Melanchthon-Gymnasium Nürnberg

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Melanchthon-Gymnasium Nürnberg
Logo des Melanchthon-Gymnasiums
Schulform Humanistisches Gymnasium
Gründung 1526
Adresse

Sulzbacher Straße 32

Ort Nürnberg
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 27′ 29″ N, 11° 5′ 38″ O49.45805555555611.093888888889Koordinaten: 49° 27′ 29″ N, 11° 5′ 38″ O
Träger Freistaat Bayern
Lehrkräfte 67
Leitung Otto Beyerlein, Hermann Lind, Willi Lobenwein
Website www.melanchthon-gymnasium.de

Das Melanchthon-Gymnasium Nürnberg ist ein staatliches humanistisches Gymnasium im Nürnberger Stadtteil Wöhrd. Es ist eine der letzten Schulen in Bayern, die ausschließlich den humanistischen Zweig – das heißt – Latein als erste, Englisch als zweite und Altgriechisch als dritte Fremdsprache anbietet. Das Logo der Schule ist die Eule Athens sowie die Totenmaske Philipp Melanchthons.

Geschichte[Bearbeiten]

Einzug des Humanismus[Bearbeiten]

Da Nürnberg keine Universität besaß, sowie seine Führungsschicht kaufmännisch ausgelegt war und somit den Humanisten kritisch gegenüber stand, war die Stadt für die Aufnahme des Humanismus eher unprädestiniert. Im Zuge der Ausbildung, zu der die Patriziersöhne ins humanistisch geprägte Italien geschickt wurden, nahm er einen immer größeren Einfluss auf die Reichsstadt.

Mit dem Beschluss des Rates im März 1496 eine Poetenschule einzurichten, entstand neben den vier Lateinschulen St. Sebald, St. Lorenz, Heilig Geist und St. Egidien eine neue Schule, die sich unabhängig vom kirchlichen Einfluss auf die humanistischen Prinzipien ausrichtete. Zur Leitung der Schule wurde Heinrich Grieninger aus München berufen, der in Italien studiert hatte und gute Kenntnisse der lateinischen, griechischen und auch hebräischen Literatur besaß. Im Jahr 1509 musste die Schule jedoch auf Grund mangelnder Schülerzahlen geschlossen werden.[1]

Gründung[Bearbeiten]

Philipp Melanchthon (1543), Mitbegründer der Schule

Im August 1518 kam Philipp Melanchthon zum ersten Mal bei einem Besuch des Ratsherren und Humanisten Willibald Pirckheimer, mit dem er in ständigem Briefkontakt sowohl zuvor, als auch danach stand nach Nürnberg. Mit Hieronymus Baumgartner kehrte 1523 ein junger Patrizier von seinem mehrjährigen Studium aus Wittenberg unter Melanchthon zurück in die Stadt, um Nürnbergs Politik, insbesondere die Kirchen- und Schulpolitik entscheidend mitzugestalten. Auf Grund des Wunsches eine neue höhere Schule als Übergang von der Lateinschule an die Universität einzurichten, beschloss der Rat am 18. Oktober 1524, also noch vor dem offenen Übertritt Nürnbergs zur lutherischen Lehre, Melanchthon für den Schulunterricht in der Stadt zu gewinnen. Diese Übergangsschule sollte zum einen den Lateinschulabgängern gründlichere Kenntnisse der griechischen und lateinischen Literatur verschaffen, die die Professoren an den Universitäten immer wieder bemängelten, zum anderen aber auch den oft noch sehr jungen Studenten ermöglichen nicht im Alter von 13 oder 14 Jahren die Heimatstadt verlassen zu müssen. Mit den Verhandlungen wurde Baumgartner beauftragt, dem er jedoch ablehnte, da er sich Martin Luther und der Universität Wittenberg zugehörig fühlte.

Im September 1525 ersuchte der Rat erneut Melanchthon, diesmal mit der Bitte, bei der Gründung einer neuen Schule behilflich zu sein. Nach seiner Zusage, die von seinem Landesherren Kurfürst Friedrich der Weise bewilligt wurde, kam er im November 1525 mit seinem Freund Joachim Camerarius erneut nach Nürnberg. Diesen hatte er als Rektor der neuen Schule vorgesehen und besprach mit ihm und dem Rat den Lehrplan und machte sich reich beschenkt auf die Suche neue Lehrer für die Schule zu gewinnen. Neben der Leitung der Schule übernahm Joachim Camerarius das Griechisch-Lehramt, Helius Eobanus Hessus die Lehre der römischen Dichterliteratur, Michael Roting die Schulung in der lateinischen Rhetorik und Dialektik, sowie Joahnnes Schöner die Lehre der Mathematik.

