Medizinische Universität Innsbruck

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Medizinische Universität Innsbruck
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Gründung 2004 (als Universität, 1669 als Fakultät)
Trägerschaft staatlich
Ort Innsbruck, Österreich
Rektorin Helga Fritsch
Studenten ca. 2.800
Mitarbeiter 1.800
Jahresetat 260 Mio. Euro
Website www.i-med.ac.at

Die Medizinische Universität Innsbruck (Österreich) wurde am 1. Januar 2004 gegründet. Bis dahin war sie eine Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (gegründet 1669). Sie ist die Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol, Liechtenstein und Luxemburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Medizin hat in Innsbruck eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1307 wurde in Schwaz in der Nähe von Innsbruck ein erstes Stadtspital eröffnet. Aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums bedingt durch den florierenden Silberbergbau wurde es notwendig, eigene Ausbildungsstrukturen zu entwickeln. So wurde im Jahr 1669 durch Kaiser Leopold I. die Universität Innsbruck gegründet und 1674 auch eine Medizinische Fakultät, die erste im Alpenraum, errichtet.[1] Ein Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte war die Schaffung der österreichweit ersten Lehrkanzel für Chirurgie im Jahr 1733. Später wurde die Universität Innsbruck zweimal aufgelöst und wiedereröffnet. 1869 erfolgte die endgültige Wiedereinrichtung durch Leopold Hasner von Artha. Am 1. Januar 2004 wurde die traditionsreiche Fakultät zur eigenständigen Universität erhoben.

Nobelpreisträger[Bearbeiten]

  • Fritz Pregl, 1923 für Chemie (für die Entwicklung der organischen Mikrometeranalyse), 1910–1913 Ordinarius für Medizinische Chemie in Innsbruck
  • Adolf Windaus, 1928 für Chemie (für die Konstitutionsaufklärung der Sterine und ihrer Beziehung zu den Vitaminen), 1913–1915 Ordinarius für Medizinische Chemie in Innsbruck
  • Hans Fischer, 1930 für Chemie (für die Synthese des Hämins), 1916–1918 Ordinarius für Medizinische Chemie in Innsbruck

Gremien[Bearbeiten]

Organigramm Medizinische Universität Innsbruck

Die Leitungsorgane der Medizinischen Universität Innsbruck sind der Universitätsrat, das Rektorat (bestehend aus dem Rektor und den Vizerektoren) und der Senat, deren Aufgaben im Universitätsgesetz (UG) 2002 geregelt sind.

Universitätsrat[Bearbeiten]

Der Universitätsrat ist das Kontrollorgan der Universität und Bindeglied zwischen dieser und dem Ministerium. Der Universitätsrat besteht in seiner 3. Periode Beginn: 1. März 2013 aus folgenden Personen:[2]

Rektorat[Bearbeiten]

Der/Die RektorIn ist Vorsitzende/r des Rektorates, das die Universität leitet und nach außen vertritt. Seit 1. Oktober 2013 ist Helga Fritsch in diesem Amt. Die Vizerektoren im Team Fritschs und ihre Aufgabengebiete sind:

  • Gustav Fraedrich, klinische Angelegenheiten
  • Peter Loidl, Lehre und Studienangelegenheiten
  • Christine Bandtlow, Forschung und Internationales
  • Claudius Kaloczy, Finanzenangelegenheiten und Organisationsentwicklung[3]

Senat[Bearbeiten]

Der Senat besteht aus 26 Personen. 13 Vertreter gehören zur Kurie der Universitätsprofessoren, sechs Vertreter zur Kurie der Universitätsdozenten und der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Forschungs- und Lehrbetrieb, eine Mandatarin vertritt die allgemeinen Universitätsbediensteten und sechs Studierende vertreten die Studentenschaft. Vorsitzender des Senats ist in der aktuellen Funktionsperiode Martin Krismer.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Organisationseinheiten der Medizinischen Universität Innsbruck gliedern sich in einen medizinisch-theoretischen Bereich, einen klinischen Bereich und in weitere (Service-) Einrichtungen. Die Kliniken sind am Tiroler Landeskrankenhaus angesiedelt, das gleichzeitig als Universitätsklinik fungiert.

