Melissani (Höhle)

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Die Meeresmühlen in Argostoli im 19. Jahrhundert
Der See zur Mittagszeit
Funde aus dem See, die unter der Leitung von Spyridon Marinatos gemacht wurden, ausgestellt im Archäologischen Museum Argostoli

Melissani (griechisch Σπήλαιο Μελισσάνης Spíleo Melissánis) ist eine Höhle mit einem See auf der griechischen Insel Kefalonia in der Nähe der Ortschaft Sami. Neben der nahe gelegenen Drogarati-Höhle ist es eine der beiden Tropfsteinhöhlen auf der Insel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der See in der Grotte war in der Antike eine Kultstätte des Hirtengottes Pan, wie zahlreiche Funde auf dem Grund belegen. Diese sind im Archäologischen Museum in Argostoli zu sehen. Darunter befindet sich eine Tafel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr mit dem ältesten erhaltenen Beleg des Wortes Nymphomanie.[1] In der Literatur findet die Höhle Erwähnung im Roman Corellis Mandoline von Louis de Bernières.

Die Höhle ist 160 m lang, 45 m breit und 36 m tief. 1963 konnten österreichische Geologen das „Phänomen der Meeresmühlen von Argostoli lösen. Das landeinwärts strömende Meereswasser vermischt sich mit Grundwasser und landet im See der Grotte, wo es dann verdunstet. In den 1960er Jahren wurde ein Stollen bis an den Rand des Sees gegraben, um die Höhle für Besucher zugänglich zu machen.

Sehenswürdigkeit[Bearbeiten]

Melissani ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Besucher werden auf Ruderbooten durch die Höhle geführt, wobei zur Mittagszeit das meiste Tageslicht durch die eingebrochene Decke in die Höhle fällt. Geöffnet ist die Grotte vom Frühjahr bis in den Spätherbst, ab 9 Uhr bis Sonnenuntergang.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maria Gazzetti: Der Liebesangriff: "il dolce assalto", von Nymphen, Satyrn und Wälden., Literaturmagazin, Ausgabe 32, S. 46, Rowohlt, Reinbek 1993