Meißner Groschen

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Groschen der Markgrafschaft Meißen,
Avers: nach links steigender Meißner Löwen mit einfachem Schweif,
lat. Umschrift: GROSSUS MARCHIONNIS MISNENISIS (Groschen der Mark Meißen)
Revers: Lilienkreuz mit Vierpaß,
lat. Umschrift: abgekürzte Titel des Münzherren: DEI GRATIA THURINGIAE LANDGRAVI (Von Gottes Gnaden Landgraf von Thüringen)

Der Meißner Groschen oder Breite Groschen war eine meißnisch-sächsische Silbermünze des 14. und 15. Jahrhunderts und die regionale Groschenwährung der Markgrafschaft Meißen im Spätmittelalter. Sie wurde durch Markgraf Friedrich II. von Meißen 1338/39 eingeführt und nach dem Vorbild des Prager Groschen geprägt.[1][2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Markgrafen von Meißen verfügten über große Silbervorkommen im Erzgebirge. Sie ließen den Meißner Groschen in den ersten hundert Jahren ausschließlich in Freiberg schlagen.[2][3] Die Münzstätte Freiberg verarbeitete von 1353 bis 1485 insgesamt 301.298 Mark (etwa 70,5 Tonnen) Feinsilber.[3] Da viel Silber vermünzt werden konnte, fand der Meißner Groschen nicht nur in der Markgrafschaft Meißen, sondern über die Grenzen seines eigentlichen Geltungsbereiches hinaus Verbreitung.[2] Ebenso wie der Prager Groschen wurde er oft nachgeahmt und gegengestempelt.[2]

Gepräge[Bearbeiten]

Der Meißner Groschen wurde in den Münzstätten Freiberg und Zwickau geprägt. Auf der Hauptseite (Avers) zeigt das Gepräge bis 1405 einheitlich den nach links steigenden Meißner Löwen mit einfachem Schweif und die lateinische Umschrift: GROSSUS MARCHIONNIS MISNENISIS (Groschen der Mark Meißen).[1] Auf die Rückseite (Revers) wurden ein Lilienkreuz mit Vierpaß und als lateinische Umschrift die abgekürzten Titel des Münzherrn: DEI GRATIA THURINGIAE LANDGRAVI (Von Gottes Gnaden Landgraf von Thüringen) geprägt.[1] Ab 1457 wurden Jahreszahlen oft unterbrochen gesetzt (in den Serien 1465–1469 und 1490–1499).[1]

Typen des Meißner Groschens[Bearbeiten]

Es wurden tausende Typen des Meißner Groschens, die Stempelvarianten eingeschlossen, geprägt:[1]

  • Fürstengroschen
  • Horngroschen
  • Judenkopfgroschen
  • Kreuzgroschen
  • Löwengroschen
  • Schildgroschen
  • Schwertgroschen

Münzverschlechterung[Bearbeiten]

Der Münzfuß des meißnische-sächsische Silbergroschens verringerte sich im Laufe der Zeit (vgl. Gresham-Kopernikanischen Gesetz).[1] 1338 wurden aus einer feinen Prager Münzmark (ca. 253,14 g) 14 2/9 lötigen Silbers (= 888/1000 fein) 66 2/3 Stück Groschen mit einem Raugewicht von 3,797 g und einem Feingewicht von 3,375 g geprägt.[1] Bis 1360 wurde der Feingehalt so weit verringert, dass aus der gleichen Menge Silber 70 Groschen - nun mit einem Feingewicht von 2,788 g - geprägt wurden. 1432 wurden dann 525 Groschen aus einer feinen Prager Münzmark geprägt; die einzelne Münze hatte nur ein Feingewicht von 0,48 g Silber.[1]

Währungsangleichung an den Rheinischen Gulden[Bearbeiten]

Die Währungsangleichung des Meißner Groschen an den Rheinischen Gulden als Basis für die regionale Groschenwährung der Markgrafschaft Meißen erfolgte von 1368 bis 1369. In dieser Zeit wurden die Groschen vom Typ Breite Groschen in der Landeshauptmünzstätte Freiberg und der Zwickauer Münze geprägt.[4] Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde ein fester Wechselkurs zwischen Meißner Groschen und Rheinischen Gulden hergestellt.[1] Anfangs im Verhältnis 1/20 bzw. 1/21 zum rheinischer Gulden geprägt, musste dieser als „Oberwähr“ bezeichnete Groschen bei allen Zahlungen in der Markgrafschaft Meißen angenommen werden.[1] Später wurde der Meißner Groschen dann im Verhältnis 1/26 zum Goldgulden geprägt und als „Beiwähr“ bezeichnet.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Krug: Die meißnisch–sächsischen Groschen 1338 bis 150. Veröffentlichungen des Museums für Vorgeschichte Dresden 13, Berlin 1974.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meißner Groschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Heinz Fengler, Gerhard Gierow, Willy Unger: Transpress Lexikon Numismatik. Berlin 1976, S.281.
  2. a b c d Paul Arnold:„Führer durch die ständige Ausstellung des Münzkabinetts.“ 2. erweiterte und verbesserte Auflage 1978, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.), S. 14f.
  3. a b Ausstellungsführer: 7 Jahrhunderte Bergbau und Münzwesen in Sachsen und Thüringen 1168–1872. Gemeinschaftsausstellung des Staatl. Museums f. Mineralogie und Geologie und des Münzkabinetts der Staatl. Kunstsammlungen Dresden In: Blick ins Museum. Ausgabe 26, 1981.
  4. Gerhard Krug: Die meißnisch sächsischen Groschen 1338–1500, Berlin 1974, S. 114