Medizinisch-theoretischer Bereich[Bearbeiten]

  • Biozentrum Innsbruck
  • Department für Physiologie und Medizinische Physik
  • Department für Medizinische Genetik, Molekulare und Klinische Pharmakologie
  • Department für Anatomie, Histologie und Embryologie
  • Department für Hygiene, Mikrobiologie und Sozialmedizin
  • Institut für Pharmakologie
  • Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie
  • Institut für Pathologie
  • Institut für Gerichtliche Medizin
  • Center for Chemistry and Biomedicine

Klinischer Bereich[Bearbeiten]

  • Department Operative Medizin
  • Department Innere Medizin
  • Department Psychiatrie und Psychotherapie
  • Department Neurologie und Neurochirurgie
  • Department Frauenheilkunde
  • Department Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Hör-, Stimm- und Sprachstörungen
  • Department Radiologie
  • Department Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Department Nuklearmedizin und Strahlentherapie
  • Department Kinder- und Jugendheilkunde
  • Univ.-Klinik für Dermatologie
  • Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie
  • Gemeinsame Einrichtung „Frauen-Gesundheitszentrum“
  • Gemeinsame Einrichtung für Neurowissenschaften

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Gene Discovery Core Facility
  • Integriertes Forschungs- und Therapiezentrum
  • Christian-Doppler-Labor für Entzündungsbiologie bei gastroenterologischen Erkrankungen
  • Zentrale Versuchstieranlage
  • Ethikkommission

Schwerpunkte[Bearbeiten]

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre tätig und vor allem für die Transplantationsmedizin, die Biowissenschaften und die Neurowissenschaften bekannt. Sie ist aber auch für die medizinische Versorgung der Tiroler Bevölkerung zuständig und arbeitet dabei mit der Tiroler Landeskrankenanstalten Ges.m.b.H. (Tilak) zusammen. In Innsbruck wurde 1993 der erste österreichische Spezialforschungsbereich „Biologische Kommunikationssysteme“ eingerichtet. 2003 folgte ein zweiter Spezialforschungsbereich zum Thema „Zellproliferation und Zelltod in Tumoren“. Im Bereich der Krebsforschung gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Tiroler Krebsforschungsinstitut und dem 2008 eingerichteten Exzellenzzentrum Oncotyrol.

Lehre[Bearbeiten]

Lehre Medizinische Universität Innsbruck

An der medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studiengänge angeboten:

  • Bachelorstudium Molekulare Medizin (Q033 302)
  • Diplomstudium Humanmedizin (Q202)
  • Diplomstudium Zahnmedizin (Q203)
  • Doktoratsstudium der medizinischen Wissenschaften – Doctor of Philosophy(Q794 440)
  • Doktoratsstudium der klinisch medizinischen Wissenschaften – clinical PhD (Q794 445)

Darüber hinaus existieren derzeit drei Doktoratskollegs, „Molecular Cell Biology and Oncology“ (MCBO) und „Signal Processing in Neurons“ (Georg Dechant) und "Host Response in Opportunistic Infections" (HOROS) an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Als postgraduale Vertiefung kann ein PhD-Studium oder Clinical PhD angeschlossen werden. Im Herbst 2011 wurde das Bachelor-Studium der Molekularen Medizin eingeführt. Im PhD (Doctor of Philosophy) Studienprogramm stehen neun unterschiedliche, interdisziplinär organisierte Programme zur Verfügung. Bereits tätige Ärzte haben mit dem Doktoratsstudium Clinical PhD die Möglichkeit, ihre wissenschaftliche Forschungsarbeit weiter voranzutreiben.

Bachelorstudium Molekulare Medizin[Bearbeiten]

Das Studium wird seit dem Studienjahr 2011/2012 erstmals an der MUI angeboten. Jährlich werden dafür 30 Studienplätze für das erste Semester vergeben, wobei im Gegensatz zu den angebotenen Diplomstudien die Quotenregelung hier nicht zur Anwendung kommt.[4] Im Anschluss an das sechs Semester andauernde Bachelorstudium (180 ECTS) kann ein Master in weiteren vier Semestern absolviert werden, sowie ein Ph.D. im Ausmaß von sechs Semestern im Anschluss an das Masterstudium. Diese Studiengänge werden an der Medizinischen Universität in Innsbruck allerdings noch nicht angeboten, da es noch keine Studenten gibt, welche die Voraussetzungen dafür erfüllen.[5]

Der Abschluss des Bachelor-Studiums führt zum Erlangen des akademischen Grads Bachelor of Science (B.Sc.)

Diplomstudium Humanmedizin[Bearbeiten]

Das Diplomstudium der Humanmedizin dauert zwölf Semester und umfasst ein Gesamtstudienausmaß von 252 Semesterstunden. Davon sind 237 Semesterstunden auf Pflichtfächer und 15 Semesterstunden auf freie Wahlfächer verteilt. 35 Prozent der Pflichtfächer sind in Form von Praktika oder Seminaren abzuhalten. Zusätzlich zu den 252 Semesterstunden sind zwei Wochen praktische Tätigkeit in einer Pflegeeinrichtung zu absolvieren, sowie zwölf Wochen Pflichtfamulatur und 32 Wochen an klinisch-praktischer Tätigkeit im Rahmen des klinisch-praktischen Jahres.[6] Jedes Jahr werden an der MUI 360 Studienplätze für Humanmedizin, Zugangsbeschränkt durch den Eignungstest für das Medizinstudium (EMS), an Studienanfänger vergeben.[7] Die ersten sechs Semester werden durch die starke fachliche Überschneidung gemeinsam mit den Studenten der Zahnmedizin geführt.

Der Abschluss des Studiums führt zum Erlangen des akademischen Grads Dr.med.univ.

Diplomstudium Zahnmedizin[Bearbeiten]

Das Diplomstudium der Zahnmedizin dauert 12 Semester und umfasst ein Gesamtstundenausmaß von 218 Semesterstunden. Davon sind 208 Semesterstunden als Pflichtfächer und zehn Semesterstunden als freie Wahlfächer zu absolvieren. 33 % der Pflichtfachstunden werden in Form von Praktika und Seminaren abgehalten. Zusätzlich zu den 218 Semesterstunden sind zwei Wochen praktische Tätigkeit in einer Pflegeeinrichtung zu absolvieren sowie ein verpflichtendes Praktikum im Ausmaß von 72 Wochen.[8] Gegliedert ist das Studium in drei Studienabschnitte. Der erste Studienabschnitt (1. und 2. Semester) wird mit der ersten Diplomprüfung, erste Summative integrierte Prüfung (SIP1), abgeschlossen und berechtigt bei Bestehen zum Aufstieg in den zweiten Studienabschnitt. Dieser umfasst vier Semester (3.-6. Semester) und wird mit der zweiten Diplomprüfung, SIP 3A abgeschlossen. Der dritte Studienabschnitt umfasst sechs Semester (7.-12. Semester). Die ersten sechs Semester werden durch die starke fachliche Überschneidung gemeinsam mit den Studenten der Humanmedizin geführt.

Für den Studiengang Zahnmedizin werden an der MUI jährlich 40 Plätze im Rahmen des Aufnahmetests Zahnmedizin (MedAT-Z) über die Quotenregelung für Studienanfänger vergeben.

Der Abschluss des Studiums führt zum Erlangen des akademischen Grads Dr.med.dent.

Doktoratsstudium der medizinischen Wissenschaften[Bearbeiten]

Das Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaften kann nach Abschluss des Diplomstudiengangs Humanmedizin, Zahnmedizin oder eines facheinschlägigen naturwissenschaftlichen Diplomstudiums absolviert werden bzw. im Anschluss eines Studiums, das in Umfang und Studiendauer in einem naturwissenschaftlichen Fachgebiet gleichwertig ist und für die Teilnahme an einem Doktoratsstudienprogramm an der Medizinischen Universität Innsbruck die fachlichen Voraussetzungen bietet. Das Studium dauert sechs Semester, dies entspricht 180 ECTS. Den Studenten wird nach dem Abschluss der akademische Grad Doctor of philosophy (PhD) verliehen. Das Doktoratsstudium an der Medizinischen Universität Innsbruck dient der Befähigung zu selbstständiger wissenschaftlicher Arbeit sowie der Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der medizinischen Wissenschaften.

Das Gesamtstundenausmaß umfasst 30 Semesterstunden, von denen 24 obligatorisch zugeordnet werden und die restlichen sechs aus einem bestimmten Angebot ausgewählt werden können. Des Weiteren muss eine Dissertation aus einem im Studienplan festgelegten Programm ausgewählt werden. Zum Abschluss des Studiums ist eine Approbation der Dissertation notwendig und die Vorstellung derselben beim am Ende des Studiums stattfindenden Rigorosum.[9]

Doktoratsstudium der klinisch-medizinischen Wissenschaften[Bearbeiten]

Das Doktoratsstudium der klinisch-medizinischen Wissenschaften kann nach Abschluss des Diplomstudiums Humanmedizin oder Zahnmedizin bzw. im Anschluss eines Studiums an einer anerkannten in- oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung, das im Umfang einem Diplomstudium gleichwertig ist und für die Teilnahme an einem Programm des Studiengangs „Doktoratsstudium der klinisch-medizinischen Wissenschaft“ an der Medizinischen Universität Innsbruck die fachlichen Voraussetzungen bietet, absolviert werden.[10] Das Studium dauert sechs Semester und den Studenten wird nach dem Abschluss der akademische Grad Doctor of philosophy (PhD) verliehen. Das Doktoratsstudium der klinisch-medizinischen Wissenschaft an der Medizinischen Universität Innsbruck dient der Befähigung zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit sowie der Heranbildung des ärztlich tätigen wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der klinisch-medizinischen Wissenschaft.

Das Doktoratsstudium hat eine Studiendauer von mindestens drei Jahren (180 ECTS) und gilt als abgeschlossen, wenn die Lehrveranstaltungen erfolgreich absolviert (§ 6), die Dissertation approbiert (§ 7) und die Defensio (§ 8) erfolgreich abgelegt wurden. Die Phasen des Studiums werden individuell in einem Studienvertrag (Study Agreement) festgelegt. Eine der Phasen ist das Forschungsjahr, das durchgehend absolviert werden muss. In mindestens einer Phase des Studiums ist die gleichzeitige Aufnahme einer fachärztlichen Weiterbildung erwünscht. Das Studium ist in dieser Phase berufsbegleitend.

Der Umfang der Basislehrveranstaltungen wird mit 12 ECTS und der programmspezifischen Lehrveranstaltungen mit 28 ECTS festgelegt.

Forschung[Bearbeiten]

Die Forschung ist das Rückgrat des medizinischen Fortschritts. Die medizinische Wissenschaft hat in Innsbruck eine lange Tradition: Besonders herausragend in der Vergangenheit war die „Schule der Medizinischen Chemie“ – drei aufeinander folgende Lehrstuhlinhaber erhielten einen Nobelpreis. Ein kompakter Campus mit hervorragender Labor- und Klinikinfrastruktur ist der Garant für eine erfolgreiche Gegenwart und viel versprechende Zukunft der Forschung in Innsbruck. 1993 wurde in Innsbruck der erste österreichische Spezialforschungsbereich „Biologische Kommunikationssysteme“ eingerichtet. 2003 folgte ein zweiter Spezialforschungsbereich zum Thema „Zellproliferation und Zelltod in Tumoren“. Gemeinsam mit der Universität Innsbruck betreibt die Medizinische Universität Innsbruck seit 2010 auch den Spezialforschungsbereich „Zelluläre Signalwege bei chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems“. Im Bereich der Krebsforschung gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Tiroler Krebsforschungsinstitut und dem 2008 eingerichteten Exzellenzzentrum Oncotyrol. Derzeit wird an der Medizinischen Universität Innsbruck zu folgenden Schwerpunkten intensiv geforscht:

Die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck ist auch im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national als auch international sehr erfolgreich.

Patientenversorgung[Bearbeiten]

Bei der Versorgung von Patienten arbeitet die Medizinische Universität Innsbruck eng mit dem Land Tirol und seinen entsprechenden Einrichtungen zusammen. Sie wird dabei maßgeblich von der Tiroler Landeskrankenanstalten Ges.m.b.H (Tilak) mit ihrer Logistik und ihren Landeskrankenhäusern unterstützt.

Wissenschaftliches Fehlverhalten[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 berichteten Forscher um den Urologen Hannes Strasser der Medizinischen Universität Innsbruck in medizinischen Journalen, dass sie Inkontinenz erfolgreich mit Stammzellen behandelt hätten [11]. Bei der Behandlung von Patienten zeigten sich jedoch Misserfolge, woraufhin diese im April 2008 die Universitätsklinik auf Schmerzensgeld verklagten [12]. Bei der darauffolgenden Untersuchung der Studien stellte die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit schwere Mängel an den Studien fest. So seien die erforderlichen Genehmigungen von Ethikkommissionen nicht eingeholt worden, Patienten hätten nicht gewusst, dass die Behandlung experimentell sei und seien nicht versichert gewesen. Weiterhin seien einige der vorgelegten Dokumente gefälscht und die Studie weise auch methodische Probleme auf.[13][14][15] Die Fachzeitschrift Nature nannte dies „den größten Fall von wissenschaftlichem Fehlverhalten in Österreich“[16].

Kurz nach Bekanntwerden wurde der Rektor der Medizinischen Universität, Clemens Sorg vom Universitätsrat am 21. August 2008 abberufen.[17] Während der Universitätsrat bestreitet, dass die Absetzung im Zusammenhang mit dem Fälschungsskandal zu sehen ist, gehen einige Zeitungen davon aus, dass Sorg wegen seines Willens, für Aufklärung zu sorgen, abgesetzt wurde.[18][19][20] Nachdem Hannes Strasser nach Bekanntwerden des Fälschungsskandals entlassen worden war, musste man ihm aufgrund eines Gerichtsurteils im Jahre 2011 den Lehrstuhl auf der medizinischen Universität Innsbruck wieder zur Verfügung stellen.[21]

Um in Zukunft wissenschaftlichem Fehlverhalten besser begegnen zu können, hat die Medizinische Universität Innsbruck auf Anregung des Universitätsrates ein unabhängiges „Scientific Integrity Board“ eingerichtet.[22] Mitglieder sind der Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, Peter Suter, Christine Mannhalter von der Medizinischen Universität Wien und Peter Schick von der Universität Graz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universität Innsbruck, Zeittafel
  2. Medizinischer Universitätsrat Universität Innsbruck
  3. Neues Rektorat der Medizinischen Universität Innsbruck: Die vier VizerektorInnen wurden gewählt. Abgerufen am 9. September 2013.
  4. Mitteilungsblatt der Medizinischen Universität Innsbruck. 18. Mai 2011, abgerufen am 20. November 2012 (pdf 69kb).
  5. Studium der molekularen Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Abgerufen am 23. Oktober 2011.
  6. Studienplan Humanmedizin. Medizinische Universität Innsbruck, 1. Juni 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011 (pdf 238 kB, 1.1 Dauer und Gliederung).
  7. Eignungstest Medizinstudium. EMS-AT. Abgerufen am 24. Oktober 2011.
  8. Studienplan Zahnmedizin. Medizinische Universität Innsbruck, 1. Juni 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011 (pdf 161 kB, 1.1 Dauer und Gliederung).
  9. Studienplan des Doktoratstudiums Medizinische Wissenschaften. Medizinische Universität Innsbruck, 30. Juni 2010, S. 2-6, abgerufen am 26. Oktober 2011 (pdf 50,7 kB, Kapitel1,2,6,7 und 8).
  10. Doktoratsstudium der klinisch-medizinischen Wissenschaften
  11. H. Strasser et al., Lancet 369, 2179 (2007) und H. Strasser et al. World J. Urol. 25, 385 (2007).
  12. Rinder für den Mann Focus, 26. Mai 2008
  13. Inspektionsbericht inkriminiert Innsbrucker Inkontinenzforscher Laborjournal vom 13. August 2008
  14. Forschungsskandal in Innsbruck NZZ vom 16. August 2008
  15. Report finds grave flaws in urology trial Nature 454, 922 (21. August 2008)
  16. Scandalous behaviour Nature 454, 917-918 (21. August 2008).
  17. Innsbrucker Med-Uni-Rektor „einhellig“ abgesetzt Der Standard, 21. August 2008
  18. Uni-Räte und Urologen planen Privatklinik Tiroler Tageszeitung, 20. August 2008
  19. Medizin-Skandal kostet Uni-Rektor den Job Spiegel Online, 22. August 2008.
  20. Universitätsrektor in Innsbruck abgesetzt NZZ vom 22. August 2008
  21. Alison Abbott: Austria reinstates disgraced doctor. Physician at heart of retracted clinical trial can return to work. In: news. nature, 20. September 2011, abgerufen am 8. Oktober 2011 (englisch).
  22. Universität schafft ein „Scientific Integrity Board“Universitätshomepage am 3. September 2008

47.26232511111111.385440827778Koordinaten: 47° 15′ 44,4″ N, 11° 23′ 7,6″ O