Megascolecidae

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Megascolecidae
Aporodrilus ponga

Aporodrilus ponga

Systematik
ohne Rang: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
Stamm: Ringelwürmer (Annelida)
Klasse: Gürtelwürmer (Clitellata)
Ordnung: Wenigborster (Oligochaeta)
Familie: Megascolecidae
Wissenschaftlicher Name
Megascolecidae
Rosa, 1891

Die Megascolecidae (von griech. mega „groß“ und skolex „Wurm“) sind eine Familie der Wenigborster innerhalb der Tierstamms der Ringelwürmer (Annelida). Auf Deutsch werden sie meist etwas irreführend Riesenregenwürmer genannt (engl. giant earthworms). Sie gehören verwandtschaftlich aber nicht zu den Regenwürmern (Lumbricidae).

Lebensraum und Anpassungen[Bearbeiten]

Die Megascolecidae leben meist im Boden, teilweise aber auch auf Bäumen oder Sträuchern. Einzelne Arten werden auch im Süßwasser und im Meer gefunden.

Diejenigen Arten, die in trockenen Böden leben, zeigen spezielle physiologische Anpassungen. Zum Beispiel münden bei ihnen die Nephridien (Ausscheidungsorgane) in den Darmtrakt (sogenannte Enteronephridien), was zur Flüssigkeitsersparnis beiträgt. Bei den übrigen Ringelwürmern münden die Nephridien direkt nach außen (Metanephridien).

Größe[Bearbeiten]

In Australien werden die Würmer bis über 2 Meter lang (im Extremfall angeblich ca. 3 Meter) und bis mehr als fingerdick (Extremfall ca. 3 Zentimeter), wobei sie ein Gewicht bis etwa 450 Gramm erreichen. Sie sind dort auch eine Touristenattraktion, denen sogar ein eindrückliches Feldmuseum gewidmet ist (Giant Earthworm Museum in Bass, 70 Meilen südöstlich von Melbourne). Manche Arten sind allerdings auch recht klein.

Verbreitung und Bedrohung[Bearbeiten]

Die Megascolecidae kommen natürlicherweise in Australien, Neuseeland, Afrika, Süd- und Südostasien (z. B. Japan) und auch Amerika vor; das ursprüngliche Verbreitungsgebiet scheint die Südhalbkugel (Gondwanaland) gewesen zu sein. Sie sind heute teilweise, insbesondere in Australien, ernsthaft bedroht, wobei vermutlich die Verdrängung durch die eingeschleppten europäischen Regenwürmer einen Hauptfaktor darstellt.

Systematik[Bearbeiten]

Sowohl die Verwandtschaft der Megascolecidae zu den übrigen Wenigborstern (Oligochaeta) als auch die verwandtschaftlichen Zusammenhänge innerhalb der Familie werden derzeit noch kontrovers diskutiert. Morphologische und molekulargenetische Befunde widersprechen sich infolge von Homoplasien an vielen Stellen.[1]

Derzeit werden aufgrund morphologischer Abgrenzung rund 34 Gattungen unterschieden.

Zu einzelnen Arten siehe:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Megascolecidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jamieson, B.G.M., Tillier, S., Tillier, A., Justine, J.-L., Ling, E., James, S., McDonald, K., Hugall, A.F. (2002): Phylogeny of the Megascolecidae and Crassiclitellata (Annelida, Oligochaeta): combined versus partitioned analysis using nuclear (28S) and mitochondrial (12S, 16S) rDNA. Zoosystema 24: 707-734.