Meryl Streep
Mary Louise „Meryl“ Streep (* 22. Juni 1949 in Summit, New Jersey) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Nach ersten Theaterarbeiten feierte sie Ende der 1970er Jahre ihren internationalen Durchbruch mit dem TV-Mehrteiler Holocaust und den Kinoproduktionen Manhattan, Die durch die Hölle gehen und Kramer gegen Kramer. Seitdem gilt die dreifache Oscar-Preisträgerin (bei insgesamt unübertroffenen 17 Nominierungen) als eine der gefragtesten sowie künstlerisch erfolgreichsten Filmdarstellerinnen der Welt. Einer ihrer größten kommerziellen Erfolge war Jenseits von Afrika (1985).[1]
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Privatleben [Bearbeiten]
Mary Louise Streep wurde in Summit (New Jersey) geboren. Ihr Vater, Harry William Streep, Jr., war Führungskraft in einem Pharmaunternehmen. Ihre Mutter, Mary Wolf Wilkinson, war Grafikerin. Ihre deutschen Ururgroßeltern, Gottfried Streeb und Christiana Rosina geb. Zeltmann, stammten aus dem damals württembergischen Loffenau.[2] Einer ihrer Urgroßväter väterlicherseits, Balthasar Wilhelm Huber, stammte aus Giswil in der Schweiz. Sie hat zwei jüngere Brüder, Harry William III und Dana David Streep. Ihre Wurzeln mütterlicherseits liegen in Pennsylvania und Rhode Island, wo vor acht Generationen einer ihrer Vorfahren, der Brite Lawrence Wilkinson, sich als einer der ersten Europäer ansiedelte. Zudem ist nachgewiesen, dass sie Nachfahrin des Pennsylvania-Gründers William Penn ist.
Meryl Streep wuchs in der Nähe von Bernardsville (New Jersey) auf. Später studierte sie Drama am Vassar College in New York. Sie schloss ihr Studium mit einem Master of Fine Arts der School of Drama an der Universität Yale ab.
Von 1976 an war Streep in einer Beziehung mit ihrem Schauspielerkollegen John Cazale. Im Alter von vierzig Jahren erkrankte Cazale an Knochenkrebs, doch akzeptierte er noch die ihm angebotene Rolle in Die durch die Hölle gehen (The Deer Hunter). Sein Gesundheitszustand zwang den Regisseur Michael Cimino, die Szenen mit ihm zuerst abzudrehen. Meryl Streep, die ebenfalls in Die durch die Hölle gehen mitwirkte, pflegte ihn bis zu seinem Tod.
Am 30. September 1978 heiratete Streep den Bildhauer Don Gummer. Mit ihm ist sie bis heute verheiratet und hat vier Kinder: Henry Wolfe, Mary Willa ("Mamie"), Grace Jane und Louisa Jacobson. Ansonsten ist über ihr Privatleben wenig bekannt; sie wird oft zitiert mit den Worten:
„Ich bin eine Schauspielerin, die nach der Arbeit nach Hause geht.“
Im Juni 2009 wurde ihr von der Princeton University der Ehrendoktor "Doctor of Fine Arts" verliehen.
Karriere [Bearbeiten]
Im Jahr 1977 begann sie ihre Film-Karriere mit einer Rolle in Julia, es folgte die TV-Mini-Serie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss, für den Streep einen Emmy als beste Hauptdarstellerin gewann. 1978 gefolgt von dem Antikriegsfilm Die durch die Hölle gehen. Für ihre Leistung in Die durch die Hölle gehen wurde sie mit einer Oscar-Nominierung für die Beste weibliche Nebenrolle belohnt. Woody Allen besetzte sie 1979 in seinem Film Manhattan, im selben Jahr übernahm sie eine tragende Nebenrolle an der Seite von Dustin Hoffman im Scheidungsdrama Kramer gegen Kramer, für die sie ihren ersten Oscar verliehen bekam.
Meryl Streep setzte ihre Karriere in den 80er-Jahren sehr erfolgreich fort, unter anderem mit Rollen in Die Geliebte des französischen Leutnants, Sophies Entscheidung, dem Drama Silkwood, Jenseits von Afrika, Wolfsmilch und Grüße aus Hollywood.
Meryl Streeps erfolgreichste Filmcharaktere sind emotional reife Frauen, die durch äußere Anlässe gezwungen werden, ihr Lebenskonzept zu überdenken, das sie selbst für unerschütterlich gehalten hatten. Anfang der 1990er Jahre wurde ihr – trotz einhelliger Anerkennung ihres handwerkliches Könnens – von einigen Kritikern vorgeworfen, sie sei auf die Darstellung „kühler“ Charaktere festgelegt, deren Menschlichkeit sich dem Publikum nicht unmittelbar erschließe. Möglicherweise war dies der Grund dafür, dass ihre Rollen in den folgenden Jahren über eine größere Bandbreite verfügten, so zum Beispiel in der Farce Der Tod steht ihr gut an der Seite Goldie Hawns, in der Verfilmung von Isabel Allendes Das Geisterhaus, 1995 in Die Brücken am Fluss (vielfach als ihr großes Comeback betrachtet), Am wilden Fluss – ihr erster und bislang einziger Actionfilm – oder auch in der Komödie Die Teufelin. Dies heißt jedoch nicht, dass sie ihrer Bedeutung als einer der ganz Großen der Branche nicht mehr gerecht würde, was sie mit ihren Darstellungen in Marvins Töchter oder auch in Music of the Heart eindrucksvoll unterstrich – für letztgenannten Film lernte sie sogar Violine spielen.
In jüngster Zeit sprach Meryl Streep hin und wieder in den englischen Originalfassungen verschiedener Zeichentrickfilme, so in einigen Folgen der Simpsons oder King of the Hill und lieh ihre Stimme der Blue Fairy (Blaue Fee) in A.I. – Künstliche Intelligenz von Steven Spielberg. Des Weiteren spielte sie an der Seite von Nicolas Cage in Adaption. und gleich vier Rollen in der HBO-Fernsehfassung von Tony Kushners Sechs-Stunden-Stück Engel in Amerika. Mit der Oscar-Gewinnerin Nicole Kidman und mit Julianne Moore spielte sie in The Hours. Ebenfalls im Jahre 2004 spielte sie die auf Angela Lansbury zurückgehende Rolle in der Neuverfilmung von Der Manchurian Kandidat und mit Jim Carrey, Emily Browning und Jude Law in Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse. Im selben Jahr proklamierte die Stadtbezirks-Präsidentin von Manhattan, C. Virginia Fields, den 27. Mai zum „Meryl-Streep-Tag“.
Im August 2001 kehrte Meryl Streep nach fast zwanzig Jahren Abstinenz wieder auf die Bühne zurück, wo sie im Rahmen des „Public Theatre Revivals“ die Rolle der Arkadina in Anton Tscheschows Die Möwe spielte. In derselben Aufführung traten unter der Regie von Mike Nichols auch Kevin Kline, Natalie Portman, Philip Seymour Hoffman, Christopher Walken, Marcia Gay Harden sowie John Goodman auf. Die Inszenierung mit ihrem All-Star-Ensemble und die kostenlosen Eintrittskarten übten eine derartig große Anziehungskraft aus, dass die Zuschauer 17 Stunden dafür anstehen mussten. Im Sommer 2006 spielte Meryl Streep am Delacorte Theatre im Central Park die Titelrolle in Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder in einer neuen englischen Übersetzung durch Tony Kushner unter der Regie von George C. Wolfe.
Im Oktober 2005 kam der Film Couchgeflüster – Die erste therapeutische Liebeskomödie mit Streep in die US-amerikanischen Kinos. In diesem Film spielt sie die komische Rolle einer Therapeutin an der Seite von Uma Thurman und Bryan Greenberg. 2006 kamen die Filme Last Radio Show und Der Teufel trägt Prada, eine Komödie mit Anne Hathaway, heraus. Für Letzteren wurde Streep erneut mit einer Oscar-Nominierung gewürdigt. In dem Film Lucas der Ameisenschreck sprach sie in der englischen Fassung die Ameisenkönigin. 2007 wurde der Film Spuren eines Lebens vorgestellt, in dem Streep als alte Freundin von Vanessa Redgrave eine irische Familiengeschichte miterzählte. Im gleichen Jahr war sie neben Tom Cruise und Robert Redford (auch Regie) in dem Politthriller Von Löwen und Lämmern zu sehen.
In der Musicalverfilmung Mamma Mia! trat Meryl Streep im Sommer 2008 in der Hauptrolle als Donna auf, die unmittelbar vor der Hochzeit ihrer Tochter mit deren drei potenziellen Vätern konfrontiert wird. Die Lieder des verfilmten Bühnenstücks basieren auf Kompositionen der Popgruppe ABBA und wurden von Streep und den übrigen Darstellern des Films selbst eingesungen. Im gleichen Jahr spielte sie in Glaubensfrage die Direktorin einer katholischen Schule, die einen Fall von sexuellem Missbrauch an Kindern vermutet.
Streep zählt laut dem amerikanischen Forbes Magazine nach wie vor zu den am besten verdienenden Schauspielerinnen in Hollywood. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 erhielt sie Gagen in Höhe von 16 Mio. US-Dollar und rangiert damit auf Platz acht u. a. hinter Cameron Diaz.[3]
2011 drehte sie mit Die Eiserne Lady eine Filmbiografie über die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, für die sie ihren dritten Oscar erhielt.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
Im Laufe ihrer bisherigen Karriere war Meryl Streep insgesamt 17 Mal für den Academy Award („Oscar“) nominiert, zuletzt bei der Verleihung 2012 für die Rolle der Margaret Thatcher in Die Eiserne Lady. Dabei entfielen auf sie 14 Nominierungen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin, drei auf sie als Beste Nebendarstellerin. Sie hält damit den Rekord als meistnominierte Schauspielerin aller Zeiten, noch vor Katharine Hepburn und Jack Nicholson mit je zwölf Nominierungen.
Streep gewann den Oscar bisher dreimal, als Beste Nebendarstellerin in Kramer gegen Kramer (1979) und als Beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Sophies Entscheidung 1983 und Die Eiserne Lady 2012.
Filmografie [Bearbeiten]
Kinofilme
- 1975: Everybody Rides the Carousel (Stimme)
- 1977: Julia
- 1978: Die durch die Hölle gehen (The Deer Hunter)
- 1978: Manhattan
- 1979: Die Verführung des Joe Tynan (The Seduction of Joe Tynan)
- 1979: Kramer gegen Kramer (Kramer vs. Kramer)
- 1981: Die Geliebte des französischen Leutnants (The French Lieutenant’s Woman)
- 1982: In der Stille der Nacht (Still of the Night)
- 1982: Sophies Entscheidung (Sophie’s Choice)
- 1983: Silkwood
- 1984: Der Liebe verfallen (Falling in Love)
- 1985: Eine demanzipierte Frau (Plenty)
- 1985: Jenseits von Afrika (Out of Africa)
- 1986: Sodbrennen (Heartburn)
- 1987: Wolfsmilch (Ironweed)
- 1988: Ein Schrei in der Dunkelheit (A Cry in the Dark)
- 1989: Die Teufelin (She-Devil)
- 1990: Grüße aus Hollywood (Postcards from the Edge)
- 1990: Rendezvous im Jenseits – eine himmlische Komödie über das Leben danach (Defending Your Life)
- 1992: Der Tod steht ihr gut (Death Becomes Her)
- 1993: Das Geisterhaus (The House of Spirits)
- 1994: Am wilden Fluß (The River Wild)
- 1995: Die Brücken am Fluß (The Bridges of Madison County)
- 1995: Wunderwelt der Meere (The Living Sea, Sprecherin)
- 1996: Davor und danach (Before and After)
- 1996: Marvins Töchter (Marvin’s Room)
- 1998: Tanz in die Freiheit (Dancing at Lughnasa)
- 1998: Familiensache (One True Thing)
- 1999: Ginevra’s Story: Solving the Mysteries of Leonardo da Vinci’s First Known Portrait (Erzählerin)
- 1999: Chrysanthemum (Kurzfilm, Erzählerin)
- 1999: Music of the Heart
- 2001: A.I. – Künstliche Intelligenz (A.I. Artificial Intelligence, Stimme)
- 2002: Adaption. (Adaptation.)
- 2002: The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit (The Hours)
- 2003: Unzertrennlich (Stuck on You, Kurzauftritt)
- 2004: Der Manchurian Kandidat (The Manchurian Candidate)
- 2004: Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events)
- 2005: Couchgeflüster – Die erste therapeutische Liebeskomödie (Prime)
- 2006: Robert Altman’s Last Radio Show (A Prairie Home Companion)
- 2006: The Music of Regret (Kurzfilm)
- 2006: Der Teufel trägt Prada (The Devil Wears Prada)
- 2006: Lucas der Ameisenschreck (The Ant Bully, Stimme)
- 2007: Dark Matter
- 2007: Spuren eines Lebens (Evening)
- 2007: Machtlos (Rendition)
- 2007: Von Löwen und Lämmern (Lions for Lambs)
- 2008: Mamma Mia!
- 2008: Glaubensfrage (Doubt)
- 2009: Julie & Julia
- 2009: Der fantastische Mr. Fox (Fantastic Mr. Fox, Stimme)
- 2009: Wenn Liebe so einfach wäre (It’s Complicated)
- 2011: Die Eiserne Lady (The Iron Lady)
- 2012: Wie beim ersten Mal (Hope Springs)
- 2013: August: Osage County
Fernsehfilme
- 1977: Blutiges Eis (The Deadliest Season)
- 1977: Great Performances: Secret Service
- 1978: Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss (Holocaust, 4 Teile)
- 1979: Great Performances: Uncommon Women… and Others
- 1981: Kiss Me, Petruchio
- 1982: Alice at the Palace
- 1997: Solange es noch Hoffnung gibt (…First Do No Harm, auch ausführende Produzentin)
- 2003: Engel in Amerika (Angels in America, 2 Teile)
Fernsehserien
- 1994: Die Simpsons: Bart’s Girlfriend (Gastrolle, Stimme)
- 1999: King of the Hill: A Beer Can Named Desire (Gastrolle)
- 2003: Freedom – A History of Us (Dokumentarserie)
- 2010/2012: Web Therapy (Gastrolle)
Videofilme
- 1987: Rabbit Ears: The Tale of Mr. Jeremy Fisher (Kurzfilm, Erzählerin)
- 1987: Rabbit Ears: The Tale of Peter Rabbit (Kurzfilm, Erzählerin)
- 1988: The Tailor of Gloucester (Erzählerin)
- 1989: Rabbit Ears: The Fisherman and His Wife (Kurzfilm, Erzählerin)
- 2010: Higglety Pigglety Pop! or There Must Be More to Life (Kurzfilm, Stimme)
Literatur [Bearbeiten]
- Adolf Heinzlmeier, Petra Gallmeister (Textbearb.): Meryl Streep. V.I.P.: Cinema. Zsolnay, Wien 1994, ISBN 3-552-05109-0
Weblinks [Bearbeiten]
- Meryl Streep in der Internet Movie Database (englisch)
- Meryl Streep in der Deutschen Synchronkartei
- Literatur von und über Meryl Streep im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Seite über Meryl Streep (englisch)
- Homepage von Meryl Streep (englisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Harenberg Personenlexikon, Seite 955. Harenberg Lexikonverlag 2000. ISBN 3-611-00893-1.
- ↑ Meryl Streep. In: Guest Biographie Faces of America with Henry Louis Gates Jr.
- ↑ vgl. Johnson, Wesley: Hollywood's Top Earners. Press Association Newsfile, 23. Juli 2008, 4:38 PM BST
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Streep, Meryl |
| ALTERNATIVNAMEN | Streep, Mary Louise |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1949 |
| GEBURTSORT | Summit, New Jersey |