Medizinische Tastuntersucherin

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Die Medizinische Tastuntersucherin (MTU) untersucht mit Hilfe der Palpationsdiagnostik die weibliche Brust im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen gegen Brustkrebs.

Die Idee[Bearbeiten]

Der Duisburger Gynäkologe Frank Hoffmann hatte im Jahr 2006 die Idee, den besonders gut entwickelten Tastsinn von blinden Frauen zu nutzen, um die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern. Im Rahmen des Modellprojektes „Discovering hands“ (Entdeckende Hände) wurde die Untersuchungsmethode auf ihren Erfolg überprüft, die Qualifizierung zur Medizinischen Tastuntersucherin (MTU) konzipiert und somit ein neues Berufsfeld für sehbehinderte Menschen geschaffen. Die Akzeptanz der Patientinnen ist durch die Intensität und persönliche wie zeitliche Zuwendung –in der Regel dauert eine Untersuchung 30 Minuten–[1] überaus groß.

Untersuchung[Bearbeiten]

Zur Untersuchung wird die Brust mit Orientierungsstreifen abgeklebt, um sie in verschiedene Zonen einzuteilen und so eine Lokalisierung zu ermöglichen. Werden bei der Abtastung Auffälligkeiten erspürt, werden die Koordinaten notiert und der Arzt informiert. Dieser allein ist für die Diagnose zuständig und kann dann gezielt weitere Maßnahmen einleiten. Die Kosten der Untersuchung von 25 bis 35 Euro[2] werden als individuelle Gesundheitsleistung bisher nur von wenigen Krankenkassen übernommen.

Ausbildung[Bearbeiten]

Die theoretische und praktische Ausbildung zur MTU beträgt zwei Jahre und wird derzeit in den Berufsförderungswerken in Düren, Halle, Mainz, und Nürnberg angeboten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SBK BKK: Ein innovatives Angebot zur Brustkrebsfrüherkennung, abgerufen am 15. Januar 2011
  2. Spiegel.de: Blinde Frauen sollen Brustkrebs ertasten, Vom 22. Juli 2009, abgerufen am 15. Januar 2011