Mellah
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Eine Mellah (arabisch ملاح) ist das traditionelle jüdische Viertel in marokkanischen Städten, vergleichbar mit einem europäischen Ghetto. Sie liegen stets in der Medina (Altstadt), üblicherweise unterhalb der Kasbah.
Die älteste Mellah ist die von Fès, die 1438 von den Meriniden eingerichtet wurde. Nach dieser Mellah sind alle anderen in Marokko benannt. Die Gründe für die Einrichtung eines jüdischen Viertels waren ganz die gleichen wie im mittelalterlichen Europa: die Fürsten wollten die Wirtschaftskraft der jüdischen Bevölkerung für sich nützen und sie vor etwaigen Ausschreitungen durch die andersgläubige Mehrheitsbevölkerung schützen.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts taucht die Bezeichnung auch in Marrakesch auf und 1682 in Meknès, als es kurzzeitig zur Hauptstadt wurde. Im 19. Jahrhundert waren separate jüdische Viertel in ganz Marokko üblich.
Nach der Gründung des Staates Israel wanderten die meisten jüdischen Marokkaner dorthin aus, so dass diese Viertel heute überwiegend von Moslems bewohnt werden.
Auf arabisch bedeutet das Wort „Salz“. Der Grund für diese Metonymie ist unklar, eine Vermutung ist, dass an der Stelle der Mellah von Fès ursprünglich Salzsümpfe waren.
Es gibt auch die Legende, die Juden hätten das Recht, die Köpfe der zum Tod Verurteilten zu salzen. In vorislamischer Zeit hatten die Juden in das Salzhandelsmonopol auf der transsaharischen Handelsroute nach Bilad es-Sudan. Die Salzniederlagen waren vor den Ksour in Freihandelszonen, um den Zoll, welcher beim Durchschreiten der Tore fällig wurde zu umgehen. In vorislamischer Zeit gab die Sitte die Köpfe von Hingerichteten zu pökeln - entsprechend der Schari'a allerdings sind Tote umgehend zu beerdigen. Dies ist aber ein möglicher Ursprung dieser Legende.

