Menschliche Kanonenkugel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Menschliche Kanonenkugel Stephanie Smith
Ein Auffangnetz fängt die menschliche Kanonenkugel "Captain Munoz" auf
Historischer Kanonenwagen der "Ringling Brothers" und des "Barnum & Bailey Circus". Hiermit wurden zwischen 1930 und 1960 die menschliche Kanonenkugel über das Zirkuszelt oder Publikum geschossen. (Circus Museum im Ringling Museum in Sarasota, Florida)

Die menschliche Kanonenkugel ist eine Zirkusattraktion, bei der eine Person mit Hilfe einer Feder oder mit Druckluft aus einer kanonenähnlichen Vorrichtung in die Luft geschossen wird. Menschliche Kanonenkugeln haben Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht. Die Person landet auf einem horizontalen Netz oder einem Sprungpolster, dessen Position nach den Gesetzen der klassischen Ballistik bestimmt wird.

Der Krach und der Rauch des Schusses wird durch eine pyrotechnische Explosion erzeugt, welche aber unabhängig vom „Abschuss“ des Artisten stattfindet und nur den Effekt untermalt.

Geschichte und Rekorde[Bearbeiten]

Die erste menschlich Kanonenkugel war Rosa Richter "Zazel" im Jahr 1877, als sie sich im Royal Aquarium in Westminster, London, über eine Distanz von ungefähr 6,1 m schießen ließ.[1]

Die größte Reichweite einer menschlichen Kanonenkugel betrug bis zum März 2011 56,54 Meter. Sie wurde von David Smith senior am 29. Mai 1998 aufgestellt. Es wird geschätzt, dass David Smith bei diesem Schuss eine Spitzengeschwindigkeit von 112 km/h erreicht hat. Am 10. März 2011 brach sein Sohn David Smith jr. den Rekord seines Vaters mit einer Flugweite von 59,05 m Metern bei einer Vorführung im italienischen Milan. Am 8. Juli 2013 erreichte laut Guinness-Buch der Rekorde David Smith jr. mit 26 m die höchste Höhe bei einem Flug als Menschliche Kanonenkugel bein einem Abschuss in California City, California, USA. [2]

Unfälle[Bearbeiten]

Derartige Vorführungen sind nicht ungefährlich. So verfehlte Stephanie Smith bei der königlichen Show in Adelaide am 1. September 2006 das Landekissen und wurde hierbei verletzt. Am 25. April 2011 kam im südenglischen Detling der Stuntman Matthew Cranch ums Leben, als das Auffangnetz versagte und er mit großer Wucht ungebremst auf den Boden aufprallte. [3]

Menschliche Kanonenkugel in der Populärkultur[Bearbeiten]

In zahlreichen Filmen wird die Menschliche Kanonenkugel eingesetzt. In der Komödie Micmacs – Uns gehört Paris! kommt das Gerät bei einem Einbruch zum Einsatz. Im Cartoon Road Runner und Wile E. Coyote versucht der Kojote sich auch als eine Art Menschliche Kanonenkugel um den Road Runner zu fangen.

Der Musiker Loudon Wainwright III setzte mit seinem Song Human Cannonball dem Rekordhalter von 1940, Emanuel Zacchini Sr. (53 Meter, 87 km/h), ein Denkmal.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Eintrag: First human cannonball. In: Guinness-Buch der Rekorde. Abgerufen am 10. März 2015 (englisch).
  2. Eintrag: Human cannonball - greatest height achieved. In: Guinness-Buch der Rekorde. 2013, abgerufen am 10. März 2015 (englisch).
  3. Stuntman bei Flug aus Kanone tödlich verunglückt. In: Spiegel-Online. 2011, abgerufen am 26. April 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Menschliche Kanonenkugel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien