Mehlmeisel

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Blick vom Klausenberg (Bayreuther Haus) Richtung Nordost auf Mehlmeisel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mehlmeisel
Mehlmeisel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mehlmeisel hervorgehoben
49.976211.854977777778621Koordinaten: 49° 59′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 621 m ü. NHN
Fläche: 13,23 km²
Einwohner: 1345 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95694
Vorwahl: 09272
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 164
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz
95694 Mehlmeisel
Webpräsenz: www.mehlmeisel.de
Erster Bürgermeister: Franz Tauber (Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel)
Lage der Gemeinde Mehlmeisel im Landkreis Bayreuth
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Über dieses Bild

Mehlmeisel ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth, Regierungsbezirk Oberfranken und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Streusiedlung Mehlmeisel liegt im Naturpark Fichtelgebirge am Oberlauf der Fichtelnaab in einem intramontanen Becken südöstlich des Ochsenkopfs.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Mehlmeisel hat zehn amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Mehlmeisel und Neugrün

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Nagel, Brand und Fichtelberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im März 1283 erstmals als „Welmunzel“ urkundlich erwähnt. Es handelt sich dabei um eine Verkaufsurkunde, in der die Übertragung von landgräflichen Ländereien an das neue wittelsbachische Amt Waldeck dokumentiert wurde. Der Textausschnitt lautet:

„silva Welmunzel dimidia, adquam pertinent VI villae et alia multa jura, tam in apius quamaliis accidentiis“ (Der Wald Welmunzel, zu welchem sechs Dörfer und viele anderen Rechte sowie weitere Zugehörungen zählen).

Der Name Welmunzel ist vermutlich slawischen Ursprungs. Es bleibt allerdings unklar, ob Mehlmeisel eine slawische Siedlungsgründung ist. Bislang fehlen entsprechende archäologische Nachweise. Aufgrund seiner geografischen Lage wurde das Becken von Mehlmeisel im 12. und 13. Jahrhundert für die Bienenzucht als so genannte „Zeidelweide“ und für das Forstwesen, insbesondere für die Köhlerei, genutzt.

Während der Hussitenkriege wurde das Dorf „Welmansel“ im Februar 1431 geplündert und die alte (wahrscheinlich hölzerne) Laurentius-Kirche zerstört. In einer Diözesanmatrikel von 1438 befindet sich hierzu folgender Eintrag: „Welmansel; Plebanus, Ecclesia devastata“.

1462 folgte eine weitere Plünderung des Gebietes durch Truppen des Markgrafen von Brandenburg. Die Siedlungen Mehlmeisel, Niederlind (das heutige Unterlind), Neugrün und Mähring (heute ein Weiler im Hochwald bei Oberwarmensteinach) wurden völlig verwüstet. In historischen Schriften wurden diese Orte über lange Zeit lediglich als „die vier Öden“ bezeichnet.

Der Ortskern von Mehlmeisel, das heißt, die Gehöfte rund um die alte Dorfkirche (heutige Kriegergedächtniskapelle), wurde im Juni 1848 und im Mai 1901 von verheerenden Brandkatastrophen heimgesucht.

Mehlmeisel, heute im Regierungsbezirk Oberfranken, gehörte seit dem 15. Jahrhundert den Freiherren von Hirschberg und war Teil des Kurfürstentums Bayern. Der Ort war ein Teil der geschlossenen Hofmark Ebnath, die 1818 in ein Patrimonialgericht umgewandelt und 1848 aufgehoben wurde.

Bis zur Gemeindegebietsreform 1972 gehörte Mehlmeisel zum aufgelösten Landkreis Kemnath und damit zur Oberpfalz. Zwischen 1978 und 1993 bestand zwischen den Gemeinden Fichtelberg und Mehlmeisel eine Verwaltungsgemeinschaft (VG). Diese wurde nach langjährigen Verhandlungen im Oktober 1993 durch einen Landtagsbeschluss beendet. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mehlmeisel wieder eine eigenständige Gemeinde.

Konfession[Bearbeiten]

Mehlmeisel ist eine überwiegend katholisch geprägte Gemeinde und gehörtz zur Diözese Regensburg und zum Dekanat Wunsiedel.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1910: 1262[3]
  • 1933: 1349[4]
  • 1939: 1361[4]
  • 1970: 1615
  • 1987: 1461
  • 2000: 1447
  • 2012: 1358

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Bayern 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Partei / Wählergruppe 2008 2014
CSU 6 6
Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel 6 6
Gesamt 12 12

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde 2014 mit 64,6 % der Stimmen Franz Tauber von der Freien Wählergemeinschaft Mehlmeisel gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klausenturm, Mai 2011
  • Neoromanische katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Mehlmeisel, erbaut 1906/07, erweitert 1951/52
  • Barocke Wallfahrtskapelle Maria Loreto (Hammerkirchl) im Ortsteil Unterlind, erbaut 1686
  • Kriegergedächtniskapelle mit Granit-Kirchturm (Standort der alten Dorfkirche)

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Mehlmeisel

Freizeit[Bearbeiten]

  • Geführte Wanderungen
  • Mountainbiking
  • Naherholungszentrum Bayreuther Haus mit Klausenturm, Waldinformationszentrum und Trimm-Dich-Pfad
  • Nordic Walking
  • Waldinformationszentrum Waldhaus Mehlmeisel mit Wildgehegen für Rot- und Schwarzwild, Fuchs und Dachs; seit April 2014 Freigehege für Luchse
  • Waldmuseum

Sport[Bearbeiten]

  • Alpine FIS-Skianlage Klausenlift
  • Fußball TSV Mehlmeisel
  • Sportschießen SG 1904 Mehlmeisel

Organisationen[Bearbeiten]

  • Bergwacht Mehlmeisel
  • Katholischer Burschenverein Unterlind

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Schreiber: Mehlmeisel – Geschichtliches aus dem Gemeindeleben in: Gemeinde Mehlmeisel (Hrsg.): Schriftenreihe zur Geschichte der Gemeinde Mehlmeisel, Band II. Mehlmeisel (2000).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20100807/121945&attr=OBJ&val=1160
  3. www.gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 19. April 2012
  4. a b www.verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 19. April 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mehlmeisel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Mehlmeisel – Reiseführer