Meran

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Meran
(ital: Merano)
Wappen von Meran
Meran (Südtirol)
DEC
Meran
Meran
Lage von Meran in Südtirol
Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2001 / 01.01.2008): 33.656 / 36.811
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2001:
51,50 % deutsch
48,01 % italienisch
0,49 % ladinisch
Koordinaten 46° 40′ N, 11° 10′ O46.66666666666711.166666666667263–1621 (Zentrum 325)Koordinaten: 46° 40′ N, 11° 10′ O
Meereshöhe: 263–1621 (Zentrum 325)
Fläche / Dauer-
siedlungsraum:
26,3 / 15,6 km²
Fraktionen: Sinich, Untermais, Obermais, Gratsch, Labers
Nachbargemeinden: Algund, Burgstall, Hafling, Lana, Marling, Schenna, Tirol, Tscherms, Vöran
Partnerschaft mit: Salzburg
Postleitzahl: 39012
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021051
Steuernummer: 00394920219
Politik
Bürgermeister (2005): Günther Januth (SVP)

Meran (italienisch Merano, lateinisch Meranum, mittelalterlich an der Meran) ist nach der Landeshauptstadt Bozen die zweitgrößte Stadt Südtirols (Italien).

Über Jahrhunderte war Meran die Tiroler Landeshauptstadt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Meran liegt inmitten eines von Bergen bis zu einer Höhe von 3335 m (Texelgruppe) umgebenen Talkessels, an der Taleinfahrt des Passeiertals, des Vinschgaus und des Etschtals und ist bereits seit dem 19. Jahrhundert vor allem als Kurort bekannt.

Meran wird in Gratsch, Obermais, Untermais (südlich der Passer), Labers, Sinich und das eigentliche Meran (oft auch als „Altstadt“ bezeichnet) unterteilt. Eine administrative Unterteilung in Fraktionen existiert, wie auch in Bozen, nicht.

[Bearbeiten] Geschichte

Umgebung von Meran um 1888

Im Meraner Stadtteil Zenoberg befand sich bereits in der Spätantike eine befestigte römerzeitliche Siedlung namens Castrum Maiense, die im Namen der ehemaligen Gemeinde und des heutigen Stadtteils Mais fortlebt. Meran selbst wurde zum ersten Mal im Jahre 857 als Mairania erwähnt. Bis 1420 Hauptstadt der Grafschaft Tirol (formell bis 1848), wurde sie als Gründung der Grafen von Tirol im 13. Jahrhundert zur Stadt erhoben. Ende des 14. Jahrhunderts wurde Meran durch Leopold III. mit zahlreichen landesfürstlichen Privilegien zur Förderung des Handels ausgestattet.

In der Landesfürstlichen Burg verstarb 1445 der berühmte Minnesänger Oswald von Wolkenstein, der dort auf Besuch weilte.

Stadttheater

Mit dem Umzug des Landesherrn nach Innsbruck 1420 verlor Meran rasch seine Vorrangstellung und seine Bedeutung als Wirtschaftszentrum. Erst die Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 rückten Meran wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Am Küchelberg oberhalb Meran erkämpften die Tiroler einen Sieg über Franzosen und Bayern. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Südtirol und damit Meran zu Italien. Jedoch entging die Stadt, im Gegensatz zur neuen Landeshauptstadt Bozen, weitgehend der Assimilierungs- und Majorisierungspolitik des faschistischen Regimes in Rom. Auch die geschickten Verhandlungen der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Dr. Max Markart (1922-1935) trugen hierzu bei. Im Zweiten Weltkrieg diente Meran als Lazarettstadt. Ein besonders tragisches Schicksal ereilte die jüdische Gemeinschaft, die nach der nationalsozialistischen Okkupation des Landes nach dem 8. September 1943 willkürlichen Schikanen und Deportationen in die Vernichtungslager ausgeliefert war.

Meran blickt auf eine lange Tradition als Kur- und Fremdenverkehrsort zurück und gilt als eine der ersten Touristenhochburgen des Habsburgerreiches mit vielen namhaften Gästen aus Politik und Kultur. Wissenschaftler und Ärzte schätzten vor allem das milde, mediterrane Klima und die reine Luft der Kurstadt, die besonders die Heilung von Lungenleiden begünstigte. Nach 1945 gelang es, aus Meran erneut einen der wichtigsten Fremdenverkehrsorte Südtirols zu machen. 1981 wurde hier die Schach-Weltmeisterschaft zwischen Karpow und Kortschnoi ausgetragen, nachdem schon im Jahr zuvor das Kandidaten-Finale zwischen Kortschnoi und Dr. Hübner in Meran stattgefunden hatte.

[Bearbeiten] Klima

Tappeinerpromenade oberhalb Meran.

Das Klima Merans ist mediterran geprägt; übers Jahr werden durchschnittlich ca. 300 Sonnentage gezählt. Durch die Texelgruppe im Norden und Nordwesten wird der Talkessel vor Niederschlägen und kalten Winden gut geschützt. Das nach Süden geöffnete Tal sorgt für die Zufuhr ausgeglichen warmer Luft (auch im Spätherbst und im Frühjahr), wodurch das Wachstum mediterraner Pflanzen wie z.B. Palmen, Zypressen, Steineichen, Lorbeer, Myrthen und Libanonzedern begünstigt wird. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,5 Grad; die Januardurchschnittstemperatur 1,1 Grad, die Julidurchschnittstemperatur 21,7 Grad. ( Mittlere Höchsttemperaturen: Jan. 6,5 Grad; Juli 29,5 Grad; mittlere Tiefsttemperaturen: Jan. -4,3 Grad, Juli 13,9 Grad). Jahresniederschlag im Mittel: rund 700mm, mit relativ trockenen Wintern und relativ feuchten Sommern. (Quelle für alle Angaben: Hydrographisches Amt der Autonomen Provinz Bozen).

[Bearbeiten] Wirtschaft

Mit 16.913 Beschäftigten in 3.946 Arbeitsstätten ist Meran nach Bozen der zweitgrößte Arbeitgeber Südtirols. Drei Unternehmen der Stadt beschäftigen je über 250 Mitarbeiter. Ein Industrie- und Gewerbegebiet liegt ebenfalls in der Stadt.

[Bearbeiten] Verkehr

Der Bahnhof von Meran
Triebwagen der Vinschgerbahn im Bahnhof von Meran

Meran ist über eine Schnellstraße, die sogenannte MeBo, mit der Brennerautobahn (Anschluss: Bozen-Süd) verbunden, außerdem ist die Stadt ein Knotenpunkt für die Straßen in den Vinschgau, ins Ultental, ins Passeiertal und zu den Höhendörfern beiderseits des Etschtals.

Der städtische Hauptbahnhof verknüpft die Vinschgerbahn, die seit der erfolgreichen Wiederaufnahme dieser Bahnstrecke auch nach Bozen fährt, und die Bozen-Meran-Bahn. Neben dem Hauptbahnhof Meran/Merano gibt es noch einen Bahnhof in Untermais/Maia Bassa.

Im innerstädtischen Verkehr kommen mehrere Stadtbuslinien zum Einsatz; ins Umland verkehren Regionalbusse. Diese Verkehrsleistungen wurden früher durch umweltfreundliche Straßenbahnen und die Lokalbahn Lana-Meran erbracht, wobei die Straßenbahn Meran 1908 eröffnet und 1956 wieder eingestellt wurde.

Die Nordwestumfahrung, die unterirdisch von der MeBo (Schnellstraße Meran-Bozen) bis zum Bahnhof und weiter durch den Küchelberg verlaufen soll, wird voraussichtlich 2011 fertiggestellt werden.

[Bearbeiten] Bildung

Meran ist zwar keine Universitätsstadt, doch ist der Bildungsbereich auch hier gut ausgebaut. Meran beherbergt unter anderem auch die einzige Hotelfachschule Südtirols: die Landeshotelfachschule Kaiserhof und auch die Landesberufsschule für das Gastgewerbe Savoy. Des Weiteren gibt es in Meran eine Fachoberschule für Soziales (FOS), eine Handelsoberschule (HOB), die Lehranstalt für Wirtschaft und Tourismus (LEWIT), das Pädagogische Gymnasium (PÄDGYM), das Humanistische Gymnasium (HUMGYM), das Realgymnasium (RG) mit angeschlossener Gewerbeoberschule (GOB) und die Landesberufsschule "Franz Zuegg".

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Historische Bauwerke

Laubengasse: Links Berglauben, rechts Wasserlauben, Richtung Osten
  • Landesfürstliche Burg
  • Altstadt mit Laubengasse
  • Stadtpfarrkirche St. Vigil
  • Pfarrkirche St. Nikolaus mit Barbarakapelle
  • Spitalkirche – Heilig-Geist-Kirche
  • Kurhaus
  • Theaterbrücke
  • Postbrücke
  • Pulverturm (Ortenstein)
  • Zenoburg am Zenoberg
  • Gilf mit Steinernem Steg
  • Stadttheater, 1899 im Jugendstil von Martin Dülfer erbaut
  • Meraner Kurthermen
  • Synagoge
  • Stadttore: Passeirer Tor, Bozner Tor, Vinschger Tor, Ultner Tor (abgerissen)
  • Kurpromenade (Winter- und Sommerpromenade)
  • Terrasse beim Tappeinerweg (Überreste einer Sprengstofflagerhalle)
  • Ottoburg (hier wohnte kurzzeitig Franz Kafka)

[Bearbeiten] Museen

  • Das Tourismusmuseum Touriseum wurde im Frühjahr des Jahres 2003 eröffnet und zeigt die historische Entwicklung des Tourismus in Südtirol
  • Das privat geführte Frauenmuseum Evelyn Ortner in der Laubengasse bietet einen Einblick in verschiedene Epochen der Geschichte der Frau
  • Kunst Meran/Merano arte im Haus der Sparkasse
  • Das Stadtmuseum ist das älteste Museum Südtirols; bis zur Fertigstellung des neuen Museums am Pfarrplatz ist es im ehemaligen Gasthof Roter Adler am Rennweg untergebracht. Es zeigt Exponate von der Urgeschichte bis heute.

[Bearbeiten] Umgebung von Meran

[Bearbeiten] Skigebiete

[Bearbeiten] Thermenanlage

  • Ende 2005 wurde im Herzen von Meran in einem mehr als 50.000 Quadratmeter großen Park die neue Thermenanlage eröffnet, ein Kubus aus Glas und Stahl mit einer von Matteo Thun entworfenen Innenarchitektur.

[Bearbeiten] Pferderennplatz

Meran besitzt den europaweit größten Pferderennplatz. Er liegt in Untermais und verfügt über eine 5 km lange Rennbahn, auf der 1935 das erste Rennen stattfand. Höhepunkte der Saison bilden das Haflinger Galoppreiten am Ostermontag und der große Preis von Meran, ein hochdotiertes Hindernisrennen am letzten Sonntag im September.

[Bearbeiten] Sonstige

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter

[Bearbeiten] Literatur

  • Cölestin Stamper: Geschichte von Meran, der alten Hauptstadt des Landes Tirol, von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart, Innsbruck 1889, Sändig Reprint 2009. ISBN 978-3-253-03039-0
  • Bruno Pokorny (Hrsg.): Meran, hundert Jahre Kurort 1836–1936. Festschrift der alten Hauptstadt des Landes zum hundertjährigen Bestande als Kurort, Innsbruck, Universitätsverlag Wagner 1936.
  • Otto Stolz: Meran und das Burggrafenamt im Rahmen der Tiroler Landesgeschichte (Schlern-Schriften 142), Innsbruck, Universitätsverlag Wagner 1956.
  • Elias Prieth: Beiträge zur Geschichte der Stadt Meran im 16. Jahrhundert, Meran, Poetzelberger 1957.
  • Franz-Heinz Hye: Meran/Merano. Österreichischer Städteatlas, Lieferung 3, Wien 1988.
  • Renate Abram: Das Meraner Stadttheater, Lana 1989.
  • Karl Christoph Moeser und Franz Huter (Hrsg.): Das älteste Tiroler Verfachbuch (Landgericht Meran 1468–1471) (Acta Tirolensia 5), Innsbruck, Universitätsverlag Wagner 1990. ISBN 3-7030-0219-0
  • Katia Occhi: I borgomastri di Merano tra '400 e '500, in: Geschichte und Region/Storia e regione 7, 1998, S. 135-160.
  • Paolo Valente: La città sul confine. Storie meranesi di uomini e fantasmi, Milano, Oge 2006.
  • Paolo Valente: Merano. Breve storia della città sul confine, Bozen, Edition Raetia 2008.
  • Renate Abram: Meraner Symphonie. 150 Jahre Kurmusik, Bozen, Athesia 2009. ISBN 978-88-8266-578-4
  • Hans H. Reimer: Lutherisch in Südtirol: Geschichte der Evangelischen Gemeinde Meran. Eine Spurensuche zum Protestantismus in Südtirol und im Trentino, Bozen, Edition Raetia 2009. ISBN 978-88-7283-332-2
  • Anna Pixner-Pertoll: Ins Licht gebaut: Die Meraner Villen, ihre Gärten und die Entwicklung der Stadt (1860–1920), Bozen, Edition Raetia 2009. ISBN 978-88-7283-355-1
  • Gertraud Zeindl: Meran im Mittelalter. Eine Tiroler Stadt im Spiegel ihrer Steuern (Tiroler Wirtschaftsstudien 57), Innsbruck, Universitätsverlag Wagner 2009. ISBN 978-3-7030-0465-0

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Sonstiges

Siehe auch: Liste der Gemeinden in Südtirol

[Bearbeiten] Bilder

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Meran – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Commons Commons: Meran – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge