Merkiten

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Die Merkiten waren ein mongolischer Stamm[1][2][3], der in der Epoche von Dschingis Khan eine große Rolle spielte. Sie lebten von Jagd und Fischfang. Ein Nachfolger Dschingis Khans namens Orda Khan (†1280) und erster Herrscher der Orda-Horde (Ordas Khanat oder Weiße Horde) beherrschte große Teile Sibiriens bis an den Irtysch, vor allem die ehemaligen Khanate der türkischen Kimek und Quangli.

Es sind die folgenden Clans bekannt:

  • Chakhat, unter Khagatai Darmala Khan
  • Uduyit, unter Toghtoga Bei Khan
  • Uwa, unter Dayir Usun Khan

Geographische Ansiedlung[Bearbeiten]

Ihr Siedlungsgebiet war der Unterlauf der Selenga/Senga, südlich des Baikalsees. Nachbarvölker waren die Keraiten, die Naimanen und die Iskit-Sakha.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Volk wurde, einer Legende nach, einst vom Mongolen Kabul Khan unterworfen, also grob zwischen 1130 und 1151.

Erhaltene Zeitzeugnisse, unter anderem die Die geheime Geschichte der Mongolen, beschreiben punktuell kriegerische und andere Begebenheiten aus der damaligen Epoche. So war die von Yesügai Batur geraubte Fürstenbraut, Hoelun, eine Merkitin und die Mutter von Dschingis Khan. Dieses führte in späterer Zeit zum Raub von Bortai, der Braut des Khans durch die Merkiten. Deren Sohn Jochi (der Fremde) mag Sohn eines Merkiten-Prinzen gewesen sein, wurde jedoch später wiederum von Dschingis Khan als Erstgeborener akzeptiert.

Teile des Volks wurden 1205 den Mongolen angeschlossen, während die Führungsschicht über die Taiga nach Turkestan floh, um nach Berichten im Jahr 1217 am Tschüi gestellt und vernichtet zu werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weiers, Michael: Geschichte der Mongolen, Stuttgart 2004, S. 44f.
  2. Hambly, Gavin: Das Leben Tschingis Khans, in: Zentralasien (Fischer Weltgeschichte, 16), Frankfurt am Main 1966, S. 98
  3. Barthold, Wilhelm: Zwölf Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens, Darmstadt 1962, S. 153