungszeit:

  • 4 Jahre Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, hierauf anrechenbar: 1 Jahr Hygiene und präventive Umweltmedizin oder Laboratoriumsmedizin.
  • 1 Jahr in einem Bereich der unmittelbaren Patientenversorgung.

Die gesamte Weiterbildung kann sowohl in der Klinik als auch bei niedergelassenen Ärzten abgeleistet werden, sofern die entsprechende Weiterbildungsbefugnis vorliegt.

Statistik: Am 1. Januar 2009 waren in der BRD 985 Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie registriert, von denen 205 niedergelassen waren. 319 übten keine ärztliche Tätigkeit aus.

Zertifikat für Biologen

Seit 2007 gibt es auch für Biologen die Möglichkeit, ein Zertifikat als „Fach-Naturwissenschaftler für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie (Medizinischer Fachmikrobiologe)“ der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) und des Berufsverbands der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI) zu erwerben.

Mediziner erhalten in Deutschland mit der Approbation als Arzt oder Tierarzt die Erlaubnis, mit pathogenen Erregern zu arbeiten. Biologen müssen diese Kenntnisse durch Bestätigung entsprechend langer „Laborzeiten“ erst nachweisen.

Medizinisch relevante Bakterien[Bearbeiten]

In der folgenden Übersicht werden die medizinisch relevanten Bakterien in einer pragmatischen Einteilung dargestellt. Diese Einteilung entspricht nicht der zur Zeit gültigen Taxonomie auf phylogenetischer Grundlage.

Bakterien ohne feste Zellwand[Bearbeiten]

Bakterien mit dünner Zellwand (meist gramnegativ)[Bearbeiten]

Bakterien mit mehrlagiger Mureinschicht (Firmicutes, meist grampositiv)[Bearbeiten]

  • Aerobe und fakultativ anaerobe Kokken

Literatur[Bearbeiten]

  • Moselio Schaechter, John L. Ingraham, Frederick C. Neidhardt: Microbe: Das Original mit Übersetzungshilfen (Easy-Reading-Ausgabe). Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 3-8274-1798-8 (Lehrbuch der Allgemeinen Mikrobiologie)
  • Michael Rolle, Anton Mayr (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre. 8. Auflage. Enke Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8304-1060-7
  • Helmut Hahn, Dietrich Falke, Stefan H. E. Kaufmann, Uwe Ullmann (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 5. Auflage. Springer-Verlag, Heidelberg 2004, ISBN 3-540-21971-4.
  • Herbert Hof, Gernot Geginat (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie. 2. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-13-125312-6
  • Susanne Modrow, Dietrich Falke, Uwe Truyen: Molekulare Virologie. Eine Einführung für Biologen und Mediziner Spektrum-Lehrbuch. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1086-X.
  • Ursula Theuretzbacher: Mikrobiologie im klinischen Alltag. Erreger, Diagnostik, Therapie, 2. Auflage. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-016665-4

Weblinks[Bearbeiten]