Meiningen

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Dieser Artikel behandelt die Kreisstadt Meiningen in Thüringen. Zu weiteren Bedeutungen siehe Meiningen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meiningen
Meiningen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meiningen hervorgehoben
50.56777777777810.415555555556287Koordinaten: 50° 34′ N, 10° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 59,46 km²
Einwohner: 20.966 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 353 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98617
Vorwahlen: 03693, 036943 (Herpf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 042
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossplatz 1
98617 Meiningen
Webpräsenz: www.meiningen.de
Bürgermeister: Fabian Giesder (SPD)
Lage der Kreisstadt Meiningen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild
Blick über den Marktplatz zum Hauptpostamt 2011

Meiningen ist eine Kreisstadt und bekannte Kulturstadt im fränkisch geprägten Süden von Thüringen.

Meiningen ist ein Mittelzentrum und die größte Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und gilt als das Kultur- und Justizzentrum Südthüringens. Die Mittelstadt stützt sich wirtschaftlich im Wesentlichen auf die Hightech-Branche, den Maschinenbau, den Tourismus sowie auf verschiedene Gesundheitseinrichtungen.

Das zur Region Franken gehörende Meiningen liegt an der Werra, besitzt im Stadtzentrum ausgedehnte Parkanlagen und zahlreiche klassizistische Bauwerke. Die noch von den mittelalterlichen Wassergräben der einstigen Stadtbefestigung umschlossene historische Altstadt wird von einem eklektizistischen Stadtviertel und Fachwerkbauten sowie Bürgerhäusern geprägt.

Meiningen wurde 982 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte über ein halbes Jahrtausend zum Hochstift Würzburg. Auf Grund seiner günstigen Lage entwickelte es sich bald zur bedeutendsten Stadt im heutigen südthüringer Raum. Diese Position konnte sie ab 1583 als Verwaltungssitz des Henneberger Landes und ab 1680 als Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen bis in das 20. Jahrhundert behaupten. Bekannt wurde die Stadt auch durch eine tiefgreifende Theaterreform unter Herzog Georg II. und eine große Blütezeit der Meininger Hofkapelle unter der Führung bekannter Dirigenten wie Hans von Bülow und Max Reger.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Meiningen hat eine zentrale Lage in Deutschland. Die Stadt liegt im Werratal am Ostrand der Rhön auf einer Höhe zwischen 280 m und 470 m und befindet sich im Dreiländereck von Thüringen, Bayern und Hessen. Bis zur bayerischen Landesgrenze sind es zehn und bis zur hessischen Landesgrenze rund 25 Kilometer. Die Stadt wird in ihrer ganzen Länge von Süden nach Norden von der Werra, dem rechten Quellfluss der Weser durchflossen. Meiningen ist umgeben von einem bewaldeten Hügel- und Bergland mit überwiegend landwirtschaftlich genutzten Tälern und Ebenen. Im Norden und Osten befindet sich das Vorland des Thüringer Waldes, im Süden schließen sich das Grabfeld und im Südosten das Obere Werratal an.

Meiningen gehört zum Reisegebiet Rhön mit dem Biosphärenreservat Rhön, das im Ortsteil Herpf beginnt. Bis zur Metropolregion Rhein-Main, die bei Fulda beginnt, sind es 65 Kilometer. Ihr Zentrum Frankfurt am Main ist 160 Kilometer entfernt. Die nächstgelegenen Großstädte sind die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt (80 km) und das unterfränkische Würzburg (105 km). Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Ober- und Untermaßfeld, Ritschenhausen und Walldorf bildet die Stadt Meiningen bei Bevölkerung und Wirtschaft einen Verdichtungsraum.

Geologie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Gebiet der Werra-Gäuplatten[2], das in Thüringen als Meininger Kalkplatten[3] bezeichnet wird. Während der DDR-Zeit hieß das Gebiet Meininger Triasland. Die Werra-Gäuplatten sind ein zu den Mainfränkischen Platten gehörendes Muschelkalk-Plattengebiet, das sich nach Südosten entlang der Werra bis in die Nähe von Coburg und südlich bis nach Mellrichstadt sowie in das Grabfeld ausdehnt. Die Mainfränkischen Platten gehören der deutschen naturräumlichen Haupteinheit Südwestdeutsches Schichtstufenland an.[2] Die höchsten Berge im Meininger Stadtgebiet sind mit 498 Meter die Hohe Maas und mit 487 Meter der Drachenberg. Westlich und östlich der Stadt befinden sich Hochebenen zwischen 440 und 480 Meter, die einst ein zusammenhängendes Plateau bildeten, in das sich die Werra und ihre Nebenflüsse mit steilen Abbruchkanten tief eingeschnitten haben. Die Talsohle liegt bei 280 Meter, so dass der Höhenunterschied bis zu 200 Meter beträgt. Bis in die jüngste Erdgeschichte bewirken geologische Kräfte ein allmähliches Abrutschen der Westhänge in das Werratal. So entstand vor rund 20.000 Jahren die Goetz-Höhle, die größte begehbare und für den Tourismus erschlossene Kluft- und Spalthöhle Europas mit bis zu 50 Meter hohen Spalten. Beidseitig flankiert werden die Muschelkalkplateaus von den Bergmassiven Dolmar (739 m) und Gebaberg (751 m). Diese acht und zehn Kilometer von Meiningen entfernten Berge sind erloschene, zur Rhön gehörende Vulkane mit Basaltkuppen. In Meiningen beginnt der nach Norden beziehungsweise flussabwärts führende Naturraum Werraaue Meiningen-Wartha[2] beziehungsweise Werraaue Meiningen-Vacha.[3]

Stadtgebiet[Bearbeiten]

Blick in die Georgstraße

Von der Fläche des Stadtgebietes von 59,46 Quadratkilometern sind rund 50 % Wald. Siedlungs- und Verkehrsflächen, die sich überwiegend im Werratal auf einer Höhe zwischen 280 und 400 Meter befinden, nehmen rund 20 % ein. Ortsteil und Gewerbegebiet Dreißigacker sowie das Industriegebiet Rohrer Berg liegen auf rund 450 m hohen Hochflächen westlich und östlich des Tales. Die Stadt gliedert sich in die Kernstadt mit den Stadtteilen Zentrum mit historischer Altstadt, Nordstadt, Oststadt, Südstadt, Jerusalem, den bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eingemeindeten Stadtteilen Helba und Welkershausen und den Ortsteilen Dreißigacker und Herpf. Da alle Stadtteile mit Ausnahme von Herpf fast nahtlos zusammengewachsen sind und es keine weiträumigen Eingemeindungen gab, besitzt Meiningen ein kompaktes urbanes Stadtbild.

An das Stadtgebiet grenzen zehn ausschließlich selbständige Gemeinden. Dies sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, Walldorf (5,5 km), Utendorf (4,5 km), Kühndorf (6,5 km), Rohr (6 km), Ellingshausen (4,5 km), Obermaßfeld-Grimmenthal (4,5 km), Untermaßfeld (4 km), Sülzfeld (6 km), Rhönblick (10 km), Stepfershausen (8 km) und Rippershausen (6 km). Die Entfernungen sind in Luftlinie zwischen dem Stadtzentrum (Markt) und den jeweiligen Ortsmittelpunkten angegeben.

Klima[Bearbeiten]

Die Wetterwarte mit Klimagarten in Dreißigacker

Das gegenüber den umliegenden Gebirgszügen der Rhön und des Thüringer Waldes tiefliegende und windgeschützte Werratal sowie die dichte Stadtbebauung sorgen regional gesehen für ein mildes Klima in Meiningen.[4]

Im Ortsteil Dreißigacker befindet sich auf einer Hochebene mit 453 m über dem Meeresspiegel eine der 69 Wetterwarten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Großteil des Stadtgebietes liegt auf einer Höhe von 280 bis 300 Metern. Durch den Höhenunterschied von rund 160 Meter sind die Temperaturen in der Stadt im Durchschnitt rund 1,0 °C höher als die an der Wetterwarte gemessenen Werte. Dadurch gibt es auch bei der Niederschlagsart insbesondere im Winterhalbjahr und bei den Windgeschwindigkeiten Unterschiede. Die Werte für die Niederschlagssumme und die Sonnenstunden sind dagegen annähernd gleich.

Jahresmitteltemperaturen
Jahresniederschlagsmenge

Alle folgenden Wetterdaten sind Messwerte der Wetterwarte 10548 Meiningen des DWD für den Zeitraum von 1991 bis 2012.

Die Jahresmitteltemperatur beträgt an der Wetterwarte Dreißigacker 8,1 °C[5], in Meiningen-Stadt rund 9,1 °C. Der höchste Temperaturwert wurde am 9. August 2003 mit 34,8 °C gemessen. Am kältesten war es am 12. Februar 2012 mit gemessenen -18,5 °C.[5] Zieht man den langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 mit 6,9 °C (Stadt: 7,9 °C) zum Vergleich heran, ist in Meiningen eine Temperatursteigerung von 1,2 °C festzustellen.

Der jährliche Durchschnittswert für die Niederschlagsmenge ist 656 Millimeter (1961–1990 = 660 Millimeter).[5] Die größte Niederschlagsmenge an einem Tag ergoss sich am 27. August 2002 mit 55,9 mm über die Stadt. Der nasseste Monat war der Oktober 1998 mit 167,2 Millimetern Niederschlag.[5] Dies waren einmalige Ausnahmewerte, fachlich „Ausreißer“ genannt. Dagegen konnte die Wetterwarte mehrere extrem trockene Monate vermelden, wobei der Januar 1996 mit 1,1 Millimetern Niederschlag am trockensten war. Die Niederschlagsmenge in Meiningen ist um 40–50 % niedriger als in den nur wenige Kilometer entfernten Mittelgebirgen Rhön und Thüringer Wald, sie liegt auch unter dem deutschen Durchschnittswert von 769 Millimetern.[6]

In der Stadt wurde eine durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer von 1559 Stunden[5] gemessen, 32 Stunden über dem deutschen Mittelwert von 1527.[6] Hier ist eine Steigerung von 72 Stunden gegenüber dem Zeitraum 1961–1990 (1487 h) festzustellen. Am längsten schien die Sonne am 19. Juni 2005 mit 16,0 Stunden. Der sonnenreichste Monat mit 320 Stunden war der Juli 2006. Am wenigsten ließ sich die Sonne im Dezember 1993 mit 7,3 Stunden blicken.[5]

Die windgeschützte Lage beschert der Stadt relativ wenige Stürme, kann aber an einzelnen Wintertagen mit Hochdruckwetter zu Inversionswetterlagen führen. Lediglich auf der baumlosen Dreißigackerer Hochebene herrscht öfter stärkerer Wind. Die wegen der windgeschützten Tallage gesetzlich geforderte Nutzung von umweltfreundlichen Energien und fehlender Industrie besteht in Meiningen eine gute Luftqualität.

Geschichte[Bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung von Meiningen erfolgte 982, als Kaiser Otto II. sein Königsgut Meiningen in der Meininger Mark der Peterskirche in Aschaffenburg übergab. Um das Jahr 1000 war der Baubeginn der noch heute bestehenden Stadtkirche St. Marien als Marktkirche. Kaiser Heinrich II. gab 1008 Meiningen dem Bistum Würzburg als Lehen und es gehörte fortan 534 Jahre zum Hochstift Würzburg.

Ansicht von 1676
Rathaus um 1900

Der Landesherr verlieh 1153 Meiningen mit der Gerichtsbarkeit erste Stadtrechte. 1230 wurde Meiningen erstmals in einer Urkunde als Stadt (civitas) genannt und es erhielt im Jahre 1344 mit der Verleihung der Rechte der Freien Reichsstadt Schweinfurt weitgehend Autonomie. Im Jahr 1542 kam die Stadt durch Tausch mit dem Amt Mainberg an die Grafen von Henneberg, nach deren Aussterben 1583 an das Herzogtum Sachsen. Im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erlangte Meiningen durch die Barchent- und Leinenweberei eine große wirtschaftliche Blüte, die aber durch den Dreißigjährigen Krieg abrupt beendet wurde. 1660 kam Meiningen zum Herzogtum Sachsen-Altenburg und wechselte 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha.

Herzog Bernhard I. bildete 1680 das Herzogtum Sachsen-Meiningen und wählte Meiningen zur Haupt- und Residenzstadt. 1682 war der Baubeginn des Residenzschlosses Elisabethenburg. 1690 gründete der Herzog die noch heute bestehende Hofkapelle. Ab 1782 ließ Herzog Georg I. den Englischen Garten anlegen und Herzog Bernhard II. eröffnete 1831 das erste Meininger Hoftheater. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt durch die Gründung mehrerer Großbanken zu einem der bedeutendsten Finanzstandorte Deutschlands. 1858 erhielt Meiningen mit der Eröffnung der Werrabahn den ersten Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.

