Melchior Wathelet (Junior)

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Melchior Wathelet oder Melchior Wathelet Junior (* 30. September 1977 in Verviers) ist ein belgischer Politiker des Centre Démocrate Humaniste (cdH). Er ist seit 2003 föderaler Abgeordneter. In der aktuellen föderalen Regierung Di Rupo bekleidet er das Amt des Staatssekretärs für Umwelt, Energie, Mobilität und institutionelle Reformen. Er ist zudem als Kommunalpolitiker in Verviers aktiv.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Melchior Wathelet Junior (der selbst das Junior in seinem Namen ablehnt) ist der Sohn von Melchior Wathelet (Senior), Politiker der PSC (heute cdH) und ehemaliger belgischer Justiz- und Verteidigungsminister, Ministerpräsident der Wallonischen Region und Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Wathelet studierte Jura (Kandidatur an der Facultés universitaires Notre-Dame de la Paix (FUNDP) in Namur und Lizenz an der Université Catholique de Louvain (UCL) in Neu-Löwen) und absolvierte im Jahr 2001 ein Masterstudium in europäischem Recht an der University of Southampton. Im Jahr 2002 ließ er sich als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt Verviers eintragen.

Der Vorname Melchior wird in der Familie Wathelet seit Generationen dem erstgeborenen Sohn gegeben. So trägt auch der erste Sohn von Melchior Wathelet Junior, das zweite von drei Kindern, diesen Vornamen.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Seinen politischen Einstieg erlebte Melchior Wathelet Junior im Jahr 2003, in dem er − auch dank seines bekannten Namens – in die föderale Abgeordnetenkammer gewählt wurde. Dort musste er eine Legislaturperiode lang mit der cdH die Oppositionsbank drücken. Im Jahr 2004 konnte er sich zum Fraktionsvorsitzenden und zweiten Vize-Präsidenten der cdH hocharbeiten.

Als sich nach den Föderalwahlen von 2007 die Mehrheitsverhältnisse änderten und die cdH – nach einer langen Regierungskrise, während der Wathelet mit Joëlle Milquet für die cdH verhandelte – an der Regierung beteiligt wurde, erhielt er zuerst das Amt des föderalen Staatssekretärs für den Haushalt und die Familienpolitik in der Regierung Leterme I unter Premierminister Yves Leterme (CD&V), und in der Regierung unter Herman Van Rompuy (CD&V), nach einer Umbesetzung, auch die Zuständigkeiten für Migration, Asylpolitik und föderale kulturelle Einrichtungen. Diese Zuständigkeiten hat er in der Nachfolgeregierung Leterme II behalten. 2011 wurde er in der Regierung Di Rupo Staatssekretär für Umwelt, Energie, Mobilität und institutionelle Reformen.

Im Februar 2014 wurde er dadurch bekannt, dass er einen Plan in Kraft setzte, der die Flugrouten über Brüssel so änderte, dass deutlich mehr Bürger Brüssels als bisher von tief fliegenden Flugzeugen betroffen waren. Der "Plan Wathelet" löste eine große Kontroverse in der belgischen Politik aus und ließ die Beliebtheitswerte Wathelets und seiner Partei in Brüssel abstürzen.

Auf lokaler Ebene ist Melchior Wathelet seit 2006 im Gemeinderat von Verviers vertreten, wo er der Opposition angehört.

Seit 6. Februar 2014 wird Name von Herrn Wathelet gemeinhin mit einem neuen Flugplan (Wathelet Plan) in Verbindung gebracht, der viele der vom Flughafen Brüssel (Zaventem) startenden Flugzeuge so umlenkt, dass sie nun über dicht besiedelte Gebiete der Stadt fliegen. Kritiker weisen darauf hin, dass der Plan eine ernsthafte Belästigung sowie ein Sicherheitsrisiko für Hunderttausende von Menschen bedeutet, die in Brüssel leben und arbeiten, und dass es die Attraktivität der Stadt erheblich einschränkt.

Übersicht der politischen Ämter[Bearbeiten]

  • 2003 – heute: Mitglied der föderalen Abgeordnetenkammer (teilweise verhindert)
  • 2006 – heute: Mitglied des Gemeinderates in Verviers
  • 2007 – 2008: Föderaler Staatssekretär für den Haushalt und die Familienpolitik in der Regierung Leterme I
  • 2008 – 2011: Föderaler Staatssekretär für den Haushalt und die Familienpolitik, später auch Migration, Asylpolitik und föderale kulturelle Einrichtungen in den Regierungen Van Rompuy und Leterme II
  • 2011 - heute: Föderaler Staatssekretär für Umwelt, Energie, Mobilität und institutionelle Reformen in der Regierung Di Rupo

Weblinks[Bearbeiten]