Meschede

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Meschede (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meschede
Meschede
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meschede hervorgehoben
51.3502777777788.2836111111111260Koordinaten: 51° 21′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 218,5 km²
Einwohner: 30.358 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59872
Vorwahlen: 0291, 02903, 02934
Kfz-Kennzeichen: HSK
Gemeindeschlüssel: 05 9 58 032
Adresse der
Stadtverwaltung:
Franz-Stahlmecke-Platz 2
59872 Meschede
Webpräsenz: www.meschede.de
Bürgermeister: Uli Hess (CDU)
Lage der Stadt Meschede im Hochsauerlandkreis
Hessen Hamm Kreis Höxter Kreis Olpe Kreis Paderborn Kreis Siegen-Wittgenstein Kreis Soest Märkischer Kreis Arnsberg Bestwig Brilon Eslohe (Sauerland) Hallenberg Marsberg Medebach Meschede Olsberg Schmallenberg Sundern (Sauerland) WinterbergKarte
Über dieses Bild
Die Kernstadt

Meschede ist eine Mittelstadt im nördlichen Sauerland und Kreisstadt des Hochsauerlandkreises, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Seit dem 24. Juli 2012 trägt Meschede offiziell den Titel Kreis- und Hochschulstadt.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Meschede liegt südlich des Naturparks Arnsberger Wald beidseitig der Ruhr in unmittelbarer Nähe der Hennetalsperre. Südlich schließt sich das Rothaargebirge an. In der Liste der flächengrößten Städte Deutschlands liegt Meschede auf Platz 69.

Blick von der Klause auf Getreidefeld und Meschede

Tiefster Punkt 214 m (Fluss Ruhr am Übergang nach Oeventrop), höchster Punkt 692,5 m ü. NN. (Berg Hockenstein, südl. Mosebolle)

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet beträgt 218,5 km², davon:

  • Gebäude- und Freifläche 12,25 km²
  • Betriebsfläche 1,68 km²
  • Erholungsfläche 0,66 km²
  • Verkehrsfläche 12,01 km²
  • Landwirtschaftliche Fläche: 67,30 km²
  • Waldfläche 120,31 km²
  • Wasserfläche 3,61 km²
  • Fläche anderer Nutzung 0,68 km²

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die folgenden Entfernungen sind in Luftlinie angegeben.

Meschede grenzt im Norden an Warstein (13 km), im Osten an Bestwig (8 km), im Süden an Schmallenberg (22 km), im Südwesten an Eslohe (13 km), im Westen an Sundern (19 km) und im Nordwesten an Arnsberg (14 km).

Die nächsten größeren Städte mit über 100.000 Einwohnern sind im Nordosten Paderborn (51 km), im Osten Kassel (85 km), im Süden Siegen (57 km), im Westen Hagen (56 km) und im Nordwesten Dortmund (75 km) und Hamm (49 km).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt Meschede gehören die folgenden Stadtteile und Wohnplätze dazu:

Baldeborn, Berge, Berghausen, Beringhausen, Blüggelscheidt, Bockum, Bonacker, Calle, Drasenbeck, Einhaus, Enkhausen, Enste, Ensthof, Erflinghausen, Eversberg, Frenkhausen, Freienohl, Frielinghausen, Galiläa, Giesmecke, Grevenstein, Heggen, Heinrichsthal, Höringhausen, Horbach, Immenhausen, Klause, Köpperkopf, Köttinghausen, Kotthoff, Laer, Löllinghausen, Löttmaringhausen, Mielinghausen, Mosebolle, Mülsborn, Obermielinghausen, Olpe, Remblinghausen, Schederberge, Schedergrund, Schüren, Stesse, Stockhausen, Vellinghausen, Visbeck, Wallen, Wehrstapel, Wennemen, Windhäuser und Wulstern.

Klima[Bearbeiten]

Im Allgemeinen wird Meschede durch den im südöstlichen Westfalen vorherrschenden Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen und dem kontinentalen Klima geprägt. Demnach sind die Sommer teils feucht-kühl, teils aber auch trocken-warm. So wurden Spitzenwerte von 38 °C, trotz der Lage im Bergland (230–632 m ü. NN) gemessen, Tiefstwerte von unter –15 °C sind aufgrund der Tallage keine Seltenheit. Ganzjährig kommt es häufig zu Niederschlägen, die am Nordstau des Gebirges intensiv ausfallen, die Stadt liegt am Nordwestrand eines Höhenzuges des Rothaargebirges, daher liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei knapp 1000 mm. In den Wintermonaten ist eine beachtliche Schneedecke anzutreffen, die durchaus eine Höhe von 50 cm erreichen kann. Berichte von Unwettern sind auch historisch gut dokumentiert. So geht der Bau des Hennesees unter anderem darauf hin zurück, dass die Stadt im 19. Jahrhundert oft von Hochwasser, oftmals bedingt durch die Schneeschmelze im Hochsauerland, heimgesucht wurde. Schwere Unwetter wie beispielsweise 1969, 1997, 2001, 2006 und zuletzt im Juni und August 2007 brachten teils nennenswerte Hochwasserereignisse mit sich.

Geschichte[Bearbeiten]

Meschedes Anfänge[Bearbeiten]

Die Mescheder Geschichte geht zurück ins 8.–9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entstand etwa 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt (am heutigen Stadtrand) gelegen eine karolingische Wallburg, die Hünenburg. Unter fränkischer Herrschaft diente sie unter anderem als Fliehburg, sie demonstrierte aber gleichwohl auch als Machtsymbol nach den Auseinandersetzungen während der Sachsenkriege. Die Burg wurde strategisch errichtet, befand sie sich doch in der Nähe zweier, das Mittelgebirge kreuzender Straßen. Dort, an der Kreuzung dieser mittelalterlichen Routen wurde, ebenfalls im 9. Jahrhundert, von Emhildis ein adliges Damenstift gegründet, dessen Patronin die heilige Walburga war. Emhildis selbst war dessen erste Äbtissin. Der erste Bau der Stiftskirche stammt nachweislich aus karolingischer Zeit, es handelte sich um eine kreuzförmige Basilika; erhalten hiervon ist bis heute der Westturm (um 900) und die Ringkrypta.

Sturm auf dem Meer-Motiv aus dem Hitda-Codex (angefertigt für das Stift Meschede zwischen 1000 und 1030)

Das Stift wurde erst im 18. Jahrhundert säkularisiert. Im Zuge der Ansiedlung des Stiftes „blühte“ die Siedlung bereits im 10. Jahrhundert auf und erhielt von König Otto I. im Jahre 958, rund 40 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung des Namens Meschede das Markt- und Zollrecht. Das Stift konnte in der Folgezeit seine Besitztümer ausdehnen, es gehörte zu den reichsten und größten in Westfalen, stand aber immer unter der Gewalt des mächtigen Grafen von Arnsberg.

Schon früh wird in Meschede ein Kirchspiel nachgewiesen, dessen Ort in etwa der Straße „im Rebell“, also nur rund 100 m vom Damenstift entfernt, entspricht. Die Kirche „Mariä Himmelfahrt et St. Johanni“ war Pfarrkirche für Meschede und Meschede-Land. Im Zuge der Säkularisierung des Klosters wurde das Kirchspiel erst in eine Schule umgewandelt und später ganz abgerissen. Ein Taufbecken findet sich heute in St. Walburga. Ein weiterer frühmittelalterlicher, jedoch noch heute vorhandener Sakralbau ist die Michaeliskapelle auf dem Klausenberg (umgangssprachlich Klausenkapelle), die hoch über der Stadt seit dem 10. Jahrhundert zu finden ist.

Vom Stift zur Freiheit[Bearbeiten]

Im heutigen Stadtgebiet von Meschede kam es im 13. Jahrhundert zur Ansiedlung zweier Plansiedlungen durch den Grafen von Arnsberg: Eversberg und Grevenstein. Durch diese beiden, mit dem Stadtrecht versehenen Siedlungen sollte ein Bollwerk und eine Grenzfestigung Arnsbergs gegenüber dem kölnischen Raum geschaffen werden. Meschede konnte aufgrund des Stiftes und dessen kölnische Ausrichtung das Privileg einer „Stadt“ nicht erlangen, sondern wurde erst 1457 zur Freiheit ernannt. Der Bau eines Rathauses 1581 spricht von einer bürgerlichen Weiterentwicklung in Meschede. Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges machten auch vor Meschede nicht Halt, so wurde unter anderem auch St. Walburga in Mitleidenschaft gezogen. Während des 17. Jahrhunderts zählte Meschede rund 600 Einwohner. Im frühen 18. Jahrhundert wird eine Tuchmacherzunft nachgewiesen, jedoch wird die Freiheit gegen Ende des Jahrhunderts gleich mehrfach von der Roten Ruhr heimgesucht.

Meschede im 18. und 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Meschedes Aufschwung beginnt mit der Ernennung zur Kreisstadt 1819, zuvor hatte es kurzzeitig zu Hessen gehört. 1837 wurden, nach der preußischen Gemeindeordnung von 1835 zum ersten Mal neun Stadtverordnete gewählt. Meschede hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 1750 Einwohner. Erste industrielle und gewerbliche Anlagen lassen sich vornehmlich an den Flüssen Ruhr und Henne nachweisen, eine Werkzeugfabrik, ein Textilunternehmen und eine Schuhleistenfabrik sind zu nennen. Der Bau der Oberen Ruhrtalbahn, durch den Meschede ab 1871 auch mit der Bahn erreicht werden konnte, brachte einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung mit sich, mehr als der Ausbau der Köln-Mindener Fernstraße um 1815, der ein tiefes Eingreifen in das Siedlungsgefüge Meschedes nach sich zog. 1899 hatte Meschede knapp 3000 Einwohner.

Das 20. Jahrhundert in Meschede[Bearbeiten]

Die Ansiedlung der Honsel-Werke bringt der Stadt den Aufstieg hin zur industriell geprägten Stadt. Im Jahre 1901 wurde mit dem Bau der Hennetalsperre begonnen, der 1905 beendet wurde. Damit war ein horrendes Problem Meschedes scheinbar gelöst: die Gefahr der Überschwemmung bei Hochwasser. Regelmäßig stand die Stadt an Ruhr und Henne unter Wasser, stellenweise soll das Wasser meterhoch durch die Straßen geflossen sein. 1927 jedoch waren die Fluten auch für die Hennetalsperre nicht zu bändigen – das Wasser floss auch über die Staumauer hinweg.

Während des Ersten Weltkrieges wurde im Norden der Stadt ein ausgedehntes Kriegsgefangenenlager eingerichtet, Zeugen hiervon sind heute noch die Ausrichtung einiger Straßen in Meschedes Norden sowie die Straßenbezeichnung „Lagerstraße“.

