Mehdi Hairi Yazdi

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Mehdi Hairi Yazdi (* 1923 in Qom; † 8. Juli 1999 in Teheran; persisch مهدی حائری یزدی) war ein iranischer Religionsgelehrter und als Philosoph Vertreter der modernen islamischen Philosophie. Mehid Hairi Yazdi war der Sohn von Abdolkarim Haeri Yazdi, dem Gründer der islamischen Schulen von Qom.

Biografie[Bearbeiten]

Yazdi studierte und lehrte bis 1979 in den Vereinigten Staaten und in Kanada, u. a. als Schüler von William K. Frankena. Dadurch erwarb er eine umfassende Kenntnis neuerer europäischer und amerikanischer Philosophen, darunter David Hume, Immanuel Kant, Bertrand Russell, George Edward Moore, Ludwig Wittgenstein und William James. Dies ermöglichte ihm ein systematisches Studium islamischer Autoren wie Avicenna, Mulla Sadra und Suhrawardi, durch das er deren Ideen systematisch rekonstruierte und teilweise auch weiterentwickelte. 1979 kehrte Yazdi in den Iran zurück.[1] Yazdi beschäftigte sich ausführlich mit Traditionen illuminationistischer Theoretiker. Vor allem in seiner Monographie über Prinzipien der islamischen Erkenntnistheorie entwickelt er diese weiter, bringt sie in Kontakt mit zeitgenössischen Fragestellungen analytischer Selbstbewusstseins- und Erkenntnistheorien und versucht eine eigenständige Alternative auszuarbeiten.[2]

Yazdi war Mitglied im Internationalen Ethikrat des Kennedy Institute of Bioethics an der Georgetown University, einer von mehreren Stationen, an denen er seinem Interesse an interkulturellen Fragen auch in institutionellem und politischem Rahmen nachging. Überhaupt war Yazdi politisch sehr aktiv; er stand in Kontakt mit vielen iranischen Ajatollahs und bemühte sich um die Entwicklung einer modernen schiitischen Staatslehre.

Werke[Bearbeiten]

  • The Principles of Epistemology in Islamic Philosophy, State University of New York Press, Albany 1992
  • Hekmat va Hokumat. Shadi Publishing 1995.
  • Islam and the Universal Declaration of Human Rights, the yearbook of the Shiite school of thought, 4, 1341, 67-76.
  • Patterns of Clerical Political Behavior in Postwar Iran, 1941-53, Middle Eastern Studies 26/3 (1990).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ibrahim Kalin: Knowledge as Light: Critical Remarks on M. Hairi Yazdi's Principles of Epistemology in Islamic Philosophy: Knowledge by Presence, in: American Journal of Islamic and Social Sciences 16 (1999), 85-97 (Text auf der Seite des Sadra Islamic Research Institute).
  • Amir Salehi: Modified Notion of Representative Knowledge by Correspondence, in: Transcendent Philosophy 7 (2006), 165-188
  • David B. Burrell: The Principle of Epistemology in Islamic Philosophy: Knowledge by Presence by Mehdi Ha'iri Yazdi, in: The Journal of Religion 74/1 (1994), 141-142
  • Reza Hajatpour: Mehdi Hairi Yazdi interkulturell gelesen, Bautz, Traugott 2005, ISBN 3-88309-256-8
  • Farzin Vahdat: Mehdi Haeri Yazdi and the Discourse of Modernity, in: Ramin Jahanbegloo (Hg.): Iran: Between Tradition and Modernity, Lanham: Lexington Books 2004, 51-70.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolph: Islamische Philosophie. Von den Anfängen bis zur Gegenwart; München 2004, 110f.
  2. Fakhry, Majid (2000): Islamic Philosophy, Theology and Mysticism, 2. Auflage, Oxford, S. 127-129.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Biographie (Buchanzeige der auf persisch erschienenen Biographie)