Melanesier
Melanesier ist ein vom französischen Entdecker Jules Dumont d’Urville geprägter Begriff für die Bewohner Neuguineas, Neukaledoniens, der Salomonen und Ureinwohnern Australiens.
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Begriffsgeschichte [Bearbeiten]
Der Begriff „Melanesier“ ist heute umstritten, da er die Existenz einer melanesischen Rasse impliziert. In erster Linie hat er sich jedoch als Eigenbezeichnung der genannten Bevölkerungsgruppen, circa zehn Millionen Menschen, durchgesetzt. In der heutigen Verwendung des Begriffs rechnet man die indigenen Völker der folgenden Inseln zu den Melanesiern: Neuguinea (Papua-Neuguinea und die indonesische Provinz West-Papua), Neukaledonien, die Salomonen und Vanuatu. Die Melanesier sind jedoch kulturell, ethnisch und sprachlich äußerst verschieden. Genetisch sind sie mehr mit den australischen Aborigines als mit den durch ihr Territorium gewanderten Polynesiern verwandt.
Bei frühen Abgrenzungen der Melanesier von benachbarten Bevölkerungsgruppen spielten neben der dunklen Hautfarbe (Melas = griech, schwarz) oder dem Haar auch einige Merkmale eine Rolle, die man heute als rassistisch bezeichnen würde, wie „Feindseligkeit gegenüber Weißen“, „Hässlichkeit ihrer Weiber“ etc.
Biologische Besonderheiten [Bearbeiten]
Die Melanesier sind die einzige dunkelhäutige Ethnie bei der blonde Haare vorkommen können.[1] Bei den Melanesiern ist eine bestimmte Oberflächenvariante der roten Blutkörperchen auffallend häufig. Sie scheint die Menschen vor Malariainfektionen zu schützen.[2] Als einzige bekannte menschliche Gruppe stammen die Melanesier zum Teil von den Denisova-Menschen, Verwandten des Neandertalers ab.[3]
Literatur [Bearbeiten]
- Per Schnellzug in die Südsee in: Bild der Wissenschaft Online-Ausgabe, 21. Januar 2008.
- Woher die Ur-Australier kamen in: Bild der Wissenschaft Online-Ausgabe, 9. Mai 2007.
- Melanesier. in: Deutsches Kolonial-Lexikon. Bd 2. Leipzig 1920, S.537.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Der Standard, 3. Mai 2012: Was Melanesier blond macht
- ↑ FAZ, 22.December, 2003: Wo Malaria nicht haftet
- ↑ New York Times, 22.December, 2010: Siberian Fossils Were Neanderthals’ Eastern Cousins, DNA Reveals