Georg II. reformierte gemeinsam mit Helene Freifrau von Heldburg und Ludwig Chronegk das Regietheater und stellte diese bedeutende Theaterreform von 1874 bis 1890 durch zahlreiche Gastspiele der Meininger in weiten Teilen Europas vor. Ein verheerender Stadtbrand zerstörte im Jahre 1874 einen Großteil der Innenstadt. Der Wiederaufbau erfolgte im klassizistischen Stil. Ebenfalls 1874 nahm mit der Einweihung des Bayerischen Bahnhofs die von der Bayerischen Staatsbahn betriebene Bahnlinie Meiningen-Schweinfurt ihren Betrieb auf. 1880 holte Herzog Georg II. den Dirigenten und Komponisten Hans von Bülow nach Meiningen, der aus der Meininger Hofkapelle ein europäisches Spitzenorchester machte. 1909 wurde das neue Haus des Hoftheaters eröffnet und 1914 nahm die Hauptwerkstatt der Preußischen Staatsbahn (später Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), heute Dampflokwerk Meiningen) die Arbeit auf.

Nach Abdankung des Herzogs Bernhard III. infolge der Novemberrevolution war Meiningen von 1918 bis 1920 Hauptstadt des Freistaates Sachsen-Meiningen und kam 1920 zum Land Thüringen. Mit Helba erfolgte 1923 die erste Eingemeindung eines Ortes, Welkershausen folgte 1936. Ein schwerer Luftangriff auf Meiningen am 23. Februar 1945 forderte 208 Tote, zerstörte 251 Häuser und zwei Brücken total und beschädigte 440 Gebäude. Einheiten der 11. Panzerdivision der United States Army nahmen am 5. April nach kurzem Kampf die Stadt ein, die sie am 6. Juli 1945 der Roten Armee übergaben. Von 1952 bis 1990 gehörte Meiningen als Kreisstadt zum Bezirk Suhl. Mit dem Bau eines Werkes für Mikroelektronik entstand von 1968 bis 1982 im Norden zwischen Helba und Welkershausen der neue Stadtteil Jerusalem. 1988 begann die Städtepartnerschaft mit Neu-Ulm. Im Herbst 1989 war die Stadt ein bedeutendes Zentrum der politischen Wende in Südthüringen.

Das naheliegende Dorf Dreißigacker wurde am 1. Oktober 1990 eingemeindet. Am 3. Oktober 1990 kam Meiningen zum wiedergegründeten Thüringen. In den 1990er-Jahren wurde die Stadt wieder eine bedeutende Kunst- und Kulturstadt, die sie bereits bis in die 1950er-Jahre war. 1994 wählte man Meiningen zur Kreisstadt des neugebildeten Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Mit dem Bau der A71 erhielt die Stadt im Jahr 2003 einen direkten Anschluss an das deutsche Autobahnnetz. Neue Städtepartnerschaften wurden 2006 mit Bussy-Saint-Georges bei Paris in (Frankreich),2007 mit Obertshausen (Hessen) und 2012 mit Meiningen (Vorarlberg) geschlossen. Am 1. Dezember 2010 fand die Eingemeindung von Herpf statt.

Religionen[Bearbeiten]

Kirchengemeinden[Bearbeiten]

Evangelisch

Durch die Reformation wurde Meiningen im Jahr 1544 überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Gemeinde hat seitdem die Stadtkirche Unserer lieben Frauen als Domizil. Sie gehörte später zur Evangelischen Landeskirche Sachsen-Meiningen, die 1920 in der Evangelischen Landeskirche Thüringen aufging und die Stadt weiter zum Sitz des Kreiskirchenamtes Meiningen und einer Superintendentur wurde. Nach der Fusion der Evangelischen Landeskirche Thüringen mit der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 etablierte man in Meiningen den Regionalbischofssitz eines Propstsprengels und den Sitz des Kirchenkreises Meiningen. Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Meiningen besteht aus vier Pfarrämtern, denen die evangelischen Gemeinden in Meiningen-Nord (Kirche zum Heiligen Kreuz), Helba, Welkershausen, Untermaßfeld, die Tochtergemeinde Dreißigacker und das Kirchspiel angegliedert sind. Die Kirchgemeinde in Herpf gehört zum Pfarramt Stepfershausen. Als größte christliche Gemeinde in der Stadt hat die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde 4.493 Mitglieder (2012).

evangelische Stadtkirche
Schiff der evangelischen Stadtkirche
Römisch-katholisch

Nach kurzer Zugehörigkeit ab 982 zum Erzbistum Mainz und zur Stiftskirche Sankt Peter und Paul in Aschaffenburg gehörte Meiningen von 1007 bis 1994 zur Diözese Würzburg. Nach dem Wechsel zur Grafschaft Henneberg 1542 und der Reformation 1544 lebten die wenigen verbliebenen katholischen Gläubigen in der Diaspora. Erst im 19. Jahrhundert wuchs wieder eine größere katholische Gemeinde heran. Sie erhielt 1881 eine neue Kirche, die aber bereits 1972 einem neueren modernen Kirchenbau weichen musste. 1973 fasste der Vatikan die auf dem Gebiet der DDR befindlichen Teile der katholischen Bistümer Fulda und Würzburg zum Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen zusammen, das der Heilige Stuhl 1994 zum neuen Bistum Erfurt erhob. Meiningen wurde Sitz eines der sieben Dekanate, das elf Gemeinden vereint, darunter die Meininger Pfarrgemeinde St. Marien mit 2.544 Gläubigen (2012).

Neuapostolisch

Die Stadt ist Sitz eines Kirchenbezirks der Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland mit 13 Gemeinden und 1650 Mitgliedern (2007), wobei die Meininger Gemeinde 304 Gläubige zählt. Für die Gemeinde Meiningen wurde am 20. Februar 2000 eine neu erbaute Kirche geweiht.

Sonstige Gemeinden

In Meiningen existieren noch weitere Kirchengemeinden. Dazu gehören seit 1905 die Baptisten der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde mit 60 Gläubigen, die 1927 selbständig wurden und 1937 mit der Bethel-Kapelle ein neue Kirche und Gemeindehaus errichteten. 1901 gründete sich die Landeskirchliche Gemeinschaft Meiningen. Zu nennen sind noch die Christus-Gemeinde und die freikirchliche Gemeinschaft Hoffnung für Alle.

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten]

Jüdisch

Eine jüdische Kultusgemeinde existierte bis 1938. Juden waren seit 1243 nachweisbar in Meiningen ansässig. Die ersten jüdischen Gemeinden wurden 1298 und 1349 (Pestpogrom) vernichtet und 1566 mussten schließlich alle jüdischen Bürger die Stadt gänzlich verlassen. Erst ab 1850 durften wieder Juden in Meiningen wohnen. Sie gründeten 1866 die Israelitische Kultusgemeinde Meiningen. Mit rund 500 Mitgliedern, davon 293 aus der Stadt Meiningen, hatte die Gemeinde 1925 ihren Höchststand. Die 1883 eingeweihte Synagoge wurde in der Reichspogromnacht 1938 verwüstet und 1939 abgerissen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Eingemeindet wurden am 1. April 1923 Helba, am 1. April 1936 Welkershausen, am 1. Oktober 1990 Dreißigacker[7] und am 1. Dezember 2010 Herpf.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Meiningen hatte im Mittelalter durchschnittlich 2.000 Einwohner und zählte mit der aus heutiger Sicht geringen Einwohnerzahl zu den größten Städten im Hochstift Würzburg. 1545 lebten 2.200 Menschen in der Stadt. Die Zahl stieg bis 1634 durch eine wirtschaftliche Blüte auf 4.800 an. Im Dreißigjährigen Krieg dezimierten sich die Einwohner innerhalb weniger Jahre durch Tod und Vertreibung auf 1300. Von diesen Auswirkungen konnte sich die Stadt bis in das 19. Jahrhundert nicht mehr erholen. 1680 lebten bei der Erhebung Meiningens zur Haupt- und Residenzstadt nur rund 2.000 Menschen in der Stadt. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts überstieg die Einwohnerzahl die Zahl 5.000 und wuchs durch die Entwicklung einer bescheidenen Wirtschaft und die Funktion als Hauptstadt stetig weiter bis auf 22.305 im Jahr 1939 an. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein stärkerer Anstieg auf 25.345 durch Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten. Die Einwohnerzahl fiel wieder rapide ab, nachdem die politische Zukunft der Stadt wegen der Etablierung der Sowjetarmee und die Machtergreifung durch die SED absehbar war. Viele Geschäftsleute, aber auch alteingesessene Meininger Familien verließen die Stadt Richtung Westdeutschland. Nach der Gründung der DDR stieg die Zahl der Einwohner durch erhöhte Geburtenraten und Industrieansiedlungen wieder leicht an. Ihren Höchststand erreichte die Einwohnerzahl 1983 mit 25.905.

Ab der Deutschen Wiedervereinigung Ende 1990 bis um das Jahr 2010 verlor Meiningen mit dem plötzlichen Wegfall tausender Arbeitsplätze und der daraus resultierenden Abwanderung, durch Geburtenrückgang und Suburbanisierung rund 5.500 Einwohner. Nach dem starken Rückgang in den 1990er Jahren stabilisierte sich um das Jahr 2000 die Einwohnerzahl, um ab Anfang der 2000er Jahre erneut zu sinken. Gründe waren Wegzüge wegen nach wie vor fehlender Arbeitsplätze und ein Überschuss der Sterbefälle gegenüber von Geburten.

Durch die in jüngster Zeit vermehrte Ansiedlung neuer Firmen und den damit verbundenen stärkeren Zuzug, wieder steigende Geburtenzahlen sowie den Zuzug von Ruheständlern, die die ehemalige Residenz zu ihrem Altersruhesitz wählen, konnte ab 2009 eine annäherende Stabilisierung und ab 2011 wieder eine Steigerung der Einwohnerzahl (ohne Eingemeindungen) erreicht werden. Ende 2011 lebten in Meiningen mit Hauptwohnsitz 21.131 Bürger, mit Nebenwohnsitz waren es 22.395 Bürger[9]. Am 31. Dezember 2013 hatte die Stadt mit Hauptwohnsitz 21.343 Einwohner, darunter befanden sich mit einem Anteil von 3,3% an der Gesamtbevölkerung 704 Ausländer[9].

Entwicklung der amtlichen Einwohnerzahl – nur Einwohner mit Hauptwohnsitz
Jahr Einwohner
1545 2.200
1600 4.780
1634 4.800
1648 1.300
1680 2.000
1700 2.500
1771 3.531
1803 4.125
1828 5.426
Jahr Einwohner
1833 5.659
1840 6.205
1849 6.451
1861 6.921
1871 8.870
1875 9.521
1880 11.227
1890 12.029
1900 14.518
Jahr Einwohner
1905 15.945
1910 17.183
1920 17.871
1925 18.221
1930 20.202
1939 22.272
1947 25.345
1950 23.484
1960 23.748
Jahr Einwohner
1972 25.795
1983 25.905
1988 25.708
1994 24.001
1996 22.777
1998 22.349
2000 22.240
2002 21.666
2004 21.412
Jahr Einwohner
2006 21.003
2007 20.831
2008 20.534
2009 20.434
2010 21.310
2011 21.131*
2012 21.199
2013 21.343
2014

Datenquellen: ab 1545 Stadtarchiv Meiningen / ab 1771 Volkszählergebnisse / 1950: 31. August / ab 1960: 31. Dezember
ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik / ab 2002 Einwohnermeldeamt / * Korrektur nach Auswertung des Mikrozensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Der Rundbau des Schlosses Elisabethenburg ist der Hauptsitz der Stadtverwaltung

Meiningen ist eine Kreisstadt und ein Mittelzentrum in Thüringen mit einem Einzugsbereich von rund 120.000 Einwohnern als Kreisstadt sowie 70.000 Einwohnern als Mittelzentrum. Die Stadt übt weiter in einigen Bereichen die Funktion eines Oberzentrums aus, ist aber nicht als Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums eingestuft. Oberzentrale Funktionen erfüllen das Justizzentrum Meiningen, das Thüringische Staatsarchiv Meiningen, das staatlich geführte Meininger Theater sowie die Fachhochschule und das Bildungszentrum der Thüringer Polizei. Die Polizei-Einrichtungen sind für ganz Thüringen, die anderen genannten Einrichtungen für Südthüringen und Teile von Westthüringen zuständig. In der Kultur und im Gesundheitswesen erfüllen die Meininger Museen und das Klinikum Meiningen (Schwerpunktversorgung) ebenfalls überregionale Aufgaben.

Die Stadt ist Erfüllende Gemeinde für die Nachbarorte Henneberg, Rippershausen, Stepfershausen, Sülzfeld und Untermaßfeld. Die Stadtverwaltung Meiningen ist somit für 25.256 Einwohner zuständig (31. Dezember 2013).

