Merklingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Merklingen bei Ulm. Für den gleichnamigen Ortsteil von Weil der Stadt siehe Merklingen (Weil der Stadt).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Merklingen
Merklingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merklingen hervorgehoben
48.5086111111119.7541666666667699Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Laichinger Alb
Höhe: 699 m ü. NHN
Fläche: 21,31 km²
Einwohner: 1933 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89188
Vorwahl: 07337
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 079
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
89188 Merklingen
Webpräsenz: www.merklingen.de
Bürgermeister: Sven Kneipp (parteilos)
Lage der Gemeinde Merklingen im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Merklingen ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Merklingen liegt auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb, rund 20 Kilometer nordwestlich von Ulm, zwischen Geislingen an der Steige und Blaubeuren.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Gemarkung ist rund 21,31 km² groß.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Merklingen sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Nellingen, Dornstadt, Laichingen (alle Alb-Donau-Kreis), Hohenstadt, Drackenstein, Bad Ditzenbach (alle Landkreis Göppingen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Merklingen, bestehend aus dem Hauptort und dem Weiler Widderstall, ist trotz der baden-württembergischen Gemeindereform der 1970er eine selbständige Gemeinde mit eigener Verwaltung geblieben; sie ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb, gehört dem Zweckverband Albwasserversorgungsgruppe II, Laichingen, an und ist Mitglied im Interkommunalen Rechenzentrum Ulm-Wiblingen-Reutlingen (KIRU).

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist für die Mittlere Kuppenalb typisch: sonnige relativ trockene Sommer, Nebel im Herbst, kalte schneereiche Winter.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Merklingen von Machtolsheim
Weiler Widderstall

Im Jahre 861 findet sich die erste urkundliche Erwähnung von Merklingen als Marchelingen in der Gründungsurkunde des Klosters Wiesensteig.

Seit 1482 gehörte der Ort zum Gebiet der Reichsstadt Ulm.

Merklingen kam 1810 zum Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Blaubeuren zugeteilt, welches 1938 im Landkreis Ulm aufging.

Der Weiler Widderstall wurde am 6. Juli 1209 in einer von Papst Innozenz III. und 13 Kardinälen unterschriebenen Urkunde erstmals erwähnt. Innozenz III. nahm das Prämonstratenserkloster Ursberg mit seinen Besitztümern, zu dem auch ein Klosterhof nahe dem heutigen Widderstall gehörte, unter Schutz. Im 13. Jahrhundert gab das Kloster den Hof bereits wieder auf, die Wiederbesiedlung Widderstalls begann Anfang des 19. Jahrhunderts. Die "Interessengemeinschaft Geschichte und Brauchtum Merklingen (Alb)" hat zusammen mit Widderstaller Bürgern einen Brunnen aus dieser Zeit restauriert.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1977 Johannes Lohrmann
  • 1977–1986 Peter Seyfried
  • 1986–2009 Günter Stolz
  • Am 27. September 2009 wurde Sven Kneipp, parteilos, zum neuen Bürgermeister gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Merklingen hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[2]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+5,2 %p
-5,2 %p
FW Freie Wähler Vereinigung 51,2 5 46,0 5
UWG Unabhängige Wähler Gemeinschaft 48,8 5 54,0 5
gesamt 100,0 10 100,0 10
Wahlbeteiligung 60,63 % 61,2 %

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung[Bearbeiten]

Im grünen Schilde ein silbernes Häuschen, ziegelgedeckt mit einer Tür zwischen zwei Fenstern, alles in Silber. Das Häuschen steht auf grün-silber gemauertem runden Berg im Schildfuß.

Bleichhäusle in Merklingen

Wappenbegründung[Bearbeiten]

Merklingen hatte ein altes Bleichhäusle, das dem Wächter für die auf dem Rasen ausgelegten Wäschestücke zur Unterkunft diente. Da dieses Bleichhäusle als altes Wahrzeichen von Merklingen gilt, wurde es in heraldisch richtiger Form im Ortswappen als Wappeninhalt verwendet. Der gemauerte runde Berg im Schildfuß soll durch die Farben grün-silber den Rasen und die darauf liegenden Wäschestücke versinnbildlichen. Um der Einfachheit willen wurde nur das Farbpaar grün-silber verwendet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Merklingen besitzt eine gute gewerbliche Infrastruktur mit zahlreichen mittelständischen Betrieben am Ort sowie Einzelhandel.

Verkehr[Bearbeiten]

Bis 1985 war Merklingen über die meterspurige Bahnstrecke Amstetten–Laichingen der WEG an die Filstalbahn von Stuttgart nach Ulm angeschlossen. Über das Gemeindegebiet führt die voraussichtlich 2021 fertiggestellte Neubaustrecke Wendlingen–Ulm, deren Tunnel Widderstall im Bereich des gleichnamigen Weilers sich derzeit (Stand 2014) im Bau befindet. Die Realisierbarkeit eines Regionalbahnhofs Merklingen an dieser Strecke soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft werden.

An das überregionale Straßennetz ist Merklingen durch die Bundesautobahn 8 (StuttgartMünchen) (Anschlussstelle 61) angebunden.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Merklingen selbst befindet sich eine Grundschule. In der Nachbargemeinde Nellingen ist eine Hauptschule ansässig, Realschule und Gymnasium können in der Stadt Laichingen besucht werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Ortsmitte von Merklingen
Solar-Testfeld Widderstall

Vereine[Bearbeiten]

Neben dem größten Verein in Merklingen, dem Arbeiter-Samariter-Bund, existieren noch viele andere Vereine. Der Turnverein 1862 Merklingen e.V. (TVM) kommt ebenso auf eine beträchtliche Mitgliederzahl. Weitere Vereine sind beispielsweise der Musikverein Merklingen e.V., der Reit- und Fahrverein, die Kirchenmusik, der Obst- und Gartenbauverein und der Gesangverein.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Merklinger Nudla sind eine Merklinger Backspezialität und werden vom Frühstück bis zum Abendessen, zu Süßem und zu Deftigem gereicht. Nudla werden zubereitet aus Mehl, Schweineschmalz, Hefe, einem Ei, Milch und etwas Salz und Zucker.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorläufiges Wahlergebnis des Statistischen Landesamts

Literatur[Bearbeiten]

  • v. Memminger, Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, 1830. Reprint bei Horst Bissinger KG, Verlag und Druckerei, Magstadt, 1976, ISBN 3-7644-0007-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Merklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien