Melk

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Niederösterreich, weitere Bedeutungen siehe Melk (Begriffsklärung).
Melk
Wappen von Melk
Melk (Österreich)
Melk
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Fläche: 25,75 km²
Koordinaten: 48° 14′ N, 15° 21′ O48.22694444444415.343888888889213Koordinaten: 48° 13′ 37″ N, 15° 20′ 38″ O
Höhe: 213 m ü. A.
Einwohner: 5.187 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 201 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3390
Vorwahl: 0 27 52
Gemeindekennziffer: 3 15 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 11
3390 Melk
Website: www.melk.gv.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Widrich (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(29 Mitglieder)
16 ÖVP, 5 SPÖ, 4 FORUM, 3 Grüne, 1 FPÖ
Lage der Stadt Melk im Bezirk Melk
Bergland Artstetten-Pöbring Bischofstetten Blindenmarkt Dorfstetten Dunkelsteinerwald Emmersdorf an der Donau Erlauf Golling an der Erlauf Hofamt Priel Hürm Kilb Kirnberg an der Mank Klein-Pöchlarn Krummnußbaum Leiben Loosdorf Mank Marbach an der Donau Maria Taferl Melk Münichreith-Laimbach Neumarkt an der Ybbs Nöchling Persenbeug-Gottsdorf Petzenkirchen Pöchlarn Pöggstall Raxendorf Ruprechtshofen St. Leonhard am Forst St. Martin-Karlsbach St. Oswald Schollach (Niederösterreich) Schönbühel-Aggsbach Texingtal Weiten Ybbs an der Donau Yspertal Zelking-Matzleinsdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Melk im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Stift Melk
Stift Melk
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die niederösterreichische Stadtgemeinde Melk liegt am rechten Ufer der Donau und wird in Fließrichtung Osten gesehen als „das Tor zur Wachau“ bezeichnet. Teile der Stadt, wie das Stift Melk, sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Wachau. Melk ist die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum Melk grub Ende der 1980er Jahre auf dem Wachberg den Teil eines Hofes mit Kuppelöfen und Webstuhlgewichten aus. Der Wachberg gilt jetzt mit etwa 40 vollständigen Tongefäßen und ebenso vielen Webgewichten als die bedeutendste Fundstelle Österreichs der fundarmen Mödling-Zöbing/Jevišovice-Gruppe.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 831 wird Melk erstmals urkundlich als Medilica erwähnt. Auch im Nibelungenlied wird der Ort mit dem mittelhochdeutschen Namen Medelike erwähnt.

Leopold I., 976 mit dem Gebiet des heutigen Südwestens Niederösterreichs als Markgraf belehnt, machte die Burg in Melk zu seiner Residenz und seine Nachfolger statteten sie mit wertvollen Schätzen und Reliquien aus.

Adalbert der Siegreiche, Markgraf von Österreich, residierte in der Babenbergerburg Melk, wo er am 26. Mai 1055 starb. 1089 übergab Markgraf Leopold II. die Burg Benediktinermönchen aus Lambach. Seither leben und wirken im Stift Melk bis heute in ununterbrochener Folge Mönche nach der Regel des hl. Benedikt. Schon seit dem 12. Jahrhundert ist eine Schule mit dem Kloster verbunden und in der Bibliothek wurden wertvolle Handschriften gesammelt und angefertigt.

Melk erhielt 1227 Marktrecht. Zur Zeit der Melker Reform im 15. Jahrhundert war das Stift Ausgangspunkt einer der bedeutendsten mittelalterlichen Klosterreformen und unterhielt enge Verbindungen zu den Humanisten an der Wiener Universität.

Am 14. Dezember 1805 kam es zu einem Brand im Stift Melk. Dabei starben etwa zwei- bis dreihundert russische Kriegsgefangene. Das Denkmal an der B 1 zwischen Melk und Winden erinnert bis heute an diesen Vorfall.

1898 wurde Melk zur Stadt erhoben.

Vom 21. April 1944 bis zur Evakuierung am 15. April 1945 bestand auf dem Gelände der Freiherr-von-Birago-Kaserne das Konzentrationslager Melk, ein Außenlager des KZ Mauthausen, in dem die Steyr Daimler Puch AG Kugellager produzieren ließ. Etwa 5.000 Menschen kamen während des einjährigen Bestehens des Konzentrationslagers, dessen Krematorium heute eine Gedenkstätte ist, um.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Melk legt zwischen den kleinen von rechts in die Donau mündenden Flüssen Melk und Pielach an einem Donaualtarm. Das Stift liegt auf einem Berg, der zur Donau nach Norden hin steil abfällt. Das Stadtzentrum zieht sich den vergleichsweise flachen Westhang hinunter.

Die Stadtgemeinde Melk besteht aus zehn Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Klima[Bearbeiten]

In Melk herrscht ein Übergangsklima mit kontinentalem Einfluss aus dem Osten und ozeanischem Einfluss aus dem Westen. Die Jahresmitteltemperatur beträgt in der 30-jährigen Periode 1971-2000 9,0°C, der Jahresgesamtniederschlag liegt bei 594,4mm. Hiermit befindet sich Melk in einer der trockensten Regionen Österreichs. Während die Winter trüb sind, werden im Sommerhalbjahr viele Sonnenstunden verzeichnet. Mit 53cm Neuschnee pro Jahr liegt Melk weit unter dem österreichischen Mittel. Jährlich werden rund 83 Frosttage und 22 Eistage verzeichnet. Infolge der geringen Höhe über NN werden 56 Sommertage und 11 heiße Tage pro Jahr erreicht. Jährlich gibt es etwa 19 Gewitter, 18 davon finden von April bis September statt. Die Windgeschwindigkeit schwankt im Monatsmittel von 7,6km/h im September bis 13,3km/h im Jänner und beträgt im Jahresmittel 10,4km/h. Tage mit einer Windstärke von mehr als 6 Beaufort (39km/h) sind jährlich 17 anzutreffen. An der Wetterstation Melk dominieren Südwestwinde.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Melk (240m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,2 3,9 9,9 14,5 20,1 22,7 25,1 25,0 20,5 14,0 6,6 3,2 Ø 14
Min. Temperatur (°C) -3,3 -3,0 0,9 3,7 8,3 11,5 13,1 13,2 10,2 5,5 1,3 -1,6 Ø 5
Temperatur (°C) -0,8 0,0 4,7 8,6 13,9 16,9 18,8 18,5 14,5 9,0 3,6 0,6 Ø 9,1
Niederschlag (mm) 33,6 29,8 39,2 43,2 57,4 73,5 90,1 66,4 44,0 36,4 40,7 40,1 Σ 594,4
Regentage (d) 7,8 6,7 7,9 7,6 8,5 10,5 11,4 8,6 7,4 6,2 8,5 9,5 Σ 100,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,2
-3,3
3,9
-3,0
9,9
0,9
14,5
3,7
20,1
8,3
22,7
11,5
25,1
13,1
25,0
13,2
20,5
10,2
14,0
5,5
6,6
1,3
3,2
-1,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
33,6
29,8
39,2
43,2
57,4
73,5
90,1
66,4
44,0
36,4
40,7
40,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [2]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

In Melk gibt es neben der Stiftskirche noch eine römisch-katholische und eine evangelische Pfarrgemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,89 %
(-0,97 %p)
16,00 %
(-7,98 %p)
14,73 %
(n. k.)
10,62 %
(-7,98 %p)
5,76 %
(n. k.)
keine
(-3,56 %p)
2005

2010


Der Gemeinderat hat 29 Sitze, Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Thomas Widrich, Amtsleiter Klaus Weinfurter.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP-nahe Liste Volkspartei Melk - BGM. Thomas Widrich (ÖVP) 16, die SPÖ 7, Die Grünen 5 und die Bürgerliste Pro Melk (PRO MELK) 1 Mandat. Bei der Gemeinderatswahl 2010 trat PRO MELK nicht mehr an, SPÖ und Grüne verloren je zwei Sitze. Während die ÖVP gleich viele Sitze errang, gewann die FPÖ einen und die Liste Forum Melk (FORUM) 4 Sitze hinzu und zogen in den Gemeinderat ein.[3]

Seit 1982 besteht eine Partnerschaft mit Herrieden in Deutschland.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt Melk liegt direkt an der Westautobahn und an der Westbahn. Eine Donaubrücke führt in den nördlichen Teil des Bezirkes und in das Waldviertel. An der Donau befinden sich Anlegestellen für Donaukreuzfahrtschiffe, am Nebenarm liegt die Anlegestelle für die Donauausflugsschiffe, die hier den Endpunkt der Wachaufahrten haben.

Westlicher Zubau des Landesklinikum; von 2006 bis 2008 errichtet.

Das Landesklinikum Mostviertel Melk, im Osten der Stadt, verfügt über etwa 170 Betten. In die letzten Um- und Ausbauten von 2006 bis 2012 investierte man rund 54 Mio. Euro. Dabei wurde unter anderem im Westen ein neuer viergeschossiger Trakt errichtet.

Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

In Melk befinden sich drei Kindergärten, eine Volksschule, eine Polytechnische Schule, eine Hauptschule und das Stiftsgymnasium Melk; weiters ein Sonderpädagogisches Zentrum, eine Musikschule, eine Volkshochschule und eine Bücherei. Große Bedeutung hat auch die Melker Stiftsbibliothek.

Die VERBUND Hydro Power AG betreibt das Donaukraftwerk Melk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Melk

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das hoch über der Donau gelegene barocke Benediktinerkloster Stift Melk. Die Kirchen sind die Stiftskirche im Kloster, die Mariä-Himmelfahrt-Kirche der röm.-kath. Stadtpfarre und die evangelische Erlöserkirche der Pfarre Melk-Scheibbs. Auf dem Rathausplatz vor dem Rathaus befindet sich der Kolomanibrunnen aus dem Jahr 1689. Bemerkenswert sind die teils historischen Monumentalbauten mit der Birago-Kaserne, dem Bischöflichen Seminar, die Jakob-Prandtauer-Volks-und-Hauptschule und das Krankenhaus, die alte Post, der Kolomanibrunnen und der alte Brotladen. In der näheren Umgebung findet man das Renaissanceschloss Schallaburg und das Schloss Artstetten. Im Stadtmuseum Melk befindet sich das berühmte, 6.500 Jahre alte Idol mit dem Vogelgesicht.

Mit 2012 ist geplant, die Altstadt als Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen.[4]

Kulturelle Vereine in Melk
  • Jazzclub
  • Musikverein
  • Singverein
  • Stadtkapelle
  • Theatergruppe
  • Verein zur Förderung der Bierkultur
  • Volkstanzgruppe
  • Kultur- und Museumsverein
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Seit 1451 wird alljährlich am 13. Oktober der Kolomanikirtag, benannt nach dem Schutzpatron von Stadt und Stift Melk, gefeiert.
  • Im Juli und August finden die Melker Sommerspiele in der Donauarena statt.
  • Im Stift Melk finden zu Pfingsten die internationalen Barocktage mit zahlreichen Konzerten statt.

Sport[Bearbeiten]

Motorsport[Bearbeiten]

Der Finne Jussi Kynsilehto mit seinem Singer Chamois Sport beim Rallycross-EM-Lauf des Jahres 1978 auf dem damaligen Leruring
Hauptartikel: Wachauring

Südlich der Stadt und unmittelbar oberhalb der A1, liegt das ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Wachauring, wo regelmäßig auch Motorsportveranstaltungen organisiert werden. Der vor einigen Jahren im Auftrag von Hausherr Franz Wurz von dem deutschen Formel-1-Rennstrecken-Planer Hermann Tilke komplett neu gestaltete Wachauring liegt auf einem Grundstück, das dem Stift Melk gehört, weswegen das Gelände im Volksmund auch als „Stiftswiesn“ bezeichnet wird. Hier wurde im Frühjahr 1973 durch den St. Leonharder Baumeister Ingenieur Herbert Herr innerhalb von gerade einmal fünf Wochen eine Rallycross-Strecke mit dem damaligen Namen Leruring (Leru stand für die Motorsportclubs der beiden Nachbargemeinden St. Leonhard am Forst und Ruprechtshofen, die unter dem Namen „RAR Team Leru“ kooperierten) geplant, gebaut und mit einem Proberennen am Ostersonntag, dem 22. April 1973 eröffnet. Am 13. Mai 1973 fand auf der Strecke dann unter der Führung des Automobilsportclubs „RRC 13 Wien“ der erste Rallycross-Europameisterschaftslauf der Motorsportgeschichte statt. Bis einschließlich 2009 wurden auf dem späteren Thermoton-Ring, Nordmende-Ring, Rallycross-Ring und seit 1997 Wachauring insgesamt 19 Rallycross-EM-Läufe ausgetragen. Der derzeitige Rallycross-Veranstalter der Strecke ist der „Leru Team 2 – Motorsportclub“.

Breitensport[Bearbeiten]

In Melk befinden sich ein Freibad (Wachaubad), eine Tennishalle, Fußballplätze, Tennisplätze, ein Skaterplatz, ein Eislaufplatz und ein Rugbyplatz. Ein Campingplatz befindet sich direkt an der Donau. In der nahen Umgebung gibt es zahlreiche Wanderwege und Radwege (etwa den Donauradweg).

Eine traditionelle Laufsportveranstaltung ist der Osterlauf, welcher jedes Jahr am Ostermontag ausgetragen wird.

Sportvereine in Melk
  • Freizeitverein Melk
  • Fußballverein SC Melk
  • Heeressportverein Melk
  • Ruderunion Melk
  • Union Karate-Akademie Zen Tai Ryu Melk
  • Spartans Rugby Club Melk
  • Union-Tennisclub Melk
  • Carambolbillard Club EMBSC
  • Eishockey Club
  • Tauch Club
  • Volleyballverein UVF hagebau Schuberth Melk

Sonstiges[Bearbeiten]

Wappen und Wahlspruch der Nibelungia Melk

In Melk ist die K.Ö.St.V. Nibelungia Melk im Mittelschüler-Kartell-Verband ansässig.

Am 13. Februar 1993 ereignete sich beim Bahnhof Melk ein schweres Zugunglück. Ein Güterzug und ein Eilzug stießen frontal zusammen, es gab 3 Tote und rund 20 Verletzte.

Die Stadt ist immer wieder von Hochwassern betroffen, zuletzt in den Jahren 2002 und 2013.

Im 1980 erschienenen Roman Der Name der Rose von Umberto Eco erzählt die Hauptfigur Adson von Melk die Geschichte und erwähnt dabei häufig das Benediktinerkloster Melk.

Persönlichkeiten, die mit Melk verbunden sind[Bearbeiten]

- chronologisch nach Geburtsjahr geordnet -

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Melk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Durchschnitt von 1971 bis 2000 laut ZAMG
  3. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  4. BürgerInneninformationsveranstaltung des Bundesdenkmalamtes, der Kulturabteilung des Landes NÖ und der Stadt Melk zur Ensemble-Unterschutzstellung der Melker Altstadt Stadt Melk und Andreas Lehne, Renate Madritsch, Gorazd Živkovic vom BDA, 15. März 2012