Meltingen

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Meltingen
Wappen von Meltingen
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Thiersteinw
BFS-Nr.: 2620i1f3f4
Postleitzahl: 4233
Koordinaten: 611494 / 24868547.3888917.59085586Koordinaten: 47° 23′ 20″ N, 7° 35′ 27″ O; CH1903: 611494 / 248685
Höhe: 586 m ü. M.
Fläche: 5.79 km²
Einwohner: 639 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 110 Einw. pro km²
Website: www.meltingen.ch
Meltingen

Meltingen

Karte
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Meltingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Thierstein des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Meltingen vom Chilchberg aus (Video)

Meltingen liegt auf 586 m ü. M., 8 km ostsüdöstlich der Stadt Laufen (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in einem Talkessel im Quellgebiet des Ibachs, in der gekammerten Landschaft des Gilgenbergerlandes, im Faltenjura des Schwarzbubenlandes.

Die Fläche des 5.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des nördlichen Juras. Der nördliche Gemeindeteil wird vom Talkessel von Meltingen eingenommen, der im Westen vom Mettenberg (813 m ü. M.), im Süden von Dich (924 m ü. M.), Horüti und Regenberg (871 m ü. M.), im Osten vom Hügel des Hollen (655 m ü. M.) umgeben ist. Der Talkessel wird durch den Ibach nach Norden zur Birs entwässert. Im Norden liegt die Grenze im Bereich der Talenge bei Meltingerbrücke zwischen den Höhen von Mettenberg und Chilchberg. Nach Süden erstreckt sich der Gemeindeboden über die Kette des Meltingerbergs bis in das Einzugsgebiet der Lüssel. Ein schmaler Streifen des Gemeindebannes reicht nach Südosten über die Hügel von Dürrberg (976 m ü. M.) und Chastenchöpfli (906 m ü. M.) bis auf den Hirnichopf, auf dem mit 1'024 m ü. M. der höchste Punkt von Meltingen erreicht wird. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 6 % auf Siedlungen, 54 % auf Wald und Gehölze und 40 % auf Landwirtschaft.

Zu Meltingen gehören verschiedene Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Meltingen sind Zullwil, Nunningen, Beinwil (SO), Erschwil, Büsserach und Fehren.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 639 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Meltingen zu den kleineren Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 97.4 % deutschsprachig, 0.8 % französischsprachig und 0.7 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Meltingen belief sich 1850 auf 411 Einwohner, 1900 auf 363 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl bis 1970 auf 591 Personen an. Seither wurden nur noch geringe Bevölkerungsschwankungen verzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident[Bearbeiten]

Zum Gemeindepräsident für die Amtsperiode 2009 bis 2013 wurde Werner Hänggi (CVP) gewählt. Infolge seines Rücktritts 2011, wird er durch die Vizepräsidentin Regina Jeger-Borell (FdP) ad Interim vertreten, während der freigewordene Sitz im Gemeinderat durch Thomas Spaar-Maini belegt wird[2]. Für die nächste Amtsperiode 2013 bis 2016 wurde Gérard Zufferey gewählt, welcher jedoch nicht die absolute Mehrheit erhielt[3].

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Exekutive übernimmt der Gemeinderat bestehend aus 6 Sitzen, welche seit Jahren hauptsächlich von der FDP und der CVP vertreten sind. Seitdem 2005 die Unabhängigen Einwohner einen Sitz auf Kosten der CVP einnahmen[4], ist die Sitzverteilung seit drei Amtsperioden unverändert.

Partei 2013-2016 [3] (+/-)  2009 - 2012 [5]  (+/-)  2005 - 2008 [6][7]    (+/-)  2001 - 2004 [7]
FDP.Die Liberalen
(bis 2009 Freisinnig-Demokratische Partei)
3 3 3 3
Christlichdemokratische Volkspartei 2 2 2 -1 3
Unabhängige Einwohner 1 1 1 +1 0

Wirtschaft[Bearbeiten]

Meltingen war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben die Milchwirtschaft und Viehzucht sowie der Obstbau (überwiegend Kirschbäume) einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Meltingen sind heute Betriebe des Transportwesens, Schreinereien, mechanische Werkstätten und ein Labor für Ökotoxikologie ansässig. Auf der Grenze von Meltingen und Zullwil steht die Kreisschule March. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Region Laufen-Breitenbach und in der Agglomeration Basel arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsachsen, ist aber von der Verbindungsstrasse von Breitenbach nach Nunningen leicht erreichbar. Durch einen Postautokurs, welcher die Strecke von Laufen nach Nunningen bedient, ist Meltingen an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Brunnen, Wasser aus den Mineralquellen führend

Meltingen wurde 1302 erstmals urkundlich erwähnt, war jedoch schon seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie u.a. der Fund eines wahrscheinlich megalithischen Schalensteins 1990 zeigt. Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Malto zurück und bedeutet somit bei den Leuten/der Sippe des Malto.

Seit dem Mittelalter unterstand Meltingen der Herrschaft Gilgenberg, die sich in der Hand der Freiherren von Ramstein befand. Durch Kauf gelangte das Dorf mit der Herrschaft im Jahr 1527 an Solothurn und wurde der neuen Vogtei Gilgenberg zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Meltingen während der Helvetik zum Distrikt Dornach und ab 1803 zum Bezirk Thierstein.

Das Dorf war durch seine Mineralquellen seit dem 15. Jahrhundert als Kurort bekannt. 1915 wurde mit der Abfüllung von Mineralwasser begonnen, 1928 die Mineral- und Heilquellen AG gegründet. Das Meltinger Mineralwasser wurde bis 1988 vertrieben; Süssgetränke unter dem Namen Meltina bis 1990.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Meltingen

Auf dem Chilchberg, einem Hügel über dem Dorf, steht die bereits 1375 erwähnte Wallfahrtskirche Maria im Hag. Chor und Turm der Pfarrkirche sind im spätgotischen Stil gehalten und stammen aus dem 15. Jahrhundert, das Schiff wurde um 1730 neu erbaut. Bei einer Renovation wurden 1968 Fragmente von Wandmalereien aus der Zeit um 1460 entdeckt. Die Kirche besitzt auch bedeutende Glasgemälde aus dem 15. Jahrhundert und eine reiche Innenausstattung. Im Ortskern sind Häuserzeilen mit charakteristischen Bauernhöfen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Gelb auf gewelltem blauen Schildfuss eine blaue Madonna mit Kind, beseitet von zwei blauen Lilienstäben

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meltingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Gemeinde Meltingen: Aktuelles - Mutation im Gemeinderat / Gewählterklärung
  3. a b Gemeindewahlen Schwarzbubenland (Montag, 15. April 2013) (PDF; 780 kB)
  4. Gemeinde Meltingen: Parteien
  5. Gemeinderatswahlen vom 17. Mai 2009 / Wahlergebnis (PDF; 12 kB)
  6. Gemeinderatswahlen vom 24. April 2005 / Wahlergebnis (PDF; 16 kB)
  7. a b Gemeinderatswahlen Amtsperiode 2005 - 2009/ Resultate