Meleagros (Feldherr)

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Meleagros († 323 v. Chr.), der Sohn des Neoptolemos, war ein Feldherr Alexanders des Großen.

Leben[Bearbeiten]

Meleagros wird erstmals im Zusammenhang mit Alexanders Feldzug gegen die Thraker und Geten, 335 v. Chr., erwähnt. Während der Schlacht am Granikos (334 v. Chr.) kommandierte er eine Abteilung der Phalanx, ein Posten, den er auch bei den weiteren Feldzügen des Alexanderzuges innehaben sollte. Gemeinsam mit Coenus und Ptolemaios, dem Sohn des Seleukos, wurde er zum Kommandeur derjenigen Truppen von Neuvermählten ernannt, die von Karien aus in die makedonische Heimat beordert wurden, wo sie den Winter 334/333 v. Chr. verbrachten. Im Sommer 333 v. Chr. findet man Meleagros wieder bei Alexander in Gordion. In der Folge nahm er an den Schlachten von Issos und Gaugamela teil, dann kämpfte er an der Seite von Krateros gegen die Truppen des Dareios, die die Persische Pforte besetzt hielten, später war er am Übergang über den Hydaspes und an weiteren Unternehmungen in Indien beteiligt.[1] Trotz all dieser Aktivitäten wurde er nicht zu Ämtern der militärischen Führungsebene befördert.

Erst nach dem Tod Alexanders 323 v. Chr. kam seine Chance, die er sofort nutzte. Über sein Verhalten in dieser Situation gibt es verschiedene Berichte. Justinus zufolge schlug er als erster im Rat der Feldherren vor, dass entweder Philipp III. Arrhidaios, Alexanders geisteskranker Halbbruder, oder aber Herakles, der illegitime Sohn Alexanders und Barsine, König werden solle und dass man nicht auf die Geburt des legitimen Kindes warten dürfe, mit dem Roxane zu dem Zeitpunkt noch schwanger war. Curtius Rufus dagegen berichtet, Meleagros habe den Reichsverweser Perdikkas, der sich für ebendieses ungeborene Kind einsetzte, heftig beschimpft und habe die Versammlung unvermittelt verlassen, um die makedonischen Soldaten zum Aufruhr gegen Perdikkas aufzustacheln. Diodorus wiederum schreibt, die Feldherren der Versammlung hätten ihn zu den aufgeregten Soldaten geschickt, um diese zu beruhigen; Meleagros habe sich dann aber deren Unmut zu eigen gemacht und sich mit ihnen verbündet. In jedem Fall war es Meleagros schnell gelungen, sich an die Spitze der Opposition gegen Perdikkas zu setzen. Er führte nunmehr die Fußtruppen an, die sich (möglicherweise auf sein Betreiben hin) für die Ansprüche Philipps III. aussprachen. Meleagros befahl sogar die Hinrichtung des Perdikkas, was aber durch dessen souveränes Auftreten und die Tatsache, dass sich die Reiterei und die übrigen Feldherren auf Perdikkas' Seite stellten, verhindert wurde. Meleagros' Gegner verließen die Stadt Babylon und versammelten sich außerhalb der Stadt in einem eigenen Lager. Alles deutete auf einen offenen Bruch hin, doch hauptsächlich durch das Eingreifen des Eumenes gelang es, sich darauf zu einigen, dass das Königtum in gleichem Maße sowohl Philipp III. als auch dem Kind der Roxane, so es ein Junge werden sollte, zukomme. Fürs erste sollte die Regentschaft bei Meleagros und Perdikkas gemeinsam verbleiben. Angesichts der offen gezeigten Feindschaft der beiden war das kaum eine dauerhafte Lösung. Perdikkas ging zum Schein auf den Vorschlag ein und erreichte, dass ihm Philipp III. zur Obhut übergeben wurde. Perdikkas rief nun die gesamte Armee zusammen und sorgte dafür, dass der frisch zum König erhobene Philipp III. vor versammeltem Heer verkündete, dass die Anstifter der jüngsten Unruhen, womit natürlich Meleagros und dessen Anhänger gemeint waren, zu bestrafen seien. Die Fußtruppen waren durch die Ankündigung überrascht und wagten keinen Widerstand. 300 von Perdikkas' Gegnern wurden nun abgeführt und sofort hingerichtet. Meleagros selbst gelang die Flucht, die ihn in einen Tempel führte, wohin man ihm aber folgte und wo er auf Befehl des Perdikkas getötet wurde.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Arrian, Anabasis 1, 4; 1, 14; 1, 20; 1, 24; 2, 8; 3, 11; 3, 18; 5, 12; u. a.
  2. Curtius Rufus 10, 6, 1 – 9, 21; Justinus 13, 2, 4 – 4, 8; Diodor 18, 2, 1-4; Arrian, FGrH Nr. 156, F 1, 1-3.