Messe Dresden

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Die Messe Dresden ist das Messe- und Ausstellungsgelände in Dresden. Das Messegelände wird durch die im Jahr 2003 gegründete MESSE DRESDEN GmbH betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingangshalle der Messe Dresden
Historische Gebäude des Schlachthofs
Grünanlagen mit Wasserfläche am Messegelände
Dresdner Ausstellungspalast um 1910

Das städtische Ausstellungsgelände Dresdens befand sich ursprünglich am Straßburger Platz (früher Stübelplatz beziehungsweise Fučikplatz benannt), am nordwestlichen Rand des Großen Gartens gelegen. In angrenzenden Parkbereichen fand 1887 die 1. Internationale Gartenbauausstellung (IGA) statt. 1896 wurde anlässlich der 2. IGA der Ausstellungspalast errichtet, der bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dem Gelände ein Gesicht gab.

Bedeutende Ausstellungen, etwa die Deutsche Bauausstellung 1900, die Deutsche Städteausstellung 1903 sowie die beiden internationalen Hygiene-Ausstellungen 1911 und 1930, waren hier beheimatet. Ab 1922 erreichten die Dresdner Jahresschauen mit wechselnden Motiven die Aufmerksamkeit der Besucher. Von 1928 bis 1938 bereicherte das Kugelhaus mit seiner für den Zeitgenossen ausgefallenen Architektur das Ausstellungsgelände.

In der Nachkriegszeit fanden Ausstellungen provisorisch in der Stadthalle am Olbrichtplatz (früher Nordplatz beziehungsweise Dr.-Kurt-Fischer-Platz) statt. Im Jahr 1969 wurde das Ausstellungszentrum Fučíkplatz mit seinen neugebauten Messehallen auf dem im Krieg zerstörten Gebiet am heutigen Straßburger Platz in Betrieb genommen.

Wegen der Umgestaltung der Verkehrsführung, der Unverträglichkeit (unter anderem verkehrliche Belange) des Ausstellungsstandortes an dieser Stelle und im Zusammenhang mit dem Vorhaben Gläserne Manufaktur der Volkswagen AG am Straßburger Platz musste das Betriebsgelände der Dresdner Ausstellungsgesellschaft mbH aufgegeben werden. Zuvor war in einer Standortanalyse aus den Jahren 1991 bis 1992 eine städtische Neuinvestition für Messe- und Ausstellungszwecke am Straßburger Platz untersucht worden. Seit 1999 befindet sich die Messe im Großen Ostragehege in Teilen vom Ensemble historischer Gebäude des ehemaligen Erlwein’schen Schlachthofes sowie neu errichteten Gebäuden.[1]

Diese Nutzungsverlagerung erfolgte in einem größeren Gesamtrahmen, weil aus städtebaulicher Sicht eine Neugestaltung des Areals vom ehemaligen und zunehmend verfallenden denkmalgeschützten Städtischen Vieh- und Schlachthof im Großen Ostragehege erforderlich war. Zu diesem Zweck schlug Dresden dieses Areal für eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA 2003) vor, was auf einem Stadtverordnetenbeschluß vom April 1993 beruhte. Parallel gründete sich ein Verein, der sich die öffentliche Erörterung einer neuen Gestaltung im Großen Ostragehege zu Ziel setzte. Er widmete sich besonders der Idee eines Kongress- und Ausstellungszentrums und dem Bewusstsein für den stadtzentralen Landschaftsraum als ideellen Wert in einer Großstadt. In der Vorbereitung auf das IGA-Vorhaben wurde von der Stadt Dresden ein internationaler städtebaulich-landschaftspflegerischer Ideenwettbewerb ausgelobt. Er sah die landschaftliche Neugestaltung der Gewerbebrache auf der so genannten Schlachthofinsel unter Berücksichtigung eines neuen Messe- und Ausstellungsgeländes vor und wurde im Jahr 1995 unter Leitung von Roland Ostertag durchgeführt. Die Wettbewerbsergebnisse flossen in die städtischen Planungen ein und wurden schließlich mit dem Bebauungsplan Nr. 78 Dresden-Friedrichstadt Nr. 3, Schlachthofinsel vom Stadtrat Dresden 1998 beschlossen.[2][3][4] Die Internationale Gartenbauausstellung 2003 fand letztlich in Rostock statt.

Die von der Messe Dresden genutzten Gebäude sind die verbliebenen ehemaligen Produktionshallen des früheren Städtischen Vieh- und Schlachthofes und eine neu errichtete Eingangshalle aus einer Stahl-Glas-Konstruktion. Einige unwesentliche Gebäude wurden bei Bauarbeiten abgerissen. Zum Betriebsgelände gehören folgende Struktureinheiten: Halle 1, Halle 2, Halle 3, Halle 4 (drei Altbauhallen wurden mit zwei Verbindungsbauten verknüpft), Messefoyer (Neubau), Erlweinsaal, Tagungsetage, Gastronomiebereich, ein Pavillon und Glaswandelgang (Neubau). Ferner gehören zur Messe ein Innenhof sowie Freiflächen für Parkplätze im Umfeld der zentralen Eingangshalle sowie eine vorgelagerte Grünfläche mit einer künstlichen Teichanlage.[5] Der Vorplatz zur zentralen Eingangshalle verfügt über eine Haltestellenanbindung der Dresdner Verkehrsbetriebe für den Busbetrieb. Die Eröffnung des neuen Komplexes erfolgte am 17. September 1999.