Am 22. Mai 1526 wurden alle Bürger über die Einrichtung der neuen Schule im ehemaligen Kloster am Egidienberg, das seit dem Auszug der Schottenmönche 1525 leer stand und in den städtischen Besitz übergegangen war, informiert und aufgefordert, begabte Kinder auf Kosten der Stadt dorthin zu schicken. Somit wurde die sogenannte „Obere Schule“, „Hohe Schule“ oder „Patrizierschule“ als erste Schule Deutschlands nach den humanistischen Prinzipien Philipp Melanchthons eingerichtet, der deren Studienordnung mit den neu eingeführten Fächern Griechisch und Mathematik entworfen hatte. Nach Einladung des Rates kam er am 23. Mai 1526 ein drittes Mal nach Nürnberg und eröffnete dort mit einer lateinischen Rede die Obere Schule bei St. Egidien.[1]

„Denn für die Städte sind nicht die Bollwerke oder Mauern zuverlässige Schutzwälle, sondern die Bürger , die sich durch Bildung, Klugheit und andere gute Eigenschaften auszeichnen. Die Spartaner sagen, die Mauern müssten aus Eisen, nicht aus Stein sein. Ich aber bin der Meinung, dass eine Stadt nicht so sehr durch Waffen als durch Klugheit, Besonnenheit und Frömmigkeit verteidigt werden sollte...“

Philipp Melanchthon: Zur Eröffnung der Oberen Schule bei St. Edigiden in Nürnberg, 23. Mai 1526[2][1]

Verlegung nach Altdorf[Bearbeiten]

Die Universität Altdorf im Jahr 1714 (hinten das Kollegiumsgebäude (1575 errichtet), links der Ostflügel (1582), vorne das Torhaus (1583))

Nach einem Schreiben des Gründungsrektors Joachim Camerarius im Jahr 1565 an den Rat, in dem er die Verlegung des Gymnasiums St. Egidien an einen Standort in der Nähe von Nürnberg vorschlug, entschied sich eine Delegation des Nürnberger Rates für Altdorf bei Nürnberg. Die Grundsteinlegung des Kollegiengebäudes, dessen Finanzierung durch Spenden von Nürnberger Patriziern sichergestellt wurde, erfolgte am 30. September 1571. Im Gegenzug erhielten die Spender ein Wohnrecht für ihre studierenden Söhne. Am 29. Juni 1575 wurde das Egidien-Gymnasium unter dem Namen „Nürnberger Landschule“ somit in Altdorf eingeweiht, wo die Ablenkung für die Schüler nicht so groß war. 1578 wurde die Schule in eine Akademie, deren Erhebung Nürnbergerer Vertreter am kaiserlichen Hof in Prag erreichten und in ein Gymnasium geteilt. Die Egidienschule wurde in Nürnberg als einfache Trivialschule (Hauptschule) weitergeführt. In den darauffolgenden Jahren wurde der Ostflügel mit dem größten Hörsaal (1582), sowie das Torhaus mit einem Buchladen und der Wohnung des Pedells (1583) errichtet.

Zurückverlegung nach Nürnberg[Bearbeiten]

Frontansicht 1733
Gymnasium mit der 1711 neuerbauten Egidienkirche. Kupferstich von Johann Adam Delsenbach.

1622 wurde die Schule wegen mangelhafter pädagogischer und wissenschaftlicher Betreuung des Gymnasiums und der Gefahren des Dreißigjährigen Krieges nach Nürnberg zurückverlegt, die Akademie durch kaiserliches Privileg zur Universität Altdorf erhoben. Dort wurde die Schule mit der 1622 gegründeten, im Egidienkloster untergebrachten Privatschule, zum „Gymnasium Aegidianum“ vereinigt und 1633 eröffnet. Das Aegidianum war eine Schule, die in besonderem Maße auf einen modernen Bildungskanon wert legte. 1639 bis 1642 erfolgte der Anbau des sogenannten Auditorium magnum, in dem neben dem Unterricht auch Vorlesungen nach Art der Universitäten angeboten wurden. Nach der Zerstörung des Schulgebäudes durch einen Brand im Jahre 1696 zog die Schule 1699 in den Neubau am Egidienplatz 10.

