Melancholiker

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Melancholiker nach Johann Gottfried Knöffler
Albrecht Dürer. Melancholie

Als Melancholiker (von altgriechisch: μέλας, gesprochen: melas, deutsch: schwarz und χολή, gesprochen: [kʰo'lɛː], deutsch Galle) wird in der heutigen Umgangssprache ein zu Melancholie, also Schwermut, Trübsinn und Traurigkeit, aber auch zu Misstrauen und Kritik neigender Mensch bezeichnet. Er bildet mit dem Choleriker, Phlegmatiker und Sanguiniker die inzwischen als überholt geltenden vier Temperamente, die auf der Humoralpathologie beruhen.

Im positiven Sinn werden dem Melancholiker Verlässlichkeit und Selbstbeherrschung zugeschrieben.

Begriffsentwicklung[Bearbeiten]

Hildegard von Bingen schreibt „[Melancholische Frauen] haben mageres Fleisch, dicke Adern, mäßige Knochen und mehr rotblaues als blutfarbenes Blut, und haben ein Antlitz wie mit blauer oder schwarzer Farbe durchsetzt u.s.w.[1]

Nach Hans Jürgen Eysenck ist das melancholische Temperament durch die Kombination von emotionaler Labilität mit Introversion gekennzeichnet.

Die Entstehung der Charaktereigenschaften eines Menschen wird von der heutigen Persönlichkeitspsychologie allerdings differenzierter beurteilt; an ihrer Ausbildung sind viele andere Faktoren beteiligt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hildegard von Bingen: Heilwissen. In: Projekt Gutenberg-DE.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Melancholiker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen