Meir Shalev

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Meir Shalev (2006)

Meir Shalev (hebräisch ‏מאיר שלו‎; * 29. Juli 1948 in Nahalal, Israel) ist ein israelischer Schriftsteller, der in Jerusalem lebt. Er ist der Sohn des Jerusalemer Dichters Yitzchak Shalev und ein Cousin der Schriftstellerin Zeruya Shalev.

Leben[Bearbeiten]

Seit Ende des Sechstagekriegs, währenddessen er auf einem Patrouillengang versehentlich aus den eigenen Reihen beschossen worden war, engagiert sich Meir Shalev für die Rückgabe der besetzten Gebiete. Nach einem Studium der Psychologie begann Shalev seine Karriere mit satirischen Sendungen im Fernsehen und Radio. Im ersten israelischen Fernsehkanal moderierte er Erev Shabbat („Freitag Abend“) .

1988 wurde sein erstes Buch Ein Russischer Roman veröffentlicht. Neben Romanen schreibt er auch Sachbücher über religiöse Themen und Kinderbücher.

Politik[Bearbeiten]

Seit vielen Jahren verfasst Meir Shalev eine wöchentliche Kolumne in der Wochenendausgabe der Zeitung Jedi’ot Acharonot. Dort kommentiert er ironisch die israelische Regierungspolitik und beklagt die Situation der israelischen Bevölkerung. Er ist davon überzeugt, dass Israel nicht "zu Hause die Demokratie und im Hinterhof die Apartheid" pflegen kann. Er ist für das Zwei-Nationen- und Zwei-Staaten-Modell. Israel sollte das Land aufgeben, das es 1967 besetzte. Die Palästinenser müssen sich von den 1948 verlorenen Territorien endgültig verabschieden. Er ist sich nicht sicher, ob der jüdische Staat noch weitere vierzig Jahre überstehen wird, weil die Themen Bildung, Forschung, Wohlfahrt, Gesundheit vernachlässigt würden zugunsten von Problemen, die sich aus der Besetzung der umstrittenen Gebiete ergeben.[1]

Werke[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Ein Russischer Roman (hebräisch 1988 unter dem Titel „רומן רוסי“)
  • Esaus Kuss (hebräisch 1991 unter dem Titel „עשו“)
  • Judiths Liebe (hebräisch 1994 unter dem Titel „כימים אחדים“)
  • Im Haus der Großen Frau, Diogenes, Zürich 2000, ISBN 3-257-23326-4 (hebräisch 1998 unter dem Titel „בביתו במדבר“)
  • Fontanelle (hebräisch 2002 unter dem Titel „פונטנלה“), Diogens-TB, Zürich 2006 (Erstausgabe 2004), ISBN 978-3-257-23554-8.
  • Der Junge und die Taube (2007)
  • Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger, Diogenes-TB 24200, Zürich 2012 (Erstausgabe 2011), ISBN 978-3-257-24200-3.

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Der Sündenfall, ein Glücksfall? Alte Geschichten aus der Bibel neu erzählt. Aus dem Hebräisch übersetzt von Ruth Melcer. Diogenes, Zürich 1997, ISBN 3-257-06155-2; 5. Auflage als Diogenes TB 23099, Zürich 1999, ISBN 978-3-257-23099-4.
  • Aller Anfang: Die erste Liebe, das erste Lachen, der erste Traum und andere erste Male in der Bibel, übersetzt von Ruth Achlama, Diogenes TB 24152, Zürich 2011, ISBN 978-3-257-24152-5.

Kinderbücher[Bearbeiten]

  • Luzie, die Laus
  • Papa nervt
  • Wie der Neandertaler den Kebab erfand
  • Der Traktor im Sandkasten
  • Hannahs Grübchen

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. NZZ: Vierzig Jahre Irren in der Wüste? 4. Juni 2007