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 30 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister, dessen Platz zurzeit Fabian Giesder (SPD) einnimmt. Die Kommunalwahlen von 1999, 2004, 2009 und 2014 lieferten folgende Ergebnisse[10] (Die aktuelle Sitzverteilung ist fett dargestellt):

Parteien und Wählergemeinschaften  %
1999
Sitze
1999
 %
2004
Sitze
2004
 %
2009
Sitze
2009
 %
2014
Sitze
2014
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,9 5 10,8 3 15,7 5 26,5 (8)* 10
CDU Christlich Demokratische Union 22,2 7 23,6 7 19,9 6 23,7 7
Die Linke Die Linke (bis 2007 PDS) 21,4 7 28,7 9 23,3 7 16,8 5
Pro Meiningen Freie Wähler 37,0 11 29,1 9 23,8 7 15,7 (5)* 4
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 4,5 0 7,8 2 9,8 3 7,9 2
WG Dreißigacker Wählergemeinschaft Dreißigacker - - - - 2,2 1 2,2 (1)*  -
WG Herpf Wählergemeinschaft Herpf - - - - - 1 2,8 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands - - - - - - 3,2 1
FDP Freie Demokratische Partei - - - - 5,1 1 1,2 -
Gesamt 100,0 30 100,0 30 100,0 31 100,0 30
Wahlbeteiligung in % 51,3 41,3 46,0 48,0

* Sitzplatzanzahl nach Wahlergebnis vom 24. Mai 2014, Harald Bernhardt von Pro Meiningen und Sascha Kellner von der WG Dreißigacker wechselten im Juni 2014 mit ihrem Mandat zur SPD-Fraktion.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister war 1992–2012 Reinhard Kupietz von Pro Meiningen (Freie Wähler). 2012 übernahm Fabian Giesder (SPD) das Amt.[11]

Die Bürgermeisterwahl am 22. April 2012 endete mit folgendem Ergebnis:

  • Uwe Achtelstetter – CDU, 2071 Stimmen, 21,7 %
  • Fabian Giesder – SPD, 2911 Stimmen, 30,5 %
  • Reinhard Kupietz – Pro Meiningen/FW, 2761 Stimmen, 28,9 %
  • Ulrich Töpfer – Grüne, 1812 Stimmen, 19,0 %

Die Wahlbeteiligung lag bei 53,9 %.

Die erforderliche Stichwahl vom 6. Mai 2012 endete mit folgendem Ergebnis:

  • Fabian Giesder – SPD, 4831 Stimmen, 53,4 %
  • Reinhard Kupietz – Pro Meiningen/FW, 4224 Stimmen, 46,6 %

Die Wahlbeteiligung betrug 51,3 %. Die Amtsübergabe erfolgte am 1. Juli 2012.

Bis zur Erhebung als Residenz- und Hauptstadt trugen die Stadtoberhäupter die Amtsbezeichnung Stadtschultheiß, anschließend Oberbürgermeister und ab 1935 „1. Bürgermeister“. Seit 1945 gibt es in der Stadt nur mehr den Titel „Bürgermeister“.

→ Siehe: Liste der Bürgermeister von Meiningen

Weitere Wahlen[Bearbeiten]

Wahlergebnisse der jeweils letzten beiden Wahlperioden für Meiningen auf Kreis-, Landes- , Bundes- und Europaebene (das Ergebnis der jeweils stärksten Partei bei einer Wahl ist fett dargestellt):[12]

Partei Kreistag
2009
Kreistag
2014
Landtag
2009
Landtag
2014
Bundestag
2009
Bundestag
2013
Europa
2009
Europa
2014
CDU 27,0 % 28,4 % 26,0 % 30,7 % 26,2 % 37,3 % 24,5 % 27,4 %
PDS/Die Linke 26,3 % 20,8 % 32,2 % 28,5 % 33,8 % 25,9 % 29,3 % 23,2 %
SPD 17,7 % 28,7 % 19,3 % 16,0 % 18,0 % 17,3 % 15,4 % 22,8 %
Grüne 13,0 % 11,1 % 7,8 % 6,3 % 7,2 % 5,2 % 7,5 % 5,6 %
FDP 5,0 % 2,0 % 6,2 % 1,8 % 8,4 % 2,3 % 6,5 % 1,6 %
Freie Wähler 11,0 % 9,1 % 3,2 % 1,1 % - 1,2 % 1,5 % 1,3 %
AfD - - - 10,1 % - 5,2 % - 7,3 %
NPD - - 3,9 % 3,8 % 2,9 % 3,0 % - 3,4 %
Piraten - - - 0,9 % 2,7 % 2,1 % 0,8 % 1,1 %
Wahlbeteiligung 46,3 % 47,8 % 43,1 % 48,9 % 49,5 % 60,4 % 40,2 % 44,4 %

Die CDU spielt in allen Bereichen mit ersten und zweiten Plätzen in Meiningen eine recht starke Rolle. Die Linkspartei als einst die stärkste politische Kraft musste bei den letzten Wahlen starke Verluste hinnehmen und liegt nun an zweiter oder dritter Stelle. Die SPD ist in fast allen Bereichen die drittstärkste Partei, im Stadtrat und im Kreistag ist sie aber 2014 nach einer großen Steigerung die stärkste Kraft geworden. Die anderen in Meiningen bei Wahlen angetretenen Parteien liegen meist im bundesdeutschen Durchschnitt, wobei die Grünen nach einem starken Aufwärtstrend trotz zuletzt leichter Verluste recht hohe Ergebnisse erzielten, die über dem ostdeutschen Durchschnitt liegen. Ihre Hauptwählerschaft besteht aus dem Umfeld der in Meiningen stark vertretenen Umweltorganisationen BUND und Greenpeace sowie den führenden Aktivisten während der politischen Wende in der DDR. Bei der Landtagswahl erhielten die Kandidaten der Grünen (Ulrich Töpfer, 12,6 %), der SPD (Rolf Baumann, 21,2 %) und der CDU (Michael Heym, 33,1 %) weitaus mehr Stimmen als ihre jeweilige Partei. Die FDP spielt nach starken Verlusten keine Rolle mehr.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Meiningen

Blasonierung: „Im einfachen, unten gerundeten Schild in Blau eine von fünf silbernen rotbedachten Türmen überragte silberne Stadtmauer, in deren offenem Tor auf goldenem Grund eine rotbewehrte nach rechts gewandte schwarze Henne auf grünem Dreiberg steht.“ (Zitat, Quelle: § 2 der Hauptsatzung der Stadt Meiningen vom 14. Oktober 1994).

Das erste Stadtsiegel aus der Zeit um 1290 enthielt eine von drei Türmen gekrönte Stadtmauer mit geöffnetem Tor, in das eine Brücke führt. Später wurde die Brücke durch das Bild eines Bischofs mit Mitra ersetzt. In den erweiterten Stadtrechten von 1344 ist festgelegt, dass das Wappen von Meiningen künftig fünf Türme führen sollte. Durch Edikt vom 23. Mai 1557 wurde das Brustbild des Bischofs durch das Wappentier der Henneberger ersetzt. Die Halbmonde und Zwiebeltürme haben keine osmanischen Bezüge, sie dienten lediglich gestalterischen Zwecken.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Offizielle Städtepartnerschaften bestehen zu folgenden vier Städten und Gemeinden.

Freundschaftliche Beziehungen bestehen mit der Millionenstadt Adelaide in Australien wegen deren Namensgeberin Queen Adelaide (Königin von England), der in Meiningen geborenen und aufgewachsenen Prinzessin Adelheid von Sachsen-Meiningen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Das Meininger Theater

Hauptartikel: Das Meininger Theater

Das Meininger Theater

„Das Meininger Theater“ ist ein Vier-Sparten-Theater und wird von der Stadt Meiningen, dem Landkreis und dem Land Thüringen als „Südthüringisches Staatstheater“ geführt. Intendant ist seit 2005 Ansgar Haag. Das 1831 gegründete Theater bietet auf den Bühnen Großes Haus und Neue Kammerspiele Musiktheater, Schauspiel, Ballett (Thüringer Landestheater Eisenach) sowie Puppentheater und Sinfoniekonzerte. Der „Theaterjugendclub“ des Hauses führt in den Neuen Kammerspielen aktuelle Stücke zu jugendlichen Themen auf.

Eine besondere Bedeutung hatte das Haus, das sich bis 1920 „Meininger Hoftheater“ nannte, Ende des 19. Jahrhunderts, als das die „Meininger“ genannte Ensemble unter der Leitung des „Theaterherzogs“ Georg II. eine führende Rolle bei der Durchsetzung des modernen Regietheaters im Schauspiel in Europa einnahm.

Meininger Puppentheater

Das überwiegend selbständig agierende → Meininger Puppentheater wurde 1986 am Meininger Theater gegründet. Zum Repertoire gehören Stücke aller Altersklassen. Die bekanntesten, weltweit gezeigten Stücke sind Der standhafte Zinnsoldat und Kondom des Grauens. Das Ensemble unternahm bisher zahlreiche Reisen zu Einzelgastspielen und Puppentheaterfestivals auf vier Kontinente, so unter anderem nach Japan, China, Korea, Australien, Kanada, den USA und in viele europäische Länder. Direktorin des Puppentheaters ist seit 1987 Maria C. Zoppeck, die auch als Autorin tätig ist.

Kinder- und Jugendtheater Tohuwabohu

Das Kinder- und Jugendtheater „Tohuwabohu“ der Kunst- und Kreativschule Meiningen besteht unter diesen Namen seit 1993. Es ging aus einer in den 1970er Jahren gegründeten Jugendtheatergruppe hervor. Das Kinder- und Jugendtheater hat vier Spielgruppen verschiedenen Alters, die an Schulen, in Jugendzentren, auf Kleinkunstbühnen oder in der Volkshochschule auftreten. Alljährlich im Frühjahr ist Tohuwabohu Gastgeber der deutschlandweiten Kinder- und Jugendtheaterwerkstatt Schau-Spiel. Künstlerische Leiterin des Jugendtheaters ist die Theaterpädagogin und Regisseurin Elke Büchner.

Filmtheater

Das erste Filmtheater in Meiningen wurde 1910 mit dem „Metropoltheater“ am Markt eröffnet. 1912 folgte das „Centraltheater“ am Platz an der Kapelle, das 1922 wieder geschlossen wurde. Weitere Kinos waren das von 1928 bis 1956 bestehende „Union-Theater“ (UT) der gleichnamigen Kinokette und die 1956 neu erbauten „Volkslichtspiele“ (geschlossen 1991). Im 1891 erbauten Haus der Meininger Zivilcasino-Gesellschaft etablierten sich 1919 die bis heute bestehenden „Casino-Lichtspiele“. 1929 wurde dort der erste Tonfilm aufgeführt. Ende der 1970er Jahre richtete man im Rang ein Kino-Cafe mit Bar ein, wo der Kinobesucher während der Vorstellung Getränke zu sich nehmen konnte. 1996 erfolgte ein Umbau des Casinos zu einem modernen Multiplex-Kino mit sechs Sälen.[13] Seit 2009 sind zwei und seit 2013 alle Kinosäle im 2013/14 komplett modernisierten Haus mit der 3D-Technik für räumliche Kinobilder ausgestattet.

Musik[Bearbeiten]

Meininger Hofkapelle

Hauptartikel: Meininger Hofkapelle

Die „Meininger Hofkapelle“ zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Klangkörpern in Europa. Das heute 68 Mitglieder zählende Orchester ist dem Meininger Theater angegliedert und lädt neben ihren Auftritten bei Musikaufführungen regelmäßig zu Sinfoniekonzerten und Jugendkonzerten ein. Generalmusikdirektor (GMD) ist seit der Spielzeit 2010/11 der Schweizer Philippe Bach, 1. Kapellmeister und Stellvertreter des Generalmusikdirektors (GMD) ist der Londoner Leo McFall, 2. Kapellmeister und Assistent des GMD ist Arturo Alvarado.

Die Hofkapelle wurde 1690 von Herzog Bernhard I. gegründet. Erste Dirigenten waren unter anderen Georg Caspar Schürmann und Johann Ludwig Bach. Im Oktober 1880 wurde Hans von Bülow Hofkapellmeister, der die Kapelle zu einem europäischen Eliteorchester entwickelte. Durch Bülow kam Johannes Brahms nach Meiningen, um mit der Hofkapelle zusammenzuarbeiten und diese gelegentlich zu dirigieren. Als enger Freund von Georg II. war er bis zu seinem Tode oft zu Gast in der Stadt. Brahms schrieb außerdem vier Werke für den bekannten Meininger Klarinettisten Richard Mühlfeld. Weitere hervorragende Dirigenten waren Richard Strauss, Fritz Steinbach, Wilhelm Berger und Max Reger.

Musikschulen, Orchester und Chöre

Bekannt ist die Max-Reger-Musikschule. Sie ist im Bibrasbau des Schlosses Elisabethenburg untergebracht. Weiter ist die private Musikschule „Kling-Klang“ zu nennen.

Das 1990 von aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Meininger Hofkapelle gegründete „Meininger Residenzorchester“ tritt vornehmlich auf kleinen Bühnen oder im Rahmenprogramm von kommunalen oder wirtschaftlichen Großveranstaltungen auf. In der evangelischen Gemeinde existiert ein „Posaunenchor“, der bei kirchlichen Veranstaltungen aufspielt. Das 1970 gegründete heutige „Jugendrotkreuzorchester Meiningen“ hat konzertante Blasmusik im Rock-, Pop- Dixie-Sound sowie Klassiker der jüngeren Musikgeschichte im Repertoire.

Zu den Chören der Stadt gehören der „Gemischte Chor der Musikschule“ (Leiter: Matthias Bretschneider), der „Chor des Meininger Theaters“ (Direktor: Sierd Quarre), der „Katholische Kirchenchor“, die „Meininger Kantorei“ und der „Kinderchor“ der evangelischen Gemeinde, der „Ökumenische Gospelchor Meiningen“ , der „Junge Frauenchor“ und der „Kinder- und Jugendchor“ (beide Musikschule).

Museen[Bearbeiten]

Meininger Museen
Die Meininger Museen im Schloss Elisabethenburg
Das Theatermuseum

Unter dem Dach der Kulturstiftung Meiningen sind die „Meininger Museen“ mit den drei Standorten Schloss Elisabethenburg, Literaturmuseum Baumbachhaus und Theatermuseum vereint.

Das Schloss Elisabethenburg beherbergt die vier Museums-Abteilungen – Historisches Interieur vom Rokoko über Empire bis hin zum Historismus, – Kunstsammlungen mit Gemälden, Skulpturen, Möbeln, Keramik, Uhren und anderem Kunsthandwerk aus verschiedenen Jahrhunderten, – Musikgeschichte über die Meininger Hofkapelle, Johann Ludwig Bach, Richard Wagner, Hans von Bülow, Johannes Brahms, Richard Strauss, Max Reger und – Theatergeschichte über die Meininger.

Das Theatermuseum „Zauberwelt der Kulisse“ in der ehemaligen Reithalle bietet eine jährlich wechselnde Ausstellung von historisch wertvollen Bühnenprospekten aus der Reisezeit des Meininger Hoftheaters.

Im Literaturmuseum „Baumbachhaus“ befindet sich schwerpunktmäßig eine Ausstellung zum Leben und Wirken des Heimatdichters Rudolf Baumbach. Weiterhin wird das Wirken von Friedrich Schiller, Jean Paul und Ludwig Bechstein während ihrer Meininger Zeit behandelt. Dazu gibt es eine Abteilung für Stadt- und Heimatgeschichte.

Weitere Museen

Das Meininger Zweiradmuseum „MZM“ zeigt sämtliche in der DDR produzierte Zweiradtypen und eine Vielzahl von Polizeifahrzeugen. Dieses wird von einem privaten Verein geführt, deren Mitglieder mit viel Initiative und handwerklichem Geschick die Modelle in jedem Zustand erwerben und in den Originalzustand restaurieren.

Das Dampflokwerk veranstaltet Führungen am ersten und dritten Samstag im Monat. Hier werden die Lokhalle mit den zur Zeit vorhandenen Dampflokomotiven, weitere Schienenfahrzeuge, Rad-Drehbänke, die Kesselschmiede und andere historische Einrichtungen gezeigt. Seit 2014 entsteht hier mit der „Erlebniswelt Dampflok“ ein interaktives Museum.

Galerien[Bearbeiten]

Die „Städtische galerie ada“ zeigt in ihren 2007 bezogenen neuen Ausstellungsräumen in der Bernhardstraße vornehmlich zeitgenössische Kunst. Sie befand sich von 1990 bis dahin im Hartungschen Haus, einem restaurierten Fachwerkbau im Altstadtviertel Töpfemarkt.

Eine „Obere Galerie“ und eine „Untere Galerie“ betreiben die Meininger Museen in ihren Räumen im Schloss Elisabethenburg. Dort werden in ständig wechselnden Ausstellungen insbesondere historische Exponate zu einem aktuellen kulturellen oder kommunalen Thema präsentiert.

In den Galerien des Kunsthauses Meiningen finden Expositionen von moderner Kunst, insbesondere der bildenden Künste Malerei, Grafik und Bildhauerei statt.

Im Vestibül des Freizeitzentrums „Rohrer Stirn“ ist eine Fotogalerie der Fotoszene Meiningen untergebracht. Hier werden die Fotoarbeiten der Mitglieder in thematisch wechselnden Ausstellungen gezeigt.

Weitere ständig betriebene Galerien befinden sich im Gebäude der ehemaligen Deutschen Hypothekenbank, heute Hauptsitz der Rhön-Rennsteig-Sparkasse, wo insbesondere Fotoausstellungen von bekannten Schauspielerinnen aus Film und Fernsehen gezeigt werden sowie im Justizzentrum, wo überwiegend Plastiken ausgestellt werden.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale der Meininger Innenstadt und Liste der Kulturdenkmale der Meininger Außenbezirke

Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Bibrasbau des Schlosses Elisabethenburg

Schloss Elisabethenburg: Eines der größten Bauwerke der Stadt ist die von 1682 bis 1692 erbaute barocke Dreiflügelanlage, die bis 1918 die Residenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen war. Hier ist im sogenannten Rundbau das Rathaus untergebracht. Die Flügel beherbergen die Meininger Museen, die Schlosskirche, das Stadt- und Staatsarchiv und weitere Einrichtungen.

Schloss Landsberg: Das neugotische Schloss am nördlichen Stadtrand ließ Herzog Bernhard II. in den Jahren 1836 bis 1840 als Lustschloss im englischen Stil erbauen. Es liegt auf einem Bergkegel und nimmt die Stelle der 1525 zerstörten Burg Landeswehre ein. Heute beherbergt das weithin sichtbare Schloss ein Vier-Sterne-Hotel.

Meiningen, Schloss Landsberg

Paläste: Zu den Palästen in der Stadt zählen die als Wohnstätten der herzoglichen Familie dienenden Bauten Großes Palais, auch Wittumspalais und Erbprinzenpalais genannt (erbaut 1823 / Umbau 1863) und Kleines Palais (1823) als Prinzessinnenpalais, außerdem die „Struppsche Villa“ des Bankiers Gustav Strupp sowie das „Palais am Prinzenberg“ (Helenenstift). In ihnen befinden sich heute unter anderem eine Bank, ein Gesundheitszentrum und eine Kulturstätte.

Kirchen[Bearbeiten]

Katholische Kirche „Unsere Liebe Frau“

Bereits um das Jahr 1000 war die Grundsteinlegung der Stadtkirche „Unserer lieben Frauen“, die mehrmals im Laufe der Jahrhunderte erweitert und umgebaut wurde. Neben erhalten gebliebenen romanischen und gotischen Bauteilen bekam sie ihre endgültige Gestalt im überwiegend neugotischen Stil nach einem Umbau in den Jahren 1884 bis 1889.

Pfarrkirche St. Johann in Herpf

Die moderne Katholische Kirche „Unsere Liebe Frau“, von 1967 bis 1972 erbaut, ist der Nachfolgebau einer 1881 errichteten Kirche, die den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte. Die schlichte Pfarrkirche der Pfarrei St. Marien Meiningen ist gleichzeitig Sitz des Dekanats Meiningen im Bistum Erfurt. Sie befindet sich im Westteil der Altstadt.

Die 1692 geweihte barocke Schlosskirche im Schloss Elisabethenburg wurde 1982 restauriert. In ihr befindet sich heute der „Konzertsaal Johannes Brahms“.

Im englischen Garten steht auf dem Gelände des alten Friedhofes an Stelle der abgerissenen Kirche St. Martin die 1839 im neugotischen Stil erbaute Herzogliche Gruftkapelle, in der sich bis 1977 Grabstätten der Herzoglichen Familie befanden. Heute beherbergt sie eine Ausstellung zur Geschichte des Englischen Gartens.

Weitere sehenswerte Kirchen befinden sich in Helba (geweiht 1885), Welkershausen (geweiht 1728) und Herpf (St.-Johannis-Kirche), die letzten beiden reich verziert im sogenannten Bauernbarock sowie in Dreißigacker (Neugotik).

Neuerbaute Kirchengebäude sind die Kirche zum Heiligen Kreuz (1983) im Stadtteil Nord und die Neuapostolische Kirche (2000) im Stadtzentrum.

Profanbauten[Bearbeiten]

Das Gebäude des Meininger Theaters entstand 1909 im neoklassizistischen Stil, nachdem der Vorgängerbau im März 1908 bis auf die Grundmauern abbrannte. Der Architekt des mit 740 Sitzplätzen versehenen Bauwerks war der Hofbaurat Karl Behlert.

Blick auf die historische Altstadt
Deutsche Hypothekenbank (vorn) und Bank für Thüringen (hinten)
Henneberger Haus im Mai 2012

Das Vier-Sterne-Hotel Sächsischer Hof wurde 1802 erbaut und 1900 in sehenswerter Optik mit Fachwerkelementen umgebaut und erweitert. Es war bis 1879 Sitz des fürstlichen Postamtes Thurn und Taxis. Heute gehört es zu der Hotelkooperation „Romantik Hotels & Restaurants“.

Infolge der Entwicklung Meiningens zur Bankenstadt entstanden vornehmlich in der Leipziger Straße mehrere imposante Gebäude, in denen sich die Bank für Thüringen, die Reichsbank und die Deutsche Hypothekenbank befanden. Die zum Teil noch heute als Banken genutzten Häuser prägen entscheidend das Bild dieses Stadtviertels.

Gelungene Beispiele der Verbindung von historischen Gebäuden mit modernen Glas-Beton-Bauten sind das neue Justizzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Hauptkaserne und die Müller-Markt-Filiale in der Georgstraße. Weitere sehenswerte Objekte moderner Baukunst sind die Bundesbankfiliale, das Hallen-Freibad „Rohrer Stirn“, die prämierte Sport- und Veranstaltungshalle Multihalle und das Firmengebäude der ADVA AG Optical Networking.

Fachwerk- und Bürgerhäuser[Bearbeiten]

Siehe auch: Fachwerkhäuser in Meiningen

Trotz einiger Stadtbrände und eines Baubooms im 19. Jahrhundert, der ganze Straßenzüge der historischen Altstadt erfasste, sind eine Reihe von stattlichen, heute denkmalgeschützten Fachwerk- und Bürgerhäusern aus verschiedenen Jahrhunderten erhalten geblieben. Zu den schönsten Fachwerkhäusern, die sich alle in der Innenstadt befinden, gehören das Büchnersches Hinterhaus (1596) in der Georgstraße, die Alte Posthalterei (17. Jahrhundert) in der Ernestinerstraße, das „Hartungsches Haus“ (1603, → Artikel: Fachwerkhaus) am Schwabenberg, das Henneberger Haus (1894) in der Georgstraße und das Bürgerhaus „Ernestinerstraße 49“. Als Bürgerhäuser in überwiegender Massivbauweise sind das Steinerne Haus (1571) in der Anton-Ulrich-Straße, das „Rokokohaus“ (1768) in der Schloßgasse 8 und das „Schlundhaus“ (1906) in der Schlundgasse zu nennen. Beim letztgenannten ist der Erker ein Nachbau des Erkers vom 1874 abgebrannten, reich verzierten Merkelschen Haus. Weiter existieren einige restaurierte und sehenswerte Fachwerkhäuser im Ortskern des Ortsteiles Herpf.

Denkmäler[Bearbeiten]

Die Denkmalanlage Johannes Brahms im Englischen Garten ist das erste in Deutschland erbaute Denkmal für den Komponisten (1899). Die mit Büste, zwei Laufbrunnen und steinernen Bänken gestaltete Anlage schuf Adolf von Hildebrand. In diesem Park steht außerdem das sehenswerte Denkmal für den Dichter Jean Paul, das bereits 1865 auf einem Hügel aufgestellt wurde, und das ebenfalls interessante für den Komponisten Max Reger von 1935. Die 1878 vom Architekten Erwin Doebner anlässlich des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 errichtete und einst mit dem Reichsadler gekrönte Siegessäule steht im Osten des Parks. Den Reichsadler rissen 1949 Bilderstürmer in einer geheimen Nachtaktion herunter. Der Sockel enthält die Namen der Gefallenen vom 2. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 32 Meiningen. In derselben Nacht wurde die Bronzestatue des Herzogs Bernhard II., geschaffen vom Bildhauer Caspar von Zumbusch, vom 1903 eingeweihten Denkmal entfernt und anschließend eingeschmolzen. Bernhard II. trug als Kommandeur die Uniform des Meininger Kontingents, stützte sich leicht mit der Linken auf eine Säule und hielt in der rechten Hand die Urkunde der Verfassung, die er im Jahr 1829 dem Herzogtum gab. Das verbliebene 3,60 Meter hohe Postament aus Granit trägt heute eine Schale, der Sockel selbst enthält Relief-Tafeln mit einer Inschrift und Allegorien auf die Gerechtigkeit, Landwirtschaft und Industrie.[14]

Denkmal für Johannes Brahms

Zwischen dem Theatergebäude und den Kammerspielen in der Bernhardstraße steht ein Denkmal für den Hofkapellmeister Hans von Bülow. Das Denkmal mit der Büste vom Heimatdichter Rudolf Baumbach kann der Besucher in der Altstadt neben seinem Wohnhaus und Literaturmuseum besuchen. Im Landschaftspark Herrenberg nahe dem Schloss steht das Denkmal für Otto Ludwig, ebenfalls ein Werk des Bildhauers Adolf von Hildebrand. Ein Denkmal für den Kaiser Heinrich II., der mit der Stadtkirche in Verbindung gebracht wird, ist seine lebensgroße Statue auf dem gleichnamigen Brunnen auf dem Markt (siehe Brunnen). Im Parkfriedhof kann der Gast die Denkmäler für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges (1871), des Ersten und Zweiten Weltkrieges, für die Meininger Bombenopfer im Zweiten Weltkrieg und das Ehrenmal der Sowjet-Armee besichtigen. An die Zerstörung der Synagoge 1938 erinnert eine 1988 errichtete Gedenkstätte an deren ehemaligen Standort.

