Meister Lampe

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Meister Lampe ist die Bezeichnung für einen Hasen, wie sie im altdeutschen Sprachgebrauch und in Fabeln bzw. Märchen verwendet wird.

Ursprünglich, so z. B. im Tierepos Reynke de vos, trugen die meisten Tiere in den Fabeln männliche Vornamen: Der Hase hieß Lamprecht, der Fuchs Reineke (norddeutsche Form von Reinhard), der Bär Petz (Koseform von Bernhard) usw.

Die Verkürzung von Lamprecht zu "Lampe" wurde sicherlich gefördert durch die Beobachtung, dass bei rennenden Feldhasen sich ihr (im Vergleich zum Hauptfell) helleres Unterfell am Hinterteil sichtbar in die Luft hebt. Wenn sich der Hase vom Betrachter entfernt, entsteht so der Eindruck eines ständigen Aufleuchtens, was an eine Lampe erinnert.

Lampe des Hasen[Bearbeiten]

In der Jägersprache wird der weiße Fleck an der Unterseite des Hasenschwanzes als Lampe bezeichnet. Beim Hoppeln auf der Flucht richten die Hasen ihren Schwanz auf, so dass der weiße Fleck für die Verfolger gut sichtbar ist.

Videospiele von Hasen mit und ohne weißen Fleck ergaben, dass die Versuchsteilnehmer größere Schwierigkeiten hatten, den Hasen zu verfolgen, wenn der Fleck auffällig weiß statt fellfarben war, da das plötzliche Verschwinden des hellen Flecks beim Hakenschlagen für Irritationen sorgte, was dem hakenschlagenden Hasen im Videospiel einen kleinen Zeitgewinn verschaffte. Daher schützt das plötzliche Verschwinden der auffälligen Lampe den Hasen auf seiner Flucht vor Verfolgern.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wozu der Hase seine Lampe braucht. Der Standard, 17. August 2013, abgerufen am 19. August 2013.