Mertendorf (Sachsen-Anhalt)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Mertendorf führt kein Wappen
Mertendorf (Sachsen-Anhalt)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mertendorf hervorgehoben
51.11666666666711.849722222222165Koordinaten: 51° 7′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Wethautal
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 27,43 km²
Einwohner: 1688 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06618
Vorwahlen: 03445, 034422
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 335
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Corseburger Weg 11
06721 Osterfeld
Webpräsenz: www.vgem-wethautal.de
Bürgermeister: Klaus-Dietmar Maurer
Lage der Gemeinde Mertendorf im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild

Mertendorf ist eine Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Wethautal und liegt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Untermühle in Wetterscheidt

Geografie[Bearbeiten]

Mertendorf liegt ca. 6 km südöstlich von Naumburg (Saale) an der Wethau. Als Ortsteile der Gemeinde sind die folgenden ausgewiesen:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde 1030 als Martindorf erstmals urkundlich erwähnt. 1178 erkaufte der Abt des Klosters Pforta 18 Hufengüter des Orts mit allen Zubehörungen. Später erwarb das Kloster auch die Grundherrlichkeit über die restlichen Güter des Orts. 1353 verkaufte Heinrich von Busleben an das Kloster Pforta seine Besitzungen zu Mertendorf und Punkewitz mit aller Gerichtsbarkeit.[2] Nach der Säkularisierung des Klosters Pforta im Jahr 1540 gehörte Mertendorf mit dem Nachbarort Punkewitz als Exklave von 1543 bis 1815 zum kursächsischen Schulamt Pforta.[3] Ihre Steuerschocke mussten die beiden Exklavenorte jedoch ins kursächsische Amt Weißenfels zahlen.[4] Im 18. Jahrhundert wurde in der Gegend um Mertendorf Braunkohle entdeckt.

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Mertendorf zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem der Ort bis 1944 gehörte.[5] Die genaue Eingemeindungsdaten von Punkewitz und Wetterscheidt nach Mertendorf sind unbekannt, sie geschahen jedoch vor 1950.[6][7]

Am 1. Januar 2010 fusionierten die vormals selbständigen Gemeinden Mertendorf (mit den Ortsteilen Punkewitz und Wetterscheidt), Löbitz (mit den Ortsteilen Utenbach, Cauerwitz und Seiselitz) sowie Görschen (mit den Ortsteilen Droitzen, Rathewitz und Scheiplitz) zur neuen Gemeinde Mertendorf.[8]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Mertendorf setzt sich aus 10 Ratsmitgliedern zusammen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Klaus-Dietmar Maurer wurde am 27. September 2009 gewählt.

Verkehr[Bearbeiten]

Zur Bundesstraße 180, die nördlich der Gemeinde von Naumburg (Saale) nach Zeitz verläuft, sind es ca. 2 km. Mertendorf ist seit 1900 Haltepunkt an der Bahnstrecke Naumburg–Teuchern. Der Personenverkehr wurde aber im Dezember 2011 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Louis Naumann: Mertendorf und Punkewitz: Aus Erbzinsregistern d. Domkapitels, Heuneburg 1937

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mertendorf (bei Naumburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kleine Geschichten zur sächsisch-thüringischen Geschichte, Band 2, S.143f.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas“, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34f.
  4. Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande, S.164
  5. Orte des preußischen Landkreises Naumburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Punkewitz auf www.genealogy.net
  7. Wetterscheidt auf www.genealogy.net
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010