In der Schulstraße ist eine Gedenktafel am Wohnhaus der Graphikerin Elisabeth Schumacher und ihres Ehemannes, des Bildhauers Kurt Schumacher (Widerstandskämpfer) angebracht, die als Mitglieder der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet wurden.

Seit 2000 sind zwei weitere Denkmäler errichtet worden. Eine mannshohe Stele zu Ehren des einstigen Meininger Hofkapellmeisters Hans von Bülow ist zwischen den Neuen Kammerspielen und dem Großen Haus des Theaters aufgestellt worden. Seit Oktober 2009 erinnert eine Gedenkstele an der Nordseite der Stadtkirche an die Meininger Wendeereignisse von 1989/90.

Der Künstler Gunter Demnig verlegte seit 2010 im Stadtgebiet mehrere Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Mitbürger, die von den Nationalsozialisten verschleppt und mehrheitlich ermordet wurden. → Siehe: Liste der Stolpersteine in Meiningen

Brunnen[Bearbeiten]

In der Stadt existieren eine Reihe von sehenswerten Zier- und Nutzbrunnen.

Brunnen in der Altstadt[Bearbeiten]
Der Heinrichsbrunnen und das Hauptpostamt am Markt

Der Heinrichsbrunnen auf dem Markt wurde 1872 errichtet und ist dem Kaiser Heinrich II. gewidmet, dessen Statue das Bauwerk krönt. Heinrich II. soll den Baubeginn der Stadtkirche im Jahr 1003 veranlasst haben.

Kapellenbrunnen

Unweit davon befindet sich auf dem Platz an der Kapelle der 1873 geschaffene Kapellenbrunnen. Das Becken dieses Brunnens stammt ursprünglich von einem ehemaligen Marktbrunnen, die vom Architekten Eduard Fritze gestiftete Säule wurde im Jahr 1905 hinzugefügt. Die Wasserrohre dieses Brunnens symbolisieren vier jener Quellen, die die Stadt bis in das 20. Jahrhundert mit Wasser versorgten – Kirchbrunnen, Dreißigacker, Welkershausen und Neubrunn. Das Kapellenmodell auf der Säule stellt die Sühnekapelle dar, die hier von 1384 bis 1556 zur Erinnerung der Zerstörung der Synagoge an diesem Platze stand. Der Brunnen auf dem Platz Nonnenplan in der Altstadt wurde erst nach 1990 im Zuge einer neuen Stadtbodengestaltung gebaut. Seine Edelstahlhaube ist der Kopfbedeckung der Beginen nachempfunden. Die Beginen waren eine Gemeinschaft von religiösen Frauen, die hier seit dem späten Mittelalter im sogenannten Nonnenhof lebten. Weitere Zierbrunnen sind der 1913 entstandene „Osterbrunnen“ gegenüber dem Schloss, der Gänsemännchenbrunnen (1854) am Beginn der Karlsallee nahe dem Henneberger Haus, der „Drachen-Brunnen“ neben der Struppschen Villa in der Bernhardstraße und der 1935 aufgestellte Fischdiebbrunnen in der Georgstraße (→ Meininger Straßen und Plätze).

Brunnen im Englischen Garten[Bearbeiten]

Im Englischen Garten sind vier Zierbrunnen erwähnenswert. Dies sind der dem Dichter Ludwig Bechstein gewidmete Märchenbrunnen (1909), die beiden Brunnen in der Denkmalanlage Johannes Brahms (1899), außerdem der gusseiserne „Fischknabenbrunnen“ und der schon 1835 entstandene „Schwanenbrunnen“ am ehemaligen südlichen Haupteingang zum Park, dessen Schale von zwei Schwänen verziert wird. Seit 1918 steht im Schlosshof der Elisabethenburg ein dreischaliger Marmorbrunnen, den der letzte Meininger Herzog in Berlin anfertigen ließ.

Nutzbrunnen[Bearbeiten]

In der Altstadt, dem Stadtteil Schafhof und im Stadtteil Süd sind noch einige von einst mehr als 70 Laufbrunnen erhalten, die die Bevölkerung mit frischem Quellwasser versorgten. Deren Tröge sind zumeist aus Gusseisen, einige wenige auch aus Stein.

Parks[Bearbeiten]

Englischer Garten[Bearbeiten]

Englischer Garten – Großer Teich

Hauptartikel: Englischer Garten Meiningen

Mitten im Stadtzentrum befindet sich als grüne Oase der Englische Garten. Bereits 1782 wurde nördlich der Altstadt vor der ehemaligen Stadtmauer mit dem Anlegen des Parks begonnen. Er umfasst heute ein Gebiet von rund 12 Hektar, nachdem ein Teil des ursprünglichen Parks dem Bau der Werrabahn im Jahr 1858 zum Opfer fiel. Der Park beherbergt mit dem Eisteich und dem Schwanenteich, die mit einem Kanal verbunden sind, zwei Gewässer. Im südlichen Teil findet der Parkbesucher die herzogliche Gruftkapelle, erbaut 1839 im neugotischen Stil, und Grabstätten des alten Friedhofs. Zum Englischen Garten gehören außerdem künstliche gotische Ruinen einer Burg, kleine Brücken, Denkmäler und Brunnen. Zu den schönsten Brunnen zählen der Schwanenbrunnen und der vom Bildhauer Robert Diez geschaffene Bechsteinbrunnen, der dem Dichter Ludwig Bechstein gewidmet ist. Im Park gibt es Denkmale von Jean Paul, Johannes Brahms, Max Reger, von herzoglichen Familienmitgliedern und ein Gedenkstein für die Landschaftsarchitekten, die den Park gestalteten. Eine Siegessäule aus dem Deutsch-Französischen Krieg steht nahe der Lindenallee, das Denkmal für Bernhard II. von Sachsen-Meiningen befindet sich am südöstlichen Parkausgang Richtung Stadtzentrum.

Schlosspark[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schlosspark Meiningen

Zwischen dem Schloss Elisabethenburg und der Werra erstreckt sich zwischen der Georgsbrücke und der Volkshausbrücke auf knapp einem Kilometer Länge der Schlosspark. Seine Anfänge gehen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück, wo Hofgärtner nach dem Bau des Schlosses einen Renaissancegarten nach französischem und holländischem Vorbild anlegten. In den 1770er-Jahren wurde der Park vergrößert und die Gärtner begannen mit der Umgestaltung zu einem Landschaftspark. Der Schlosspark wird von der Werra und den Wassergräben der ehemaligen Stadtbefestigung, genannt Bleichgräben, durchflossen. Die Westseite des Schlosses, die gusseiserne Bogenbrücke über die Werra, weitere Brücken, Stelen und Skulpturen zeitgenössischer Künstler prägen heute das Gesamtbild des Parks.

Landschaftspark Herrenberg[Bearbeiten]

Westlich der Altstadt erhebt sich der 413 Meter hohe Herrenberg, dessen Osthang ab 1840 mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und Gartenhäusern zu einem waldreichen Park umgestaltet wurde. Das Diezhäuschen bietet einen weiten Blick auf die Stadt. Im Park befindet sich das Denkmal von Otto Ludwig.

Parkfriedhof[Bearbeiten]

1842 wurde der → Parkfriedhof mit verschlungenen Wegen, viel Baumbestand und den natürlichen Begebenheiten angepasst angelegt. Der Friedhof mit einer Eingangshalle im neugotischen Stil besitzt neben vielen aufwändigen Grabstätten wohlhabender Bürger auch großzügig gestaltete Anlagen zum Gedenken an die Gefallenen und Opfer der beiden Weltkriege. Die Friedhofskapelle wurde bei einem Bombenangriff 1945 zerstört. Sehenswert ist die Grabanlage von Herzog Georg II. und seiner Frau Helene Freifrau von Heldburg, geschaffen von Adolf von Hildebrand.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Goetzhöhle

Die im Westteil der Stadt befindliche Goetz-Höhle ist Europas größte begehbare Kluft- und Spalthöhle. In ihr kann der Höhlenbesucher bis zu 50 Meter hohe, effektvoll beleuchtete Klüfte und Spalten auf einem Rundgang begutachten. Die Höhle entstand vor rund 20.000 Jahren durch gewaltige geologische Veränderungen im Gefüge des Berges.

Eine Besonderheit ist der Fledermausturm im Stadtteil Jerusalem. Im Drempel eines Sechsgeschossers, der für den Abriss vorgesehen war, entdeckten Bauleute 2003 eine große Kolonie mit 1500 Tieren der Fledermausart Großes Mausohr, rund 500 Tiere des Abendseglers und einige Exemplare von Zwerg-, Breitflügel- und Zweifarbfledermäusen. Der Hauseigentümer entschloss sich, für die unter Naturschutz stehenden Tiere einen Aufgang stehen zu lassen und ansehnlich umzubauen. Der Turm wird auch von Naturschützern als Quartier und Forschungsstätte genutzt. Nach dem Teilabriss 2006 kehrten rund 1000 Tiere des Großen Mausohrs und die anderen Arten in ihre Quartiere zurück.

Der „Meininger Hausberg“ ist der bei Kühndorf gelegene 739 m hohe Dolmar. Er ist geologisch ein zur Rhön gehörender erloschener Vulkan.

Tourismus[Bearbeiten]

Große Bedeutung für Meiningen hat wegen der reichen Kulturtradition und einem sehenswerten Stadtbild der Kultur- und Städtetourismus. Anziehungspunkte für sportliche Aktivurlauber sind die Wander- und Radwege rund um Meiningen, die im Jahr 2000 wiedereröffnete Goetz-Höhle und der 2003 eröffnete Caravan- und Campingplatz. Des Weiteren liegt die Stadt an der Klassikerstraße und der Europastraße Historische Theater.

Beliebtes Motiv für Städtetouristen: das Büchnersche Hinterhaus (1596)
Kultur- und Städtetourismus

Der Kulturtourismus konzentriert sich größtenteils auf die Meininger Museen, die Aufführungen des Meininger Theaters und einige Kultur- und Technikveranstaltungen wie das Sommerfest des Meininger Theaters, das Stadt- und Hütesfest, die Meininger Kleinkunsttage und die Meininger Dampfloktage.

Im Städtetourismus wird die Stadt täglich neben Individualtouristen auch von Reisegruppen besucht. Ein Großteil kommt aus den umliegenden Feriengebieten, die Meiningen für eine Stippvisite ausgewählt haben. Für die Reisegruppen gehört neben dem Besuch der Museen oft eine Stadtführung zu kulturhistorisch bedeutsamen Stätten zum Programm. Selbständig anreisende Besucher können eine eigene Stadtführung buchen, ansonsten werden öffentliche Stadtführungen an jedem Samstag angeboten. Im Jahresdurchschnitt kommen rund 150.000 Tagestouristen nach Meiningen.[15]

Das traditionsreiche Hotel Sächsischer Hof
Aktiv- und Freizeittourismus

Für Aktiv-Urlauber bietet Meiningen mehrere Möglichkeiten. Die Stadt ist für Radtouristen über die Radfernwege Werratalradweg, Main-Werra-Radweg und Radweg Meiningen-Haßfurt sehr gut erschlossen. Sie kann weiter über den Premium-Wanderweg „Der Meininger“ und den Fernwanderweg Milseburgweg Fulda – Meiningen sowie den Keltenerlebnisweg erwandert werden und ist durch die Werra für Kanu-Wasserwanderer gut erreichbar. Der von April bis Oktober geöffnete kleine Vier-Sterne-Caravan- und Campingplatz im Freizeitzentrum Rohrer Stirn bietet 30 Stellplätze für Caravane und Wohnmobile sowie Zeltplätze auf einer Wiese.

Meiningen ist kein klassischer Urlaubs- oder Erholungsort, daher haben sich die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe vielmehr auf den Tagestourismus, auf Kurzurlauber und Geschäftsreisende spezialisiert. So hat die Stadt mit 23 Herbergen insgesamt nur 417 Betten, darunter ein Vier-Sterne-Hotel, die im Jahresdurchschnitt 30.700 Anreisen mit 53.000 Übernachtungen verbuchen (Jahresdurchschnitt 2001–2012).[16] Insgesamt hat die Stadt Meiningen die zweithöchste Hotelgast- und Übernachtungszahl im Landkreis Schmalkalden-Meiningen nach dem Wintersport- und Erholungsort Oberhof. Hinzu kommen rund 5.500 Caravan- /Camping-Aufenthalte (2012).

Sport[Bearbeiten]

Meiningen wurde 2012 beim bundesweiten Städtewettbewerb Mission Olympic zur Förderung des Breitensports zusammen mit Weißwasser als Siegerstadt und „Deutschlands aktivste Stadt“ vom Deutschen Olympischen Sportbund ausgezeichnet.

Bei den in Meiningen ausgeübten Sportarten dominieren Ballsport, Wassersport, Kampfsport, Turnen und Radsport.

Ballsport: Die erfolgreichste Mannschaft im Ballsport sind die Volleyball-Frauen des VV 70 Meiningen, die 2010 Thüringenmeister wurden und in der Saison 2012/13 in der 3. Liga Ost beheimatet waren. Weiter sind überregional im Volleyball die Männer des SG Werradamm Meiningen, im Basketball der PSV Meiningen 90, im Handball der ESV Lok (Männer) und im Tennis der Tennisclub Grün-Gold vertreten.

Mit dem Herpfer SV 07 und dem VfL Meiningen 04 (beide Landesklasse), der SG Helba und der SV 01 Dreißigacker (beide Kreisliga) besitzt die Stadt heute vier Fußballvereine, von denen der zweitgenannte bisher am erfolgreichsten war. Der VfL spielte bereits in der Thüringenliga und zuvor in der DDR-Liga (2. Liga / eine Saison). Weit bekannter und erfolgreicher war der von 1962 bis 1974 existierende Armee-Fußballclub ASG Vorwärts Meiningen, der sich mehrmals in der DDR-Liga die Vize-Meisterschaft erspielte. Zu den Meisterschafts- und Pokalspielen, darunter auch gegen DDR-Oberliga-Mannchaften, kamen bis zu 12.000 Zuschauer in das damalige Rudi-Arnstadt-Stadion.

Ort zahlreicher Sport-Events – die Multihalle Meiningen im Stadtteil Jerusalem

Wassersport: Auf mehr als 400 Mitglieder kann der Schwimmverein Meininger Wasserfreunde e. V. verweisen, die neben dem Leistungsschwimmen einmal jährlich mit dem „24-Stunden-Schwimmen“ eine sportliche Großveranstaltung durchführen. Bei Meisterschaften im Nachwuchsbereich ist der 1990 gegründete Verein recht erfolgreich. Weiterhin existiert in der Stadt der Kanusportverein Meiningen e.V.

Kampfsport: Dem Kampfsport haben sich in Meiningen gleich vier Vereine verschrieben. Im 1998 gegründeten Kampfsportzentrum Universum Meiningen e. V. werden das koreanische Taekwondo und das japanische Kobudo betrieben. Alljährlich veranstaltet der Verein den „Internationalen Keltencup“ im Taekwondo und 2007 führte er den 3. Europacup im Kobudo durch. Im Polizeisportverein Meiningen 90 e. V. (PSV) kann man sich in der Sektion Budo den Kampfsportarten Judo, Ju-Jutsu und Kendo widmen. 2006 richtete der PSV den Europacup im Ju-Jutsu aus. Beim Verein Yawara e. V. werden Boxen, Kickboxen, Judo und Ju-Jutsu angeboten. Ein Höhepunkt ist die von Yawara jährlich veranstaltete „Meininger Fight-Night“ mit Wettkämpfen in mehreren Kampfsportstilen. Ein weiterer Kampfsportverein ist der Erste Meininger Karate-Dojo e. V.

Turnen: Mit über 500 Mitgliedern gehört der Turnsportverein Meiningen e.V. zu den größten Sportvereinen der Stadt. Gegründet 1997, bietet der Verein neben Gerätturnen auch Badminton, Tanzsport, Aerobic und Cheerleading. Der TSV Meiningen gehört mit seinem Nachwuchsbereich im Turnen zu den führenden Turnvereinen in Thüringen und konnte hier schon mehrere Thüringenmeister stellen.

Radsport: Seit 1983 existiert der Radsportverein Blau-Weiß Meiningen e.V., der Straßen- und Bahnradsport, Triathlon und Radwandern betreibt. Der bekannteste Radsportler, den der Verein hervorbrachte, ist Christian Bach. 2011 führte Blau-Weiß Meiningen e.V. die Deutsche Meisterschaft Straße des Radsportnachwuchses durch.

Sonstige Sportarten: Der PSV Meiningen 90 betreibt eine Leichtathletik-Sektion und im Wintersport das Bob- und Skifahren. Eine bekannte Bobfahrerin ist hier Janine Tischer. Weitere Sportvereine sind Tischtennis- und Kegelklubs. Die größten Sportstätten sind das „Stadion Maßfelder Weg“ (ehemals Rudi-Arnstadt-Stadion) mit vier Fußballfeldern (darunter ein Kunstrasenplatz) und die Multihalle als Vier-Felder-Halle.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Georgstraße beim „Meininger Herbst“

Zu den immer wiederkehrenden Veranstaltungen der Stadt gehören die auf dem Marktplatz stattfindeten Sondermärkte Frühlingsmarkt, Ostermarkt, Maimarkt, Meininger Herbst und Martinsmarkt, die mit ihren vielseitigen Programmen und Warenangeboten beliebte Anziehungspunkte für zahlreiche Besucher sind.

Das Kinder- und Jugendtheater „Tohuwabohu“ veranstaltet alljährlich im Frühjahr die Theaterwerkstatt Schau-Spiel, an der Jugendtheatergruppen aus ganz Deutschland teilnehmen.

Die bedeutendste Veranstaltung der Stadt ist das traditionell Ende Juni oder Anfang Juli durchgeführte Stadt- und Hütes-Fest. Dieses hatte seine Anfänge im ältesten Stadtviertel „Töpfemarkt“ und widmet sich heute auch der Geschichte der Thüringer Klöße, die in der Meininger Region „Hütes“ genannt werden. An drei Tagen bietet das Fest auf mehreren Festbühnen der Innenstadt ein vielseitiges Programm, das am Sonntag mit dem „Hütes-Ritual“ und anschließendem Kloßessen seinen Höhepunkt hat. Im Juli/August ist die kulturelle Veranstaltungsreihe „Grasgrün“ etabliert, die mit vielfältigen Open-Air-Events an verschiedenen Locations im Meininger Stadtgebiet aufwartet.

Dampfloktage

Seit 1995 veranstaltet das Dampflokwerk am ersten Wochenende im September die „Meininger Dampfloktage“, zu denen tausende Dampflokfans zum Teil mit Sonderzügen anreisen. Ebenfalls in der ersten Septemberwoche findet an drei Tagen die Messe Meininger Parkwelten statt, eine länderübergreifende Leistungsschau im Meininger Schlosspark, an der vornehmlich Aussteller aus Thüringen, Bayern und Hessen teilnehmen.

Logo der Meininger Kleinkunsttage

Die Meininger Kleinkunsttage sind ein bekanntes Kleinkunstfestival, das im September mit rund 14 Veranstaltungen Kleinkunst wie Kabarett, Comedy, Pantomime, musikalische Bühnenshows oder humoristische Lesungen bietet. Während jedes Festivals wird bei einer Veranstaltung der Thüringer Kleinkunstpreis an den Vorjahressieger verliehen.

Im November und Dezember lädt das Thüringer Märchen- und Sagenfest nicht nur Kinder nach Meiningen ein. Im zweijährigen Turnus wird hier der Thüringer Märchen- und Sagenpreis an verdienstvolle Autoren, Erzähler oder Institutionen dieses Genres auf dem Schloss Landsberg verliehen. Rund drei Wochen lang ist der Meininger Weihnachtsmarkt mit Bühnenprogramm ein attraktiver Anziehungspunkt für jung und alt.

Zu den sportlichen Veranstaltungen gehören das im Juni durchgeführte 24-Stunden-Schwimmen des Schwimmvereins „Wasserfreunde“ und der am Tag der Deutschen Einheit stattfindende Meininger Citylauf, eine Internationale Laufsportveranstaltung über 3, 5 und 10 Kilometer. Den Abschluss bildet der von der „PSV Meiningen“ organisierte Silvesterlauf am letzten Dezember-Wochenende im Schlosspark.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine bekannte und bei Touristen wie Einheimischen beliebte Spezialität sind die Mäninger Hüt’s mit Brüh'. Dies sind Thüringer Klöße auf Meininger Art mit Braten, Bratensoße und Rotkohl. Das nach den „Hütes“ benannte Stadtfest widmet sich ausgiebig dieser beliebten Speise (siehe Stadt- und Hütesfest unter Veranstaltungen sowie Beinamen). Weitere Spezialitäten sind der Rhöntropfen, ein aus der Stadt stammender beliebter Kräuterlikör, und Wurstprodukte von der Meininger Wurstwaren GmbH, die unter den Namen „Meininger“ vertrieben werden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Meiningen ist ein traditioneller Verwaltungs- und Kulturstandort und verfügt hier über zahlreiche Arbeitsplätze. Ebenfalls stark vertreten sind medizinische Einrichtungen, Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen im Maschinenbau und in der Hightech-Branche. Gering ist dagegen die Zahl von Industrieunternehmen. Mit rund 20.000 hatte die Stadt in den 1980er Jahren die höchste Anzahl von Arbeitsplätzen. Ein Großteil davon, darunter rund 5.000 in der Industrie, brach nach der politischen Wende von 1990 durch die Schließung zahlreicher Betriebe sowie Arbeitsplatzabbau weg.

Arbeitsplätze

2013 besaß die Stadt Meiningen insgesamt 13.047 Arbeitsplätze für sozialversicherungspflichtig und Geringfügig Beschäftigte.[17] Für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte konnte die Stadt 11.312 Arbeitsplätze bieten (2013)[17], darunter 1.992 im verarbeitenden Gewerbe[18], die von 7.375 Einpendlern und 3.937 Meiningern belegt waren. Hinzu kommen 3.813 Meininger Auspendler. Meiningen besitzt rund 27% aller Arbeitsplätze im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und kann die zweithöchste Arbeitsplatzanzahl einer Kommune in Südthüringen vorweisen.[17] Größter Arbeitgeber der Stadt ist das Klinikum Meiningen mit rund 950 Beschäftigten, gefolgt vom Landratsamt mit rund 520 Mitarbeitern und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse mit 478 Angestellten (alle 2013).

Handel

Die Stadt hat im Einzelhandel eine hohe Zentralitätskennziffer von 168,9 und eine Kaufkraftbindung von 171,2 bei einer Umsatzkennziffer von 168,5. Im Bundesdurchschnitt beträgt der Normwert bei allen drei Kennzahlen 100. Meiningen besitzt somit eine große Anziehungskraft für die Bürger der Stadt und im weiten Umland. Rund 55 Prozent der Einzelhandelsbetriebe befinden sich in der historischen Altstadt.

Ansässige bedeutende Unternehmen[Bearbeiten]

Haupteingang der ADVA Optical Networking AG
Dampflokwerk, Haupteingang
High-Tech

Meiningen ist ein Zentrum der Elektrotechnik und Zukunftstechnologie. Zahlreiche gegründete oder angesiedelte Firmen dieser Branche bilden hier ein Cluster. Das bis 2013 im TecDAX börsennotierte, weltweit tätige Hightech-Unternehmen „ADVA Optical Networking AG“ ist die bedeutendste Firma der Stadt. In diesem Meininger Betrieb mit über 330 Mitarbeitern ist die Entwicklung, Forschung und Produktion angesiedelt. Wie eine Reihe weiterer Hightech- und Maschinenbau-Unternehmen vor Ort hat die ADVA AG ihre Wurzeln im einstigen Großbetrieb Robotron Meiningen. Hierzu gehört auch die „ABS electronic GmbH“ mit zurzeit 90 Beschäftigten, die unter anderem automatische Bestückungen von elektronischen Bauteilen durchführt.

Weiter zu nennen sind die in der Galvanik tätige Aurolia Technologies GmbH, die SecondSol GmbH, der weltweit führende Händler für Photovoltaik-Anlagen, die international tätige Firma „Nanoplus GmbH“, die Single-Mode-DFB-Laser für Mess- und Spektroskopie sowie Telekom-Anwendungen fertigt sowie die „AIFOTEC Fiberoptics GmbH“, die „Fibotec GmbH“, die „MIC GmbH“ und die „AVK-Automation“.

Metallverarbeitung und Maschinenbau

Das wohl bekannteste Meininger Unternehmen ist das Dampflokwerk Meiningen der Deutschen Bahn AG. Das Werk setzt Regel- und Schmalspurlokomotiven für die DBAG, Privatbahnen, Museumsbahnen und Eisenbahnvereine des In- und Auslands instand, modernisiert Schneepflüge und Schneeschleudern und baut Kessel für historische Dampflokomotiven aus ganz Europa. Auch die Aufarbeitung von historischen Reisezugwagen und der Neubau von Dampflokomotiven nehmen einen hohen Stellenwert in der heutigen Produktionspalette des Dampflokwerks ein.

Als zweitgrößtes gewerbliches Unternehmen produziert der Meininger Betrieb der August Winkhaus GmbH & Co KG seit 1996 mit heute 320 Mitarbeitern Sicherheitstürverriegelungen, Tür-und Fensterbeschläge und Fenstertechnik. Eine weitere bedeutende Firma ist die Meininger Niederlassung der „MIWE Backofentechnik GmbH“. Im Gewerbegebiet Dreißigacker stellen heute 140 Mitarbeiter Industriebacköfen, Backöfen für Bäckereifilialen und Bäckereitechnik her.

Die 1991 aus einem Werkzeugbau hervorgegangene „Lemuth GmbH“ produziert mit rund 105 Mitarbeitern Anlagen und Maschinen für den automatisierten Fensterbau. Diese Firma bekam bereits einen Innovations-Preis des Landes Thüringen verliehen. Ebenfalls mit rund 100 Mitarbeitern stellt „PTM Meiningen“ Präzisionsteile her. Die auf Sonderwerkzeuge spezialisierte Firma „Weisskopf-Werkzeuge GmbH“ stellt vornehmlich Vollhartmetall- und Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl-Sonderwerkzeuge für Autozulieferer und Maschinenbauunternehmen her. Im Meininger Purmo Werk (ehemals Delta Radiatoren GmbH) der „Rettig Germany GmbH“ werden Designheizkörper nach einem patentierten Laserschweißverfahren und Plattenheizkörper für Fernheizungen gefertigt.

Lebensmittel

Mit fast 400 Mitarbeitern ist das Backhaus Nahrstedt der größte Handwerksbetrieb Südthüringens und somit der Stadt. Es betreibt 82 Bäckereifilialen, Cafes und Bistros in Süd- und Westthüringen sowie in Unterfranken und dem Großraum Coburg in Oberfranken.[19] Ein weiterer Bäckerei-Filialist ist „Dohl’s Backstube“ mit 12 Filialen und 10 SB-Sortimenten in Supermärkten. Aus dem ehemaligen „Fleischkombinat“ in Meiningen sind die „MEININGER Wurstspezialitäten GmbH“ hervorgegangen. Als einer der ersten Unternehmen mit heute rund 120 Beschäftigten haben sie sich im Gewerbebetrieb Dreißigacker niedergelassen und betreiben mehrere Fleisch- und Wurstverkaufsstellen und Bistros. Ihre Produkte, die 2013 von der DLG mit dem „Preis der Besten in Gold“ ausgezeichnet wurden, sind außerdem in einer Reihe von Supermarkt-Ketten unter dem Namen Meininger deutschlandweit zu finden.[20] Ein weiteres Produkt der Lebensmittelindustrie ist Bier. Die Stadt Meiningen besitzt hier die Rechte an der geschützten Biermarke Meininger, das von der Vereinsbrauerei Apolda produziert und in der Region als Fassbier vertrieben wird.

Kultur und Dienstleistung

In der Kultur bietet das Meininger Theater 320 Schauspielern, Musikern, Technikern und weiteren Beschäftigten einen Arbeitsplatz und gilt somit als viertgrößter Arbeitgeber der Stadt. Das größte Kreditinstitut in Südthüringen mit Hauptsitz in Meiningen ist die Rhön-Rennsteig-Sparkasse mit 478 Mitarbeitern. Ein so genannter Allround-Dienstleister sind die Stadtwerke Meiningen, die im Stadtteil Jerusalem mit 130 Mitarbeitern ihren Sitz haben. Das Unternehmen ist regionaler Energieversorger, betreibt des Weiteren in der Stadt Parkhäuser und das Freizeitzentrum „Rohrer Stirn“. Das Eisenbahnunternehmen Süd-Thüringen-Bahn (STB) hat ihren Betriebsstandort im hiesigen Bahnbetriebswerk und im Empfangsgebäude des Meininger Bahnhofes eingerichtet. Die STB betreibt von hier aus mit 115 Mitarbeitern und 32 Triebfahrzeugen vier Bahnlinien mit 290 Streckenkilometern in Südthüringen und Richtung Erfurt.[21]

Verkehr[Bearbeiten]

Meiningen liegt direkt an der Bundesautobahn 71, ist auf Grund einer günstigen geografischen und topografischen Lage ein Knotenpunkt mehrerer Bundes- und Landesstraßen, außerdem von drei Eisenbahnstrecken mit fünf Bahnlinien und somit der bedeutendste Verkehrsknoten Südthüringens.

Blick über die Altstadt nach Norden
Autobahnanschlussstelle Meiningen-Nord

Fernstraßen[Bearbeiten]

Meiningen entstand im frühen Mittelalter am Schnittpunkt einer Werrafurt und mehrerer Handelsstraßen, die nach Würzburg und Gotha (Hohe Straße), nach Fulda (Frankfurter Straße), Eisenach und Erfurt führten und ist seit seiner Gründung ein Straßenknoten. Diese Straßen wurden im 20. Jahrhundert zu Reichs- und später zu Bundesstraßen. Der bereits ab 1934 geplante erste Autobahnanschluss scheiterte, als die Bauarbeiten für die Reichsautobahn Eisenach-Meiningen-Bamberg infolge des Kriegsausbruches im Jahr 1940 eingestellt und wegen der Deutschen Teilung nicht vollendet worden ist.

Heute ist die Stadt über die Anschlussstellen Meiningen-Nord und Meiningen-Süd an die Bundesautobahn 71 Sangerhausen–Erfurt–Schweinfurt angebunden. Über die A 71 wird nach 14 Kilometern die Bundesautobahn 73 erreicht, die über Coburg und Bamberg nach Nürnberg führt. Weitere Fernstraßenverbindungen existieren mit der Bundesstraße 19 nach Eisenach (Verkehrsaufkommen 2005 bei Welkershausen: 11.200 Kfz./Tag) und der Bundesstraße 89 nach Sonneberg und Kronach (Verkehrsaufkommen 2005 am Ostkreisel: 12.600 Kfz./Tag). Der Bau der im Bundesverkehrswegeplan 2003 aufgeführten Bundesstraße 87n[22], die eine wichtige Verbindung nach Fulda und zu den Autobahnen A 7 und A 66 sowie zur Metropolregion Rhein-Main bilden soll, wurde 2013 vorerst gestoppt. Des Weiteren führen Landesstraßen von Meiningen nach Kaltensundheim (Rhön) / Fulda, Mellrichstadt (2005 am Stillhof: 8300 Kfz./Tag) und Suhl.

Innerstädtische Straßen[Bearbeiten]

Die ersten Straßen und Gassen entstanden um 1000 zwischen der entstehenden Stadtkirche und dem späteren Oberen Tor. Bis 1300 wurde dann innerhalb der Stadtbefestigung zwischen Markt und Unterem Tor ein gleichmäßiges Straßennetz angelegt. Erst nach 1800 entstanden auch außerhalb der Altstadt im Zuge der sich ausdehnenden Stadt neue Straßenzüge. Heute hat Meiningen ein Straßennetz mit rund 270 Straßen und Plätzen. Der bedeutendste und verkehrsreichste Straßenzug ist die B 19, die in Nord-Süd-Richtung die gesamte Stadt durchquert und von der Leipziger Straße, der Bernhardstraße, der Marienstraße, der Neu-Ulmer-Straße und der Henneberger Straße gebildet wird. Hier beträgt das Verkehrsaufkommen auf einigen Straßenabschnitten bis zu 14.000 und einigen Kreuzungen bis zu 24.000 Fahrzeuge täglich. Weitere wichtige Straßen sind die Ausfallstraßen zu den Autobahn-Anschlussstellen und in die Rhön.

Siehe auch:

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Meiningen

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt die Stadt mit der 1858 eröffneten Werrabahn (Eisenach–Meiningen–Eisfeld) und der 1874 erfolgten Inbetriebnahme der Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen (auch „Main-Rhön-Bahn“ genannt) gute Eisenbahnverbindungen. 1884 folgte mit der Fertigstellung der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen der Anschluss nach Erfurt.

Bahnhof Meiningen – Empfangsgebäude
Stadtverkehr - Knotenpunkt Sachsenstraße

Die Stadt ist seitdem der bedeutendste Bahnknoten der Region. Der nahe dem Stadtzentrum liegende Bahnhof Meiningen (Kategorie 4) ist mit fünf meist im Stundentakt verkehrenden Bahnlinien erreichbar, die von verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen betrieben werden. Es finden täglich rund 100 Zugfahrten statt. Es bestehen folgende durchgehende Verbindungen:

In Eisenach, Erfurt und Würzburg bestehen Anschlussmöglichkeiten zu ICE–Verbindungen.

Am 1. Oktober 2005 taufte man den ICE 2-Triebzug Tz 220 der Deutschen Bahn anlässlich des Thüringentages auf den Namen „Meiningen“. Am selben Tag wurde einem Triebwagen der Süd-Thüringen-Bahn (STB) der Name „Goetz-Höhle Meiningen“ verliehen. Weitere Triebwagen der STB wurden auf die Namem „Stadt Meiningen“ (2001), „Partnershuttle Erfurt–Meiningen“ (2006), „Dampflokverein Meiningen“ (2009) und „Theater bewegt“ (Meininger Theater, 2012) getauft.

Flugverkehr[Bearbeiten]

In den 1920er und 1930er Jahren besaß die Stadt mit dem Flugplatz „Rohrer Berg“ einen Verkehrslandeplatz, von dem täglich Fluglinienverbindungen unter anderem nach München und Erfurt bestanden. Dieser wurde 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht stillgelegt und ab 1965 als Stützpunkt einer Hubschrauberstaffel der DDR-Grenztruppen genutzt. Auf dem acht Kilometer entfernten Dolmar bei Kühndorf befindet sich ein Sportflugplatz.

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der Flughafen Erfurt (83 km nordöstlich), der Flughafen Nürnberg (151 Kilometer) und der Rhein-Main Flughafen in Frankfurt am Main (178 Kilometer).

Stadtverkehr[Bearbeiten]

Die ersten Stadtbuslinien entstanden in Meiningen in den 1950er Jahren. Heute ist der → Stadtverkehr Meiningen gut ausgebaut. Im ÖPNV betreibt die Meininger Busbetriebs GmbH ein Netz mit 13 Buslinien und hoher Fahrtenfolge. Der zentrale Busbahnhof direkt am Bahnhof, der Knotenpunkt Sachsenstraße mit seinen fünf Haltestellen im Stadtzentrum und weitere rund 100 Haltestellen erschließen jeden Stadtteil sowie die Nachbargemeinde Walldorf (Werra).

Medien[Bearbeiten]

Zu den ansässigen Medien gehört die Futur Film von Regisseur und Produzent Johannes Thielmann, die Kino- und Kurzfilme produziert. Der Zeitungsverlag Meininger Mediengesellschaft (MMG) gibt die Tageszeitung FW Meininger Tageblatt und ein Wochenblatt heraus. Weiterhin haben in Meiningen die Verlage Bielsteinverlag, Börner PR und Resch-Druck ihren Sitz, die Bücher und Publikationen herausgeben.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Justizzentrum

Meiningen ist seit dem Mittelalter ein traditioneller Verwaltungsstandort, den einst die Bischöfe von Würzburg begründeten und der später durch die Funktion als Hauptstadt bedeutend ausgebaut wurde. Noch heute besitzt die Stadt aus diesem Grund zahlreiche regionale und überregionale behördliche Arbeitsstellen. Seit Mitte der 1990er Jahre verlor aber Meiningen bei Verwaltungsreformen in Thüringen einige Ämter, die den Verlust hunderter Arbeitsplätze und die Verschlechterung der städtischen Infrastruktur nach sich zogen.

Unter dem Dach des Justizzentrums sind vier Gerichte und eine Staatsanwaltschaft vereint. Während das Landgericht, das Verwaltungsgericht, das Sozialgericht und die Staatsanwaltschaft für Süd- und Südwestthüringen zuständig sind, ist der Einzugsbereich des Amtsgerichtes mit Grundbuchamt der Landkreis. Hier sind 290 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Bibrasbau des Schlosses Elisabethenburg sind das Staatsarchiv Meiningen und das Stadtarchiv untergebracht. Das Kreisarchiv befindet sich im Landratsamt im Stadtteil Jerusalem. In der Ernestinerstraße im Stadtzentrum ist in einem Fachwerkhaus die Stadt- und Kreisbibliothek „Anna Seghers“ angesiedelt.

Als Landesämter sind in Meiningen ein Flurneuordnungsamt, ein Landwirtschaftsamt und die Abteilung Soziales des Thüringer Landesamtes für Soziales und Familie ansässig. Das Landratsamt mit rund 500 Beschäftigten befindet sich im Stadtteil Jerusalem.

