Meghan McCain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Meghan McCain (2011)

Meghan Marguerite McCain (* 23. Oktober 1984 in Phoenix, Arizona) ist eine US-amerikanische Publizistin, Bloggerin, Buchautorin und die älteste Tochter von John McCain und Cindy Hensley McCain. Erste größere öffentliche Aufmerksamkeit wurde ihr ab 2007 durch den Blog McCain Blogette zuteil, auf dem sie zunächst den Präsidentschaftswahlkampf ihres Vaters wie auch Popkultur und Zeitgeschehen aus ihrer persönlichen Sicht dokumentierte.[1][2] Seit Anfang 2009 ist sie bei dem linksliberalen, von Tina Brown geleiteten Portal The Daily Beast als Journalistin tätig.[3] Nach einem Buch über ihren Vater wurde sie als 24-Jährige durch einen Buchvertrag mit Disney Hyperion bekannt, der ein Honorar im sechsstelligen Dollarbereich beinhaltet.[4]

McCain fiel durch eine Reihe unabhängiger und im republikanischen Umfeld zuweilen ungewöhnlicher Standpunkte auf. Ähnlich wie ihr Vater gilt sie bei den Republikanern als Maverick, als Rebellin im eigenen Lager[5]. Es kam daher zu mehreren überregional über die Medien ausgetragenen Kontroversen mit einflussreichen konservativen Meinungsmachern wie Ann Coulter, Rush Limbaugh und Laura Ingraham.[6] Im Laufe der misslungenen Präsidentschaftskandidatur ihres Vaters wurde sie als die eigentlich erfolgreiche politische Newcomerin im republikanischen Lager charakterisiert und findet seitdem große eigenständige Beachtung in verschiedenen Medien wie in der politischen Szene.[7]

Leben[Bearbeiten]

Meghan McCain 1992 bei der Schiffstaufe der USS John S. McCain, zweite von rechts

McCain wuchs in Phoenix (Arizona) auf und besuchte das Xavier College Preparatory, eine katholische Mädchenschule. Sie studierte Kunstgeschichte an der Columbia University. McCain plante ursprünglich Musikjournalistin zu werden und absolvierte entsprechende Volontariate bei Newsweek und Saturday Night Live.[7]

McCain wurde auf Grund ihrer öffentlichen Rolle und der ihrer Eltern bereits 1996 mit anderen prominenten Politikerkindern wie Chelsea Clinton verglichen.[8] McCain setzt sich deutlicher von ihren Eltern ab und gibt ihre privaten Ansichten ungeschminkt wieder.

Positionen[Bearbeiten]

Besondere Aufmerksamkeit erhielt ihr Engagement für Homosexuelle. Sie befürwortet die gleichgeschlechtliche Ehe, lehnt aber die liberale US-Abtreibungsregelung ab. Bekannt wurde die Aussage „Ich mache mir Sorgen um die Umwelt. Ich trage gerne schwarz. Ich finde, die Regierung sollte sich aus dem Alltags- und Geschäftsleben so weit wie möglich raushalten und effizient und nachvollziehbar handeln. Ich liebe Punk und bin für eine starke Verteidigung. Ich habe ein Tattoo. Ich habe eine Menge schwuler Freunde. Und ja, ich bin Republikanerin.“[9] Als Rednerin bei der Konferenz der Log Cabin Republicans, die sich innerhalb der republikanischen Partei für die Bürgerrechte von Schwulen und Lesben engagieren, rügte sie die traditionellen Republikaner als scared shitless (sie machten sich vor Angst in die Hosen) angesichts einer notwendigen Debatte über eine Erneuerung der Partei.[9]

Ihre Twitter-Einträge werden von über 130.000 Menschen verfolgt. Den George W. Bush nahestehenden Parteistrategen Karl Rove bezeichnete sie allerdings als „Twitter-Widerling“, was bei CNN eigens kommentiert wurde.[10]

McCain trat 2009 in mehreren amerikanischen Fernsehsendungen auf, so im Colbert Report, wo sie sich kritisch über die Abstinenzkampagne von Sarah Palin äußerte. Sie war mehrmals bei der zentralen ABC-Talkshow The View als Gastmoderatorin tätig[11][12]

Ebenfalls sorgte ihre Unterstützung für die Occupy Wall Street-Bewegung für Aufmerksamkeit.[13]

Nach dem Parteiwechsel des Senators Arlen Specter zu den Demokraten wünschten sich einige bekannte konservative Kommentatoren wie Rush Limbaugh bereits einen ähnlichen Schritt von John und ausdrücklich auch Meghan McCain, was beide scharf ablehnten.[14]

Bücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meghan McCain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Raeves, Meston: Meghan McCain's Straight Blog Express, The Los Angeles Times. 23. Februar 2008. 
  2. http://www.mccainblogette.com/
  3. Meghan McCain on The Daily Beast
  4. Libit, Daniel: Crashing the Republican Party, Politico. 
  5. Der Spiegel 16. Oktober 2009, Senatorentochter, Wie Meghan McCain Anstoß erregte
  6. My Beef With Ann Coulter
  7. a b Veis, Greg: Raising McCain, GQ. 18. März 2008. 
  8. Scherer, Michael: Meghan McCain is not Chelsea Clinton, Salon.com. 17. Dezember 2007. 
  9. a b Sinderbrand, Rebecca: Meghan McCain warns of looming civil war in the GOP, CNN. 18. April 2009. 
  10. Sindebrand, Rebecca: Meghan McCain: Karl Rove's a 'twitter creep', CNN. 20. April 2009. 
  11. Mooney, Alexander: Meghan McCain takes aim at GOP, Bristol Palin's abstinence tour, CNN. 19. Mai 2009. 
  12. Shen, Maxine: Meghan McCain liked 'View', New York Post. 
  13. http://www.thedailybeast.com/articles/2011/10/24/meghan-mccain-s-day-at-occupy-wall-street.html
  14. Sinderbrand, Rebecca: Limbaugh to Specter: Please take McCain with you, CNN. 29. April 2009. Abgerufen am 30. April 2009.