Merkur (Baden-Baden)
| Merkur | ||
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Blick von Baden-Baden auf den Merkur |
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| Höhe | 668,3 m ü. NHN | |
| Lage | Baden-Württemberg, Deutschland | |
| Gebirge | Schwarzwald | |
| Koordinaten | 48° 45′ 52″ N, 8° 16′ 50″ O48.7644444444448.2805555555556668.3Koordinaten: 48° 45′ 52″ N, 8° 16′ 50″ O | |
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Der Merkur oder Große Staufenberg ist ein 668,3 m ü. NHN[1] hoher Berg im nördlichen Schwarzwald auf der Gemarkung der Städte Baden-Baden und Gernsbach. Der Hausberg Baden-Badens ist von dort mit einer Standseilbahn erschlossen und Standort eines Aussichts- und Sendeturms.
Inhaltsverzeichnis |
Name [Bearbeiten]
Der Berg ist benannt nach dem altrömischen Gott des Handels und Gewerbes Mercurius, dem ein auf dem Gipfel gefundener römischer Votivstein geweiht ist. Der Merkurstein ist seit dem 16. Jahrhundert bezeugt. Ein Abguss des Weihesteins kann heute auf dem Gipfelplateau besichtigt werden, das Original befindet sich in den Stadtgeschichtlichen Sammlungen.[2] Der ursprüngliche Name des freistehenden Bergkegels lautet Großer Staufenberg, eine Anspielung auf die Form eines umgedrehten Trinkbechers (Stauf).
Bergbahn [Bearbeiten]
Der Merkurgipfel ist für Besucher nur zu Fuß oder von Baden-Baden aus mit der Merkurbergbahn erreichbar. 1913 erbaut, wurde die Bergbahn 1967 aus technischen Gründen stillgelegt und 1979 wieder in Betrieb genommen. 1200 Meter lang überwindet eine der längsten Standseilbahnen Deutschlands eine Steigung von bis zu 54 %, die bereits bei der Bahnfahrt einen Blick auf Baden-Baden eröffnet.
Attraktionen [Bearbeiten]
An der Bergstation befindet sich eine Gaststätte. Als weitere Angebote wurden auf dem Gipfel eine Liegewiese, ein Grillplatz und ein Spielplatz mit Riesenrutsche eingerichtet. Zu Kurzwecken sind so genannte Terrainkurwege unterschiedlicher Länge und Steigung angelegt, die natürlich nicht nur von Kurgästen genutzt werden können. Einer dieser Wege führt zum Wildgehege am Fuße des Berges, in welchem Rot-, Dam- und Muffelwild leben. Der Merkur ist eine Station des Premium-Wanderwegs Gernsbacher Runde.
Auf dem Berggipfel befinden sich zwei Startplätze für Gleitschirme, einer in westlicher Richtung direkt an der Bergstation der Merkurbergbahn, der andere in nordöstlicher Richtung. Landeplätze sind Wiesen unterhalb der Talstation der Bergbahn in Baden-Baden sowie oberhalb von Gernsbach-Staufenberg an der Bushaltestelle Neuhaus.
Aussichtsturm [Bearbeiten]
Auf dem höchsten Punkt des Berges befindet sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts bei 48° 45′ 52″ N, 8° 16′ 50″ O48.7644444444448.2805555555556 ein Aussichtsturm, der Merkurturm. Dieser dient seit dem 8. April 1950 dem damaligen SWF (heute SWR) auch als Sendeturm zur Verbreitung von Hörfunkprogrammen im UKW-Bereich und seit 1953 als Standort eines Fernsehsenders. Ende der 70er Jahre wurde der Turm grundlegend saniert. In diesem Zusammenhang wurden auch die dort untergebrachten funktechnischen Einrichtungen erweitert. Neben einem unterirdischen Betriebsraum wurde auf der dem Oostal abgewandten Seite ein Stahlbetonanbau errichtet, der mit dem Aussichtsturm eine Einheit bildet. In dieser Erweiterung wurde unter anderen auch ein Besucheraufzug installiert. Der Anbau, mit dessen Errichtung im Herbst 1980 begonnen wurde und der im Dezember 1982 seiner Bestimmung übergeben wurde, ist eine 23 Meter hohe Stahlbetonkonstruktion, die auf ihrer Spitze einen 40 Meter hohen Antennenträger mit Sendeantennen für UKW-Hörfunk und TV trägt und somit eine Gesamthöhe von 63 Metern besitzt. Am Mast sind auch Richtfunkantennen unter anderem für SWR-interne Verbindungen angebracht.
Panorama [Bearbeiten]
Der Berg bietet einen Rundblick nicht nur über den Talkessel von Baden-Baden, die höchsten Berge des Nordschwarzwaldes und das Murgtal mit den Städten Gaggenau und Gernsbach, sondern auch bis in die Oberrheinebene, zu Vogesen, Haardt und Odenwald. Im Blickfeld liegen die Ruine Hohenbaden, die Battertfelsen, die Ruine Alt-Eberstein, der Fremersberg, die Yburg, die Badener Höhe und die Hornisgrinde sowie die Großstädte Karlsruhe und Straßburg.
Geologie [Bearbeiten]
Aufsteigend vom Stadtgebiet Baden-Baden findet man zunächst 251 bis 299 Millionen Jahre alte Sedimentgesteine bzw. Konglomerate aus dem Rotliegenden. Da es sich bei den in den Konglomeraten eingeschlossenen größeren Steine um vulkanische Gesteine (Quarzporphyr) handelt, erhielten die Gesteine den Fachausdruck Porphyrkonglomerat.
Oberhalb des Rotliegenden findet man schließlich Buntsandstein. Genauer gesagt zunächst Unterer Buntsandstein und in höheren Lagen schließlich Mittlerer Buntsandstein. Diese Gesteine sind 244 bis 251 Millionen Jahre alt.
In den vielen Millionen Jahre bis vor etwa 60 Millionen Jahre wurden noch viele weitere Gesteinsschichten abgelagert.
Seit 60 Millionen Jahren hebt sich der Schwarzwald bzw. senkt sich die Rheinebene. Dadurch wurden die über dem Mittlerer Buntsandstein sich befindenden Gesteinsschichten durch Erosion wieder abgetragen. Die Erosion formte also die Täler um den Merkur und den Merkur selbst.
Durch die Entstehung des Schwarzwaldes bildeten sich auch viele Erdbebenspalten entlang des Schwarzwaldes. Gleich mehrere Spalten bildeten sich in und um Baden-Baden. Eine dieser Spalten verläuft von Baden-Baden ins Murgtal zwischen Merkur und Battert. Sie ist verantwortlich für die natürlichen heißen Thermalquellen von Baden-Baden. Sie ist unterirdisch so tief und breit, dass große Wassermassen in ihr zirkulieren können und so die Hitze aus dem Erdinnern an die Erdoberfläche transportieren.
Vom Merkur in Richtung Osten finden sich noch weitere Gesteine. So finden sich in Müllenbach 318 bis 299 Millionen Jahre alte Gesteine des Oberkarbon. In dieser Schicht befinden sich oft Kohleflöze. In Müllenbach befindet sich jedoch auch Uran in den Steinen des Oberkarbon. Die sicher nachgewiesenen Uranvorkommen betragen 3000 t. Wahrscheinlich sind noch mehr. Der Urangehalt beträgt jedoch nur 0,2 %, so dass ein Abbau nicht wirtschaftlich ist.
Weiter südöstlich von Müllenbach stößt man schließlich auf die Ausläufer des Grundgebirges aus massivem Granit.
Frequenzen und Programme [Bearbeiten]
Analoges Radio (UKW) [Bearbeiten]
Beim Antennendiagramm sind im Falle gerichteter Strahlung die Hauptstrahlrichtungen in Grad angegeben.
| Frequenz (MHz) |
Programm | RDS PS | RDS PI | Regionalisierung | ERP (kW) |
Antennendiagramm rund (ND)/gerichtet (D) |
Polarisation horizontal (H)/vertikal (V) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 88,5 | SWR4 Baden-Württemberg | SWR4_KA_ | D804 | Baden-Radio | 0,8 | D (180°-210°) | H |
| 90,9 | SWR1 Baden-Württemberg | SWR1_BW_ | D301 | – | 0,8 | D (180°-210°) | H |
| 98,9 | SWR2 | __SWR2__ | D3A2 | Baden-Württemberg | 0,8 | D (180°-210°) | H |
| 99,6 | SWR3 | __SWR3__ | D3A3 | Baden/Kurpfalz | 0,4 | D (180°-210°) | H |
| 100,9 | Die neue Welle | __neue__/_welle__ | D30C, D40C | Baden-Baden | 0,8 | ND | H |
Digitales Radio (DAB / DAB+) [Bearbeiten]
| Block | Programme (Datendienste) |
ERP (kW) |
Antennen- diagramm rund (ND), gerichtet (D) |
Polarisation horizontal (H)/ vertikal (V) |
Gleichwellennetz (SFN) |
|---|---|---|---|---|---|
| 11B DRS BW (D__00201)[3] |
DAB+-Multiplex der Digital Radio Südwest:
|
0,8 (max. 5) |
ND | V | Geislingen/Oberböhringen, Freiburg/Vogtsburg, Königstuhl (Heidelberg), Heilbronn (Schweinsberg), Hornisgrinde, Lahr (Schutterlindenberg), Pforzheim/Langenbrand, Baden-Baden/Merkur, Stuttgarter Fernsehturm, Ulm/Kuhberg, Ettlingen/Wattkopf |
Mittelwellensendemast des SWR [Bearbeiten]
→ Hauptartikel Sender Baden-Baden (Merkur)
Analoges Fernsehen (PAL) [Bearbeiten]
Vor der Umstellung auf DVB-T diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen:
| Kanal | Frequenz (MHz) |
Programm | ERP (kW) |
Sendediagramm rund (ND)/ gerichtet (D) |
Polarisation horizontal (H)/ vertikal (V) |
|---|---|---|---|---|---|
| 7 | 189,25 | Das Erste (SWR) | 0,32 | D | H |
| 26 | 511,25 | ZDF | 0,15 | ND | H |
| 47 | 679,25 | B.TV | 0,02 | D | H |
| 57 | 759,25 | SWR Fernsehen Baden-Württemberg | 0,15 | ND | H |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden, herausgegeben vom Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden. Konrad-Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5, S. 92
- ↑ Digitalradio (Radio der Zukunft) Baden-Württemberg , abgerufen am 10. April 2012