Zwischen den Kriegen, Meschede hatte ursprünglich ca. 4500 Einwohner, begann die weitere Ausdehnung der Stadt – die Häuser kletterten zusehends die Hänge hinauf und verließen das Ruhrtal. Der Zuwachs der Bevölkerung war verbunden mit der Expansion der Honsel-Werke, die ursprünglich als Umschmelzhütte für Aluminiumschrotte (Sekundärhütte) gegründet wurden, sich aber schon vor dem Zweiten Weltkrieg, im Zuge der sogenannten Aufrüstung, zu einer der größten deutschen Aluminiumgießereien entwickelt hatten. Dieser Zweig wurde nach den Kriegszerstörungen bevorzugt wieder aufgegriffen und die Honsel-Werke wurden relativ bald zur größten deutschen Kundengießerei auf dem Aluminiumsektor und verblieben als solche noch lange Jahre im Familienbesitz.

Als Folge des Aufschwungs wurden in der Innenstadt neue Geschäftshäuser errichtet, einige verbliebene alte Fachwerkbauten mussten weichen.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Die heutigen Honselwerke
Luftaufnahme von der Innenstadt: Bildmitte: Telekom Niederlassung Meschede, oben links: städt. Schulzentrum, mittig rechts: Krankenhaus, darüber: Grundschule, unten rechts: Martinrea Honsel

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde auch Meschede „gleichgeschaltet“. 1938 kam es auch hier zu gezielten Attacken gegen die jüdische Bevölkerung. Die Ausdehnung der Stadt schritt weiter voran, die Honsel-Werke beschäftigten mittlerweile rund 3000 Mitarbeiter, 1940 lebten in Meschede 7500 Menschen. In den nächsten Jahren kamen über 1000 Zwangsarbeiter hinzu, die zur Sklavenarbeit nach Meschede verschleppt wurden: 480 für die Honselwerke im Lager Schützenstraße, 380 weitere im Lager Wilhelm von Hagen in Heinrichsthal, sowie 200 im Lager Waldstraße.[3] Zur Bombardierung der Möhne- und Edertalsperre am 17. Mai 1943 kam auch in Meschede erstmals Unruhe auf, in den Straßen wurden, aufgrund der Angst vor einem möglichen Angriff auf die Hennetalsperre, Plakate mit der Aufschrift „Fluchtweg bei Hochwasser“ aufgehängt; textgleiche Aufschriften auf Mauern waren noch in den 1960er Jahren zu lesen.

Hatten bis dahin nur vereinzelte Bombenabwürfe stattgefunden, änderte sich dies ab dem 22. Oktober 1944, als der erste Angriff auf den Bahnhof stattfand. Die deutsche Rüstungsindustrie war über das Land verteilt, die Produktion zum Teil unter Tage verlegt worden. Verwundbar aber war das Transportsystem, was die Eisenbahn im Herbst 1944 zu einem Hauptziel der USAAF machte. Die durch Meschede führende Bahn war damals durchgehend zweigleisig und bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet, teilweise wurde jenseits der Kapazitätsgrenze auf Sicht gefahren. Die näher rückende Westfront ermöglichte es, die Strecke fortlaufend mit tieffliegenden Jagdbombern anzugreifen, bis die Züge nur noch nachts fahren konnten. Zu diesen Angriffen gehörten auch jene auf den Bahnhof Meschede, die allerdings eines gemeinsam hatten: Der Bahnhof wurde jedes Mal um 50 oder 100m verfehlt.[4] Wiederholt getroffen wurden stattdessen Häuser im Umfeld des Bahnhofs, mehrfach unter Verlust von Menschenleben.

Einen völlig anderen Charakter erhielten die Angriffe, als die USAAF von einer bedeutenden Rüstungsfertigung in Meschede auszugehen begann. Für den nächsten Angriff wurden nicht wenige Jagdbomber, sondern 97 B-24 der US 8th Air Force gesandt.

Am 19. Februar 1945, mittags um halb drei griff ein alliierter Bomberverband die Stadt aus südöstlicher Richtung an, neben 200 Sprengbomben wurden rund 20.000 Brandbomben abgeworfen. Die Innenstadt war ein einziges Flammenmeer, der Kirchturm von St. Walburga überragte dieses Bild. Viele Mescheder flüchteten auf umliegende Felder und betrachteten von dort aus das Ende des alten Meschede. Am Ende des Tages waren 45 Todesopfer zu beklagen, die meisten Häuser der Innenstadt waren total zerstört oder schwer beschädigt. Was die Bomber nicht getroffen hatten, waren die militärischen Ziele: Die Honsel-Werke standen noch, der Bahnhof und auch das Hotel Baxmann mit dem V2-Stab.[5] Nicht schwer betroffen war eigentlich auch St. Walburga. Da es den Feuerwehrleuten aber nicht erlaubt war, sie zu löschen, griff das Feuer über. Mit dem 19. Februar endete für viele Mescheder auch die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser.

Nachdem die Bomber alle militärischen Ziele verfehlt hatten, war damit zu rechnen, dass die Stadt auf die Zielliste zurückkehren würde, sobald die Alliierten ihre Luftbilder gefertigt und die Bilder ausgewertet hatten.

Nur neun Tage später wurde die Stadt erneut Ziel eines Luftangriffes, bei dem erneut die Innenstadt, dieses Mal aber auch die Honsel-Werke getroffen wurden. Bahnhof und V2-Stab blieben unversehrt.[6] Durchgeführt wurde der Angriff von 79 B-24 der 8. US-Luftflotte, als Ziel benannte die USAAF "the Henschel tank plant at Meschede".[7]

Am 22. März verübte eine Wehrmachtseinheit nahe dem Abzweig Eversberg von der Reichsstraße 55 ein Massaker an 80 sowjetischen Zwangsarbeitern.

Am 23. März erfolgte der letzte Angriff mit strategischen Bombern, er umfasste 19 B-17. Danach waren die Honsel-Werke fast vollständig zerstört, der Bahnhof wurde schlussendlich doch getroffen - aber auch Wohnsiedlungen im Norden der Stadt.

Am 28. März wurde Meschedes Bürgermeister von einem Werwolf-Kommando ermordet.[8] Die Organisation bekannte sich im "Werwolf-Radio" zu dieser Tat.

Die Einnahme Meschedes durch US-Truppen dauerte eineinhalb Tage und wurde von ihnen als "moderate resistance"[9] beschrieben. Sie begann am 7. April mit Luftangriffen auf eine deutsche Artilleriestellung auf dem Vogelsang, und wurde am 8. April von Wehrmacht- und Volkssturmeinheiten mit Maschinengewehrnestern, Scharfschützen und auf dem Schultenkamp in Stellung gegangener Flak gegen vorrückende Amerikaner geführt. Nachdem Panzersperren in Heinrichsthal zerbombt worden waren, endete er mit dem Rückzug der Wehrmacht nach Sprengung der Ruhrbrücken, und dem Einrücken der US-Truppen am Abend des 8. April. Doch auch am nächsten Tag wurde noch geschossen. Amerikanische Kriegstagebücher sprechen für den 9. April von "Sniping in town, still cleaning up."[10] oder "through Meschede (where we saw the Inf. clear the hill above the town of German infantry troops)"[11]. Das Sprengen der Brücken war in Meschede ganz besonders fruchtlos, weil sich die Lage der Stadt unter anderem dadurch erklärt, dass die Ruhr hier von Pferdefuhrwerken und (dann natürlich auch:) geländegängigen Militärfahrzeugen gefurtet werden kann.

Wiederaufbau[Bearbeiten]

Frühling: Blick auf den Hennesee heute mit Meschede im Hintergrund (2008)

Die Nachkriegsjahre waren wie überall durch Not und Elend geprägt. Einen konkreten Aufbauplan für Meschede gab es bereits 1945. Er sah eine Straßenbegradigung und eine Höherlegung der Innenstadt zum Hochwasserschutz vor, aber auch eine Verlegung des Rathauses von der zentralen Kreuzung ans Ruhrufer. Pläne, die St. Walburga-Kirche für eine breite Kreuzung in der Innenstadt zu opfern, konnten vom damaligen Pfarrer Künsting durch sein beherztes Eingreifen bei den oberen Behörden gerade noch verhindert werden. Die Stadt wuchs vor allem durch den Zuzug von Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten nach Norden und nach Südosten. 12.500 Einwohner wurden bereits 1955 gezählt, in diesem Zeitraum wurden die gröbsten Kriegsschäden aus der Stadt beseitigt, die St. Walburga-Kirche bekam ihren historischen Turmhelm wieder. Jedoch sind bis heute noch Baulücken im Zentrum anzutreffen, die auf Kriegseinflüsse zurückzuführen sind. Mitte der 1950er Jahre wurde auch der „neue“ Hennesee eingeweiht, die alte Staumauer wurde 1948 aufgrund von Unterspülungen stillgelegt, ein Steinschüttdamm wurde 200 m flussaufwärts errichtet, wobei das Fassungsvermögen von 11 auf knapp 39 Millionen m³ erhöht wurde. Zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 1959 wurde dann auch das Rathaus eingeweiht. In den 1960er Jahren dehnte sich Meschede in alle Himmelsrichtungen weiter aus, 1961 wurde der Ehrenfriedhof Eversberg eingeweiht. 1964 wurde im Norden hoch über der Stadt die Friedenskirche der Benediktiner-Abtei geweiht, heute neben der St. Walburga-Kirche und dem Kreishaus mit das imposanteste Gebäude der Stadt. 1970 kam es zu einer bundesweit beachteten Pockenepidemie in Meschede, bei der vier Menschen starben.

Meschede um 1975[Bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 die Kreise Arnsberg, Brilon und Meschede zum Hochsauerlandkreis vereint, Meschede wurde Kreisstadt. Am selben Tag wurde die Stadt um die bis dahin selbständigen Gemeinden Calle, Eversberg, Freienohl, Grevenstein, Meschede-Land, Remblinghausen und Visbeck vergrößert.[12] Teile der ehemaligen Gemeinden Harblinghausen und Reiste mit damals jeweils etwas mehr als 100 Einwohnern kamen hinzu. Die Einwohnerzahl erhöhte sich auf über 32.000.[13] Im Norden der Stadt wurde in den frühen 1970er Jahren die „Gartenstadt“ (die jedoch keine klassische Gartenstadt im Sinne des Erfinders ist) mit großflächigerem Geschosswohnungsbau errichtet, hinzu kamen ausgedehnte Wohngebiete im Süden der Stadt, neue Schulen und Behörden entstanden, darunter auch das erwähnenswerte Kreishaus, welches 1987 der Bestimmung übergeben wurde.

Stadtentwicklung in der jüngsten Vergangenheit[Bearbeiten]

Luftaufnahme von der Innenstadt

Die Kernstadtsanierung, die ab 1970 angegangen wurde, ist eines der wichtigsten Projekte der jüngeren Mescheder Geschichte gewesen. Zahlreiche Missstände galt es zu beseitigen: Gewerbeansiedlungen im Innenstadtbereich, unzureichende optische Erscheinung einiger Straßenzüge, bauliche Mängel, aber vor allem die bundesweit bekannte „Staufalle“ Meschede mussten beseitigt werden. 1982 konnte die Antonius-Brücke eingeweiht werden, die Verlegung der B55 hatte begonnen. Durch den Bau einer weiteren Brücke über die Ruhr konnte der Bahnübergang, mit verantwortlich für den Dauerstau in der Innenstadt geschlossen werden und die Ruhrstraße in eine Fußgängerzone umgewandelt werden.

Die vierspurige Tangente, die südlich des alten Stadtkerns vorbei geführt wurde, konnte bis 1987 in einem zweiten Schritt fertiggestellt werden. Das Stiftscenter wurde 1984 als Parkhaus mit angeschlossenen Ladenlokalen eröffnet, 1980 wurde die neue Zentrale der Sparkasse Meschede eröffnet, in der direkten Nachbarschaft wurde im selben Jahr die Stadthalle eingeweiht. Der Kaiser-Otto-Platz wurde 1991 Fußgängerzone. Durch die Fertigstellung des Innenstadtringes konnte 1998 die Sanierung der Innenstadt abgeschlossen werden. Zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe wurden in das Industriegebiet „Enste“ umgesiedelt. Mit der Sanierung wurde die Qualität der inneren Stadt deutlich aufgewertet und die bisweilen triste Bauweise der 1950er Jahre wurde so aufgefangen. In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche neue Bauten in der Innenstadt verwirklicht werden: mehrere Altenwohnheime und neue Geschäftshäuser entstanden. Mit dem Bau der Agentur für Arbeit und der sanierten St. Walburga-Kirche fand die innerstädtische Entwicklung ihren vorläufigen Abschluss. Neue Wohngebiete entstanden ab 2000 und entstehen im Nordwesten der Stadt am Hainberg und im Südosten.

Planungen in den Jahren 2000–2005 konzentrierten sich auf das Areal der Deutschen Bahn, die sich in den vergangenen 20 Jahren immer mehr aus ihren Flächen zurückgezogen hat. Nach mehrjähriger, schwieriger Planungszeit wurden 2008 die Arbeiten an der sogenannten „Bahnschiene West“ teilweise abgeschlossen.

Eine Ausweitung der Gewerbe- und Industrieflächen in Enste sind seit 2012 im Bau. Außerdem wurde eine Neugestaltung des Rathausumfeldes durchgeführt. Es ist ein Geschäftshaus entstanden, das ein Modehaus sowie Gastronomie mit Blick auf die Ruhr beheimatet. Gegenwärtig bestimmt das Vorhaben der Stadt Meschede im Rahmen der Regionale 2013 die Stadtentwicklung, insbesondere die der Kernstadt. Unter dem Motto „Wissen, Wasser, Wandel – eine Hochschulstadt am Fluss“ soll der Bezug Meschedes zu Ruhr und Henne gestärkt und der Charakter einer Hochschulstadt gefördert werden. Insbesondere die Öffnung des „Hennedeckels“ – einer Baumaßnahme der 1960er Jahre in der Innenstadt, die den Flusslauf der Henne mit einem, aus heutiger Sicht unästhetischen Betondeckels versehen hat und die Gestaltung flussnaher Uferbereiche mit der damit verbundenen Steigerung der Aufenthaltsqualität führte in Meschede zu einer breiten Zustimmung und Unterstützung des Projektes zur Regionale 2013.

Im Sommer 2013 war die Öffnung der Henne bereits abgeschlossen, wodurch sich das Bild der Innenstadt stark veränderte. Des Weiteren wurde östlich der Innenstadt die neue Johannesbrücke über die Ruhr zu gebaut. Diese stellt den vor langer Zeit begonnenen Ostring fertig und leitet den Hauptverkehr über die Kolpingstraße. Durch Fertigstellung dieser Maßnahme konnte der Winziger Platz nun zu einer Verkehrsberuhigten 30er Zone werden. Auch wurde die Ruhrbrücke im Anschluss daran, bis voraussichtlich Anfang 2014, für eine umfassende und dringend notwendige Sanierung gesperrt. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass das Gebäude der Stadthalle, welches früher ein Kaufhaus beherbergte, einen Investor gefunden hat. Es gibt Pläne für eine umfassende Renovierung und die Einrichtung eines "Meschede Center". So sollen sich dort ab Herbst 2014 mehrere Einzelhändler ansiedeln und den Winziger Platz als Einstiegspunkt in die Innenstadt erneut festigen.

Panoramablick auf Meschede im Winter 2009. Erkennbar (von links nach rechts): Das August-Macke-Schulzentrum, die Telekom, die Honsel-Werke, die Benediktiner-Abtei Königsmünster.
Blick Rtg. NW von der Ittmecke auf Meschede. Links die Telekom, rechts die Honsel-Werke

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Mit Stand vom 1. Januar 2013 beträgt die Einwohnerzahl 32.226, davon sind 16.307 weiblich und 15.919 männlich. In der Kernstadt Meschede leben 15.632 Einwohner.[14] Im Jahr 2013 hat Meschede 2452 Einwohner weniger als am 1. Januar 2006. Der Rückgang der Einwohnerzahl in der Kernstadt entspricht etwa dem Durchschnitt in der gesamten Stadt.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[15][16]
Wahlbeteiligung: 55,8 % (2004: 58,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,8 %
22,2 %
14,4 %
8,6 %
6,3 %
4,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,1 %p
-0,1 %p
-0,4 %p
+1,3 %p
+6,3 %p
+0,1 %p

Rat der Stadt[Bearbeiten]

Meschede wurde abgesehen von einem kurzen Intermezzo der SPD von 1949 bis 1952 ab dem Zweiten Weltkrieg bis zur Kommunalwahl 2009 mit absoluter Mehrheit von der CDU regiert. Mittlerweile hat die CDU die absolute Mehrheit verloren, stellt aber nach wie vor die größte Fraktion im Rat. Der Rat der Stadt Meschede hat 46 Mitglieder und setzt sich zur Zeit aus Fraktionen der CDU, SPD, UWG, FDP, Grünen, und Meschede braucht Zukunft (MbZ) zusammen.

Sitzverteilung nach der Kommunalwahl am 30. August 2009:

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 20 Sitze
SPD 10 Sitze
UWG 7 Sitze
FDP 4 Sitze
MbZ - Meschede braucht Zukunft 3 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen 2 Sitze

Darüber hinaus gibt es mit der Jungen Union, den Jungsozialisten und den Jungen Liberalen drei politische Jugendorganisationen, die in Meschede tätig sind.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister (und Stadtvorsteher) seit 1900

  • 1894–1920: Stadtvorsteher Hermann Heuel
  • 1922–1933: Stadtvorsteher Anton Bange
  • 1933–1937: Stadtvorsteher Caspar Ebel
  • 1937–1945: Alexander Scherf, eineinhalb Wochen vor der Eroberung Meschedes von der Organisation "Werwolf" ermordet[17]
  • 1945–1946: Caspar Ebel (CDU)
  • 1946–1948: Engelbert Dick (CDU), erster frei gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg
  • 1948–1952: Hugo Werner (SPD)
  • 1952–1961: Engelbert Dick (CDU)
  • 1961–1969: Josef Busch (CDU)
  • 1969–1974: Bruno Peus (CDU)
  • 1975–1998: Franz Stahlmecke (CDU), erster Bürgermeister der heutigen Stadt Meschede nach der kommunalen Neugliederung
  • 1998–1999: Bruno Peus (CDU)
  • seit 1999: Hans-Ulrich (Uli) Hess (CDU), erster hauptamtlicher Bürgermeister

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 30. Oktober 1965 besteht eine Städtepartnerschaft mit Le Puy-en-Velay (Frankreich). Außerdem führt Meschede eine schon vor der Eingemeindung 1975 bestehende Städtepartnerschaft Freienohls mit Cousolre (Frankreich) fort. Am 10. Juni 1956 hat die Stadt beschlossen, die Patenschaft für die Vertriebenen der ehemaligen schlesischen Stadt Winzig (Polen) zu übernehmen. Über diese Patenschaft hat sich inzwischen auch eine enge Verbindung zur Gemeinde Neufraunhofen, in der ebenfalls viele Winziger eine neue Heimat fanden, entwickelt, ohne dass eine offizielle Partnerschaft besteht.

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen Meschede.svg Blasonierung:

Von Blau und Silber gespalten; vorn ein halber silberner Adler mit roter Zunge, hinten ein durchgehendes schwarzes Kreuz.

Beschreibung:

Der Adler verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Arnsberg und das Kurkölnische Kreuz auf das Kurfürstentum Köln. Die neue Stadt Meschede übernahm 1975 das Wappen der alten Stadt Meschede. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 30. Juli 1976.[18]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Kulturveranstaltungen verschiedenster Art finden in der Stadthalle statt. Für kleinere Ausstellungen und Konzerte bietet sich das Bürgerzentrum Alte Synagoge an. Es entstand in einem Gebäude, das vor dem Zweiten Weltkrieg als Synagoge genutzt wurde und nach dem Krieg zunächst eine Schreinerei war. In den Mescheder Kirchen finden regelmäßig Konzerte statt. Zudem gibt es in Meschede ein kleines Kino. Das Mescheder Stadtmarketing hat in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Ideen für Veranstaltungen in der Innenstadt entwickelt. Beispielsweise ist hier das „Innenstadt-Dinner“ zu nennen, welches auch überregional große Beliebtheit erfährt.

Musik[Bearbeiten]

Die Musikschule des Hochsauerlandkreises verfügt über eine Brass-Band und ein symphonisches Blasorchester. Neben der Musikschule gibt es zahlreiche Musikvereine. In der Kernstadt gibt es z.B. den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr.

Museen[Bearbeiten]

Heimatmuseum Eversberg

Im Ortsteil Eversberg befindet sich das Museum für Bäuerliche Handwerks- und Gewerbegeschichte, Landschafts- und Kulturentwicklung.

Bauwerke[Bearbeiten]

Abtei Königsmünster

Neben der erwähnten alten Krypta unter der Kirche lohnen folgende Objekte eine Besichtigung:

Sport[Bearbeiten]

2007 war Meschede der Veranstaltungsort des VELTINS Basketball CUPs, der zwischen vier Mannschaften der deutschen Basketball-Bundesliga ausgetragen wurde.

Vereine in Meschede[Bearbeiten]

Meschede verfügt über ein aktives Vereinsleben. So gibt es in Meschede zwei Schützenvereine. Die St. Georgs-Schützenbruderschaft mit einer fast 525 jährigen Geschichte sowie die Schützengemeinschaft Meschede Nord. Zahlreiche Musikvereine und Chöre in Meschede und seinen Dörfern gestalten das kulturelle Leben mit. Auch der Sport kommt in der Stadt nicht zu kurz – so gibt es z. B. mehrere Fußballvereine. Die Geschichte des ältesten ansässigen Angelsportervein ASV Sauerlandia reicht bis auf das Jahr 1938 zurück. Die Mescheder Pfadfinder leisten schon seit 1949 Jugendarbeit in der Stadt. Der Stamm zählt etwa 100 Mitglieder. Im Jahr 2005 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Auch das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft oder das Technische Hilfswerk sind mit einer Ortsgruppe in Meschede vertreten. Seit 1991 gibt es einen Esperanto-Klub. Der Ruderclub Meschede, kurz RCM, wurde 1966 gegründet. Das Bootshaus am Hennesee in der Beringhauser Bucht wurde am 19. September 1975 eingeweiht.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Neben den regelmäßig stattfindenden Kneipennächten mit Live-Musik sowie der St.-Georgs-Kirmes sind die beiden Schützenfeste (das jährlich an Fronleichnam stattfindende Schützenfest sowie das Schützenfest im Mescheder Norden, welches jedes Jahr am 2. Wochenende im Juli stattfindet) sowie Frühlings- und Bürgerfest erwähnenswert. Auch im sportlichen Bereich finden diverse Veranstaltungen statt, z. B. ein Triathlon am Hennesee oder Großveranstaltungen in der Stadt bzw. den Sporthallen.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine örtliche Spezialität, die bis in das Jahr 1848 zurückgeht, ist ein über mehrere Monate gereifter Knochen- beziehungsweise Kernschinken. Damals befand sich die Schinkensalzerei und Räucherei noch im Stadtkern; wurde 1980 jedoch in das Gewerbe- und Industriegebiet Enste umgesiedelt.

Bei dem „Mescheder Wind“ handelt es sich um einen 15%igen Kräuterlikör.

Tourismus[Bearbeiten]

Touristisch interessant ist der nahe der Kernstadt von Meschede gelegene Hennesee, ein 213 ha großer künstlicher Stausee, der zum Baden und für unmotorisierte Schifffahrt genutzt wird.

Eine weitere Attraktion ist seit dem Sommer 2008 der Lörmecke-Turm im Arnsberger Wald nahe Meschede; ein Aussichtsturm mit Blick über die Umgebung Meschedes.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Telekom Niederlassung in Meschede

Größte Arbeitgeber in Meschede sind die Martinrea Honsel Germany GmbH (Leichtmetallprodukte), die Brauerei Veltins und die Deutsche Telekom AG. In der Kreisstadt finden sich zudem zahlreiche mittelständische Betriebe verschiedenster Branchen, das Metall verarbeitende Gewerbe sowie der Karosseriebau sind traditionell stark vertreten. Durch den Sitz verschiedener Behörden und Einrichtungen (unter anderem das Kreishaus, Kreispolizei, Landes-Straßen-Bauamt („StraßenNRW“), dem Haus der Landwirtschaft sowie der Agentur für Arbeit) verfügt die Stadt auch über einen großen Anteil an Angestellten und Beamten.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Blick von der Sperrmauer des Hennesees auf Meschede
Kirche Maria Himmelfahrt in Meschede, darüber: St. Walburga-Realschule

Straßen im unmittelbaren Stadtgebiet: B7, B55, A46

Nach der abgeschlossenen Sanierung der Innenstadt und die damit verbundene Verlegung der Kreuzung von B7 und B55 am zentralen Platz (Kaiser-Otto-Platz) entschärfte sich das als überregional bekannte „Nadelöhr“ Meschede deutlich. Der innerstädtische Erschließungsring wurde Ende der 1990er Jahre fertiggestellt. Zur besseren Erschließung der nördlichen Stadtteile mit dem Stadtzentrum wird seit Jahren über eine weitere Querung der Bahntrasse diskutiert.

Die Einbindung der Stadt Meschede in das überregionale Verkehrsnetz erfolgt vornehmlich über die in Ost-West-Richtung verlaufende BAB A46, die über folgende Anschlussstellen im Stadtgebiet verfügt: Freienohl, Wennemen, Enste und Meschede. Sie stellt im Nordwesten eine Anbindung an die BAB A44 Dortmund-Kassel her und soll nach Osten in Richtung Brilon weiter als B 480 zum Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren der BAB A44/A33 weitergebaut werden.

In Nord-Süd-Richtung verläuft die B55 als wichtige überregionale Straßenachse durch das Stadtgebiet Meschede. Sie sichert im Norden u. a. über die Anbindung an die BAB A44 und A2 die Verbindung nach Lippstadt, Paderborn und dem ostwestfälischen Raum und führt im Süden über Olpe und die Anbindung an BAB A45 und A4 nach Köln und Bonn.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Meschede befanden sich einstmals fünf Bahnhöfe: Meschede, Freienohl und Eversberg (im Stadtteil Wehrstapel gelegen) an der Oberen Ruhrtalbahn, sowie Berge (Kr Meschede) und Wennemen an der Bahnstrecke Finnentrop–Wennemen. Heute werden davon nur noch die Bahnhöfe Meschede und Freienohl im Personennahverkehr bedient. An beiden verkehren Züge des Dortmund-Sauerland-Express RE 57 zwischen Dortmund und Winterberg sowie des Sauerland-Express RE 17 von Hagen nach Kassel-Wilhelmshöhe bzw. Warburg. Die Züge verkehren im Stundentakt. Der Bahnhof Wennemen wird noch zur Holzverladung genutzt, Eversberg und Berge sind stillgelegt.

Das Gebiet der Kernstadt wird von einem Stadtbus-System erschlossen, zudem fahren Busse in die Ortsteile, Städte und Gemeinden des Hochsauerlandkreises sowie nach Warstein und nach Lennestadt-Grevenbrück.

Flughafen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Schüren befindet sich der Flugplatz Meschede-Schüren, ein Flugplatz der Kategorie II. Die nächsten großen Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Paderborn/Lippstadt sowie der Flughafen Dortmund, der in derselben Fahrzeit über die Autobahn erreichbar ist.

Medien[Bearbeiten]

Meschede ist Sitz des Lokalsenders Radio Sauerland. Die Fachhochschule Südwestfalen betreibt den eigenen Radiosender radioFH!. Außerdem gibt es Redaktionen und Geschäftsstellen der Westfalenpost und des Anzeigenblattes Sauerlandkurier.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kreishaus in Meschede

Meschede ist als Kreisstadt des Hochsauerlandkreises Sitz der Kreisverwaltung. Ebenfalls in der Stadt beheimatet ist die Finanzverwaltung NRW mit dem Finanzamt Meschede, die Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft sowie die Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift des Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Ferner ist die Stadt Sitz des für Bestwig, Eslohe und Meschede zuständigen Amtsgerichts Meschede.

Bildung[Bearbeiten]

Einer von vier Standorten der Fachhochschule Südwestfalen befindet sich in Meschede. Hier werden knapp 1400 Studierende in Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre und dem internationalen Studiengang International Management with Engineering ausgebildet. Außerdem gibt es in Meschede zwei Gymnasien (das Gymnasium der Stadt Meschede im August-Macke-Schulzentrum und das Gymnasium der Benediktiner), zwei Realschulen, drei Hauptschulen, elf Grundschulen, eine Sonderschule, ein Berufskolleg mit mehreren Zweigen sowie die Fachschule für Agrarwirtschaft. Für außerschulische Bildung bietet unter anderem die Volkshochschule Kurse an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt Meschede[Bearbeiten]

Die Ehrenbürgerschaft wurde verliehen an:[19]

  • Julius Lex sen.
  • Emil Scholand
  • Pfarrer Franz Josef Ruegenberg
  • Fritz Honsel
  • Pfarrer Joseph Künsting
  • Pfarrer Ferdinand Gerwinn
  • Carl Veltins
  • Ferdinand Flügge
  • Ferdinand Reichsgraf von Spee
  • Abt Harduin Bießle OSB
  • Konrad Müller
  • Josef Busch
  • Hans Liese
  • Franz Stahlmecke

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meschede – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Huyskens: Der Kreis Meschede unter der Feuerwalze des Zweiten Weltkrieges, Bielefeld 1949
  • Manfred Wolf: Quellen zur Geschichte von Stift und Freiheit Meschede. Meschede 1981
  • Karl Egon Gordes (Schriftleitung): Freiheit Meschede. 500 Jahre Bürgersprache. Hrsg. St.-Georgs-Schützenbruderschaft e.V. Meschede, Meschede 1986
  • Hanneli Kaiser-Löffler, Ottilie Knepper-Babilon, Wilfried Oertel, Erika Richter: Jüdische Familien in Meschede. Meschede 1997
  • Eva Hoffmann: 25 Jahre Leben in der neuen Stadt Meschede. Hrsg. Stadt Meschede. Meschede 2000
  • Ottilie Knepper-Babilon, Hannelie Kaiser-Löffler: Widerstand gegen die Nationalsozialisten im Sauerland. Hrsg. Hochsauerlandkreis, Meschede 2003
  • Olaf Goldstein, Ottilie Knepper-Babilon, Reinhard Köhne, Aline Kottmann, Werner Kreuz, Erika Richter, Manfred Wolf: Mescheder Geschichte, Band 1. Hrsg. Heimatbund der Stadt Meschede, Meschede 2007
  • Peter Wiese: Aus Meschedes Vergangenheit. Meschede 1932 Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt – Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012
  3. International Tracing Service HQ: Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-occupied Territories, Sept. 1st, 1939 – May 8th, 1945, Volume II, Arolsen, April 1950.
  4. http://www.archiv-der-zeitzeugen.com/Files/files/PDFSchaefer_Holzschale_22.pdf Karl Schaefer: Die Holzschale der Kahns - Erinnerungen aus meiner Kindheit im Dritten Reich, im Krieg und in der Nachkriegszeit, Seite 120
  5. http://www.archiv-der-zeitzeugen.com/Files/files/PDFSchaefer_Holzschale_22.pdf Karl Schaefer: Die Holzschale der Kahns - Erinnerungen aus meiner Kindheit im Dritten Reich, im Krieg und in der Nachkriegszeit, Seite 156
  6. http://www.archiv-der-zeitzeugen.com/Files/files/PDFSchaefer_Holzschale_22.pdf Karl Schaefer: Die Holzschale der Kahns - Erinnerungen aus meiner Kindheit im Dritten Reich, im Krieg und in der Nachkriegszeit, Seite 164
  7. http://paul.rutgers.edu/~mcgrew/wwii/usaf/html/Feb.45.html COMBAT CHRONOLOGY OF THE US ARMY AIR FORCES, FEBRUARY 1945
  8. Alexander Perry Biddiscombe: Werwolf!: The History of the National Socialist Guerrilla Movement, 1944-1946, Seite 40
  9. William C. Sylvan (Author), Francis G. Smith Jr. (Author), John T. Greenwood (Editor): Normandy to Victory: The War Diary of General Courtney H. Hodges and the First U.S. Army, Seite 365
  10. http://www.4point2.org/belldiary.htm War Diary of Detector 6, Lt Col Edgar V. H. Bell, CO, 90th Chemical Mortar Battalion
  11. http://www.4point2.org/hist-90.htm 90th Chemical Mortar Battalion, The Story of the Ninetieth In Training and In Action, 1944 - 1945
  12.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 335.
  13.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  14. Die Einwohnerstatistik von Meschede (PDF; 119 kB) Stadt Meschede. Abgerufen am 23. Februar 2013.
  15. http://www.meschede.de/Stadtverwaltung/FB_32/wahlen/kommunalwahlen/kommunalwahl_2009_gemeinde_zahlen.pdf
  16. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c958032kw0900.html
  17. Alexander Perry Biddiscombe: Werwolf!: The History of the National Socialist Guerrilla Movement, 1944-1946, Seite 40
  18. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 60 ISBN 3-87793-017-4
  19. Ehrenbürger der Stadt Meschede (PDF; 944 kB)