Medzilaborce

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Medzilaborce
Wappen Karte
Wappen von Medzilaborce
Medzilaborce (Slowakei)
Medzilaborce
Medzilaborce
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Prešovský kraj
Okres: Medzilaborce
Region: Horný Zemplín
Fläche: 47,482 km²
Einwohner: 6.781 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 142,81 Einwohner je km²
Höhe: 326 m n.m.
Postleitzahl: 068 01
Telefonvorwahl: 0 57
Geographische Lage: 49° 16′ N, 21° 54′ O49.27166666666721.904166666667326Koordinaten: 49° 16′ 18″ N, 21° 54′ 15″ O
Kfz-Kennzeichen: ML
Kód obce: 520471
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 3 Stadtteile
Verwaltung (Stand: Januar 2011)
Bürgermeister: Ivan Solej
Adresse: Mestský úrad Medzilaborce
Mierová 3026/4
06801 Medzilaborce
Webpräsenz: www.medzilaborce-urad.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Medzilaborce (russinisch Меджилабірці/Medschylabirzi; ungarisch Mezőlaborc) ist eine Stadt im äußersten Nordosten der Slowakei.

Geografie[Bearbeiten]

Medzilaborce liegt etwa 10 Kilometer südlich der Grenze zu Polen (Grenzübergang RadoszycePalota), im Gebiet der Niederen Beskiden und wurde 1557 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Benennung Medzilaborce (wörtlich: Zwischen-Laborec-Dorf) bezieht sich auf den Fluss Laborec, der etwa 10 km von der Stadt entfernt seine Quelle hat. Die Region von Medzilaborce zählte schon immer zu den ärmsten in diesem Gebiet. Seit langer Zeit lebten hier die Russinen - eine Minderheit, deren Sprache auf dem Gebiet der Slowakei nahe mit dem Ukrainischen verwandt ist, aber auch Ähnlichkeiten mit dem Slowakischen und Polnischen aufweist.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1874 erhielt Medzilaborce Anschluss an die Ungarisch-Galizische Eisenbahn. Hier ereignete sich am 26. September 1915 ein schwerer Eisenbahnunfall: Ein Güterzug mit 30 betankten Kesselwagen mit Petroleum geriet in einem Gefälle außer Kontrolle und fuhr auf einen Lazarettzug auf. 36 Menschen starben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Glas- und Maschinenindustrie weisen die längste Tradition in der Stadt Medzilaborce auf.

In der Glasindustrie war es seit 1970 die Filiale der Jablonecke Sklarne mit 600 Beschäftigten war. Nach der Privatisierung wurde das Unternehmen aufgelöst. Glass LPS führt die 45 Jahre alte Tradition der Glasindustrie in Medzilaborce fort und produziert weiterhin die Kristallkronleuchter und schleift Kristallanhänger.

In der Maschinenindustrie der Stadt begann Transporta. Später hat Vihorlat 1200 Arbeitnehmer beschäftigt. Die Privatisierung und die Krise in der Maschinenindustrie haben die Fabrik in den Ruin getrieben. Als Nachfolger in der Maschinenindustrie sind Kovostroj und Labstroj tätig.

Wichtige Arbeitgeber
  • Glass LPS Ltd.
  • Kovostroj Inc.
  • Labstroj Ltd.
Glass LPS - Hersteller von Kristall-Kronleuchtern
Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Borov (1971 eingemeindet), Medzilaborce und Vydraň (1964 eingemeindet).

Bewohner[Bearbeiten]

Die Stadt hat heutzutage etwa 6700 Einwohner, davon nach der Volkszählung die meisten Slowaken, 20 % Russinen, mehrere Prozent Ukrainer und viele Vertreter der Roma-Minderheit. Die Stadt gehört zum gleichnamigen Bezirk.

Kultur[Bearbeiten]

  • Die ruthenische Minderheit pflegt verschiedene Traditionen, Sitten und Bräuche, Volkslieder, Volkstänze usw.
  • Besonders attraktiv ist in der Region das Gebiet der Niederen Beskiden mit vielen Möglichkeiten zum Wandern und Ausruhen.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Medzilaborce

Von besonderer Bedeutung ist das Museum moderner Kunst der Familie Warhol, das Andy Warhol und seiner Kunst gewidmet ist. Die Warhols stammen aus der Gemeinde Miková (7 km nordwestlich von Medzilaborce). Im Museum befinden sich wichtige Dokumente zu Andy Warhol und seiner Familie. Das Museum ist das einzige dieser Art in Europa und wurde als erstes in der Welt im Jahre 1991 gegründet. Das zweite befindet sich in Pittsburgh. Der Dokumentarfilm „Absolut Warhola“ des polnischen Regisseurs Stanisław Mucha widmet sich diesem Museum und der Gegend um Medzilaborce.

  • Jedes Jahr findet Ende Juni in Medzilaborce ein zweitägiges Kultur- und Sportfestival statt.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Medzilaborce befindet sich ein Soldatenfriedhof auf dem rund 350 im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten beerdigt wurden. Im Jahr 2010 wurde der Friedhof mit Hilfe von Soldaten der deutschen Bundeswehr und der slowakischen Streitkräfte ebenso wie jener im benachbarten Čabiny renoviert.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kriegsfriedhof in Medzilaborce von deutschen Soldaten restauriert auf Radio Slovakia International vom 22. Juni 2010 abgerufen am 15. August 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Medzilaborce – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien