Meldorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meldorf
Meldorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meldorf hervorgehoben
54.09259.07333333333336Koordinaten: 54° 6′ N, 9° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Mitteldithmarschen
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 21,25 km²
Einwohner: 7294 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 343 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25697–25704
Vorwahl: 04832
Kfz-Kennzeichen: HEI
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 074
Adresse der Amtsverwaltung: Hindenburgstr. 18
25704 Meldorf
Webpräsenz: www.meldorf-nordsee.de
Bürgermeister: Anke Cornelius-Heide (Grüne)
Lage der Stadt Meldorf im Kreis Dithmarschen
Karte
Luftbild (Mai 2012)

Meldorf (niederdeutsch: Möldörp bzw. Meldörp) ist eine Stadt im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Meldorf liegt an der Miele auf einer ursprünglich ins Wattenmeer hineinreichenden Geestinsel. Durch die Landgewinnung (zuletzt der Speicherkoog) ist sie aber mittlerweile über sechs Kilometer von der Küstenlinie an der Meldorfer Bucht entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend die Gemeinden Nordermeldorf, Epenwöhrden, Nordhastedt, Sarzbüttel, Bargenstedt, Nindorf, Wolmersdorf und Elpersbüttel (alle im Kreis Dithmarschen). Im Westen grenzt Meldorf an die Nordsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Zahlreiche archäologische Funde belegen eine frühe Besiedlung in der Region. Bekannt geworden ist die so genannte Fibel von Meldorf, eine Gewandspange mit vier Schriftzeichen (Buchstaben) aus dem 1. Jahrhundert, deren Lesung unsicher ist. Von rechts nach links gelesen könnte es sich um die Runeninschrift hiwi handeln, was in urgermanischer Sprache für die zum Haus Gehörige bedeuten dürfte, und damit um einen der ältesten Runenfunde überhaupt, von links nach rechts könnte es aber auch eine lateinische Inschrift sein und Idin, die germanische Form für Ida, heißen.

Bereits 1076 wurde von Adam von Bremen erwähnt, dass die Mutterkirche der Dithmarscher in Meldorf ist. 1265 erhielt Meldorf das Stadtrecht. Meldorf war im Mittelalter (bis zur Verlegung nach Heide) Hauptort von Dithmarschen. 1598 verlor Meldorf das Stadtrecht wieder und wurde zum Flecken. 1870 erhielt Meldorf wieder das Stadtrecht. Meldorf war bis zur Auflösung 1970 Kreisstadt des Kreises Süderdithmarschen. Das ehemalige Kfz-Kennzeichen dieses Kreises, MED, leitet sich aus dem Namen der ehemaligen Kreisstadt ab.

Zum 25. Mai 2008 gab die Stadt ihre Amtsfreiheit auf und bildete mit den Gemeinden der Ämter Kirchspielslandgemeinde Albersdorf und Kirchspielslandgemeinde Meldorf-Land das Amt Mitteldithmarschen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1935 wurde die ein Jahr zuvor selbständig gewordene Gemeinde Ammerswurth (bis dahin ein Teil der Kirchspielslandgemeinde Südermeldorf-Marsch) eingemeindet.[2] Am 1. Januar 1971 wurde ein Gebietsteil der Gemeinde Wolmersdorf mit damals etwa 20 Einwohnern eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Von den 19 Sitzen in der Stadtvertretung haben die CDU und die SPD seit der Kommunalwahl 2013 je sechs Sitze, die Wählergemeinschaft WMF hat fünf und die FDP zwei Sitze.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt unterhält Partnerschaften mit Gryfice in Polen und mit Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf einem grünen Hügel, durch den sich ein mit fünf roten Sternen belegter silberner Bach schlängelt, eine fünftürmige rote Zinnenburg.“[4]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Besondere touristische Attraktion ist der Meldorfer Dom im Zentrum der Stadt. Der Dom ist im Stil der Backsteingotik gehalten. Neben dem Dom besitzt die Stadt auch mehrere Museen: das Dithmarscher Landesmuseum, das Dithmarscher Bauernhaus, die Museumsweberei und das Schleswig-Holsteinische Landesmuseum.

Meldorf wird seit einigen Jahren im Volksmund auch als Kulturhauptstadt des Kreises Dithmarschen bezeichnet. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie die Meldorfer Videotage im Kulturzentrum Ditmarsia, das Meldorfer Open-Air-Kino auf dem Südermarkt und das Weltmusik-Festival Frequenzen haben sich dort in den vergangenen Jahren etabliert. Ebenso finden zahlreiche Aktionen im Rahmen des Dithmarscher Kulturprojektes Kunstgriff in Meldorf statt. Eine Episode der Fernsehserie Stahlnetz, Das Haus an der Stör, behandelte einen Kriminalfall im Meldorf der Nachkriegszeit. In Meldorf gibt es zwei Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus, und zwar für Johann Wilhelm Jasper in der Marschstr. 37 und für Friedrich Jansen am Südermarkt 2.

Im Jahr 2000 wurden in Meldorf die XI. Europameisterschaften im Boßeln ausgetragen. Der Verein TuRa Meldorf ist mit etwa 2500 Mitgliedern der größte Sportverein an der Westküste Schleswig-Holsteins. Zusätzlich gibt es eine Ortsgruppe der DLRG und einen Tennisclub.

Der Ort verfügt über ein Hallen- und Freibad. Das Freibad wird seit einer drohenden Schließung 1997 ehrenamtlich vom Förderverein Meldorfer Freibad (FMF) geführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Meldorf ist an die Bundesstraße 431 und die Bundesstraße 5 angeschlossen. Die nächste Autobahnausfahrt liegt etwa 10 bis 15 Kilometer entfernt an der Bundesautobahn 23. Zudem verfügt Meldorf über einen Bahnhof an der Marschbahn, der Eisenbahnstrecke, die Hamburg/Elmshorn mit der Insel Sylt verbindet.

Große Arbeitgeber sind die Druckerei Evers Druck, die Stiftung Mensch (Werkstatt für Menschen mit Behinderungen) sowie der Fenster- und Türenproduzent Aldra (Unternehmen).

Meldorf belegt aktuell in der Solarbundesliga in der Wettbewerbskategorie der „Kleinstädte“ den 78. Platz. Dies ist die beste Platzierung einer norddeutschen Kleinstadt.

Als ehemaliger Kreissitz beherbergt die Stadt noch einige öffentliche Einrichtungen wie das Amtsgericht Meldorf und das Finanzamt des Kreises Dithmarschen. Außerdem ist es jeweils der „Südsitz“ von Organisationen, die noch regional aufgespalteten sind wie die Kirchenkreise. Meldorf hat eine Stadtbücherei, eine Volkshochschule und sieben öffentliche Schulen:

  • Astrid-Lindgren-Schule (ALS)
  • Berufsbildungszentrum (BBZ) Dithmarschen (weitere Standorte: Heide i. H., Brunsbüttel)
  • Grundschule Meldorf (GSM)
  • Gemeinschaftsschule (GMS) Meldorf
    • Hauptschule Meldorf
    • Realschule Meldorf (zuvor: Meldorfer Mittelschule)
  • Meldorfer Gelehrtenschule (MGS), das 1540 gegründete Gymnasium
  • Christian-Bütje-Schule (Förderschule)

Die evangelische Kirchengemeinde unterhält einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Meldorf verbunden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 49.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein