Mekane-Yesus-Kirche

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Die äthiopische evangelische Kirche Mekane Yesus (englische Abkürzung: EECMY = Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus) wurde 1959 gegründet.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name „Mekane Yesus“ kommt aus der äthiopisch-orthodoxen Kirchensprache, aus dem Ge'ez, und heißt ins Deutsche übersetzt: Der Ort, an dem Jesus wohnt.

Die Mekane-Yesus-Kirche ist aus Reformbewegungen innerhalb der orthodoxen Kirche und aus der Arbeit lutherischer Missionen aus Schweden, Deutschland, Norwegen, Dänemark und den USA hervorgegangen. 1975 schloss sie einen Kooperationsvertrag mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, in dem sich beide Kirchen als vollwertige Partner anerkannten, gegenseitig die Ordination anerkannten und die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft bestätigten.

Unter dem seit 1975 herrschenden kommunistischen Militärregime war die EEMYC wie andere äthiopische Kirchen starken Repressionen ausgesetzt, darunter Beschlagnahme und Enteignung kirchlicher Einrichtungen und willkürliche Inhaftierung von Mitarbeitern.

Anfang 2013 beschloss die Generalsynode, die Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Amerika und der Schwedischen Kirchen zu beenden. Grund ist die Position dieser Kirchen zur Lebensgemeinschaft homosexueller Paare.

Aufgaben[Bearbeiten]

Neben geistlich-theologischen Aufgaben sind heute medizinische Versorgung, Handwerkerausbildung, Bewässerungs-, Bodenkonservierungs- und Aufforstungsprogramme sowie die Hungerhilfe wichtige Tätigkeitsbereiche. [1]

Organisation[Bearbeiten]

Die Mekane-Yesus-Kirche ist in 21 Synoden und 2 Spezialorganisationen aufgeteilt und hat 6.644 Gemeinden sowie 2.818 Predigtplätze (Stand 2009). Eine Synode entspricht ungefähr in Gebietsumfang und Organisationsform einer größeren evangelischen Landeskirche in Deutschland.

Präsident der Kirche ist seit 2009 Pastor Wakseyoum Idosa , Generalsekretär ist (ebenfalls seit 2009) Berhanu Ofgaa. [2]

Die Mekane-Yesus-Kirche ist sowohl Mitglied im Lutherischen Weltbund als auch im Reformierten Weltbund.

Gegenwärtig hat sie mehr als 5.8 Millionen Mitglieder.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Øyvind M. Eide: Revolution and religion in Ethiopia: a study of church and politics with special reference to the Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus 1974 – 1985. EFS, Uppsala 1996, ISBN 91-85424-46-3
  • Johannes Launhardt: Evangelicals in Addis Ababa (1919–1991): with special reference to the Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus and the Addis Ababa Synod. Lit, Münster, Wien, u. a. 2004, ISBN 3-8258-7791-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tätigkeitsfelder
  2. Präsidenten und Generalsekretäre der ECMY
  3. Lutherische Jahresstatistik (PDF; 146 kB)