Melville W. Fuller

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Melville Weston Fuller

Melville Weston Fuller (* 11. Februar 1833 in Augusta, Maine; † 4. Juli 1910) war ein US-amerikanischer Jurist und Oberster Bundesrichter der USA von 1888 bis 1910.

Der in Augusta, Maine, geborene Fuller studierte an der renommierten Harvard University und am Bowdoin College. 1853 machte er dort seinen Abschluss. Seine beiden Großväter (Nathan Weston und Henry Weld Fuller) waren Richter gewesen. Sein Vater war ein bekannter Anwalt. Seine Eltern ließen sich kurz nach seiner Geburt scheiden und er wurde von seinem Großvater Nathan Weston erzogen.

Nach Abschluss der Schule studierte er unter der Obhut eines Onkels Jura. 1855 wurde er Partner eines anderen Onkels. Gleichzeitig gab er in Maine die demokratische Zeitschrift „The Age“ heraus, bevor er dann beschloss, nach Chicago umzuziehen. 1860 wurde er der Wahlkampfmanager des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Stephen A. Douglas.

Im aufstrebenden Chicago gründete Fuller eine eigene Anwaltskanzlei, die bald sehr erfolgreich werden sollte. Nach nur zwei Jahren reichte er seine erste Klage beim obersten Gericht des Staates Illinois ein. Es folgten weitere Klagen, die ihn bis zum obersten Bundesgericht der USA führten. Selbst der oberste Richter, Morrison R. Waite, dessen Amt er später übernehmen sollte, musste sich mit seinen Klagen befassen.

In der Politik spielte Fuller nur eine unbedeutende Rolle. Für eine Amtszeit war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Illinois und er war zwischen 1864 und 1880 Delegierter bei vier Nominierungsparteitagen der Demokratischen Partei, bei denen der jeweilige Präsidentschaftskandidat der Partei bestimmt wurde. Seine Partei verlor alle vier Wahlen an die Republikaner. Mehrfach wurde ihm ein Amt in der Regierung angeboten, was er jedoch ablehnte.

Nach dem Tod von Morrison Waite 1888 wurde Fuller zu dessen Nachfolger ernannt. Seine Ernennung war nicht unumstritten, aber schließlich stimmten auch neun Republikaner der Ernennung zu, was ihm eine Mehrheit von 40:21 Stimmen einbrachte.

In seinem neuen Amt fällte er einige bemerkenswerte Urteile. So erklärte er beispielsweise ein neues Einkommenssteuergesetz für verfassungswidrig oder er untersagte den Einzelstaaten, grenzüberschreitende Telegramme zu besteuern. In seine Amtszeit fielen die Amtseinführungen bzw. die Vereidigungen von fünf US-Präsidenten.

Fuller war zweimal verheiratet und hatte sechs Töchter.

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