Medizinische Einrichtungen[Bearbeiten]

Klinikum, Ärztehäuser und weitere medizinische Einrichtungen

Das 1995 neuerbaute Klinikum Meiningen, ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung, hat rund 950 Mitarbeiter (Stand: 2013) und besitzt in einigen medizinischen Fachbereichen, insbesondere bei der Krebsbehandlung und der Unfallchirurgie eine große Bedeutung. Es hat einen regionalen und überregionalen Versorgungsauftrag für Südthüringen und das nördliche Unterfranken. Gemeinsam mit den anliegenden Ärztehäusern, der Zentralapotheke, einem Dialysezentrum, einem Demenzzentrum sowie einem Pflegeheim bildet es ein komplexes regionales Gesundheitszentrum. Ein weiteres Gesundheitszentrum ist das Große Palais in der Innenstadt, einst Sitz der Erbprinzen von Sachsen-Meiningen und späteres Landratsamt.

Das Sozialwerk Meiningen betreibt in der Stadt die Geriatrische Fachklinik Georgenhaus, wo sich auch eine Notfallpraxis befindet, ein stationäres Hospiz und das Familienzentrum Sarterstift. Das Sozialwerk residiert in den Gebäuden des ehemaligen Landes- und Bezirkskrankenhauses Meiningen, das auch unter dem Namen Georgenkrankenhaus bekannt war.

Weiter existieren in der Stadt ein Katastrophenschutz-Zentrum und eine Rettungswache des DRK-Kreisverbandes Meiningen e.V. sowie die für den Landkreis zuständige BOS-Leitstelle.

Bildung[Bearbeiten]

Der Freistaat Thüringen und die Thüringer Polizei gründeten 1994 in Meiningen das Bildungszentrum der Thüringer Polizei (BZThPol). Es besteht aus einem Aus- und Fortbildungsinstitut und dem 1998 eingerichteten Fachbereich Polizei der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (VFHS) für den mittleren und gehobenen Dienst. Meiningen ist somit auch eine Hochschulstadt. Die Einrichtungen sind in der ehemaligen Drachenbergkaserne untergebracht. Auf dem noch im Aufbau befindlichen Campus entstanden bisher eine Mensa, Schulungs- und Verwaltungsgebäude und eine Mehrzweckhalle mit Raumschießanlage und Tatortwelten. Ein neues Hörsaalgebäude wurde 2011 für die rund 500 Studenten und Lehrgangsteilnehmer eröffnet.

Weiter zu nennen sind die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales, das Staatliche Berufsbildungszentrum Meiningen mit der Kaufmännischen und der Gewerblichen Berufsschule, die Staatlich genehmigte höhere Berufsfachschule für Pharmazeutisch-technische Assistenz und die Berufsfachschule für Rettungsassistenten der DAA Meiningen. Neben verschiedenen Erwachsenenbildungszentren wie der Volkshochschule, drei Musik- und Ballettschulen und der Christophine-Kunstschule existieren in der Stadt das staatliche Henfling-Gymnasium, das Evangelische Gymnasium Meiningen in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und mehrere Regel-, Grund- und Förderschulen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Herzog Georg II.

Die wohl bekannteste Persönlichkeit der Stadt Meiningen ist der Herzog Georg II. Der sehr kunstsinnige Monarch förderte die Kunst in der Stadt und widmete sich insbesondere dem Theater und der Hofkapelle. Mit einer tiefgreifenden Theaterreform, die noch heute auf der Bühne und im Film praktiziert wird, machte er seine Residenz europaweit bekannt und schuf die Grundlage für den Ruf Meiningens als Kunst- und Kulturstadt. Georg II. trat auch als liberales Staatsoberhaupt und Reformator in der Landespolitik in Erscheinung.

Weitere Personen[Bearbeiten]

Zu Ehrenbürgern und weiteren Personen, die in Meiningen geboren wurden und/oder in Meiningen besonders gewirkt haben:

Sonstiges[Bearbeiten]

Mundart[Bearbeiten]

Meiningen lag bei seiner Gründung im Kerngebiet des Frankenreiches und gehört seit dem zum fränkischen Sprachraum. Hier wird Hennebergfränkisch, eine Unterart des Mainfränkischen gesprochen. Das „Mäninger Platt“, ein stadteigener Dialekt, wird heute nur noch von wenigen Einwohnern meist älterer Jahrgänge gesprochen. Auch in der Mentalität ist Meiningen fränkisch geprägt und unterscheidet sich hier sehr von den meisten Regionen Thüringens.

Beinamen[Bearbeiten]

Der erste bekannte Beinamen der Stadt ist seit dem Mittelalter die Bezeichnung Meinunga Porta Franconia. Als nördlichste Stadt des Hochstifts Würzburg galt Meiningen auch als nördlichste fränkische Stadt und war somit sprichwörtlich die Pforte Frankens.

Seit dem Beginn der Neuzeit nennt man Meiningen auch Harfenstadt. Diesen Begriff benutzte erstmals der Stadtschreiber Johann Sebastian Güth in seiner Schrift „Gründliche Beschreibung der uralten Stadt Meiningen“, da der Grundriss der mittelalterlichen Altstadt sehr stark an eine Harfe erinnert.

Im 19. Jahrhundert kam die Stadt zu dem Beinamen Kloßheim an der Soße. Mit Soße ist hier der Fluss Werra gemeint. Nach einer Sage kostete die heidnische Göttin Frau Holle in der Gastwirtschaft „Schlundhaus“ den Meininger Wein. Dieser war aber so sauer, dass sie erbost alle Reben erfrieren ließ. Damit die Meininger nicht Hunger leiden müssen, übergab sie dem Bürgermeister das Rezept der Thüringer Klöße mit dem strengen Spruch: „Hüt’ es!“. So kam der Kartoffelkloß zu seinen Meininger Namen „Hütes“. Der Dichter Rudolf Baumbach schrieb später dazu „Das Lied der Hütes“. Der Kloß, angerichtet mit Braten, Rotkohl und reichlich Soße, entwickelte sich zur Leibspeise der Meininger und wird bis heute jeden Sonntag in vielen Haushalten zubereitet.

Um 1900 wurde die Stadt wegen ihrer großen Bedeutung auf diesen Gebieten oft Bankenstadt, Garnisonsstadt und Eisenbahnerstadt genannt (siehe Geschichte und Verkehr).

Der wohl bekannteste und geläufigste Beiname ist Theaterstadt, der sich auf die große Tradition des Meininger Theaters und dessen wichtige wirtschaftliche Bedeutung für Meiningen gründet.

Seit der Wende trägt Meiningen auch den Namen Kunst- und Kulturstadt. Denn neben dem Theater gibt es noch gut ein Dutzend weitere Kultur- und Kunststätten, die der Stadt mit rund 1000 weiteren Veranstaltungen pro Jahr ein reiches Kulturangebot bescheren.

Am 9. Mai 2000 bekam die Stadt den Titel Q-City von der WDR-Sendung Quarks & Co mit Ranga Yogeshwar und der Universität Kaiserslautern verliehen. Hierbei handelte es sich um eine geowissenschaftliche Studie über den optimalen Standort einer Stadt in Deutschland. Nach bestimmten Kriterien fiel die Wahl auf Meiningen. Die Kriterien waren die Nähe zu Flüssen, fruchtbaren Böden und Bodenschätzen, ein angenehmes Klima und attraktive Freizeitmöglichkeiten. Die Stadt sollte zentral liegen und gut erreichbar sein, darf aber nicht im Wasser, im Gebirge und nicht in einem zusammenhängenden Waldgebiet liegen.[23]

Seit dem 2. Juni 2007 ist Meiningen die erste MDR-Sängerstadt. Das Motto der Stadt lautet seit 2009: „Meiningen – meine Mitte“.

2012 errang Meiningen den Titel „Deutschlands aktivste Stadt“ beim deutschlandweiten Städtewettbewerb Mission Olympic, der gemeinsam vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und Coca Cola Deutschland veranstaltet wird.

Zitate und Sprüche über Meiningen[Bearbeiten]

Eine Reihe von Persönlichkeiten äußerten sich in Zitaten über die Stadt Meiningen und ihre Bewohner. Auch die Meininger selbst kreierten so manchen Spruch über sich selbst und ihre Heimatstadt.

Johann Sebastian Güth (1672), Zitat: „Es ist die Stadt gelegen in einem schönen lustigen Wiesengrund mit nicht gar zu großen Bergen umgeben. Sie ist erbaut in Form einer Harpfen.“[14]

Jean Paul um 1803 in Coburg, Zitat: „Bekannte und Gäste fand meine Frau hier genug, aber keine rechte Freundin. In Meiningen hatte sie es besser. Wahre Kultur gibt es noch unendlich selten in Deutschland.“[14]

Georg Brückner 1853, Zitat: „Die Grundzüge der Meininger sind ursprünglich Gutmütigkeit, häuslich geselliger Sinn und herzlicher Spott über alles Stolze und Hohle ….“[14]

Metzgermeister Rink über den rückläufigen Schlachtviehbestand gegenüber Herzog Bernhard II., Zitat: „Hohät, so lang wie mir lawe, gitts Usse genungk in Mäninge.“[14]

Richard Wagner 1877 in einer Widmung an Georg II., Zitat: „Es gibt viele Meinungen, aber nur ein Meiningen. Viele über mich herzogen, ich kenne nur einen Herzog.“

Herzog Georg II. zum Entwurf des Brahmsbrunnens mit gestalterischen Steinkugeln 1899, Zitat: „Ein Leibgericht der hiesigen Einwohner ist der Kartoffelkloß, der im Volksmund den Namen Hütes hat. Diese Bezeichnung wird hier zu guten und zu schlechten Witzen gebraucht, und so ist zu befürchten, der Volksmund werde die Kugeln Hütes benennen und vom Hütesmonument sprechen ….“[14]

Hildburghäuser Kreisblatt 1931: „Werra-Athen im Herbstschmuck.“

Meininger Spruch: „Die Mäninger gehn berwess üwern Märt un ferze, daß die Stäh querze.“[14]

Meininger Stadtverordneten am 28. Oktober 1982, Auszug: „Bei der Verwirklichung der bewährten Politik der Hauptaufgabe in der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik erreichen wir auch in unserer Stadt Fortschritte auf allen Gebieten ….“[14]

Literatur[Bearbeiten]

  • Staatliche Museen Meiningen (Hrsg): Südthüringer Forschungen – Beiträge zur Meininger Stadtgeschichte. Heft 17, 1982.
  • Ingrid Reißland: Denkmale der Innenstadt. Kulturbund der DDR, 1982.
  • Reißland/Heinritz: Meininger Ansichten. Staatliche Museen Meiningen, 1982.
  • Stadtverwaltung Meiningen (Hrsg): Meiningen – In der Porta Franconia. Geiselmann Druck, Leipheim 1990.
  • Peter Schmidt-Raßmann: Meiningen – wie es früher war. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1992, ISBN 3-925277-82-X.
  • Ramona Schäfer: Erinnerungen an Meiningen. Sutton Verlag, Erfurt 1999, ISBN 3-89702-101-3.
  • Wilhelm Pocher: Weiße Fahnen über Meiningen. Stadtarchiv Meiningen 2000.
  • Kuratorium Meiningen (Hrsg): Lexikon zur Stadtgeschichte Meiningen. Bielsteinverlag, Meiningen 2008, ISBN 978-3-9809504-4-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. a b c Bundesamt für Naturschutz (BfN)
  3. a b Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG)
  4. Flächennutzungsplan Meiningen, Kapitel 2.4.2. Büro für Städtebau Holl, Würzburg, 2005.
  5. a b c d e f Deutscher Wetterdienst – Wetterdaten der Wetterwarte 10548 Meiningen von 1991 bis 2012
  6. a b Deutscher Wetterdienst – Wetterdaten für Deutschland
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  9. a b Einwohnermeldeamt der Stadt Meiningen
  10. Thüringer Landesamt für Statistik – Wahlen im Freistaat Thüringen: Kommunalwahlen/Wahlergebnisse
  11. http://www.meiningen.de/ Offizielle Webpräsenz der Stadt Meiningen - Stichwahl Bürgermeister: Vorläufiges Endergebnis vom 6. Mai 2012
  12. http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp Wahlen.Thüringen.de – Wahlergebnisse für die Stadt Meiningen.
  13. Absatz – Lexikon zur Stadtgeschichte Meiningen, Bielsteinverlag, Meiningen 2008, S. 131.
  14. a b c d e f g h Peter Schmidt-Raßmann: In Meiningen wie es früher war. Wartbergverlag 1992.
  15. Deutscher Tourismusverband 2007
  16. Thüringer Landesamt für Statistik, Jahre 2001–2012, ohne Camping
  17. a b c Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wohn- und Arbeitsort mit Pendlerdaten, Stand 30. Juni 2013.
  18. Thüringer Landesamt für Statistik - Jahresdaten verarbeitendes Gewerbe 2013
  19. Webseite vom Backhaus Nahrstedt, Stand: 2014.
  20. Webseite vom Meininger Wurstspezialitäten GmbH, Stand: 2013.
  21. Thüringer RegioTakte, Ausgabe Oktober 2008
  22. Bundesverkehrswegeplan 2003
  23. WDR – Die „heimliche Hauptstadt“ Q-City

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meiningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Meiningen – Reiseführer
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Dieser Artikel wurde am 5. August 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.