Megascolecidae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Megascolecidae
Aporodrilus ponga

Aporodrilus ponga

Systematik
ohne Rang: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
Stamm: Ringelwürmer (Annelida)
Klasse: Gürtelwürmer (Clitellata)
Ordnung: Wenigborster (Oligochaeta)
Familie: Megascolecidae
Wissenschaftlicher Name
Megascolecidae
Rosa, 1891

Die Megascolecidae (von griech. mega = groß und skolex = Wurm), auf Deutsch (und auch auf Englisch) meist etwas irreführend "Riesenregenwürmer" ("giant earthworms") genannt, sind eine Familie der Ringelwürmer (Annelida). Innerhalb der Ringelwürmer gehören sie zu den Wenigborstern. Sie gehören trotz ihres deutschen und englischen Namens und ihrer teilweise ähnlichen ökologischen Funktion verwandtschaftlich nicht zu den Regenwürmern (Lumbricidae).

Vorkommen, Anpassungen und Größe[Bearbeiten]

Die Megascolecidae leben meist im Boden, teilweise aber auch auf Bäumen oder Sträuchern; einzelne Arten werden auch im Süßwasser und im Meer gefunden. Diejenigen Arten, die in trockenen Böden leben, zeigen spezielle biologisch-physiologische Anpassungen (z. B. sog. Enteronephridien, d. h. Ausscheidungsorgane, die in den Darmtrakt münden, statt wie bei den übrigen Ringelwürmern direkt nach außen), was zur Flüssigkeitsersparnis beiträgt.

In Australien werden die Würmer bis über 2 Meter lang (im Extremfall angeblich ca. 3 Meter) und bis mehr als fingerdick (Extremfall ca. 3 Zentimeter), wobei sie ein Gewicht bis etwa 450 Gramm erreichen. Sie sind dort auch eine Touristenattraktion, denen sogar ein eindrückliches Feldmuseum gewidmet ist (Giant Earthworm Museum, in Bass, 70 Meilen südöstlich von Melbourne). Manche Arten sind allerdings auch recht klein.

Verbreitung und Bedrohung[Bearbeiten]

Die Megascolecidae kommen natürlicherweise in Australien, Neuseeland, Afrika, Süd- und Südostasien (z. B. Japan) und auch Amerika vor; das ursprüngliche Verbreitungsgebiet scheint die Südhalbkugel (Gondwanaland) gewesen zu sein. Sie sind heute teilweise, insbesondere in Australien, ernsthaft bedroht, wobei vermutlich die Verdrängung durch die eingeschleppten europäischen Regenwürmer einen Hauptfaktor darstellt.

Systematik[Bearbeiten]

Sowohl die Verwandtschaft der Megascolecidae zu den übrigen Wenigborstern (Oligochaeta) als auch die verwandtschaftlichen Zusammenhänge innerhalb der Familie werden derzeit noch kontrovers diskutiert. Morphologische und molekulargenetische Befunde widersprechen sich infolge von Homoplasien an vielen Stellen[1].

Derzeit werden aufgrund morphologischer Abgrenzung rund 34 Gattungen unterschieden. Näheres zur Biologie von Einzelarten vgl. unter

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Megascolecidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jamieson, B.G.M., Tillier, S., Tillier, A., Justine, J.-L., Ling, E., James, S., McDonald, K., Hugall, A.F. (2002): Phylogeny of the Megascolecidae and Crassiclitellata (Annelida, Oligochaeta): combined versus partitioned analysis using nuclear (28S) and mitochondrial (12S, 16S) rDNA. Zoosystema 24: 707-734.