Enthüllung der Melanchthon-Statue anlässlich der 300-Jahr-Feier am 23. Mai 1826.

Als die Reichsstadt Nürnberg in das Königreich Bayern eingegliedert wurde, wurde das Egidiengymnasium 1808 verstaatlicht. Zum Rektor wurde der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel[3] ernannt, der das Gymnasium 1810 im Zuge der großen humanistischen Erneuerung des 19. Jahrhunderts reformierte. 1874 fasste man Lateinschule und Gymnasium zu einem neunklassigen humanistischen Gymnasium zusammen. Aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen wurde das Gymnasium 1889 in ein Königliches Altes Gymnasium (heute: Melanchthon-Gymnasium) und ein Königliches Neues Gymnasium aufgeteilt.

Umzug an die Sulzbacher Straße[Bearbeiten]

Das Schulgebäude Anfang Mai 2014 von Nordwesten fotografiert, auf dem Dach die Sternwarte und mit vorbeifahrender Straßenbahn.

1911 siedelte das Alte Gymnasium auf Grund extremer Raumnot[4] in ein Jugendstilgebäude an der Sulzbacher Straße um, dessen Bau 1908 vom Bayerischen Staat genehmigt wurde.[5] Den Baugrund hatte die Stadt zuvor 1905 von der Merkelschen Familie geerbt und 1909 an einen Vertreter des Bayrischen Staates zum Bau eines neuen Gymnasiums für 280.000 Mark verkauft.[6] 1925 besuchten die ersten Mädchen die Schule. 1933 wurde das Alte Gymnasium in „Melanchthon-Gymnasium“ umbenannt.[7] Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs beheimatete das Melanchthon- auch das Martin Behaim-Gymnasium.

Im Jahre 1976 feierte das Melanchthon-Gymnasium sein 450-jähriges Gründungsjubiläum. In den 1970er Jahren wurde das Schulgebäude um einen modernen Anbau und eine doppelstöckige Turnhalle erweitert. Während der Generation des Baby Booms wurden auch Gebäude aus der Umgebung angemietet. Teilweise wurden Räume aus einem Anbau der benachbarten Zentrale des Bayerischen Roten Kreuzes benutzt. 2007 wurde auf dem Grundstück des Melanchthon-Gymnasiums ein Neubau für die Ganztagesbetreuung errichtet. Es entstand ein dreigeschossiger Neubau in Massivbauweise mit einem Foyer, zwei Medienwerkstätten und fünf Gruppenräumen zur Freizeitgestaltung. Die neuen Flächen sollen im Rahmen des achtjährigen Gymnasiums (verkürzter Bildungsgang – G8) genutzt werden und den wachsenden Schülerzahlen Rechnung tragen. Ein Markenzeichen der Schule ist ein alter Straßenbahnwagen der VAG, der im Schulhof abgestellt wurde und als Schülercafe dient. Als Besonderheit bietet die Schule für alle Schüler der 10. Klasse eine Studienreise nach Griechenland an. Die Schule verfügt ferner über ein Schulorchester, einen Kammerchor und einen großen Chor, sowie eine Big Band und ein Vokalensemble. Heute unterrichten an der Schule 67 Lehrerinnen und Lehrer.

Schulgebäude[Bearbeiten]

Lage und Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der am 24. April 1911 eröffnete Jugendstil-Altbau des Gymnasiums liegt im Stadtteil Gärten bei Wöhrd auf dem Grundstück des ehemaligen Merkelschen Anwesen, das im Norden von der Sulzbacher Straße, im Westen von der Merkelsgasse und im Süden von der Nunnenbeckstraße eingegrenzt wird. Das Grundstück mitsamt der sich darauf befindenden barocken Gebäude und Gartenanlagen ging 1905 in das Eigentum der Stadt Nürnberg über, ehe es am 5. Oktober 1909 von einem Vertreter des Bayerischen Staates zum Bau eines neuen Gymnasiums für rund 280.000 Mark erworben wurde.[8] Ungefähr 300 m entfernt liegt Rathenauplatz, an dem die U-Bahnlinien 2/21 und 3, sowie die Straßenbahnlinie 8 und diverse Buslinien verkehren. In rund 100 m Nähe befindet sich auch die Straßenbahnhaltestelle Stresemannplatz, die ebenfalls von der Linie 8 bedient wird.

