Messe Düsseldorf

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Messe Düsseldorf GmbH
Logo der Messe Düsseldorf GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1947
Sitz Düsseldorf DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Werner M. Dornscheidt (Vorsitzender der Geschäftsführung)
Mitarbeiter 1411 (2009)
Umsatz 372,7 Mio. EUR (2011)[1]
Branche Messewirtschaft
Website www.messe-duesseldorf.de
Historisches Messegelände der GeSoLei rund um den Ehrenhof in Düsseldorf-Pempelfort, Luftaufnahmen von 1953
Messegelände der Messe Düsseldorf GmbH
Verwaltungsgebäude der Messe Düsseldorf GmbH
Halle 6 – „Rheinhalle“
CCD Congress Center
Eingang Nord-Ost
Messestand (EMV 2011)

Die heutige Messegesellschaft Messe Düsseldorf GmbH wurde am 7. Januar 1947 unter dem Namen Nordwestdeutsche Ausstellungsgesellschaft mbH – NOWEA gegründet. Dies geschah zunächst ausschließlich im Hinblick auf die von der englischen Besatzung angeregte Organisation einer „Gewerblichen Leistungs- und Exportschau“. Bereits Ende der 1940er Jahre kamen jedoch einige andere Ausstellungen hinzu, sodass sich die Messegesellschaft dauerhaft etablieren konnte.

Heute zählt das Unternehmen rund 120 Veranstaltungen der unterschiedlichsten Branchen im In- und Ausland zu seinem Produktportfolio und beschäftigt weltweit über 1.400 Mitarbeiter. Die Messe Düsseldorf erreichte im Jahr 2010 einen Gesamtumsatz von 335 Millionen Euro. An diesem war der Standort Düsseldorf mit 228 Millionen Euro beteiligt, den Rest erwirtschafteten die diversen Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Im Jahr 2012 erreichte die Messe Düsseldorf nach Erhebungen des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V einen Gesamtumsatz von 381 Millionen Euro und war sowohl nach Fläche als auch nach Umsatz die fünftgrößte Messegesellschaft weltweit.[2]

Die Gesellschafter der Messe Düsseldorf GmbH sind:

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Die Tradition Düsseldorfs als Messestadt geht auf das Jahr 1811 zurück. In diesem Jahr fand – auf Initiative der Regierung des Großherzogtums Berg – im Saal der alten Regierungskanzlei neben dem Rathaus eine Industrie- und Gewerbeausstellung statt, die auch von Napoleon besucht wurde.

Darauf folgten weitere kleinere Ausstellungen, bis im Jahre 1880 eine fünfmonatige Rheinisch-Westfälische Industrie- und Gewerbeausstellung auf dem Gelände des späteren Zoologischen Gartens über eine Million Besucher zählte. 1902 folgte eine weitere Ausstellung, die Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf, die im Bereich des heutigen Ehrenhofs und Rheinparks veranstaltet und von über fünf Millionen Gästen besucht wurde.

Für das Jahr 1915 plante die Stadt eine weitere große Ausstellung, deren Vorbereitungen allerdings durch den inzwischen begonnenen Ersten Weltkrieg eingestellt wurden.

Bezogen auf die Besucherzahlen erreichte die GeSoLei 1926 einen Höhepunkt mit 7,5 Millionen Besuchern. Sie war damit die größte Ausstellung der Weimarer Republik. Die „Große Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen“ war eine Leistungsschau der Wirtschaft, des Städtebaus und der Disziplinen des Gesundheitswesens, aber auch ein großer Vergnügungspark. Ein Großteil der heute noch erhaltenen Bauten im und am Ehrenhof gehen auf sie zurück.

In der Zeit des Dritten Reiches fand 1937 auf dem Gelände des heutigen Nordparks die Reichsausstellung Schaffendes Volk statt. Auch hier waren Unterhaltung und Leistungsschau wesentliche Bestandteile. Es entstanden aber auch große Teile des Nordparks sowie zwei Mustersiedlungen, die heutige Golzheimer Siedlung und die Nordpark Siedlung.

Die Nachkriegszeit mit der damit verbundenen Teilung Deutschlands schuf ein Vakuum auf dem deutschen Messemarkt. Die bis dahin führende Leipziger Messe war nun nicht mehr als Konkurrent vorhanden, was zahlreiche Neugründungen hervorrief. Die 1947 gegründete Düsseldorfer Messe positionierte sich mit der Ausrichtung von Fachmessen entgegen dem bisherigen Trend. In den folgenden Jahren wurden mehrere Marken entwickelt die dauerhaft am Standort Düsseldorf ausgerichtet wurden.

Standort waren die Hallen des Ehrenhofs und der Kunstpalast die behelfsmäßig hergerichtet wurden. In den folgenden Jahren wurden weitere Hallen auf dem Gelände, welches sich bis zur Fischerstraße erstreckte, errichtet. Heute befinden sich hier die Konzernzentralen der ERGO Versicherungsgruppe und des Energiekonzerns E.ON. Daneben gab es auch weitere Ausstellungsflächen in Hallen im Rheinpark. Die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten bei gleichzeitigen Kapazitätsengpässen machten den Bau neuer Messehallen an einem anderen geeigneten Standort notwendig. Untersucht wurden damals neben den heutigen Flächen in Stockum auch der Südpark und das Gebiet des Elbsees. Die Wahl fiel letztendlich auf Stockum und so konnte die Messegesellschaft 1971 ihre neuen Hallen beziehen.

Messetürme
Stadtbahnhof ESPRIT arena/Messe Nord“

Ausstellungsgelände[Bearbeiten]

Das heute rund 100 Hektar große Messegelände stammt zum überwiegenden Teil aus dem Jahr seiner Eröffnung 1971. In den darauf folgenden Jahren kamen zu den damals gebauten Hallen weitere hinzu, ebenso wurde auch das Congress Center Düsseldorf weiter ausgebaut und in diesem 1993 die Düsseldorfer Stadthalle angesiedelt. Die Hallenkapazität des Messegeländes wurde kontinuierlich durch kleinere Umbauten, aber auch durch Neubauten erweitert. So entstanden auf dem Gelände des ehemaligen Stadionschwimmbades die Halle 6 (die sogenannte RheinHalle) und direkt daneben die Halle 7a. 2004 wurde die neue Halle 8 mit 13.500 m² neuer Ausstellungsfläche fertiggestellt. Sie ist Teil der zukünftigen Erweiterungsfläche auf dem ehemaligen Europaplatz. Hier entsteht bis 2007 auch eine weitere Halle. Planungen sehen hier insgesamt vier Messehallen vor. Ein weiterer Bestandteil des Ausbaukonzeptes ist die Neugestaltung des Südeingangs. Hier plant die Messegesellschaft eine großzügigere Eingangssituation und damit eine Entlastung des Nordeingangs.

Seit der Vergrößerung, die im Oktober 2007 vorerst abgeschlossen wurde, bietet das Messegelände insgesamt 306.888 m² Ausstellungsfläche, wovon sich 263.888 m² auf 19 Messehallen verteilen (die Hallen 7a und 70-2 sind zwei verschiedene Hallen) und 43.000 m² (brutto) als Freigelände zur Verfügung stehen. Die Halle 70-2 ist als einzige mehrstöckig gebaut (Stand Oktober 2006). Die Hallen liegen wie an einer Schnur aneinander gereiht und bilden einen geschlossenen Ring. Zur schnellen Verbindung führen über den inneren Freiraum aufgeständerte geschlossene Gänge hinweg, die zum Teil mit Rollbändern ausgestattet sind. Im Süden des Geländes befinden sich zwei Hochhäuser, in denen die Verwaltung der Messe untergebracht ist. Einer der beiden stammt aus den 1970er Jahren, der zweite wurde in den 1990er Jahren dazu gebaut.

Über ein Plateau, welches an Messehalle 6 (RheinHalle) anschließt, besteht eine direkte Verbindung zur nördlich der Messe gelegenen ESPRIT arena. Dieses würde eine Messenutzung der Arena ermöglichen, was aber noch nicht zustande gekommen ist. Gleichzeitig verdeutlicht es aber die besondere Rolle der RheinHalle (Entwurf von gmp), welche so autark vom Messegelände genutzt werden kann. Betreten wird das Messegelände überwiegend über den zentralen Eingang Nord. Hier besteht direkter Anschluss an die Stadtbahn und an Shuttle-Busse zu den Messeparkplätzen. Daneben gibt es weitere Zugänge im südlichen Teil des Messegeländes, die Eingänge „Süd“ und „Ost“.

Erschließung[Bearbeiten]

Verkehrlich ist das Messegelände über die Bundesautobahn 44 mit dem nahe gelegenen Flughafen und der Innenstadt verbunden und bietet nördlich der Ausstellungshallen 20.000 Parkplätze. Daneben gibt es über den U-Bahnhof ESPRIT arena/Messe Nord Verbindungen mit den Stadtbahnlinien U78 und U79 in die Düsseldorfer bzw. Duisburger Innenstadt.

Internationales Netzwerk[Bearbeiten]

Mit mehr als 40 jährlichen Veranstaltungen alleine auf dem Gelände in Düsseldorf, von denen 22 Messen als Weltleitmessen zu den weltweit bedeutendsten ihrer Branche gehören, zählt die Messe Düsseldorf zu den internationalsten Messeplätzen der Welt.

Neben den Messen in Düsseldorf ist die Gesellschaft über Tochtergesellschaften und Beteiligungen auch Veranstalter von ca. weiteren 80 Messen im Ausland. Das internationale Netzwerk umfasst neben Beteiligungen in Brünn und Moskau auch China, die USA, Singapur, Japan, Indien und Polen sowie 65 Auslandsvertretungen, die mehr als 100 weitere Länder betreuen. Die Düsseldorfer Messegesellschaft gehörte zu den ersten in Deutschland, die sich international positionierten. So war die damals noch NOWEA genannte Gesellschaft in der damaligen UdSSR das erste akkreditierte ausländische Messeunternehmen.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Die Messe Düsseldorf hat sich mit Veranstaltungen aus vielen Branchen eine Namen gemacht. Dazu gehören:

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weitere Veranstaltungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Messe Düsseldorf 50 Jahre Messe Düsseldorf Brücke zur Welt. Düsseldorf 1996
  • Edmund Spohr und Hatto Küffner: Düsseldorf Eine Stadt zwischen Tradition und Vision Facetten der Stadt. B.o.s.s. Druck und Medien, Kleve 2002, ISBN 3-933969-06-9.
  • Harald Frater u. a.: Der Düsseldorf-Atlas Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt im Kartenbild. Hermann-Josef Emons Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89705-355-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Messe Düsseldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Düsseldorf unter den Top fünf der Messen weltweit. Artikel vom 5. Juli 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 5. Juli 2013

51.266.7408333333333Koordinaten: 51° 15′ 36″ N, 6° 44′ 27″ O