Melchior Berri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Melchior Berri (* 20. Oktober 1801 in Basel; † 12. Mai 1854 ebenda) war ein Schweizer Architekt aus Basel, Sohn des Melchior, Pfarrer in Münchenstein, und der Appollonia Streckeisen; Heiratete 1832 Margaretha Simone Burckhardt von Basel.

Biografie[Bearbeiten]

Berri wuchs als Pfarrerssohn in Basel und Münchenstein auf. Zwischen 1817 und 1823 liess er sich unter anderem beim berühmten Architekten Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe ausbilden. Danach arbeitete er beim Architekten Jean-Nicolas Huyot in Paris und studierte an der Akademie.

1826 reiste er zusammen mit Josef Berckmüller nach Italien[1]: S. 26 , wo ihn die Bauten und die Wandmalereien in Pompeji, aber auch die Renaissance-Paläste in Rom interessierten. Auf diesem Wege hatte er sich handwerkliche Fertigkeit als Steinmetz, Gipser und Maurer angeeignet, sich in Landschaftes- und Figurenzeichnen geübt und bautechnische Fächer studiert.

Villa Ehinger.

1828 eröffnete Melchior Berri in Basel ein Baugeschäft und eine Bau- und Zeichenschule. Seine überregionale Bedeutung verdankte Berri zuerst dem Basler Museum an der Augustinergasse, dem einzigen erhaltenen Monumentalbau, aber auch seinen Entwürfen für ein Zürcher und ein Berner Rathaus, sowie den Quartierplänen für Luzern und Basel. 1829 wurde der Architekt Melchior Berri mit dem Bauprojekt eines Sommerhauses vom Bauherr Ludwig August Sarasin betraut worden. Der Bauherr Ludwig August Sarasin starb 1831 vor Vollendung seines Sommersitzes. Durch Heirat einer der beiden Sarasin Töchter kam das Sommerhaus in den Besitz der Familie Ehinger und dieses Sommerhaus ist jetzt als Villa Ehringer bekannt.

Zu Berris frühen Werken danach gehörte auch das 1829/31 erbaute Blömleintheater in der Theaterstrasse in Basel, dessen Reste 1969 ganz verschwanden. Ebenfalls dazu gehört die Abdankungskapelle in der heutigen Rosentalanlage, 1832 erbaut. Es stand einst im ältesten Teil des Gottesackers und ist heute der einzige Bauwerk des Begräbnisplatzes.

Im selben Jahr, 1832, baute sich Melchior Berri an der Malzgasse ein zweistöckiges Wohnhaus, welches durch einen rückwärtigen Anbau in 1842 erweitert wurde.

Berri war auch Mitglied des Basler Grossen Rates, der Baukommission und wurde 1841 Präsident des Vereins Schweizerischer Ingenieure und Architekten (SIA). Er erwarb als Architekt der neoklassizistischen Stilrichtung über die Schweiz hinausreichenden Ruhm und wurde als Dr. h.c. Ehrenmitglied zweier britischer Architekturverbände.

Die Spannungen zwischen den Anforderungen an den Bauunternehmer und an den Künstler, aber vielleicht auch die Enge der kleinstädtischen Verhältnisse liessen Berri schwermütig werden und er nahm sich 1854 das Leben.

Hinterlassenschaft[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Briefmarke Baslerdybli

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Grabmäler
  • Erste mehrfarbene Briefmarke, Basler Dybli – 1845
  • Briefkästen (Basler Dybli)
  • Brunnen (u. a. Dreizackbrunnen, Basel – 1837)
  • Möbelentwürfe[2]

Abgebrochen[Bearbeiten]

  • Stadtcasino Basel – 1821-1824; abgebrochen 1949
  • Blömleintheater, Basel – 1829; 1969 abgebrochen
  • Bogenschützenhaus, Bern 1830–1833; abgebrochen
  • Eisenbahntor in der Basler Stadtmauer – 1844; abgebrochen 1880

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli Zürich und Schwäbisch Hall 1983, ISBN 3-280-01405-0
  2. Dieter Pfister, Sabine Häberli, Astrid Kübli: Basler Möbelkunst von 1450 bis 1950. Schwabe, Basel 2002, ISBN 3-7965-1893-1.

Literatur[Bearbeiten]

  • Melchior Berri, eine Monographie, herausgegeben von Schwabe Verlag, Dorothee Huber, Doris Huggel und dem Architekturmuseum, (mit ausführlichen Werkverzeichnis) ISBN 3-7965-1742-0

Weblinks[Bearbeiten]