Mercedes-Benz W 24/W 29/W 129

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Mercedes-Benz
Mercedes-Benz Typ 500 K Roadster (1934)

Mercedes-Benz Typ 500 K Roadster (1934)

W 24/W 29/W 129
Hersteller: Daimler-Benz AG
Verkaufsbezeichnung: Typ 500 K
Typ 540 K
Typ 540 K kurz
Typ 540 K lang
Typ 580 K
Produktionszeitraum: 1934–1940
(1943–1944)
Klasse: Oberklasse/Sportwagen
Karosserieversionen: Limousine: zweitürig, viertürig,
Tourenwagen: zweitürig, viertürig,
Coupé, Sport-Coupé, Cabriolet (A,B,C), Sport-Cabriolet, Roadster,
Sport-Roadster, Spezial-Roadster, Autobahn-Kurier
Motoren: 5,0 Liter Ottomotor (74/118 kW)
5,4 Liter Ottomotor (85/132 kW)
5,8 Liter Ottomotor (96/147 kW)
Länge: 4480–6000 mm
Breite: 1800–2070 mm
Höhe: 1480–1800 mm
Radstand: 2980–3880 mm
Leergewicht: 2170–3100 kg
Vorgängermodell: Mercedes-Benz W 06
Nachfolgemodell: keines

Der Mercedes-Benz 500 K wurde als Nachfolger der Typen SS/SSK im Februar 1934 auf der Berliner Automobilausstellung vorgestellt. Er trägt die interne Baumusterbezeichnung W 29.

Inhaltsverzeichnis

Mercedes-Benz 500 K (1934–1936) [Bearbeiten]

Die Wagen waren mit drei verschiedenen Fahrgestellen erhältlich: Das Normal-Fahrgestell hat einen Radstand von 3290 mm, genauso wie das Fahrgestell mit zurückversetztem Motor, bei dem die Antriebseinheit und der Kühler um 185 mm nach hinten versetzt sind. Die Platzverhältnisse des letzteren Fahrgestells entsprechen wiederum denen des Fahrgestells mit kurzem Radstand von 2980 mm. Auf dem Normal-Fahrgestell wurden viertürige Limousinen, zweitürige Tourenwagen und die Cabriolets B und C angeboten, während Cabriolet A, Roadster 2+2, Coupé, Spezial-Roadster und Autobahnkurier das Fahrgestell mit zurückversetztem Motor nutzten. Auf dem kurzen Fahrgestell gab es den Sport-Roadster und das Sport-Coupé.

Alle Wagen sind mit einem Achtzylinder-OHV-Reihenmotor mit 5018 cm³ Hubraum und zuschaltbarem Roots-Gebläse ausgestattet. Die Antriebseinheit liefert 74 kW (100 PS) im Saugbetrieb und 118 kW (160 PS) mit Kompressor. Teilsynchronisierte Vier- oder Fünfganggetriebe leiten die Kraft an die Hinterräder weiter, die an einer schraubengefederten Pendelachse hängen. Auch die Vorderachse hat Schraubenfedern. Alle vier Räder haben hydraulische Bremsen mit Saugluftunterstützung. Die Wagen erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der damalige Preis betrug 15.000 Reichsmark, was auf heutige Verhältnisse umgerechnet etwa 100.000 Euro entspricht.


Mercedes-Benz 540 K (1936–1939) [Bearbeiten]

Auf dem Pariser Autosalon im Oktober 1936 wurde der Nachfolger des Typs 500 K vorgestellt. Bei ansonsten gleicher technischer Ausstattung hat der Typ 540 K einen Achtzylinder-OHV-Reihenmotor mit 5401 cm³ und zuschaltbarem Roots-Gebläse. Die Leistung im Saugbetrieb stieg auf 85 kW (115 PS), beim Betrieb mit Kompressor 132 kW (180 PS). Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 170 km/h.

Mercedes-Benz 540 K lang/Gepanzerte Sonderausführung (W 24, 1936, 1943/1944) [Bearbeiten]

Neben den vorher erwähnten „normalen“ Typen 540 K auf den drei unterschiedlichen Fahrgestellen entstanden 1936 zwölf Exemplare auf verlängertem Fahrgestell mit 3880 mm Radstand. Alle diese Fahrzeuge wurden als Tourenwagen mit sechs Sitzen ausgeführt und an die deutsche Reichsregierung geliefert oder als Werks-Versuchswagen eingesetzt. Anstatt der Pendelachse haben sie hinten eine De-Dion-Doppelgelenkachse und vorn eine Starrachse. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h.

Nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich in Prag Ende Mai 1942 ordnete die Reichskanzlei die Aktion P an, in der alle Führer befreundeter Mächte und deutsche Statthalter und Gouverneure im Ausland mit gepanzerten Fahrzeugen ausgestattet werden sollten. Neben 20 „Großen Mercedes“, Typ 770, entstanden 1943 und 1944 auch 20 Exemplare des Typs 540 K als zweitürige Limousinen. Ein Exemplar ist heute im Technischen Museum in Prag ausgestellt. Ein anderes, das zuerst im Besitz des kroatischen faschistischen „Poglavnik“ (Staatsführers) Ante Pavelić, dann von Josip Broz Tito war, steht heute im Technischen Museum in Bistra, Vrhnika (Slowenien).

Die Sonderausführungen des Typs 540 K haben die interne Baumusternummer W 24.

Mercedes-Benz 580 K (W 129, 1939–1940) [Bearbeiten]

1939 und 1940 wurde der Nachfolger des Typs 540 K erprobt. Der Motorhubraum des Typs 580 K war auf 5800 cm³ gewachsen. Der Motor leistete 96 kW (130 PS) im Saugbetrieb und 147 kW (200 PS) mit Kompressor. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 180 km/h.

Auf dem kurzen Fahrgestell entstanden allerdings nur einige Prototypen als Sport-Coupé und Sport-Roadster. Zu einer Serienfertigung kam es kriegsbedingt nicht mehr.

Die zweisitzigen Spezial-Roadster dieser Baumuster zählen bei vielen Autokennern zu den schönsten jemals gebauten Automobilen und als Ikonen des Automobil-Designs.

Technische Daten Mercedes-Benz Typ 580 K [Bearbeiten]

Typ 580 K
Motor:  8-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt), vorne längs
Hubraum:  5800 cm³
Bohrung x Hub:  95 x 100 mm
Leistung bei 1/min:  ohne/mit Kompressor:
96/147 kW
(130/200 PS)
bei 3400
Max. Drehmoment bei 1/min:  ca. 439 Nm bei 2200
Verdichtung:  6,5:1
Gemischaufbereitung:  Steigstrom-Doppelvergaser
Ventilsteuerung:  1 seitliche Nockenwelle, Antrieb über Stirnräder
Kühlung:  Wasserkühlung
Getriebe:  5-Gang-Schaltgetriebe
Hinterradantrieb
Radaufhängung vorn:  Doppel-Querlenkerachse, Schraubenfedern
Radaufhängung hinten:  Pendelachse, Doppel-Schraubenfedern
Lenkung:  Schraubenspindellenkung
Spurweite vorn/hinten:  1535/1547 mm (Sport-Roadster)
Radstand:  2980 mm (Sport-Roadster)
Abmessungen:  4480 x 1940 x 1520 mm (Sport-Roadster)
Wendekreis:  11,8 m (Sport-Roadster)
Leergewicht:  2250 kg (Sport-Roadster)
Höchstgeschwindigkeit:  180 km/h
Verbrauch (L/100 km):  30
Preis: 

Produktionszahlen [Bearbeiten]

Vom Modell 500 K wurden 342 Stück hergestellt, vom (normalen) Modell 540 K 419 Stück. Von beiden Modellen wurden aus Sindelfinger Produktion ausgeliefert:

  • 70 Fahrgestelle ohne Aufbauten
  • 28 offene Tourenwagen
  • 23 Limousinen mit 4 Türen (vornehmlich 500 K)
  • 29 Limousinen mit 2 Türen (vornehmlich 540 K)
  • 12 Coupés
  • 6 Autobahn-Kuriere
  • 58 Roadster
  • 116 Cabriolets A
  • 296 Cabriolets B
  • 122 Cabriolets C

Quellen [Bearbeiten]

  • Werner Oswald: Mercedes-Benz Personenwagen 1886–1986. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-01133-6.