Mesen (Belgien)

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Mesen
Mesenwapen.gif Mesenvlag.gif
Mesen (Westflandern)
Mesen
Mesen
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Westflandern
Bezirk Ypern
Koordinaten 50° 46′ N, 2° 54′ O50.7641666666672.8988888888889Koordinaten: 50° 46′ N, 2° 54′ O
Fläche 3,58 km²
Einwohner (Stand) 952 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 266 Einw./km²
Postleitzahl 8957
Vorwahl 057
Bürgermeister Sandy Evrard
Adresse der
Kommunalverwaltung
Stadhuis
Markt 1
8957 Mesen
Webseite www.mesen.be

lblelslh

Momentaufnahme vom April 1918

Mesen (wallonisch Messines) ist eine belgische Stadt in der Region Flandern. Sie gehört zur Flämischen Gemeinschaft, der Provinz Westflandern und zum Kreis Ypern. Mesen ist eine Fazilitäten-Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Mit einer Bevölkerung von weniger als 1.000 Einwohnern ist Mesen eine der kleinsten Städte Belgiens. Darüber hinaus ist sie – wie Baarle-Hertog und Ixelles/Elsene – in zwei nicht miteinander verbundene Teile getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster Mesen/Messines wurde im 11. Jahrhundert von der heiligen Adela von Messines gegründet († 8. Januar 1079), die hier auch begraben wurde. Adelheid war eine Tochter des französischen Königs Robert der Fromme und Schwiegermutter Wilhelms des Eroberers, auch Wilhelm I. (England) genannt.

Die Stadt erreichte ihren Zenit im 12. und 13. Jahrhundert – wie Lille, Ypern und Brügge auch – aufgrund der Tuchindustrie. Im Ersten Weltkrieg war der südlich von Ypern gelegene Ort von strategischer Bedeutung, da ein kleiner Höhenzug in seiner Nähe verläuft. Der Ort wurde so im Verlaufe der Schlachten um Ypern völlig zerstört und nach dem Krieg an derselben Stelle wieder aufgebaut. Die Landschaft um die Stadt wurde besonders durch die Schlacht von Messines (siehe Momentaufnahme) durch Sprengtrichter, die bis heute sichtbar sind, gezeichnet. Soldatenfriedhöfe und Denkmäler für die zahlreichen verschollenen Soldaten zeugen von den Opfern der Kämpfe. Die Explosion von rund 26 Tonnen Sprengstoff bei Messines 1917 galt bis dahin als das lauteste von Menschen erzeugte Geräusch; angeblich war es noch in London zu hören.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1975 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Mesen und der neuseeländischen Stadt Featherston.

Trivia[Bearbeiten]

Vor etwa 100 Jahren wurde Mesen noch Meesen geschrieben. Lübeck, dessen Regiment im April 1918 dort kämpfte, benannte später eine seiner Kasernen als Meesen-Kaserne. Die Kaserne als solche und somit der Name existieren heute nicht mehr. Die Straße über deren ehemaligen Exerzierhof trägt aber noch heute den Namen Meesenring.

Man nimmt an, dass mindestens vier nicht detonierte Minen aus dem Ersten Weltkrieg existieren. Die größte davon direkt unter einem Bauernhof. Da die Gänge aber mittlerweile eingestürzt oder mit Wasser gefüllt sind, kann man heute nicht mehr zu dem Sprengstoff gelangen, um ihn zu entschärfen. (Siehe auch: Schlacht von Messines)

Weihnachten 1914 verbrachte der Gefreite Adolf Hitler als Ordonnanz und Melder des Königlich Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 16 in Mesen.

Weblinks[Bearbeiten]

Blick auf die Sint-Niklaaskirche
 Commons: Mesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien