Mercedes-Benz W 186

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Mercedes-Benz
Mercedes-Benz 300 (1952)

Mercedes-Benz 300 (1952)

W 186
Verkaufsbezeichnung: Mercedes 300
Produktionszeitraum: 12/1951–8/1957
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,0 Liter
(85–92 kW)
Länge: 4950–5065 mm
Breite: 1840 mm
Höhe: 1600–1640 mm
Radstand: 3050 mm
Leergewicht: 1780–1950 kg
Vorgängermodell: Mercedes-Benz W 159
Nachfolgemodell: Mercedes-Benz W 189
Der 1951 an das Bundeskanzleramt gelieferte Dienstwagen von Konrad Adenauer steht heute im Haus der Geschichte in Bonn
Bundespräsident Theodor Heuss in einem Mercedes 300 b Cabriolet
Mercedes-Benz 300 b Cabriolet

Die Baureihe Mercedes-Benz W 186 der Marke Mercedes-Benz ist allgemein unter der Verkaufsbezeichnung Mercedes-Benz 300 bekannt. Die Daimler-Benz AG stellte im Oktober 1951 auf der Mondial de l’Automobile in Paris ihren neuen Pkw der Oberklasse mit Sechszylinder-Reihenmotor zusammen mit dem davon abgeleiteten zweitürigen Mercedes-Benz 300 S (W 188) vor. Der Typ W 186 wurde 1957 durch den verbesserten W 189 mit weitgehend gleicher Karosserie ersetzt.

Der Mercedes-Benz 300 war neben dem kleineren Mercedes-Benz 220 (W 187) die erste deutsche Repräsentationslimousine nach dem Zweiten Weltkrieg. Der anfangs 115 PS starke Mercedes 300 war zusammen mit dem 35 PS stärkeren 300 S und dem Porsche 356 1500 S (70 PS) das schnellste Serienfahrzeug deutscher Produktion. Nachdem sich der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer für dieses Fahrzeug als Dienstwagen entschieden hatte, bürgerte sich die Bezeichnung „Adenauer-Mercedes“ für den W 186-300er ein. Neben diesem gab es noch andere 300er-Mercedes wie den W 188 oder den bekannten 300 SL „Flügeltürer“ (W 198).

Bis zur Einführung des Mercedes-Benz 600 (W 100) im Jahr 1964 war der W 186 bzw. sein Nachfolger W 189 „die“ deutsche Staatslimousine schlechthin. Auch viele Staatsoberhäupter anderer Länder nutzten ihn.[1][2]

Typen[Bearbeiten]

Es gab nacheinander die Typen 300 (W 186 II), 300 b (W 186 III) und 300 c (W 186 IV).

Typ 300[Bearbeiten]

Der im November 1951 eingeführte Mercedes 300 verwendete die konstruktiven Merkmale des Typs W 159, welcher kriegsbedingt nicht über das Prototypenstadium hinauskam. Der schon beim Mercedes 230 verwendete Ovalrohrrahmen in X-Form kam auch hier zum Einsatz. Die auf das Fahrgestell mit einem Radstand von 3050 mm aufgesetzte Karosserie griff in modernisierter Form die Designelemente des W 159 auf. Angetrieben wurde der 300er von einem 3-Liter-Sechszylindermotor mit 85 kW (115 PS) Leistung und zwei Vergasern. Auch dieser Motor fand seine konstruktiven Wurzeln in dem Vorkriegsaggregat M 159. Dabei handelte es sich schon um eine Konstruktion mit 2,6 Litern Hubraum und hängenden Ventilen (OHV-Ventilsteuerung). Im Typ 300 wurde neben der Hubraumerhöhung auch die Nockenwelle in den Zylinderkopf verlegt (OHC-Ventilsteuerung). Die Kraftübertragung übernahm ein Viergang-Getriebe, womit eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 160 km/h erreicht wurde, damals ein beeindruckender Wert.

Das Fahrwerk entsprach konzeptionell den Typen 170 S und 220, war jedoch auf das höhere Gewicht und die Fahrleistungen des 300 abgestimmt. Bei schwerer Beladung sorgte die elektrisch zuschaltbare Drehstabfederung für den Niveauausgleich der Hinterräder. Es war auch ein Schiebedach bzw. Faltdach erhältlich. Eine technische Besonderheit der gesamten Baureihe 300 war die Zentralschmierung, durch die damals noch übliche Schmiernippel überflüssig wurden. Was sonst einen Werkstattbesuch erforderte, konnte nun vom Fahrer ohne anzuhalten durch Tritt auf einen Stempel links oben neben der Pedalerie erledigt werden. Eine weiße Kontrollleuchte, die alle 100 km aufleuchtete, erinnerte den Fahrer daran, diesen für die Betriebssicherheit notwendigen Vorgang regelmäßig durchzuführen.

Typ 300 b[Bearbeiten]

Im März 1954 wurde das Fahrzeug überarbeitet. Neben breiteren Bremsbacken und Bremskraftverstärkern sowie einem auf 92 kW (125 PS) gesteigertem Motor bekam der 300 b auch vorne Ausstellfenster. Weitere Designmerkmale waren die verchromten Schutzbeschläge an den hinteren Kotflügeln und Stoßstangenhörner vorne und hinten.

Typ 300 c[Bearbeiten]

Bei einer weiteren Überarbeitung im November 1955 wurde die Heckscheibe vergrößert. Außerdem wurden breitere Reifen verwendet. Eine weitere technische Neuheit stellt die sogenannte Eingelenk-Pendelachse dar. Der 300 c war zudem auf Wunsch erstmals für 1500 DM Aufpreis mit Automatic lieferbar. Er wurde als Limousine mit einem Basispreis von 22.000 DM und als Cabriolet D mit einem Basispreis von 24.700 DM gebaut. Cabriolet D bedeutet, dass das Fahrzeug vier Türen mit dazugehörigen vier Seitenscheiben besitzt. Hierin finden fünf bis sechs Personen Platz. Durch die Lenkrad-Schaltung (später auch Lenkrad-Automatic) können vorn bis zu drei Personen sitzen.

Im November 1957 ersetzte der noch etwas größere und stärkere 300 d (W 189) den 300 c.

Datenblatt[Bearbeiten]

Mercedes 300 300 b 300 c
Motortyp Mercedes-Benz M 186
Motorbauart Sechszylinder-Reihenmotor (Viertakt-Ottomotor)
Bohrung x Hub 85 mm x 88 mm
Hubraum 2996 cm³
Verdichtungsverhältnis 6,4:1 7,4:1 bis 7,5:1
Leistung 85 kW (115 PS) 92 kW (125 PS)
Drehmoment 195 Nm bei
2500/min
221 Nm bei
2600/min
Getriebe (serienmäßig) 4-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb Hinterradantrieb
Beschleunigung,
0–100 km/h in s
18 17
Höchstgeschwindigkeit,
km/h
160
Kraftstoffverbrauch
(kombiniert in l/100 km)
13,8 12,5

Bauzeiten und Stückzahlen[Bearbeiten]

  • Typ 300 (W 186 II) : 12/1951–3/1954; 4776 Limousinen, 2 Fahrgestelle, 466 Cabriolet
  • Typ 300 b (W 186 III) : 3/1954–7/1955; 1426 Limousinen, 125 Cabriolet
  • Typ 300 c (W 186 IV) : 9/1955–8/1957; 1432 Limousinen, 51 Cabriolet[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die neuen Mercedes-Benz-Typen 300 und 300 S in: Kraftfahrzeugtechnik 4/1952, S.121-123

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mercedes 300 / Adenauer – 1951-1962. Auto-Bild, abgerufen am 17. April 2014.
  2. Der legendäre "Adenauer"-Mercedes – Staatskarosse für Staatsmänner. RP Online, abgerufen am 17. April 2014.
  3. Typenkompass Mercedes-Benz Personenwagen 1945–1975, Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2000, ISBN 3-613-02019-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz W 186 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien