Megalopoli

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Gemeinde Megalopoli
Δήμος Μεγαλόπολης
Megalopoli (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Peloponnes
Regionalbezirk: Arkadien
Geographische Koordinaten: 37° 24′ N, 22° 8′ O37.40055555555622.138055555556Koordinaten: 37° 24′ N, 22° 8′ O
Fläche: 727,33 km²
Einwohner: 7.877 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 10,8 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Megalopoli
Sitz: Megalopoli
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 3 Gemeindebezirke
Ortschaften: 61 Ortschaften
Lage in der Region Peloponnes
Datei:2011 Dimos Megalopolis.png

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Megalopoli (griechisch Μεγαλόπολη, früher Megalopolis) ist eine Gemeinde im Südwesten Arkadiens in Griechenland mit etwa 7.900 Einwohnern. Verwaltungssitz ist der gleichnamige Ort, in dem rund 5.500 Einwohner leben. 2011 wurden die Nachbargemeinden Falesia und Gortyna eingemeindet. Der Name setzt sich aus gr. megali μεγάλη ‚groß‘ und polis πόλις ‚Stadt‘ zusammen. Die übrigen Einwohner verteilen sich auf insgesamt 60 weitere Ortschaften, von denen keine mehr als 400 Einwohner hat. Beispiele sind Perivolia und Vrysoules.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Tal des oberen Alfios und seiner Quellflüsse Elisonas und Xenilos. Die Wasser des Alfios und seiner zahlreichen Zuflüsse aus den umliegenden Bergen haben sich an der nordwestlichen Ecke der Ebene einen Durchbruch durch die Berge geschaffen. Sie be- und entwässern seit jeher die teils bewaldete, teils bewirtschaftete fruchtbare und auch in der trocken, heißen Sommerzeit lange grünen Ebene.

Wirtschaft[Bearbeiten]

1969 und 1990 wurden zwei kalorische Kraftwerke in Betrieb genommen, die mit in der Ebene im Tagebau abgebauter schwefelhaltiger Braunkohle befeuert werden. Die auf Satellitenaufnahmen (LANDSAT) gut erkennbaren Tagebauflächen haben bis 2003 etwa ein Drittel der Ebene zerstört. Die Kraftwerke dominieren die Ebene und die Stadt in zweierlei Weise: In Stadt, Ebene und Umgebung sind die Arbeitsplätze vieler Menschen an die Kraftwerke gebunden. Die Emissionen aus der Braunkohleverstromung sind extrem. Sie verteilen sich über die ganze Ebene und darüber hinaus.

Verkehr[Bearbeiten]

Megalopoli ist durch mehrere Straßenverbindungen ein wichtiger Verkehrsknoten von Nordosten nach Westen und Süden. Eine vierspurige Autobahn (Autobahn 7) durch die Ebene von Nordost nach Südwesten ist erst teilweise trassiert bzw. in Betrieb (2006); sie soll den Südwesten (Kyparissia, Pylos) und den Süden (Kalamata) für den Nordosten (Tripolis, Korinth) und Athen wirtschaftlich erschließen.

Eine meterspurige Schmalspurbahn von Korinth über Tripolis und Megalopoli nach Kalamata existiert seit etwa 1890. Seit 2002 wird die einspurige Trasse generalüberholt. Da die kurvenreiche, der gebirgigen Topologie folgende Streckenführung beibehalten wurde, hat die Bahn auch nach ihrer Wiederinbetriebnahme keine wesentliche Bedeutung für die wirtschaftlichen Infrastruktur des Peloponnes erlangt (seit 2009 ist die Strecke Korinth – Tripoli wieder in Betrieb, die Sanierung der Strecke im weiteren Verlauf nach Kalamata wurde Ende 2009 abgeschlossen, bisher jedoch keine Wiedereröffnung, Stand November 2009).

Die landschaftlich und ökologisch intakten Bereiche, der Nordostteil der Ebene, die Alfios-Schlucht in der Nähe des nördlich gelegenen Städtchens Karitena und vor allem die Lousios-Schlucht nordwestlich der Ebene sind wichtige Naherholungsgebiete für die Bewohner der Städte Megalopoli und Leontari in der Ebene. Sie sind auch für den Tourismus interessant.

Geschichte[Bearbeiten]

Das antike Megalopolis wurde 371 v. Chr. vom thebanischen Feldherrn Epaminondas mit dem Ziel gegründet, ein politisches Gegengewicht zu Sparta zu bilden. Es entstand am Ufer des Elisson durch Zusammenlegung von 40 Orten zur megále pólis. Als neues arkadisches Zentrum wurde es Sitz des 370 v. Chr. gegründeten Arkadischen Bundes. Im Sommer 317 v. Chr. wehrte die Stadt eine Belagerung des Diadochen Polyperchon ab (siehe: Belagerung von Megalopolis).

Es war um 201 v. Chr. der Geburtsort des bedeutenden griechischen Historikers Polýbios.

Zu den bedeutenden antiken Überresten der Stadt nördlich des Elisson gehört das in seinem Ausmaß und Grundriss noch gut erkennbare Theater, das 20.000 Plätze gehabt haben soll und damit das größte bekannte Theater war, sowie die aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammende nördliche Stoa der Agora. Diese war ca. 155 m lang, heute sieht man dort die einzige vollständige monumentale ionische Säule des 4. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland. Das Theater soll auch der politische Versammlungsplatz des Arkadischen Bundes gewesen sein. Die Ausgrabungen laufen auch noch heute, es wird versucht, die Stoa wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Pausanias, dessen Bücher Beschreibung Griechenlands erhalten sind, belegt über das Megalopolis gegen ca. 180 n. Chr., dass es „seinen alten Wohlstand verloren hat und zu unserer Zeit größtenteils in Ruinen liegt …“[2]

In der frühen Neuzeit fiel Megalopolis unter osmanischer Herrschaft in Vergessenheit.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Christopher Mee, Antony Spawforth: Greece. An Oxford Archaeological Guide. Oxford University Press, Oxford 2001, S. 265–268.
  • William Frank Wyatt: Megalopolis, Arkadia, Greece. In: Richard Stillwell et al. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 (De-facto-Bevölkerung) beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. 8, 33, 1 (englische Übersetzung)