Menstruationsbeschwerden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Klassifikation nach ICD-10
N94 Schmerzen und andere Beschwerden, die an den weiblichen Organen und mit dem Menstruationszyklus auftreten.
N94.4 Primäre Dysmenorrhoe
N94.5 Sekundäre Dysmenorrhoe
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Menstruationsbeschwerden bezeichnen das Auftreten verschiedener Symptome, die vor und während der Menstruation auftreten können. Die wichtigsten davon sind das Prämenstruelle Syndrom (PMS) sowie die Regelschmerzen (Dysmenorrhoe). Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhoe. Menstruationsbeschwerden sind wichtige Hinweise in der gynäkologischen Diagnostik.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

In Untersuchungen zeigt sich, dass die Menstruationsbeschwerden zum einen bei jungen Frauen die häufigste Abweichung von der Norm darstellen, zum anderen im klinischen Patientengut der Gynäkologie in etwa 15-25 % vertreten sind.[2]

Primäre Regelschmerzen[Bearbeiten]

Primäre Regelschmerzen setzen im Normalfall kurz nach der Menarche ein und dauern bei betroffenen Frauen meist bis zur Menopause.

Auslöser für die Regelschmerzen sind Prostaglandine, körpereigene Schmerzbotenstoffe, die ein Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter bei der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut hervorrufen. Durch diese Muskelkontraktion kommt es zu einer schwächeren Durchblutung der Gebärmutter, was den Schmerz auslöst.

Im Falle der primären Dysmenorrhoe ist die Menstruation selbst der Schmerzauslöser, es sind keine anderen Erkrankungen der Geschlechtsorgane damit verbunden. Vor allem junge oder sehr schlanke Frauen leiden von ihrer ersten Regelblutung an unter krampfartigen Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Letzteres kann von Völlegefühl und Übelkeit bis zu Erbrechen und Durchfall gehen. Einige Frauen sind davon so stark betroffen, dass sie von den behandelnden Ärzten arbeitsunfähig geschrieben werden müssen.

Sekundäre Regelschmerzen[Bearbeiten]

Der sekundäre Regelschmerz wird ausgelöst durch organische Erkrankungen. Diese können die Folge mechanischer Verhütungsmittel (etwa Spirale) sein, aber auch die Folge gynäkologischer Erkrankungen (Endometriose, Myome, Zysten, etc.). Seelische Belastungen und Stress verstärken die Symptome. Unabhängig von Menstruationsbeschwerden können kontaminierte Hygieneprodukte ein toxisches Schocksyndrom verursachen.

Seit fast einem Jahrhundert beschäftigt sich die Medizin mit den psychischen Ursachen der Dysmenorrhö. So zum Beispiel auch der Privatdozent Dr. W Dick, der die psychische Dymneorrhö und deren Behandlung näher unter die Lupe nahm. [3]. Auch in der aktuellen Forschung spielt die Psyche noch eine wesentliche Rolle bei der Betrachtung des weiblichen Zyklus. Und so liegt natürlich nahe, dass auch die Bewältigung der Schmerzen, die zwar nicht eingebildet, aber trotzdem psychosomatisch verursacht sein können, die Psyche eine große Rolle spielen könnte.[4][5]

Behandlung[Bearbeiten]

Frauen verwenden unterschiedliche Methoden zur Schmerz- und Symptombekämpfung bei Menstruationsbeschwerden. Neben medizinischen Produkten werden auch Hausmittel eingesetzt. Bei starken Regelschmerzen sollten organische Erkrankungen wie Endometriose durch einen Gynäkologen ausgeschlossen werden.

  • Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen empfiehlt sich die Einnahme von NSAR, die die Bildung von Prostaglandinen (Schmerzbotenstoffen) hemmen.
  • Kontrazeptiva: Auch die Antibabypille wird gegen Regelschmerzen eingesetzt, da sie den Progesteronanteil im Körper hoch hält. Die unterschiedlichen Pillenpräparate, die sich auf dem Markt befinden, zeigen in Bezug auf Regelschmerzen unterschiedliche Wirkungen. In einer großen Untersuchung mit über 15.000 Pillenanwenderinnen konnte nachgewiesen werden, dass zahlreiche Frauen, bei denen herkömmliche Pillen die Regelschmerzen nicht ausreichend beseitigen konnten, nach Einnahme der Pille mit dem Hormon Chlormadinonacetat (CMA) beschwerdefrei wurden. Man nimmt an, dass CMA die Bildung von Schmerzbotenstoffen besonders effektiv verhindert. Durch die Pille wird das hormonelle Ungleichgewicht, welches vor und während der Menstruation vorhanden ist, positiv beeinflusst. Die Bildung von krampfverursachenden Schmerzbotenstoffen wird gehemmt. Bei Mädchen oder Frauen, welche eine gleichzeitige Schwangerschaftsverhütung wünschen, bietet die Antibabypille eine gute Möglichkeit zur Behandlung von Regelschmerzen.
  • Magnesium: Eine verstärkte Aufnahme von Nüssen, Weizenkeimen, Hülsenfrüchten und Vollkornreis erhöht den Magnesiumanteil im Körper, was vorbeugend gegen die Schmerzen wirken kann.
  • Eisen: Eine vorübergehende Erhöhung der Eisenaufnahme auf etwa 10-15 mg/Tag einige Tage vor und während der Regelblutung hilft bei der Blutneubildung und damit gegen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Blutarmut. Siehe auch Eisenmangelanämie, Eisen-Stoffwechsel.
  • Wärme: Ein Aufenthalt in der Sauna, ein warmes Bad, eine Wärmflasche, intravaginale Wärmetherapie, ein Körnerkissen oder eine Fangopackung auf dem Bauch helfen, die Krämpfe in der Gebärmutter zu lösen.
  • Sport: Regelmäßige sportliche Betätigung soll Menstruationsbeschwerden nicht nur lindern, sondern auch vorbeugen. Durch die Bewegung werde das Becken besser durchblutet. Verkrampfungen werden dadurch gelöst. Fahrradfahren und Walking seien während der Periode besonders geeignet.
  • Entspannung: Yoga, Autogenes Training, Meditation und spezifische Gymnastik sollen Menstruationsbeschwerden lindern können.
  • Pflanzliche Präparate: Verschiedene Pflanzen wie Mönchspfeffer, Johanniskraut, Frauenmantel, Melisse, Gänsefingerkraut, Kamillenblüten, Schafgarbenkraut und Traubensilberkerze, Nachtkerzenöl, Brennnessel sollen in Form von Tees, Tropfen oder Kapseln bei Menstruationsbeschwerden hilfreich sein.
  • Akupressur: Etwa eine Handbreit unterhalb des Knies auf der Bein-Innenseite soll sich ein Reflexpunkt befinden, den man selbst mehrmals täglich einige Minuten pressen kann. Dies soll gegen starke Blutungen helfen und die Krämpfe lindern können.
  • Akupunktur: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Akupunktur zur Anwendung bei Schmerzzuständen verschiedenster Art, auch gegen Menstruationsbeschwerden.
  • Sexuelle Erregung: Ein Orgasmus kann die Krämpfe lindern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Serban-Dan Costa: Die Gynäkologie, Springer, 2006, S. 304, ISBN 3540256644, hier online
  2. König, P A. Statistischer Beitrag zum Dysmenorrhö-Syndrom, [1]
  3. Dick W. Die psychische der Dysmenorrhö und deren hypnotische Behandlung. [2]
  4. Frevert E P. Psychosomatische Aspekte der Gynäkologie und Geburtshilfe, [3] (PDF; 173 kB)
  5. Schmerzhafte Regelblutungen: Kann es auch psychische Ursachen geben?, [4]
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!