Im Jahr 2010 wurde mit dem Umbau des Röschenhofes zu einem BÖRSE DRESDEN genannten Tagungs- und Kongresszentrum begonnen und im Mai 2011 fertiggestellt. Somit können in der MESSE DRESDEN zusammen mit der BÖRSE DRESDEN nun Kongresse mit bis zu 10.000 Teilnehmern stattfinden.[6]

Zwischen Sommer 2010 und 2012 wurde die Messehalle 1, die größte Veranstaltungshalle in Dresden, umgebaut, damit sie nicht nur Messen, Kongressen und Rockkonzerten, sondern auch der Unterhaltungs- und klassischen Musik eine Plattform bieten kann. Der bekannte Keller „Schlachthof 5“, der sich unter dem Foyer der Messehalle 1 befindet, wurde in den Umbau ebenfalls einbezogen.

Im Jahr 2012 besuchten 469.000 Besucher 313 Veranstaltungen. Bei einem Umsatz von etwas mehr als fünf Millionen Euro konnte die Messe im Kerngeschäft einen Gewinn ausweisen. Darüber hinaus waren städtische Zuschüsse in Höhe von 1,8 Millionen Euro für Zinsen und Tilgung für den Bau der Messehalle nötig.[7]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

In der Messe Dresden werden Fachmessen, Publikumsmessen, Konzerte und Kongresse veranstaltet. Zu den Veranstaltungen, die hier stattfinden oder stattgefunden haben, gehören:

Fachmessen

  • Pieta – Bestattungsbedarf & Friedhofstechnik
  • SEMICON Europa – Europäische Leitmesse der Halbleiterindustrie
  • ISH-Nachlese Dresden
  • Plastic Electronics Conference & Exhibition
  • SACHSENBACK
  • Silicon Saxony Day
  • Verpackung Ost
  • comtec/IFM/crossmedia später: Faszination Technologie
  • Florian/aescutec
  • 21. European Photovoltaic Solar Energy Conference & Exhibition

Publikumsmessen

  • Dresdner Ostern
  • Internationale Orchideenwelt
  • bike+outdoor
  • room+style
  • aktiv+vital
  • Spielraum
  • AREB
  • HAUS
  • Forst & Holz
  • Jagen Fischen Reiten
  • Kulinaria & Vinum
  • auto mobil Dresden
  • Hochzeit-Feste-Feiern Dresden
  • My Music
  • KarriereStart
  • SachsenKrad
  • Dresdner ReiseMarkt
  • Baby plus
  • Heimtier Messe
  • Internationale Rassehunde-Ausstellung
  • Sax-Immobilia & Eigenheim
  • Dresdner Herbst Messe
  • XS-Car Night
  • Floristica
  • Abenteuer Offroad

Lage und Gelände[Bearbeiten]

Das Messegelände ist 53.600 Quadratmeter groß, verfügt über etwa 23.000 Quadratmeter Hallenfläche, verteilt auf vier Ausstellungshallen, und eine Freifläche von 13.500 Quadratmeter. Des Weiteren umfasst es zwei Lagerhallen, mehrere Parkplatzflächen und einen Grünbereich mit Teichbiotop. Es befindet sich nah am Stadtzentrum im Stadtteil Friedrichstadt und ist mit der Straßenbahnlinie 10 der Dresdner Verkehrsbetriebe zu erreichen. Der Anschluss an die Straßenbahn wurde zum Evangelischen Kirchentag 2011 fertiggestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dresdner Geschichtsverein e.V. (Hrsg.): Großes Ostragehege/Friedrichstadt. Geschichte und Entwicklungschancen. Dresdner Hefte 47, Dresden 1996
  • Dresdner Geschichtsverein e.V. (Hrsg.): Große Ausstellungen um 1900 und in den zwanziger Jahren. Dresdner Hefte 63, Dresden 2000
  • Hans Weyer: Der neue Städtische Vieh- und Schlachthof zu Dresden. Leipzig (Carl Scholtze) 1911
  • Jörn Walter (verantw.) / Peter Emmerich / Anette Friedrich: Städtebaulicher Rahmenplan Großes Ostragehege und Umfeld. Dresden (Landeshauptstadt Dresden, Stadtplanungsamt) 1998

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Dresden, Dezernat Stadtentwicklung: Beschlußvorlage Nr. 1336, vom 21. Juli 1992 für die Stadtverordnetenversammlung
  2. Landeshauptstadt Dresden, Dezernat Stadtentwicklung und Bau: Vorlage Nr. 3050-74-98 vom 25. März 1998
  3. Klaus Mutscher: Planungen für das Große Ostragehege. In: Dresdner Hefte 47, Großes Ostragehege/Friedrichstadt. Dresdner Geschichtsverein e.V. (Hrsg.) 1996 S. 74-84. ISSN 0863-2138.
  4. Klaus F.W. Tempel: Bürgerinitiative für das Ostragehege. In: Dresdner Hefte 47, Großes Ostragehege/Friedrichstadt. Dresdner Geschichtsverein e.V. (Hrsg.) 1996 S. 89 ff. ISSN 0863-2138.
  5. Messe Dresden. Die Messe in der Stadt. (Dresdner Ausstellungsgesellschaft mbH) undatierte Firmenschrift (ca. 2000)
  6.  Bettina Klemm: In der Messe entsteht Erlweins Festsaal neu. In: Sächsische Zeitung. 7. Juli 2010 (kostenpflichtig online, abgerufen am 25. März 2013).
  7.  Bettina Klemm: Das Messe-Schloss. In: Sächsische Zeitung. 26. März 2013 (kostenpflichtig online, abgerufen am 25. März 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

51.06993333333313.714963888889Koordinaten: 51° 4′ 12″ N, 13° 42′ 54″ O