Fassade[Bearbeiten]

Die Fassade des Gebäudes lässt sich in eine wehrhaft-trutzige Rustika im Erdgeschoss und in eine Putzfassade in den oberen Geschossen einteilen. In der Rustika finden sich Reliefköpfe sowohl der Dichtern und Philosophen Goethe, Schiller, Homer und Sokrates, als auch der germanisch-antiken Helden Arminius und Cäsar, sowie von der Götter Wodan und Zeus.

Eingangsportal[Bearbeiten]

Das Eingangsportal an der Sulzbacher Straße mit Schriftzug MELANCHTHON GYMNASIUM GEGRÜNDET 1526 (Oktober 2013)

Im zurückversetzten Rahmen des Eingangsportals in der Rustika befinden sich zudem fünf Flachreliefs, die die fünf Hauptfächer Religion (in der Mitte), Alte Sprachen (rechts davon), Naturwissenschaften (links davon), Musik (rechts außen) und Turnen (links außen) symbolisieren.

Kapitolinische Wölfin[Bearbeiten]

Die Kapitolinische Wölfin auf dem Schuldach

Als Symbol des humanistischen Gymnasiums ist auf dem Giebel des Daches an der Ostseite die Kapitolinische Wölfin angebracht. Sie steht auf einem kaminartigen Sockel und misst 1,50 m auf 2,20 m.[9] Damit ist sie doppelt so groß wie ihr Original, das 75 cm hoch und 114 cm breit ist und wird klassischerweise ohne Remulus und Remus, die dem Original erst in der Renaissance beigefügt worden sind, dargestellt.

Observatorium[Bearbeiten]

Der Jugendstil-Altbau an der Sulzbacher Straße verfügt über ein kleines Observatorium mit Kuppel, das jedoch derzeit aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden darf.

Heutige Schule[Bearbeiten]

Ausbildungsschule[Bearbeiten]

Das Melanchthon-Gymnasium ist eines von ungefähr 70 Seminarschulen in Bayern, der Lehramtsstudenten nach dem 1. Staatsexamen zugewiesen werden. Die halbjährige Ausbildung hierzu beginnt entweder im Februar zum Schulhalbjahr oder im September zu Schuljahresbeginn. Diese Praxis können angehende Lehrkräfte am Melanchthon-Gymnasium in den Fächern Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Griechisch, Geschichte oder Latein erhalten. Jedes Fach wird hierbei durch die jeweilige Seminarlehrkraft vertreten, die die Ausbildung betreut. Des Weiteren erhalten die Referendarinnen und Referendare Unterricht in den allgemeinen Fächern Pädagogik, Psychologie, Schulrecht und Staatsbürgerkunde. Das Referendariat endet nach zwei Jahren Praxiserfahrung und dem anschließenden 2. Staatsexamen.[10]

Offene Ganztagsschule (OGS)[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2009 bietet das Melanchthon-Gymnasium in Zusammenarbeit mit dem Bezirksjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt Ober- und Mittelfranken auch eine offene Ganztagsschule an. Nach Unterrichtschluss steht den Schülern somit Montag bis Donnerstag eine kostenfreie Betreuung zur Verfügung, die aus einer Hausaufgabenbetreuung durch ältere Schüler, Projektangeboten und offener Freizeitgestaltung besteht. Eine Sozialpädagogin und eine Erzieherin sollen hierbei für qualifizierte Betreuung sorgen und nach eigenen Angaben das Planen umfangreicher Hausaufgaben sinnvoll einzuteilen und die Vorbereitung auf Schulaufgaben zu lernen fördern. Des Weiteren soll den Kindern beigebracht werden Lern- und Übungsformen zu finden, die dem eigenen Lerntyp entsprechen, Pausen zu machen, um den eigenen Rhythmus fürs Lernen zu entdecken, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und beim Lernen zu experimentieren und neugierig zu bleiben, sowie selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten.[11]

Zentralbibliothek[Bearbeiten]

Die Zentralbibliothek des Melanchthon-Gymnasiums befindet sich im Erdgeschoss des Schulgebäudes und enthält eine Schulbibliothek, sowie eine alte Gymnasialbibliothek. Erstere enthält ca. 10.000 Bände Sach-, Fach-, und Jugendbücher, sowie eine Sammlung verschiedener CD-Roms und seit dem Jahr 2005 den Grundstock einer klassischen Filmbibliothek. Alle Medien sind über moderne Kataloge zugänglich, und können (mit wenigen Ausnahmen) entliehen werden.[12]

Die Alte Gymnasialbibliothek beherbergt einige sehr wertvolle Schriften aus dem Mittelalter – darunter auch Stundengebete aus dem Jahr 1471. Den Grundstock hierzu legte eine Stiftung des Sebald Welser von Büchern theologischen und altsprachlichen Inhalts aus dem Jahre 1581. Diesen erweiterten die Welser zunehmend und mit der Auflösung der Nürnberger Lateinschulen im 19. Jahrhundert, gingen deren Bestände ebenfalls in den Besitz der Bibliothek über. Im neuen Schulgebäude ab 1911 wurde der Bibliothek auch ein großzügiger Raum zugeteilt, 1989 durch die Zusammenlegung mit der Schulbibliothek erfolgte jedoch ein Umzug in die heutigen Räumlichkeiten, in denen sich im Moment ca. 10.000 Bände vorwiegend lateinischer und griechischer Autoren, sowie Sekundärliteratur, darunter auch einige Handschriften (3 Antiphonarien), 27 Inkunabeln, rund 530 Bände aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die überwiegende Mehrheit aus dem 18. Jahrhundert und aus dem 19. Jahrhundert eine Jahresberichtssammlung deutscher Gymnasien befinden.[12]

Melanchthon-Preis[Bearbeiten]

Der Melanchthon-Preis ist ein Preis, der seit 1995 an Schüler, »die sich weit über ihre unterrichtlichen Verpflichtungen hinaus am Melanchthon-Gymnasium für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler engagieren«[13] verliehen wird und mit 250 € dotiert ist.

Die Preisträger der vergangenen Jahre waren

  • 2011: Max Mönch
  • 2012: Lenz Franzke, Lars Lipecz und Leopold Roth (zu gleichen Teilen)
  • 2013: Maximilian Kipke

Fächer[Bearbeiten]

In den Fremdsprachen müssen sechs Jahre Latein, fünf Jahre Englisch, sowie drei Jahre Griechisch belegt werden. Des Weiteren werden freiwillige Fächer wie z.B. Italienisch unterrichtet.

Freunde des Melanchthon-Gymnasium e.V.[Bearbeiten]

Der Verein der „Freunde des Melanchthon-Gymnasiums e.V.“ wurde am 9. Dezember 1976 gegründet und unterstützt seitdem die Schule bei ihren Bemühungen, das Schulleben positiver zu gestalten.[14] Mittlerweile gehören dem Verein, der neben der Schule, auch Besuche von Vorträgen, Tagesexkursionen, Ausstellungsbesuche und Studienreisen finanziert, ca. 300 Mitglieder an.[15] Absolventen der Schule, sowie aktive Schüler zahlen bis fünf Jahre nach ihrem Abschluss keine Beiträge.[16]

Melanchthon-Wettbewerb[Bearbeiten]

Seit Oktober 2000 veranstaltet der Verein auch den Melanchthon-Wettbewerb, einen Kreativ- und Ideenwettbewerb für alle Schulen in der Region. Mit wechselnden Themen findet er jedes Jahr großen Anklang in der Region unter der Schirmherrschaft des Nürnberger Oberbürgermeisters Ulrich Maly.[17] Die Jury setzt sich aus einem Vorstandsmitglied des Vereins „Freunde des Melanchthon Gymnasiums e. V.“ und fünf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammen.[18]

Die Namen der Schule[Bearbeiten]

Inoffiziell wurde schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts der Name „Melanchthon-Gymnasium“ verwendet. Doch erst im Dritten Reich konnte die Schul-Lobby bei Kultusminister Hans Schemm den Namen „Melanchthon-Gymnasium“ durchsetzen.

  • 1526 „Obere Schule“, „Hohe Schule“ oder „Patrizierschule“
  • 1575 Nürnberger Landschule (in Altdorf bei Nürnberg)
  • 1633 Gymnasium Aegidianum
  • 1889 Königliches Altes Gymnasium Nürnberg
  • Nach 1918 Altes Gymnasium Nürnberg
  • 1933 Melanchthon-Gymnasium

Schulleiter[Bearbeiten]

  • 1526–1535: Joachim Camerarius (1500–1574), eigentlich Joachim Kammermeister, Gründungsrektor des Gymnasiums St. Egidien
  • nach der Neugründung 1633: Johann Graf, 1595–1644 (auf einem Kupferstich-Porträt als „Aegidianum Rector“ bezeichnet, Schwiegervater von Maria Sibylla Merian)
  • 1642–(?): Johann Michael Dilherr (1604–1669), Theologe, Leiter des Egidiengymnasiums, stand in enger Verbindung zum Pegnesischen Blumenorden
  • etwa 1690–(?): Johann Konrad Feuerlein (1656–1718), ab 1683 Prediger an verschiedenen Kirchen in Nürnberg, später Antistes und Rektor des Gymnasiums zu St. Egidien. Er verwirklichte auch den Plan der ersten Armenschule in Nürnberg (1699). In Gostenhof führt eine Straße seinen Namen.
  • 1706–(?): Samuel Faber (1657–1716), Rektor des Aegidianums in Nürnberg, Mitglied des Pegnesischen Blumenordens
  • (?)–1751: Johann Gabriel Doppelmayr (1677–1750), Rektor des Aegidianums
  • 1751-(?): Georg Moritz Lowitz (1722–1774), Rektor des Aegidianums
  • 1808–1813: Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831), Rektor des „Egidiengymnasiums“ in Nürnberg
  • 1821–1843: Karl Ludwig Roth (1790–1868), Theologe, Rektor, Einführung einer 'Privat-Elementarschule' als Vorschule zur Auslese der zukünftigen Gymnasiasten, seit 1837 obligatorischer Turnunterricht
  • 1843–1857 Ernst Wilhelm Fabri (1796–1845), Philologe, 1821 Professor, Rektor
  • 1857–1884 Heinrich Wilhelm Heerwagen (1811–1888), Philologe, Rektor am Egidiengymnasium, langjähriger Vorstand des Pegnesischen Blumenordens (1863–1885), 1878 Ehrenbürger der Stadt Nürnberg
  • 1884–1900: Georg Leonhard Autenrieth (1833–1900), Philologe, Rektor des Egidiengymnasiums
  • 1956–1962: Alfred Heubeck, OStD
  • 1962–1970: Karl Lanig (1915–1974), OStD
  • 1970–1988: Hans Köhler († 12. Mai 2013), OStD
  • 1988–2004: Hartmut Fritz († 16. September 2009), OStD
  • Seit 29. November 2004: Otto Beyerlein, OStD

Bekannte Lehrer[Bearbeiten]

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Wilhelm Fabri: Tertia Saecularia Gymnasii Regii Norimbergensis XXIII. Maii 1826 Celebranda Collegii Professorum Nomine. Nürnberg: Campe, 1826, 20 S.
  • Carolus Christianus Christopherus Fikenscher: Das Gymnasium in Nürnberg nach seinen Schicksalen und seinem gegenwärtigen Bestande, nebst kurzen Charakteristiken der berühmtesten Männer, die zu seiner Gründung beigetragen haben. Nürnberg: Campe, 1826, VI, 90 S. (beschrieben bei Gelegenheit der dreihundertjährigen Jubelfeier)
  • Georg Friedrich Daumer: Über den Gang und die Fortschritte unserer geistigen Entwicklung seit der Reformation und über ihren Standpunkt in der gegenwärtigen Zeit. Nürnberg: Riegel und Wießner, 1826, 32 S.
  • Die dreihundertjährige Jubelfeier des Nürnberger Gymnasiums am 23. May 1826. Ein Beitrag zur Geschichte Nürnbergs. Enthaltend die Beschreibung der Festlichkeiten. Nürnberg: Riegel und Wießner, 1826, 76 S.
  • Festbericht. Melanchthon-Gymnasium: Die Vierhundert-Jahrfeier des Melanchthon-Gymnasiums in Nürnberg vom 28. bis 30. Mai 1926. Hrsg. vom Presseausschuß. Nürnberg: Melanchthon-Gymnasium, 1926, 64 S.
  • Hugo Steiger: Das Melanchthongymnasium in Nürnberg (1526–1926). Ein Beitrag zur Geschichte des Humanismus. Hrsg. mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und der Bayerngruppe der Gesellschaft für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte. München: R. Oldenbourg, 1926, VII, 196 S.
  • Kurt Hussel: Hegel als Rektor und Lehrer am Gymnasium in Nürnberg. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 48, 1958, S. 306–313 – online
  • Karl Lanig (Hrsg.): Wie kann ich meinem Kinde helfen? Ein Ratgeber für Eltern. Verfasser: Lehrerkollegium des Melanchthon-Gymnasiums, Nürnberg. Bamberg: Buchner, 1966, 23 S.
  • Karl Lanig (Hrsg.): Idee und Wirklichkeit der Kollegstufe. Verfasser: Karl Lanig u. a.. München: Bayerischer Schulbuch-Verlag, 1972, 116 S. ISBN 3-7627-7007-7 (ISP-Kollegstufenarbeit)
  • Melanchthon-Gymnasium, Humanistisches Gymnasium – 450. Schuljahr. Festschrift und Jahresbericht 1975/76. Nürnberg: Selbstverlag, 1976
    • Rezension Niklas Holzberg: Melanchthon-Gymnasium, Humanistisches Gymnasium – 450. Schuljahr. Festschrift und Jahresbericht 1975/76. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 63, 1976, S. 373–375 – online
  • Gerhard Hirschmann; Siegfried Schödel: Melanchthon-Gymnasium Nürnberg 1526 – 1976. Dokumente zur Geschichte der Schule; Eine Ausstellung des Melanchthon-Gymnasiums und des Stadtarchivs Nürnberg, 22. Juni – 6. Juli 1976. Nürnberg: Melanchthon-Gymnasium, 1976, 8 S.
  • Siegfried Schödel: „Bibliotheken und Leindotter-Lager schätzet man nach dem Alter ihrer Schätze“. Versuch über die Bibliothek des Melanchthon-Gymnasiums in Nürnberg. Nürnberg: Melanchthon-Gymnasium, 1986, 271 S.
  • Siegfried Schödel: Gustav Blumröder. Skizzen zu einem Porträt des Nürnberger Psychiaters, Politikers und Romanciers. In: Literatur in Bayern 74, 2003, S. 34–41
  •  Charlotte Bühl, Katrin Wacker: Melanchthon-Gymnasium. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 687 (Gesamtausgabe online).

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Bildung – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bildung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Melanchthon-Gymnasium (Nürnberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c melgym.de – Schulgeschichte
  2. melgym.de – Lobrede auf die neue Schule
  3. Hugo Steiger: Das Melanchthongymnasium in Nürnberg (1526–1926). München: R. Oldenbourg, 1926, S. 26 f.
  4. Neues Gymnasium, vgl. Stadtmagistrat Nürnberg (Hrsg.), Die Schulen in Nürnberg mit besonderer Berücksichtigung des städtischen Schulwesens, Nürnberg 1906, S. 5.
  5. Vgl. zur Grundstückssuche und Genehmigung des Baus Schödel, Siegfried, Aufgehobene Geschichte. Vor 75 Jahren bezog das Melanchthon-Gymnasium das Gebäude an der Sulzbacher Straße, in: Jahresbericht Melanchthon-Gymnasium 1985/86, S. 15–34.
  6. Vgl. STAN Reg. K.d.I. Abg 1968 Tit. XIII Nr. 3133 Gebäude des Alten Gym. 1910–1919, beglaubigte Abschrift der Urkunde vom 5. Oktober 1909.
  7.  Charlotte Bühl, Katrin Wacker: Melanchthon-Gymnasium. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 687 (Gesamtausgabe online).
  8. Vgl. STAN Reg. K.d.I. Abg 1968 Tit. XIII Nr. 3133 Gebäude des Alten Gym. 1910–1919, beglaubigte Abschrift der Urkunde vom 5. Oktober 1909.
  9. Vgl. Masa, Elke, Freiplastiken in Nürnberg, Neustadt/Aisch 1994, S. 204 f.
  10. Ausbildungsschule
  11. melgym.de – Offene Ganztagsschule
  12. a b melgym.de – Zentralbibliothek
  13. zitiert nach melgym.de – Melanchthon-Preis
  14. melgym.de – Freunde des MGN
  15. melgym.de – Über uns
  16. melgym.de – Mitgliedschaft
  17. melgym.de – Wettbewerb
  18. Info Jury des Melanchthon-Wettbewerbs (PDF; 118 kB)