Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr 2004
Länge 45 Minuten
Episoden 7
Genre Reality TV, Comedy
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
2004
Besetzung

Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter ist eine siebenteilige Fernsehproduktion im Auftrag von Sat.1 aus dem Jahr 2004. Sie adaptierte das Konzept des US-Erfolgsformats My Big Fat Obnoxious Fiance für den deutschen Markt und erzielte hohe Einschaltquoten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Konzept und Handlung

In der Sendung wurde die Kieler Zahnmedizinstudentin Mareike mit „Gunnar Janßen“ bekannt gemacht. Ihre Aufgabe im Rahmen der Sendung war es, ihre Eltern davon zu überzeugen, dass sie ihn heiraten wolle. Aus ihrer Sicht hatte „Gunnar“ dieselbe Aufgabe gegenüber seinen eigenen Eltern. Wenn dies gelänge, sollten die beiden einen hohen Geldbetrag erhalten.

„Gunnar“ jedoch war in Wirklichkeit der Schauspieler Tetje Mierendorf, der von Sat.1 engagiert worden war, Mareike ihre Aufgabe so schwer wie möglich zu machen. Dafür setzte er sich über viele Tabus hinweg, etwa durch völlig fehlende Tischmanieren, Unhöflichkeit und Tollpatschigkeit. Auch seine Familie und seine Freunde wurden von Schauspielern verkörpert, die allesamt absichtlich ein für Mareike und ihre Familie schockierendes Verhalten an den Tag legten.

Im Anschluss an diese Sendung erhielt Mareike ein Honorar von 500.000 Euro. „Gunnar“ erklärte ihr und ihrer Familie erst eine Minute vor der arrangierten Hochzeit, dass alles gestellt gewesen sei und dass er sich normalerweise nicht so verhalte. Begleitet und kommentiert wurde die gesamte Sendung von der Moderatorin Jessica Witte-Winter.

[Bearbeiten] Vorlage

My Big Fat Obnoxious Fiance wurde in den USA Anfang 2004 gezeigt; der Grundschullehrerin Randi McCoy wurde darin eine Million US-Dollar versprochen, wenn sie ihre Familie überzeugen konnte, den unangenehmen „Steve Williams“, gespielt von Schauspieler Steven W. Bailey, heiraten zu wollen. Im Großen und Ganzen lief die Show genau so ab wie das deutsche Pendant.

[Bearbeiten] Rezeption

Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter war Teil einer ganzen Welle von Reality-TV-Produktionen, von denen ebenfalls viele Kopien von britischen oder US-amerikanischen Konzepten waren. Obwohl die Quoten im Vergleich zu vielen anderen dieser Sendungen noch gut waren, wurde die Sendung von vielen Kritikern als niveaulos und die Ehe verhöhnend betrachtet. Julian Miller, Kritiker des Online-Magazins Quotenmeter.de hielt die Show jedoch für eine interessante Gesellschaftsstudie und ist der Ansicht, sie habe „eine wichtige Aussage über Käuflichkeit und Mediengeilheit“ gemacht.

Auch gab es Diskussionen über den Wahrheitsgehalt, da viele Zuschauer anzweifelten, dass Mareike und ihre Eltern das ihnen gebotene Schauspiel nicht durchschaut hätten.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass die 500.000 € tatsächlich ausbezahlt wurden, da inzwischen ein Urteil des Finanzgerichts Schleswig-Holstein vom 28. März 2006 5 K 159/05 (EFG 2006, 1328) - in dem auch Auszüge aus dem Vertragswerk wiedergegeben werden - veröffentlicht wurde, wonach Mareike die Hälfte ihres „Gewinns“ von 250.000 Euro als sonstige Einkünfte versteuern muss. Der Umfang der von ihr zu erbringenden Leistungen sei über die Teilnahme an einem Fernsehquiz (in dem die Gewinne nicht steuerbar sind) weit hinausgegangen, so die Richter des FG.

Die restlichen 250.000 Euro wurden jedoch direkt an ihre Familie ausgezahlt und sind nach dem o.g. Urteil nicht steuerbar, da Mareike dieses Geld zwar erwirtschaftet hat, dieses ihr jedoch nicht zugeflossen ist. Mareike hatte gegen dieses Urteil Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) eingelegt. Die Revision wurde jedoch vom BFH als unbegründet zurückgewiesen, so dass die 250.000 € als sonstige Einkünfte nach § 22 EStG letztendlich zu besteuern sind. [1]

ProSieben brachte 2005 mit der Reihe Mein neuer Freund, in der Christian Ulmen in immer neuen Verkleidungen die Kandidaten als „neuer bester Freund“ zur Verzweiflung trieb, ein ähnliches Showkonzept heraus.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. BFH-Urteil vom 28. November 2007 - IX R 39/06
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen