Menschlicher Schutzschild

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als menschlichen Schutzschild bezeichnet man das absichtliche Platzieren von Nichtkombattanten innerhalb, in der Nähe oder vor einem militärischen Ziel, um den Gegner so von einem Angriff abzuhalten.[1] Die Verwendung menschlicher Schutzschilde ist nach den Genfer Konventionen illegal.

Hintergrund[Bearbeiten]

Menschliche Schutzschilde werden zum Schutz einsatzbereiter Waffen und Waffenlagern eingesetzt.[2] Sie gelten als besonders grausame Art der Kriegführung, da Zivilisten und allgemein Nichtkombattanten einem sehr hohen Risiko ausgesetzt werden. Teilweise wird hierbei auch expliziter Zwang angewendet. So ist es vorgekommen, dass Menschen angekettet wurden. Die Angreifer werden vor die Wahl gestellt, entweder Unschuldige umzubringen oder von einem Angriff auf das militärische Ziel abzusehen – mit den möglichen (militärischen) Folgen.[3]

Da hierbei häufig Tote in der eigenen Bevölkerung billigend in Kauf genommen werden, wird aus dem Einsatz menschlicher Schutzschilde häufig der Schluss gezogen, dass dem einzelnen Menschenleben ein geringer Stellenwert beigemessen wird.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Glenda Lockwood, Christopher Mowbray: Mein Kind, ein menschlicher Schutzschild. Luebbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-61227-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. für den Rückzug der deutschen Truppe in der Sowjetunion während des 2. Weltkriegs: Kathrin Janka, Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“: Geraubte Leben. Zwangsarbeiter berichten. Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2008, ISBN 978-3-412-20092-3, S. 247
  2. Gregoria Palomo Suárez: Kindersoldaten und Völkerstrafrecht. Die Strafbarkeit der Rekrutierung und Verwendung von Kindersoldaten nach Völkerrecht. BWV Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-830-51651-4, S. 221.
  3. Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (Hrsg.:) Internationale Politik. ISSN 0014-2476, Band 61, 2006, Ausgaben 5-8, S. 30.
  4. Elisabeth Strüwer: Zum Zusammenspiel von humanitärem Völkerrecht und den Menschenrechten am Beispiel des Targeted Killing. Peter Lang, Frankfurt, M. / Berlin / Bern / Bruxelles / New York, NY / Oxford / Wien 2010, ISBN 978-3-63160-507-3, S. 111.